William Quan Judge

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William Quan Judge, 1851-1896 war einer der Begründer der Theosophie Bewegung in Amerika. William Judge gab eine Übersetzung des Yoga Sutra mit eigenen Kommentaren heraus, welche 1900 und 1904 in Deutschland erschien und großen Einfluss auf die Verbreitung des Yoga hatte.

William Quan Judge

Wie andere Theosophen glaubte auch William Judge, dass der Westler für die Übung des Hatha Yoga nicht geeignet sei. Vermutlich Hatte William Judge ebenso wenig eigene Hatha Yoga Übungspraxis wie die anderen Theosophen auch.

Jedoch stand William Judge wie so viele Philosophen der Geisteshaltung und der Spiritualität von Yoga und Buddhismus sehr nahe. William Judge wurde so zu einem der Pioniere und Wegbereiter des Yoga in Amerika, durch seine Werke auch in Deutschland.

Leben von William Quan Judge

Kindheit und Jugend von William Quan Judge

William Quan Judge wurde am 13. April 1851 in Dublin, Irland, geboren. Nach dem Tod der Mutter emigrierte der Vater mit seinen 6 Kindern nach New York. Hier studierte Judge Jura und wurde 1872 als Anwalt zugelassen.

Beginn der Bekanntschaft mit Olcott, Blavatsky - Gründung Theosophische Gesellschaft

Sein Interesse für Religion, Magie, Rosenkreuzertum und auch Spiritusmus brachten Judge in Kontakt mit Oberst Olcott und schließlich mit Helena Petrovna Blavatsky, die er in New York erstmals traf. In den nächsten Jahren studierte und lernte er viel von H.P.Blavatsky und wurde zu einem der Gründungsmitglieder der Theosophische Gesellschaft Theosophischen Gesellschaft (1875).

William Quan Judge als einer der wichtigsten Theosophen

Judge trug aufgrund seiner großen Einsatzbereitschaft und seines ungebrochenen Mutes wesentlich zur Verbreitung der Theosophie in Amerika bei. Er hielt viele öffentliche Versammlungen. Als mit H.P.Blavatsky und Olcott 1878 nach der Veröffentlichung von Isis entschleiert nach Indien aufbrachen, begann für Judge eine Zeit der Prüfung. Diese frühen Tage wurden sowohl durch Judges eigene, jugendliche Unsicherheit als auch durch finanzielle und häusliche Probleme erschwert. Aberteuerliche Geschäfte in Südamerika und Mexiko zur Lösung seiner finanziellen Probleme schlugen fehl und ruinierten seine Gesundheit.

William Quan Judge als Krisenmanager in Indien

1883 erhielt Judge dann eine Botschaft des Meisters M, der ihn nach Indien berief. 1884 reiste Judge nach London und später nach Paris, wo er HPB und Olcott traf. Er verbrachte einige Zeit mit HPB, da der Grund des Treffens eigentlich darin lag, HPB beim Schreiben eines Buches zu unterstützen, das später Die Geheimlehre werden sollte. Im August erreichte Judge dann schließlich Adyar, ausgestattet mit 2 Dokumenten von Olcott, die ihn mit weitreichender Befugnis und Vollmacht ausstatteten, um nach den Attacken gegen die Gesellschaft und HPB durch das Christian College Magazine offiziell handlungsfähig zu sein. Obwohl ursprünglich ein längerer Aufenthalt geplant war, verließ Judge schon 1884 Indien für immer.

Rückkehr von William Quan Judge nach New York

Nach seiner Rückkehr nach New York revitalisierte und reorganisierte Judge die Arbeit dort. Er begann mit der Herausgabe preiswerter Literatur und gemeinsam mit Arthur Gebhard gründete er im April 1886 die Zeitschrift The Path, die später das offizielle Organ der Amerikanischen Sektion der TG wurde. Diese Sektion wurde 1886 gegründet, mit Judge als Generalsektretär (Schriftführer) und Schatzmeister.

Gründung der Esoterischen Sektion durch William Quan Judge

Basierend auf den ursprünglichen, von den Meistern aufgestellten Richtlinien wurde die Esoterische Sektion – eine innere Sektion der Theosophischen Gesellschaft – im Jahr 1888 gegründet. Judge leitete die Esoterische Sektion in Amerika als Sekretär von H.P.Blavatsky und nach ihrem Tod gemeinsam mit Annie Besant. Beim Parlament der Welteligionen anlässlich der Weltausstellung in Chicago 1893 sprach er über Theosophie und ebenso im folgenden Jahr beim Parlament der Weltreligionen bei der Winterausstellung in San Franzisko.

William Quan Judge als Präsident der Theosophischen Gesellschaft in Amerika

Nachdem Olcotts Gesundheit sich verschlechtert hatte, wollte er sein Amt als Präsident der Theosophischen Gesellschaft aufgeben. Judge wurde ordnungsgemäß von den Sektionen Amerikas und Europas als Nachfolger nominiert. Judge informierte Olcott, bat ihn jedoch dringend im Namen der Mitglieder, seine Entscheidung nochmals zu überdenken. Olcott antwortete, er würde alles tun 'was gerecht und fair ist', er müsse jedoch noch auf Post warten. Die Europäische Sektion verstand seinen Rücktritt jedoch als endgültig und wählte Judge einstimmig zum Präsidenten. Daraufhin schrieb Olcott, diese Wahl sei aus einer Missdeutung seiner Worte entstanden und widerrief seine Rücktrittserklärung. Im Laufe der Jahre ergaben sich erhebliche Differenzen, Olcott und Annie Besant beschuldigten Judge des Betrugs, was als der 'Judge Case' bekannt wurde. Das führte unter anderem dazu, dass am 28. April 1895 die Delegierten des jährlichen Konvents der Amerikanischen Sektion die 'völlige Autonomie' von Adyar erklärten und Judge zu ihrem Präsidenten auf Lebenszeit wählten. Olcott blieb bis zu seinem Tod Präsident der Gesellschaft in Adyar. Diese Spaltung ging in die Geschichte als der 'Split' ein.

Unverdrossen arbeitete Judge weiter für die Gesellschaft und die Verbreitung der Theosophie, schrieb Artikel und Bücher.

Tod von William Quan Judge

Die jahrelange unermüdliche Arbeit zusammen mit den Auswirkungen des Chagas-Fiebers, das er sich während seines Aufenthalts in Südamerika zugezogen hatte, forderten schließlich ihren Tribut. Judge verstarb am 21. März 1896, nur kurz nach seinem 45. Geburtstag.

Werke von William Quan Judge (Auswahl)

Hier eine Auswahl von Werken von William Quan Judge, die ins Deutsche übersetzt wurden:

  • Gespräche mit H. P. Blavatsky über Okkultismus, Berlin : P. Raath, o. J.
  • Die verräterische Bildergalerie, Berlin : P. Raatz, o. J.
  • Die Haut der Erde Berlin : P. Raatz, o. J.
  • Studien über die Bhagavad-Gita, Nürnberg : Heller, 1905
  • Echos aus dem Orient, Nürnberg : Heller, 1906
  • Ausbildung der Konzentration, Nürnberg : Heller, 1908
  • Die Ausbildung okkulter Kräfte durch indische Geheimschulung, Pfullingen in Württ. : Johannes Baum Verlag, 1922
  • Die Yoga-Aphorismen des Patanjali, Leipzig : Theosoph. Verlagshaus, [1924], 3. dt. Aufl.
  • Wie erlangt man okkulte Kräfte? Lorch (Württ.) : Renatus-Verlag, 1926, 5. Aufl.
  • Das Meer der Theosophie, Leipzig : Theosophisches Verlagshaus, 1931

Quellen