Tulasi Darbringung an Narayana

Aus Yogawiki

Tulasi Darbringung an Narayana verbindet die Verehrung Vishnu-Narayanas mit einer schlichten Blatt- und Wassergabe. Tulasi gilt im Mantramahodadhi als Hari besonders lieb. Die Andacht lädt dazu ein, auch eine kleine Gabe mit ganzer Aufmerksamkeit zu überreichen.

Vishnu-Narayana empfängt die mit Hingabe dargebrachte Gabe.

Umfang: Tulasi-Gaben, ein vollständiger Gita-Vers, eine Wassergabe und neun Namensrezitationen.

Anlass, Voraussetzungen und Material

Benötigt werden drei Tulasi-Blätter, Trinkwasser, ein Löffel, ein kleiner Teller und eine Auffangschale; dazu ein Narayana- oder Vishnu-Bild. Plane fünf bis zehn Minuten ein. Die Namensrezitation lässt sich in die eigene Vaishnava-Praxis einfügen.

Zur Vertiefung passen Narayana Sukta, Krishna Puja, Pushpanjali. Alle für die hier beschriebene Sitzung erforderlichen Schritte sind unten ausgeschrieben.

1. Die Gaben bereitstellen

Lege drei saubere Tulasi-Blätter auf einen kleinen Teller. Stelle ein Gefäß mit Trinkwasser und eine leere Auffangschale vor ein Bild oder eine Murti Narayanas. Die dreifache Darbringung ist die gewählte Form dieser Andacht; sie ist keine in der Quelle festgelegte Mindestzahl.

2. Die Haltung der Hingabe erwecken

Falte die Hände und rezitiere einmal Bhagavad Gita 9.26:

patraṃ puṣpaṃ phalaṃ toyaṃ yo me bhaktyā prayacchati |
tad ahaṃ bhaktyupahṛtam aśnāmi prayatātmanaḥ ||

Wer mir ein Blatt, eine Blüte, eine Frucht oder Wasser mit Hingabe darbringt – diese hingebungsvolle Gabe eines innerlich gesammelten Menschen nehme ich an.

Lass die Aussage nachklingen: Entscheidend ist die Hingabe, mit der die Gabe gereicht wird.

3. Drei Tulasi-Blätter darbringen

Nimm ein Blatt, halte es kurz vor dem Herzen und lege es mit der Oberseite nach oben vor Narayana nieder. Sprich dabei einmal die folgende Formel. Wiederhole denselben vollständigen Vorgang mit dem zweiten und dritten Blatt:

oṃ namo nārāyaṇāya

Om. Verehrung Narayana.

4. Wasser reichen

Fülle einen Löffel Wasser, halte ihn vor die Gottheit und sprich einmal:

oṃ namo nārāyaṇāya

Om. Verehrung Narayana.

Gieße den Löffel Wasser in die dafür bestimmte Schale. Stelle dir vor, dem göttlichen Gast eine einfache, aufmerksame Erfrischung zu reichen.

5. In der Gegenwart verweilen

Falte die Hände und rezitiere die folgende Formel neunmal:

oṃ namo nārāyaṇāya

Om. Verehrung Narayana.

Verweile anschließend still. Neige den Kopf und beende die Andacht. Das Wasser kann nach dem Ritual einer geeigneten Pflanze gegeben werden; die Blätter verbleiben zunächst als Gabe am Altar.

Vertiefung

Yoga-Vidya-Vortrag zur beständigen Mantrapraxis. Das Video ist eine thematische Ergänzung; der konkrete Ablauf richtet sich nach dieser Anleitung.

Siehe auch

Seminare

Hinduistische Rituale

20.12.2026 - 20.12.2026 Gita Jayanti

Die Bhagavad Gita hat Geburtstag. Immer Ende November bis Mitte Dezember, abhängig von der Mondphase, wird Gita Jayanti gefeiert. Wir wollen den Geburt…
Vani Devi Beldzik
26.12.2026 - 02.01.2027 Indische Rituale Ausbildung

Du interessierst dich für indische Rituale? Du hast die einzigartige Gelegenheit, in dieser Rituale Ausbildung bei Yoga Vidya die kleine Puja, große P…
Sukadev Bretz, Shankari Winkelbauer

Bhakti Yoga

10.11.2026 - 10.11.2026 Mantra-Konzert

Aleah Gandarvika & Friends
18:45-19:45 Uhr
Aleah Gandarvika
15.11.2026 - 20.11.2026 HerzKraft - Mantrasingen, Harmoniumspiel und Trommeln lernen

Wir begehen den uralten Pfad des Bhakti-Yoga, den Yoga der Hingabe, und singen gemeinschaftlich herzstärkende Mantren aus eigener Komposition sowie and…
Shankara Stefan Maune, Sven Helbig

Quellen und redaktionelle Hinweise

Mantramahodadhi von Mahīdhara, Sanskrit-IAST-Projektfassung mit gesonderten Erläuterungen aus der Naukā. 22.92 nennt die aufrechte Ausrichtung von Blatt-, Blüten- und Fruchtgaben; 22.96 bezeichnet Tulasi als Hari lieb. Der achtsilbige Narayana-Mantra steht im Brihat Tantrasara, Abschnitt über den Ashtakshara-Mantra, Vers 65 und Silbenaufteilung in 85–87. Der vollständig wiedergegebene Vers stammt aus Bhagavad Gita 9.26; die deutsche Übersetzung ist für diese Anleitung formuliert. Der Sanskritvers ist auch in der Online-Ausgabe von Bhagavad Gita 9.26 nachprüfbar. Drei Blätter, eine Wassergabe und neun Schlussrezitationen sind eine redaktionelle Anordnung. Ein besonderes Pflück- oder Weihemantra wird hier nicht vorausgesetzt.