Dehasamnyasa: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Dehasamnyasa''' ([[Sanskrit]]: dehasamnyāsa ''m.'') Aufgeben von Bindungen auf der äußerlichen Ebene.
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'''Dehasamnyasa''' ([[Sanskrit]]: dehasamnyāsa ''m.'') = Aufgeben von Bindungen auf der äußerlichen Ebene.
 
Dehasamnyasa ist ein zusammengesetztes Sanskrit‑Wort:
* [[deha]] bedeutet „Körper“ und
* [[samnyasa]] (oft auch saṃnyāsa) bedeutet „[[Verzicht]]“, „Hingabe“ oder „[[Entsagung]]“.
 
Wörtlich übersetzt heißt Dehasamnyasa also „Entsagung des Körpers“ oder „Verzicht auf den Körper“. Im [[religiös]]‑[[philosophisch]]en Kontext [[Indien]]s beschreibt der Begriff eine innere Haltung oder Praxis, bei der die Identifikation mit dem physischen Körper aufgegeben wird zugunsten einer [[spirituell]]en [[Selbstverwirklichung]].
 
=Praxis=
Praktisch kann Dehasamnyasa verschiedene Nuancen annehmen: Es kann bedeuten, dass eine Person den Körper nicht mehr als das wahre Selbst betrachtet, sondern als vergängliche Hülle, und sich stattdessen mit dem Atman oder dem transzendenten [[Bewusstsein]] identifiziert. In asketischen Traditionen ist es Teil des Weges der [[Entsagung]], bei dem körperliche Bedürfnisse, [[Ego]]‑Bindungen und sinnliche Begierden bewusst zurückgewiesen werden, um geistige Reinheit und Befreiung ([[moksha]]) zu erlangen. In [[yogisch]]er und [[vedantisch]]er Literatur wird Dehasamnyasa oft als notwendige innere Loslösung beschrieben: man handelt weiterhin in der Welt, doch ohne [[Anhaftung]] an die Körperlichkeit, Vorstellungen von Gewinn oder Verlust.
 
Der Begriff kann außerdem eine graduelle Praxis bezeichnen: von äußerer Entsagung ([[Verzicht]] auf Komfort, Nahrung, Besitz) über disziplinierte Körperbeherrschung ([https://www.yoga-vidya.de/ Asanas], Atemkontrolle, [[Enthaltsamkeit]]) bis hin zur subtilen, inneren Lage, in der der Körper nicht mehr als Zentrum der [[Identität]] empfunden wird. Dehasamnyasa ist also weniger ein physischer Akt als eine grundlegende Verschiebung der Selbstwahrnehmung — weg vom Körper als Selbst hin zu einem dauerhaften, nicht‑körperlichen Bewusstsein.
 
=Siehe auch=
* [[Körper]]
* [[Selbst]]


[[Kategorie:Glossar]]
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[[Kategorie:Sanskrit]]
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Aktuelle Version vom 13. Januar 2026, 06:26 Uhr

Dehasamnyasa als Disziplin

Dehasamnyasa (Sanskrit: dehasamnyāsa m.) = Aufgeben von Bindungen auf der äußerlichen Ebene.

Dehasamnyasa ist ein zusammengesetztes Sanskrit‑Wort:

Wörtlich übersetzt heißt Dehasamnyasa also „Entsagung des Körpers“ oder „Verzicht auf den Körper“. Im religiösphilosophischen Kontext Indiens beschreibt der Begriff eine innere Haltung oder Praxis, bei der die Identifikation mit dem physischen Körper aufgegeben wird zugunsten einer spirituellen Selbstverwirklichung.

Praxis

Praktisch kann Dehasamnyasa verschiedene Nuancen annehmen: Es kann bedeuten, dass eine Person den Körper nicht mehr als das wahre Selbst betrachtet, sondern als vergängliche Hülle, und sich stattdessen mit dem Atman oder dem transzendenten Bewusstsein identifiziert. In asketischen Traditionen ist es Teil des Weges der Entsagung, bei dem körperliche Bedürfnisse, Ego‑Bindungen und sinnliche Begierden bewusst zurückgewiesen werden, um geistige Reinheit und Befreiung (moksha) zu erlangen. In yogischer und vedantischer Literatur wird Dehasamnyasa oft als notwendige innere Loslösung beschrieben: man handelt weiterhin in der Welt, doch ohne Anhaftung an die Körperlichkeit, Vorstellungen von Gewinn oder Verlust.

Der Begriff kann außerdem eine graduelle Praxis bezeichnen: von äußerer Entsagung (Verzicht auf Komfort, Nahrung, Besitz) über disziplinierte Körperbeherrschung (Asanas, Atemkontrolle, Enthaltsamkeit) bis hin zur subtilen, inneren Lage, in der der Körper nicht mehr als Zentrum der Identität empfunden wird. Dehasamnyasa ist also weniger ein physischer Akt als eine grundlegende Verschiebung der Selbstwahrnehmung — weg vom Körper als Selbst hin zu einem dauerhaften, nicht‑körperlichen Bewusstsein.

Siehe auch