Yajnapurusha: Unterschied zwischen den Versionen
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Yajnapurusha ist ein zusammengesetztes Sanskritwort aus den Teilen „yajna“ und „purusha“. | Yajnapurusha ist ein zusammengesetztes Sanskritwort aus den Teilen „yajna“ und „purusha“. | ||
* „[ | * „[https://www.yoga-vidya.de/ Yajna]“ bezeichnet rituelle Opferhandlung, kultische Hingabe oder allgemein ein Handeln mit dem Ziel, etwas zu weihen, zu danken oder eine Beziehung zwischen Mensch und dem Göttlichen herzustellen; es umfasst Opferrituale, rituelle Darbringungen, Rezitationen und die Idee von selbstloser Handlung als [[Opfer]]. | ||
* „[[Purusha]]“ heißt Mensch, Person oder im philosophischen Gebrauch auch „Urwesen“ bzw. bewusstes Prinzip. | * „[[Purusha]]“ heißt [[Mensch]], Person oder im philosophischen Gebrauch auch „Urwesen“ bzw. bewusstes Prinzip. | ||
Zusammengesetzt bedeutet Yajnapurusha wörtlich etwa „der durch Opfer bestimmte Mensch“ oder „Mensch als Opfer bzw. als Träger des Ritus“. | Zusammengesetzt bedeutet Yajnapurusha wörtlich etwa „der durch Opfer bestimmte Mensch“ oder „Mensch als Opfer bzw. als Träger des Ritus“. | ||
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Der Ausdruck kann mehrere Sinnschichten haben. Konkreter verstanden bezeichnet er eine Person, deren Leben oder Handeln als Yajna gestaltet ist — also jemand, der seine Handlungen als rituelle, selbstlose [[Hingabe]] vollzieht und dadurch die Weltordnung unterstützt. In dieser Lesart steht Yajnapurusha für einen Lebensentwurf, bei dem Tätigkeiten nicht primär [[ego]]istischen Zwecken dienen, sondern als kultische, ethisch aufgeladene Akte, die dem Gemeinwesen und dem kosmischen [[Gleichgewicht]] nützen. | Der Ausdruck kann mehrere Sinnschichten haben. Konkreter verstanden bezeichnet er eine Person, deren Leben oder Handeln als Yajna gestaltet ist — also jemand, der seine Handlungen als rituelle, selbstlose [[Hingabe]] vollzieht und dadurch die Weltordnung unterstützt. In dieser Lesart steht Yajnapurusha für einen Lebensentwurf, bei dem Tätigkeiten nicht primär [[ego]]istischen Zwecken dienen, sondern als kultische, ethisch aufgeladene Akte, die dem Gemeinwesen und dem kosmischen [[Gleichgewicht]] nützen. | ||
Auf einer theologischen oder | Auf einer theologischen oder [[philosophisch]]en Ebene kann Yajnapurusha auch eine visionäre Vorstellung sein: der Mensch als integraler Teil ritueller Weltordnung, in der individuelles [[Handeln]] sakralen Charakter hat und zur Erhaltung des Rechts und der Harmonie beiträgt. In manchen Texten wird der Begriff verwendet, um herausragende Persönlichkeiten zu beschreiben, deren Wirken als Opfer für das [[Wohl]] anderer gedeutet wird — Politiker, Heilige oder Idealgestalten, die selbstlos wirken. | ||
Schließlich umfasst Yajnapurusha auch die Idee, dass das [[Leben]] selbst als fortwährender Yajna verstanden werden kann: eine Folge von Taten, die bewusst und pflichtgemäß dargebracht werden, statt bloß persönliche Wünsche zu verfolgen. In allen Varianten betont der Begriff die Verbindung von Handlung, Sinnstiftung und transzendenter Verpflichtung. | Schließlich umfasst Yajnapurusha auch die Idee, dass das [[Leben]] selbst als fortwährender Yajna verstanden werden kann: eine Folge von Taten, die bewusst und pflichtgemäß dargebracht werden, statt bloß persönliche Wünsche zu verfolgen. In allen Varianten betont der Begriff die Verbindung von Handlung, Sinnstiftung und transzendenter Verpflichtung. | ||
Aktuelle Version vom 13. Januar 2026, 23:36 Uhr
Yajnapurusha (Sanskrit: Yajnapurusha m.) = Mensch als Opfernder, Name von Vishnu
Yajnapurusha ist ein zusammengesetztes Sanskritwort aus den Teilen „yajna“ und „purusha“.
- „Yajna“ bezeichnet rituelle Opferhandlung, kultische Hingabe oder allgemein ein Handeln mit dem Ziel, etwas zu weihen, zu danken oder eine Beziehung zwischen Mensch und dem Göttlichen herzustellen; es umfasst Opferrituale, rituelle Darbringungen, Rezitationen und die Idee von selbstloser Handlung als Opfer.
- „Purusha“ heißt Mensch, Person oder im philosophischen Gebrauch auch „Urwesen“ bzw. bewusstes Prinzip.
Zusammengesetzt bedeutet Yajnapurusha wörtlich etwa „der durch Opfer bestimmte Mensch“ oder „Mensch als Opfer bzw. als Träger des Ritus“.
Der Ausdruck kann mehrere Sinnschichten haben. Konkreter verstanden bezeichnet er eine Person, deren Leben oder Handeln als Yajna gestaltet ist — also jemand, der seine Handlungen als rituelle, selbstlose Hingabe vollzieht und dadurch die Weltordnung unterstützt. In dieser Lesart steht Yajnapurusha für einen Lebensentwurf, bei dem Tätigkeiten nicht primär egoistischen Zwecken dienen, sondern als kultische, ethisch aufgeladene Akte, die dem Gemeinwesen und dem kosmischen Gleichgewicht nützen.
Auf einer theologischen oder philosophischen Ebene kann Yajnapurusha auch eine visionäre Vorstellung sein: der Mensch als integraler Teil ritueller Weltordnung, in der individuelles Handeln sakralen Charakter hat und zur Erhaltung des Rechts und der Harmonie beiträgt. In manchen Texten wird der Begriff verwendet, um herausragende Persönlichkeiten zu beschreiben, deren Wirken als Opfer für das Wohl anderer gedeutet wird — Politiker, Heilige oder Idealgestalten, die selbstlos wirken.
Schließlich umfasst Yajnapurusha auch die Idee, dass das Leben selbst als fortwährender Yajna verstanden werden kann: eine Folge von Taten, die bewusst und pflichtgemäß dargebracht werden, statt bloß persönliche Wünsche zu verfolgen. In allen Varianten betont der Begriff die Verbindung von Handlung, Sinnstiftung und transzendenter Verpflichtung.