Durga Blütenverehrung der acht Shaktis nach dem Shakti Pramoda
Durga Blütenverehrung der acht Shaktis nach dem Shakti Pramoda beschreibt eine kurze Blütenverehrung für Durgā und die acht Kräfte ihres Umkreises. Die acht Gaben beginnen entsprechend der Quelle im Osten und werden hier im Uhrzeigersinn fortgesetzt; die abschließende Blüte führt zur Göttin in der Mitte zurück. Diese Folge ist ein abgegrenzter Abschnitt der ausführlicheren Durgā-Pūjā.
Umfang und Gebrauch
Diese selbständig eingerahmte Acht-Blüten-Andacht ist ein Auszug aus der Durgā-Pūjā. Innerhalb des vollständigen Ritus schließen sich weitere Verehrungen an.
So verwendest du die Anleitung: Bereite alle genannten Gaben vor. Lies bei jedem Schritt zuerst die Handlung und sprich dann die fett gesetzten Sanskritverse oder Formeln an der angegebenen Stelle. Die deutsche Übersetzung erklärt ihre Bedeutung. Bījas sind Mantrasilben; sie haben keine wörtliche deutsche Satzübersetzung.
Zweck und Vorbereitung
Wozu? In Durgās Āvaraṇa-Pūjā werden auf den acht Lotusblättern acht Kräfte verehrt: Sieg, Erfolg, guter Ruf, Zuneigung, Licht, Reinheit, Einsicht und die heilige Überlieferung. Mit jeder Blüte wird eine dieser Kräfte angerufen und durch ihre eigene Namensformel geehrt.
Wer? Wer bereits eine Durgā-Pūjā ausführt, kann sie an der entsprechenden Stelle einsetzen. Für eine selbständige Blütenandacht werden hier ein einfacher Beginn und Schluss ergänzt. Diese Andacht ersetzt weder die vorgängigen Nyāsas noch die vollständige Āvaraṇa-Pūjā des Werkes.
Materialien: Durgā-Bild, ein gezeichneter achtblättriger Lotus, insgesamt neun Blüten oder Blütenblätter – acht für den Umkreis und eine Gabe für die Mitte – sowie eine Lampe. Für diese Teilverehrung genügt die Zeichnung des Lotus; sie wird nicht als vollständiges geweihtes Durgā-Yantra bezeichnet.
Ausrichtung: Markiere auf der Unterlage Osten. Lege den Lotus mit dem ersten Blatt in diese Richtung. Die Quelle schreibt ausdrücklich pūrvādi, „mit Osten beginnend“. Die folgende Fortsetzung im Uhrzeigersinn entspricht der hier gewählten üblichen Umkreisordnung. Halte diese Orientierung bei allen acht Gaben bei, auch wenn du seitlich am Tisch sitzt.
Zur Hinwendung zur Göttin kannst du vor der Blütenverehrung das folgende Segensgebet hören. Die acht Gaben dieses Rituals werden anschließend mit ihren eigenen, unten ausgeschriebenen Bīja- und Namensformeln dargebracht.
Om Sarva Mangala Mangalye mit Shankari – Yoga Vidya
Durchführung
Schritt 1: Durgā vergegenwärtigen
Entzünde die Lampe, verneige dich vor dem Bild und sprich das Dhyāna aus dem Durgā-Pūjāabschnitt:
siṃhasthā śaśiśekharā marakataprakhyaiś caturbhir bhujaiḥ |
śaṅkhaṃ cakradhanuḥśarāṃś ca dadhatī netrais tribhiḥ śobhitā ||
āmuktāṅgadahārakaṅkaṇaraṇatkāñcīkvaṇannūpurā |
durgā durgatihāriṇī bhavatu no ratnollasatkuṇḍalā ||
Übersetzung: „Möge Durgā unsere Not hinwegnehmen: auf einem Löwen sitzend, den Mond als Kopfschmuck tragend, in ihren vier smaragdglänzenden Armen Muschelhorn, Diskus, Bogen und Pfeile haltend; mit drei leuchtenden Augen, geschmückt mit Armreifen, Halsketten, Handreifen, klingendem Gürtel und tönenden Fußringen, mit edelsteinfunkelnden Ohrringen.“
Schritt 2: Acht Blüten in festgelegter Reihenfolge darbringen
Nimm für jede Zeile eine Blüte. Sprich die Formel einmal und lege die Blüte auf das betreffende Blatt. Der Grundtext schreibt die Namen mit ihren Bījas und verwendet teilweise das Kürzel „0“ für die wiederkehrende Schlussformel. Hier ist namaḥ ausgeschrieben. Es wird kein zusätzliches oṃ vorangestellt.
| Richtung | Rezitation beim Niederlegen | Deutsche Bedeutung |
|---|---|---|
| Osten | jaṃ jayāyai namaḥ | „Jaṃ – Verehrung der Jayā, der Siegreichen.“ |
| Südosten | viṃ vijayāyai namaḥ | „Viṃ – Verehrung der Vijayā, der Triumphierenden.“ |
| Süden | kiṃ kīrtyai namaḥ | „Kiṃ – Verehrung der Kīrti, des guten Rufes und Ruhmes.“ |
| Südwesten | paṃ prītyai namaḥ | „Paṃ – Verehrung der Prīti, der Zuneigung und Freude.“ |
| Westen | paṃ prabhāyai namaḥ | „Paṃ – Verehrung der Prabhā, des Lichtglanzes.“ |
| Nordwesten | śuṃ śuddhāyai namaḥ | „Śuṃ – Verehrung der Śuddhā, der Reinen.“ |
| Norden | maṃ medhāyai namaḥ | „Maṃ – Verehrung der Medhā, der Einsichts- und Auffassungskraft.“ |
| Nordosten | śaṃ śrutyai namaḥ | „Śaṃ – Verehrung der Śruti, der gehörten heiligen Offenbarung.“ |
Die Anfangssilben sind Bījas; sie erhalten keine erfundene wörtliche Übersetzung. Dass zwei verschiedene Namen hier dasselbe paṃ erhalten, wird so aus der Quelle übernommen.
Schritt 3: Zur Göttin in der Mitte zurückkehren
Schaue wieder auf Durgā. Halte die letzte Blume in den zusammengelegten Händen. Sprich noch einmal die eigentliche Bitte aus dem bereits verwendeten Dhyāna:
durgā durgatihāriṇī bhavatu no ratnollasatkuṇḍalā ||
Übersetzung: „Möge Durgā mit den edelsteinfunkelnden Ohrringen unsere Not hinwegnehmen.“
Lege die Blume in die Mitte, verneige dich und verweile still. Dieses erneute Sprechen der Bitte mit einer mittleren Blütengabe ist die redaktionell ergänzte Abschlussform der selbständigen Andacht.
Innerhalb einer vollständigen Pūjā wird hingegen mit den anschließend vorgesehenen Waffen- und Richtungsverehrungen weitergegangen. Die hier beschriebene Blütenverehrung bildet dort einen Zwischenschritt des Gesamtritus.
Die innere Ausrichtung bewahren
Nach der Bewegung durch die acht Richtungen ruht die Aufmerksamkeit wieder bei Durgā in der Mitte. Bewahre die Sammlung der letzten Blütengabe auch nach dem Ende der Andacht.
Quelle
Shakta Pramoda, Teil 3, Sanskritteil, Durgā-Pūjā, Druckseiten 420–422. Die Seitenzahlen bezeichnen die in der Textgrundlage mitgeführten Druckseiten, keine neu vergebenen Versnummern.
Siehe auch
- Kali Mala Japa nach dem Shakti Pramoda
- Tara Naivedya als vereinfachte Speisedarbringung nach dem Shakti Pramoda
- Tara Visarjana und Darbringung der Opferreste nach dem Shakti Pramoda
- Kamala Stotra Andacht nach dem Shakti Pramoda
- Matangi Blütenverehrung der acht Shaktis nach dem Shakti Pramoda
- Ganesha Puja mit Bädern und Gaben nach dem Shakti Pramoda
- Shiva Abhisheka mit fünf Substanzen nach dem Shakti Pramoda
- Durga Puja
- Durga Nityarchana Krama
- Devi Archanam
- Shakta Pramoda
Seminare
Kundalini Yoga
- 22.11.2026 - 27.11.2026 Chakras und Kundalini Yoga - Selbstentfaltung und ganzheitliche Weiterentwicklung
Eine Woche intensiver Praxis mit Techniken aus dem Kundalini Yoga: langes Halten der Asanas mit Chakra Konzentration, fortgeschrittene Pranayama Übunge…- Gauri Blumenthal
- 04.12.2026 - 06.12.2026 Der Vagusnerv im Yoga
Der Vagus-Nerv, der X. Hirnnerv, verbindet das Gehirn mit allen wichtigen Körperorganen und funktioniert in beide Richtungen wie eine Informationsautob…- Premajyoti Schumann, Helena Horsch
Indische Schriften
- 26.12.2026 - 02.01.2027 Indische Rituale Ausbildung
Du interessierst dich für indische Rituale? Du hast die einzigartige Gelegenheit, in dieser Rituale Ausbildung bei Yoga Vidya die kleine Puja, große P…- Sukadev Bretz, Shankari Winkelbauer
- 01.01.2027 - 10.01.2027 Yogalehrer Weiterbildung Intensiv A1 - Jnana Yoga und Vedanta
Kompakte, vielseitige Weiterbildung für Yogalehrer rund um Jnana Yoga und Vedanta.
Tauche tief ein ins Jnana Yoga und Vedanta, studiere die indischen S…- Vedamurti Dr Olaf Schönert
Chakras
- 20.11.2026 - 22.11.2026 Heilreise durch die Chakren
Tauche ein in eine transformative Reise durch die sieben Hauptchakren und erfahre, wie du deine Energiezentren aktivieren, ausbalancieren und für dein …- Nese Niekrens, Gajendra Sebastian Niekrens
- 26.12.2026 - 01.01.2027 Kundalini Yoga Intensiv Praxis - Live Online
Intensives Praktizieren der im Mittelstufen-Seminar gelernten Übungen für noch tiefere Erfahrung und Erweiterung des Bewusstseins ohne viel Theorie. L…- Sukadev Bretz, Shaktipriya Vogt, Radharani Birkner
Energiearbeit
- 20.11.2026 - 22.11.2026 Heilend Strömen
Ganz automatisch legen wir bei Schmerz oder Unwohlsein unsere Hände nicht nur an die entsprechende Stelle, sondern auch an wichtige Energiepunkte des K…- Eric Vis Dieperink
- 22.11.2026 - 25.11.2026 Heilende Hände & Klang
Tauche ein in die faszinierende Verbindung von Berührung und Klang, die dir Momente der Ruhe, Kraft und Inspiration schenken kann. Dieses Seminar lädt…- Stefanie Oberländer, George Gabel