Tara Visarjana und Darbringung der Opferreste nach dem Shakti Pramoda
Tara Visarjana und Darbringung der Opferreste nach dem Shakti Pramoda beschreibt das abschließende Teilritual einer vollständigen Tārā-Pūjā: Vergebungsgebet, förmliche Entlassung und Widmung der bereits dargebrachten Gaben. Es setzt die zuvor ausgeführte vollständige Pūjā und die vermittelte Entlassungs-Mudrā voraus. Die vereinfachte Tara-Naivedya-Andacht hat einen eigenen stillen Abschluss.
Umfang und Gebrauch
Dieser Abschluss gehört zu einer bereits vollzogenen vollständigen Tārā-Pūjā. Für die Saṃhāra-Mudrā ist die erlernte Fingeranordnung erforderlich; sie ist im hier verwendeten Textabschnitt nicht beschrieben.
So verwendest du die Anleitung: Bereite alle genannten Gaben vor. Lies bei jedem Schritt zuerst die Handlung und sprich dann die fett gesetzten Sanskritverse oder Formeln an der angegebenen Stelle. Die deutsche Übersetzung erklärt ihre Bedeutung.
Voraussetzungen und Materialien
Führe dieses Abschlussritual erst aus, nachdem die vollständige Tārā-Pūjā einschließlich Japa, Japa-Darbringung, Hymnen, Umrundung und Verneigung vollzogen wurde. Halte eine letzte Blütengabe, eine gesonderte Schale im Nordosten für bereits dargebrachte Blumen und Duftpaste sowie getrennte Gabeteller für die essbaren Gaben bereit. Halte die für das anschließende Teilen bestimmte Speise gesondert.
Die Entlassung schließt die rituelle Anrufung ab. Zur Bedeutung der verehrten göttlichen Kraft erläutert das folgende Video den Begriff Śakti; es ist eine begriffliche Ergänzung und keine Vorführung der Saṃhāra-Mudrā.
Shakti – Kraft und Energie – Yoga Vidya
Durchführung
Schritt 1: Das Vergebungsgebet sprechen
Halte eine letzte Blütengabe in den Händen und sprich das folgende Gebet. Innerhalb der vollständigen Pūjā geschieht dies erst nach den übrigen vorgesehenen Teilen:
oṃ mantrahīnaṃ kriyāhīnaṃ vidhihīnaṃ sureśvari |
yad arcitaṃ mayā devi paripūrṇaṃ tad astu me ||
āvāhanaṃ ca pūjāṃ ca tanmāhātmyaṃ japaṃ tathā |
visarjanaṃ na jānāmi śrīdevi tvaṃ kṣamasva me ||
ajñānād vismṛter bhrāntyā yan nyūnam adhikaṃ kṛtam |
viparītaṃ ca tat sarvaṃ kṣamasva parameśvari ||
Übersetzung: „Herrin der Götter, was ich dir an Verehrung dargebracht habe, mag an Mantra, Handlung und rechter Ausführung mangelhaft sein: Möge es dennoch vollständig werden. Einladung und Verehrung, ihre Größe, Japa und Entlassung verstehe ich nicht angemessen; o herrliche Göttin, vergib mir. Was ich aus Unwissenheit, Vergessen oder Irrtum zu wenig, zu viel oder verkehrt ausgeführt habe, all das verzeihe, höchste Herrin.“
Lege die Blume nieder:
eṣa puṣpāñjaliḥ tārādevyai namaḥ ||
Übersetzung: „Diese Blütengabe sei Tārā gewidmet. Verehrung!“
Schritt 2: Tara förmlich entlassen
Vollziehe die in deiner Tradition vermittelte Saṃhāra-Mudrā und nimm die Blume auf. Verwende dabei die Fingerstellungen, die dir für diese Mudrā vermittelt wurden. Sprich das Entlassungsgebet:
oṃ gaccha gaccha paraṃ sthānaṃ svasthānaṃ parameśvari |
pūjārādhanakāle ca punarāgamanāya ca ||
Übersetzung: „Gehe, gehe an den höchsten Ort, an deinen eigenen Ort, höchste Herrin, um zur Zeit der Pūjā und Verehrung wiederzukommen.“
Schritt 3: Die dargebrachten Gaben widmen
Lege die Blume in die gesonderte Schale im Nordosten des Ritualplatzes. Ordne auch die übrigen bereits dargebrachten Blumen und Duftpasten dieser Schale zu; essbare Gaben bleiben auf ihren eigenen Tellern. Widme diese Gaben nun Caṇḍeśvarī mit dem folgenden Gebet:
oṃ caṇḍeśvari mahādevi nirmālyaiś candanādibhiḥ |
lehyacoṣyānnapānādi nirmālyaṃ sragvilepanam ||
nirmālyabhojanaṃ tubhyaṃ dadāmi śrīśivājñayā ||
idaṃ nirmālyaṃ śrīcaṇḍeśvaryai namaḥ ||
Übersetzung: „O Caṇḍeśvarī, große Göttin! Die bereits dargebrachten Gaben, Sandelholz und anderes, zu leckende und zu saugende Speisen, Nahrung und Getränke, die dargebrachten Kränze und Salben – diese Opferreste als Speise gebe ich dir nach Śivas Weisung. Dieses Nirmālya sei Śrī Caṇḍeśvarī gewidmet. Verehrung!“
Schritt 4: Die verbleibende Speise darbringen
Gib einen kleinen Teil der Speise auf einen weiteren gesonderten Gabeteller und sprich:
ucchiṣṭacāṇḍālyai namaḥ ||
Übersetzung: „Verehrung der Ucchiṣṭacāṇḍālī.“ Der Name bezeichnet hier die Göttin der verbleibenden beziehungsweise bereits berührten Speise.
Schritt 5: Prasada teilen
Danach erlaubt der Text, selbst vom Naivedya zu essen. Für den heutigen praktischen Umgang werden essbare Speisen von Blumen, Duftpaste und anderen nicht essbaren Ritualgaben getrennt gehalten.
Die innere Ausrichtung bewahren
Mit der geordneten Entlassung erhält die zuvor vollzogene Verehrung einen bewussten Abschluss. Bewahre die Achtung vor den Gaben und lasse die nachfolgende Stille den Übergang in den Alltag tragen.
Quelle
Shakta Pramoda, Sanskritteil, atha tārāsaparyāsaraṇiḥ, Druckseiten 120–126, abschließender Ritualzusammenhang. Die Seitenzahlen bezeichnen die in der Textgrundlage mitgeführten Druckseiten, keine neu vergebenen Versnummern.
Siehe auch
- Kali Mala Japa nach dem Shakti Pramoda
- Tara Naivedya als vereinfachte Speisedarbringung nach dem Shakti Pramoda
- Kamala Stotra Andacht nach dem Shakti Pramoda
- Matangi Blütenverehrung der acht Shaktis nach dem Shakti Pramoda
- Ganesha Puja mit Bädern und Gaben nach dem Shakti Pramoda
- Shiva Abhisheka mit fünf Substanzen nach dem Shakti Pramoda
- Durga Blütenverehrung der acht Shaktis nach dem Shakti Pramoda
- Puja
- Pushpanjali
- Devi Archanam
- Shakta Pramoda
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