Tyagin

Aus Yogawiki
Ein typischer indischer Sannyasin in orongenem Gewand - Einziger Besitz: Eine Behälter für Essen und Malas

Tyagin (Sanskrit: त्यागिन् tyāgin adj., Nom. Sg. त्यागी tyāgī) verlassend, im Stich lassend, verstoßend; hingebend, weggebend, aufgebend, verzichtend auf, aufopfernd, verschenkend, freigebig; heldenmütig; frei von Bindung an die Sinnenwelt; beim Handeln nicht auf die Früchte schauend oder nach ihnen verlangend.

Tyagin ist jemand, der Tyaga übt. Meist wird Tyagin als Asket, als Entsagter, übersetzt. Es kann auch das Adjektiv zu Tyaga sein - entsagt. Tyagin, auch Tyagi geschrieben, ist auch der Akt des Entsagens. Erfahre hier mehr über die Bedeutung von Tyagi, ein auch in der Bhagavad Gita verwendetes Sanskritwort.


Sukadev über Tyagin

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Tyagin

Ein Tyagi ist ein Entsagter, Tyagi oder auch Tyagin geschrieben. Tyagi, also jemand, der durch Tyaga gekennzeichnet ist. Tyaga heißt Entsagung. Wenn du entsagst, bist du ein Tyagi. Wörtlich genommen oder so, wie es meistens verwendet wird, ist ein Tyagi ein Asket. Asket, im Sinne von, besitzloser Asket. Wenn du auf dein Geld verzichtest, wenn du keinen persönlichen Besitz hast, auch kein Zuhause hast, wenn du als Wandermönch durch die Gegend gehst, also ein Parivrajaka-Leben führst, dann bist du ein Tyagi. Oder auch, wenn du in einer Höhle wohnst, in einer kleinen Hütte und ein ganz einfaches Leben führst, dann bist du auch ein Tyagi. Das ist so die eigentliche Bedeutung von Tyagi. Und in den alten Schriften wird gesprochen von Tyagis, von Entsagten, die im Wald intensives Tapas übten, intensive spirituelle Praxis, und so zum Teil höhere Bewusstseinsebenen erreicht haben.

Krishna definiert in der Bhagavad Gita Tyaga etwas anders. Dort sagt er, Tyaga heißt Verzicht auf wunschgetriebene Handlungen. Krishna sagt, du kannst in der Welt sein, du kannst auch Besitz haben, du kannst einen Beruf haben, du kannst Familie haben, du kannst Verpflichtungen haben, du kannst ein Unternehmen führen usw. Wenn du aber auf egoistische Wünsche verzichten kannst, dann bist du auch ein Tyagi. So sagt Krishna, jemand, der auf egoistische Wünsche verzichtet, jemand, der nicht hängt an den Früchten seiner Handlungen und gleichmütig ist in Erfolg und Misserfolg, der ist auch ein Tyagi. Und Krishna meint, ein solcher Tyagi ist besser als ein äußerer Asket.

So kannst du selbst überlegen, bist du ausreichend ein Tyagi oder hängst du an den Früchten deiner Handlungen? Hoffst du auf Belohnung? Bist du enttäuscht, wenn Menschen dich nicht so anerkennen, wie du es gerne hättest? Bist du enttäuscht, wenn du nicht das bekommst, was du denkst, was du bekommen solltest? Bist du enttäuscht, wenn deine Wünsche nicht erfüllt werden? Das sind alles Zeichen, dass du noch kein Tyagi bist. Aber ein Tyagi bist du dann, wenn du verzichten kannst, wenn du innerlich verzichten kannst und auf Wünsche verzichten kannst. Ein Tyagi ist immer von Santosha erfüllt, von Zufriedenheit. Ein Tyagi hat Tushti, Gleichmut. Tyaga, Entsagung, führt zu Samatva, zur Gelassenheit. So ist es gut, Tyaga zu üben und ein Tyagi zu sein. Für die meisten Menschen eher ein Tyagi im Sinne der Bhagavad Gita: In der Welt sein, aber nicht von der Welt sein. Tun, was zu tun ist, öfters auch an Dingen sich erfreuen, aber nicht daran hängen. Gerade dann, wenn Dinge einmal schiefgehen sollten, ganz einfach wieder zügig zur Gelassenheit zurück kommen. Tyagi heißt also "der Entsagte".

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