Ganesha Puja mit Bädern und Gaben nach dem Shakti Pramoda

Aus Yogawiki

Ganesha Puja mit Bädern und Gaben nach dem Shakti Pramoda beschreibt eine zusammenhängende Gabenverehrung für Gaṇeśa. Die 34 Schritte führen von der Vergegenwärtigung und Einladung über die Bäder und Gaben bis zu Dūrvā, Umrundung und Ārati. Jede Handlung steht unmittelbar bei ihrem Sanskritgebet und dessen deutscher Bedeutung.

Umfang und Gebrauch

Die Anleitung umfasst den im Werk als Gabenverehrung ausgewiesenen Abschnitt. Die weitergehende Mahāgaṇapati-Sādhana mit ihren Nyāsas und Puraścaraṇa-Vorschriften liegt außerhalb dieses Ablaufs. Ersatzstoffe und textkritische Grenzen werden an der jeweiligen Stelle benannt.

So verwendest du die Anleitung: Bereite alle genannten Gaben vor. Lies bei jedem Schritt zuerst die Handlung und sprich dann die fett gesetzten Sanskritverse oder Formeln an der angegebenen Stelle. Die deutsche Übersetzung erklärt ihre Bedeutung.

Zweck und Eignung

Wozu? Gaṇeśa wird als Herr der Anfänge, als Geber von Einsicht und Gelingen verehrt. Das Dhyāna dieses Ritus nennt ausdrücklich siddhi, buddhi und die vier Lebensziele. Die vielen Gaben entfalten eine Beziehung liebevoller Gastfreundschaft: einladen, empfangen, baden, kleiden, nähren und ehren.

Wer kann diese Fassung ausführen? Sie ist für Menschen mit Erfahrung in gewöhnlicher Mūrti-Pūjā eingerichtet. Verwendet wird die im Text eigens bezeichnete Gabenfolge mit ihren Versgebeten. Der davorstehende tantrische Mahāgaṇapati-Grundmantra, dessen spezielle Nyāsas und ein Mantra-Puraścaraṇa gehören nicht zu dieser abgegrenzten Fassung. Damit wird keine pauschale Aussage über die Zugangsregeln aller Gaṇeśa-Traditionen getroffen.

Kultbild: Benutze eine kleine, für Wasser, Milchprodukte und Öl geeignete Gaṇeśa-Mūrti in einer Auffangschale. Bei einem Papierbild, einer bemalten oder empfindlichen Figur werden sämtliche Bäder in eine davorstehende leere Schale gegeben und innerlich der Gottheit angeboten. Diese symbolische Variante ist eine praktische Anpassung, kein materielles Bad des Bildes.

Materialien vorher aufstellen

  • Wasserkrug, Löffel, Auffangschale, ein eigenes Gefäß mit Trinkwasser, kleine Schalen und Gabeteller für Duft, Schmuck und Nahrung; ein sauberes Tuch zum Abtrocknen.
  • Kleine Portionen Öl, Milch, Joghurt, flüssiges Ghee, Honig, Zuckerwasser und in Wasser aufgelöster Rohrzucker beziehungsweise Jaggery. Das Verdünnen zäher Stoffe ist eine praktische Handhabungshilfe.
  • Madhuparka: eine kleine gesonderte Mischung aus Joghurt, Honig und Ghee. Genau diese drei Stoffe nennt die verwendete Formel.
  • Zwei kleine rote Tücher, ein Opferfaden, Schmuck oder symbolische Schmuckgabe, rote Sandelholzpaste, Reis, Blumen und eine Girlande.
  • Räucherwerk; eine sicher aufgestellte Lampe; für den Schluss möglichst eine Lampe mit fünf Dochten.
  • Speise, Früchte, nach eigener Praxis vorbereitetes Tāmbūla, eine Geldgabe und 21 Dūrvā-Sprosse, soweit erhältlich.
  • Gegebenenfalls ein für Kultbilder geeignetes rotes Sindūra-Pulver; seine historisch unklare Rezeptur wird nicht nachgemischt.

Mengen: Kleine rituelle Portionen genügen für diese praktische Ausführung. Der Text legt bei den Bädern hier keine Literzahl fest. Aufgefangene Badflüssigkeiten werden von der später essbaren Speise getrennt gehalten.

Luxusgaben und lange Speiselisten: Die Gebete nennen Gold, Edelsteine, viele Blumensorten und zahlreiche Speisen. Sind sie nicht vorhanden, verwende eine tatsächlich vorhandene repräsentative Gabe und stelle die übrige Fülle innerlich dar. Das ist eine offen benannte vereinfachte Ausführung. Wer ausschließlich tatsächlich vorhandene Gegenstände benennen möchte, lässt eine nicht vorhandene Gabe samt ihrer Spezialformel aus; dies ist dann eine gekürzte Gabenfolge.

Beginn

Reinige Hände und Platz, stelle die Figur in die Auffangschale und entzünde die Lampe. Setze dich ruhig davor. Eine kurze Absicht kann auf Deutsch lauten: „Ich verehre Gaṇeśa mit Hingabe und bitte um Einsicht und gutes Gelingen.“ Dieser schlichte Beginn ist eine redaktionelle Rahmung der folgenden Quellpassage.

Zur Einstimmung auf Gaṇeśa erklärt das folgende Yoga-Vidya-Video einen verbreiteten Gaṇapati-Mantra. Die 34 Schritte dieser Pūjā haben jeweils eigene ausgeschriebene Gebete; der Videomantra ist keine zusätzliche vorgeschriebene Station.

Om Gam Ganapataye Namaha – Interpretation und Übersetzung – Yoga Vidya

Durchführung

Schritt 1: Dhyāna – Gaṇeśa vergegenwärtigen

Schaue auf die Mūrti und rezitiere den Meditationsvers. Stelle dir die genannten Merkmale ruhig vor.

ekadantaṃ śūrpakarṇaṃ gajavaktraṃ caturbhujam |
pāśāṅkuśadharaṃ devaṃ modakān vibhrataṃ karaiḥ ||
raktapuṣpamayīṃ mālāṃ kaṇṭhe haste parāṃ śubhām |
bhaktānāṃ varadaṃ siddhibuddhibhyāṃ sevitaṃ sadā ||
siddhibuddhipradaṃ nṝṇāṃ dharmārthakāmamokṣadam |
brahmarudraharīndrādyaiḥ saṃstutaṃ paramarṣibhiḥ ||

Übersetzung: „[Man meditiere] den Einzahnigen, mit Ohren wie Worfelschaufeln, elefantengesichtig und vierarmig; den Gott, der Schlinge und Elefantenhaken hält und Modakas in den Händen trägt; mit einer Kette aus roten Blumen am Hals und einer weiteren schönen in der Hand; den Segengeber der Verehrer, der stets von Siddhi und Buddhi bedient wird; der den Menschen Vollendung und Einsicht sowie Dharma, Wohlstand, erfülltes Begehren und Befreiung verleiht; den Brahmā, Rudra, Hari, Indra und andere sowie die großen Seher preisen.“

Schritt 2: Āvāhana – einladen

Halte beide Hände offen zur Gottheit, dann lege sie in Añjali zusammen.

āgaccha jagadādhāra surāsuravarārccita |
anāthanātha sarvajña gīrvāṇaparipūjita ||

Übersetzung: „Komm, Grundlage der Welt, von Göttern und Asuras als Höchster verehrt! Herr der Schutzlosen, Allwissender, von den Himmelsbewohnern Verehrter!“

Hinweis: Die einfache offene Handgeste erläutert die Einladung; sie wird nicht als die spezielle tantrische Āvāhana-Mudrā ausgegeben.

Schritt 3: Āsana – einen Sitz anbieten

Lege eine Blume an den Sockel der Figur und stelle dir einen würdigen Thron vor.

svarṇasiṃhāsanaṃ divyaṃ nānāratnasamanvitam |
samarpitaṃ mayā deva tatra tvaṃ samupāviśa ||

Übersetzung: „Einen göttlichen goldenen Löwenthron, mit vielen Edelsteinen geschmückt, habe ich dir dargebracht, o Gott. Nimm darauf Platz.“

Hinweis: Die Blume als Sitzzeichen ist eine praktische symbolische Ausführung.

Schritt 4: Pādya – Wasser für die Füße

Verbinde etwas Wasser mit wenig Duftpaste, einer kleinen Blüte und einigen ungebrochenen Reiskörnern. Gib davon einen Löffel an die Füße der Mūrti oder in die Auffangschale; diese Bestandteile nennt das folgende Gebet.

devadeveśa sarveśa sarvatīrthāhṛtaṃ jalam |
pādyaṃ gṛhāṇa gaṇapate gandhapuṣpākṣatair yutam ||

Übersetzung: „Herr der Götter, Herr von allem, Gaṇapati! Nimm dieses Wasser für deine Füße an, aus allen heiligen Badeorten herbeigebracht, mit Duft, Blumen und ungebrochenen Reiskörnern versehen.“

Schritt 5: Arghya – ehrende Empfangsgabe

Gib Wasser mit einer kleinen Blüte und wenigen Reiskörnern in die Auffangschale. Die kostbaren Bestandteile der Formel können innerlich dargebracht werden.

pravālamuktāphalapūgaratnaṃ tāmbūlajāmbūnadam aṣṭagandham |
puṣpākṣatāyuktam amoghaśakte dattaṃ mayārghyaṃ saphalīkuruṣva ||

Übersetzung: „O du von unfehlbarer Kraft! Dieses von mir dargebrachte Arghya mit Korallen, Perlen, Arekanuss, Edelsteinen, Tāmbūla, Gold, achtfacher Duftmischung, Blumen und ungebrochenen Reiskörnern – lass es fruchtbar sein.“

Schritt 6: Ācamanīya – Wasser zur Mundreinigung

Biete einen Löffel frisches Wasser an und gieße ihn in die Auffangschale. Es wird der Gottheit angeboten, nicht jetzt selbst getrunken.

gaṅgādisarvatīrthebhyaḥ prārthitaṃ toyam uttamam |
karpūrailālavaṅgādivāsitaṃ svīkuru prabho ||

Übersetzung: „Herr, nimm dieses vorzügliche Wasser an, von allen heiligen Badeorten, angefangen mit der Gaṅgā, erbeten, mit Kampfer, Kardamom, Gewürznelken und anderem duftend gemacht.“

Hinweis: Die Duftstoffe werden in einer symbolischen Ausführung vorgestellt; für Trinkwasser verwendet man ausschließlich zum Verzehr geeignete Zutaten.

Schritt 7: Taila – Salbung

Berühre die geeignete Mūrti mit wenig Öl. Bei einer empfindlichen Figur gib das Öl stattdessen in eine eigene Schale.

campakāśokabakulamālatīmallikādibhiḥ |
vāsitaṃ snigdhatāhetuṃ tailaṃ cāru pragṛhyatām ||

Übersetzung: „Nimm dieses schöne Öl an, das Geschmeidigkeit verleiht, duftend gemacht mit Campaka, Aśoka, Bakula, Mālatī, Mallikā und anderen Blüten.“

Schritt 8: Milchbad

Gieße eine kleine Portion Milch langsam über die Figur.

kāmadhenusamudbhūtaṃ sarveṣāṃ jīvanaṃ param |
pāvanaṃ yajñahetuṃ te payaḥ snānārtham arpitam ||

Übersetzung: „Diese aus der wunscherfüllenden Kuh hervorgegangene Milch, höchste Lebensnahrung für alle, reinigend und dem Opfer dienend, ist dir zum Bad dargebracht.“

Schritt 9: Joghurtbad

Gib etwas Joghurt oder leicht verdünnten Joghurt über die Figur.

dhenudugdhasamudbhūtaṃ śuddhaṃ sarvagataṃ priyam |
mayānītaṃ dadhi varaṃ snānārthaṃ pratigṛhyatām ||

Übersetzung: „Diesen aus Kuhmilch entstandenen, reinen, weithin geschätzten, vorzüglichen Joghurt habe ich gebracht; nimm ihn zum Bad an.“

Schritt 10: Ghee-Bad

Gib eine kleine Menge flüssigen, nicht heißen Ghees über die Figur.

navanītasamutpannaṃ sarvasantoṣakāraṇam |
yathāṅgaṃ devatāhāraṃ ghṛtaṃ snātuṃ samarpitam ||

Übersetzung: „Dieses aus frischer Butter entstandene Ghee, Ursache allseitiger Zufriedenheit, angemessene Speise der Gottheiten, ist zum Bad dargebracht.“

Hinweis: Die Wendung „yathāṅgam“ ist sprachlich wenig eindeutig; „angemessen“ gibt hier die naheliegende Funktion wieder.

Schritt 11: Honigbad

Lass wenig Honig beziehungsweise verdünnten Honig über die Figur fließen.

raktasāraghasambhūtaṃ sarvatejovivarddhanam |
sarvapuṣṭikaraṃ deva madhu snānārtham arpitam ||

Übersetzung: „O Gott, dieser Honig, von roten Bienen hervorgebracht, der allen Glanz vermehrt und allseitig nährt, ist zum Bad dargebracht.“

Hinweis: „raktasāragha“ wird nach seiner naheliegenden Zusammensetzung als Bezeichnung roter Bienen verstanden; die genaue zoologische Bestimmung ist nicht gesichert.

Schritt 12: Zuckerbad

Gieße etwas Zuckerwasser über die Figur.

ikṣusārasamudbhūtāṃ śarkkarāṃ sumanoharām |
malāpahāriṇīṃ snātuṃ gṛhāṇa tvaṃ mayārpitām ||

Übersetzung: „Nimm den von mir dargebrachten, aus dem Saft des Zuckerrohrs entstandenen, überaus erfreulichen und Unreinheit entfernenden Zucker zum Bad an.“

Hinweis: Das Auflösen in Wasser ist eine praktische Ausführung, keine zusätzliche Rezeptvorschrift des Verses.

Schritt 13: Guḍa-Bad

Gieße etwas in Wasser gelösten Jaggery beziehungsweise unraffinierten Rohrzucker über die Figur.

sarvamādhuryatāhetuḥ svāduḥ sarvapriyaṅkaraḥ |
puṣṭikṛt snātum ānīta ikṣusārabhavo guḍaḥ ||

Übersetzung: „Der Ursprung süßer Freude, wohlschmeckend, allen lieb, nährend: Dieser aus Zuckerrohrsaft entstandene Guḍa ist zum Bad herbeigebracht.“

Schritt 14: Madhuparka

Stelle die vorbereitete Mischung aus Joghurt, Honig und Ghee als eigene Gabe vor Gaṇeśa.

kāṃsye kāṃsyena pihito dadhimadhvājyapūritaḥ |
madhuparko mayānītaḥ pūjārthaṃ pratigṛhyatām ||

Übersetzung: „In einem Bronzegefäß, mit Bronze bedeckt, angefüllt mit Joghurt, Honig und Ghee, ist dieser Madhuparka von mir gebracht. Nimm ihn zur Verehrung an.“

Hinweis: Die Überschrift bezeichnet hier Madhuparka, nicht ausdrücklich ein weiteres Bad. Deshalb wird die Mischung als Gabe hingestellt.

Schritt 15: Klares Wasserbad

Spüle die Mūrti gründlich mit sauberem Wasser und trockne sie anschließend behutsam ab.

sarvatīrthāhṛtaṃ toyaṃ mayā prārthanayā vibho |
suvāsitaṃ gṛhāṇedaṃ samyak snātuṃ sureśvara ||

Übersetzung: „O Allgegenwärtiger, Herr der Götter, nimm dieses wohlduftende Wasser zum vollständigen Bad an, durch mein Gebet aus allen heiligen Badeorten herbeigebracht.“

Hinweis: Das Abtrocknen ist eine praktische Ergänzung für den folgenden Kleidungsschritt.

Schritt 16: Rote Gewänder

Lege die beiden vorbereiteten roten Tücher um die Mūrti oder als Gabe davor.

raktavastrayugaṃ deva lokalajjānivāraṇam |
anarghyam atisūkṣmaṃ ca gṛhāṇedaṃ mayārpitam ||

Übersetzung: „O Gott, nimm dieses von mir dargebrachte Paar roter Gewänder an, das Blöße bedeckt, kostbar und überaus fein.“

Schritt 17: Opferfaden

Lege einen passenden Opferfaden über die Figur oder auf ihren Gabeteller.

rājataṃ brahmasūtraṃ ca kāñcanaṃ raktasaṃyutam |
bhaktyopapāditaṃ deva gṛhāṇa parameśvara ||

Übersetzung: „Höchster Herr, nimm den silbernen und goldenen, mit Rot verbundenen heiligen Faden an, den ich in Hingabe bereitet habe.“

Hinweis: Ein einfacher Faden ist eine symbolische Ersatzgabe für die im Gebet genannten kostbaren Materialien.

Schritt 18: Schmuck

Lege Schmuck an oder bringe ihn auf dem Gabeteller dar.

anekaratnayuktāni bhūṣaṇāni bahūni ca |
tattadaṅge kāñcanāni yojayāmi tavājñayā ||

Übersetzung: „Vielerlei goldene Schmuckstücke, mit zahlreichen Edelsteinen versehen, lege ich mit deiner Erlaubnis an die jeweiligen Glieder.“

Schritt 19: Rote Sandelholzpaste

Trage sparsam rote Sandelholzpaste auf die geeignete Figur auf. Der Vers nennt zwölf Körperstellen. Für eine vollständig materielle Zwölferausführung bedarf es ihrer überlieferten Zuordnung; diese Stelle zählt sie nicht auf. In der hier gewählten einfachen Ausführung wird ein Stirnpunkt gesetzt und die Salbung aller zwölf Glieder innerlich dargebracht.

aṣṭagandhasamāyuktaṃ raktacandanam uttamam |
dvādaśāṅgeṣu te deva lepayāmi kṛpāṃ kuru ||

Übersetzung: „O Gott, ich salbe deine zwölf Glieder mit vorzüglichem rotem Sandelholz, mit achtfacher Duftmischung verbunden. Erweise mir Gnade.“

Hinweis: Die hier verwendete Einpunkt-Ausführung vereinfacht die Salbung der zwölf im Vers genannten Glieder.

Schritt 20: Akṣata – Reiskörner

Setze wenige mit roter Sandelholzpaste verbundene Reiskörner auf den aufgetragenen Stirnpunkt oder lege sie davor.

raktacandanasaṃmiśrāṃs tandulāṃs tilakopari |
śobhāyai sampradāsyāmi gṛhāṇa parameśvara ||

Übersetzung: „Mit rotem Sandelholz vermischte Reiskörner will ich dir über dem Tilaka als Schmuck darbringen. Nimm sie an, höchster Herr.“

Schritt 21: Blumen

Lege die vorbereiteten Blumen an die Füße Gaṇeśas.

pāṭalaṃ karṇikāraṃ ca bandhūkaṃ raktapaṅkajam |
mogaraṃ mālatīpuṣpaṃ gṛhāṇa sumanoharam ||

Übersetzung: „Nimm diese überaus schönen Blüten an: Pāṭala, Karṇikāra, Bandhūka, roten Lotus, Mogara und Mālatī.“

Hinweis: Andere vorhandene Blumen sind eine ausdrücklich vereinfachte Ausführung der reichen Gabenliste.

Schritt 22: Räucherwerk

Führe das brennende Räucherwerk ruhig vor der Figur und stelle es anschließend sicher ab.

daśāṅgaṃ guggulaṃ dhūpaṃ sarvasaugandhyakārakam |
sarvapāpakṣayakaraṃ tvaṃ gṛhāṇa mayārpitam ||

Übersetzung: „Nimm diesen von mir dargebrachten zehnteiligen Duft und Guggulu-Rauch an, der Wohlgeruch verbreitet und alle Verfehlungen schwinden lässt.“

Hinweis: Die Reinigung von Verfehlungen ist religiöse Gebetssprache.

Schritt 23: Licht

Hebe die Lampe vor der Gottheit an, führe sie ruhig im Uhrzeigersinn und stelle sie danach wieder auf ihren sicheren Platz. Diese Bewegungsbeschreibung ist eine praktische Ausführungshilfe.

sarvajña sarvalokeśa tamonāśanam uttamam |
gṛhāṇa maṅgalaṃ dīpaṃ devadeva namo 'stu te ||

Übersetzung: „Allwissender, Herr aller Welten! Nimm dieses segensreiche, vorzügliche Licht an, das Dunkelheit zerstört. Gott der Götter, Verehrung sei dir!“

Schritt 24: Speisedarbringung

Stelle die vorbereitete Speise vor die Mūrti. Rezitiere das ganze Gebet; die umfangreiche Speisenfülle kann in einer vereinfachten Hauspūjā zusätzlich innerlich vorgestellt werden.

nānāpakvānnasaṃyuktaṃ pāyasaṃ śarkarānvitam |
nānāvyañjanaśobhāḍhyaṃ śālyodanam anuttamam ||
dadhidugdhaghṛtair yuktaṃ lavaṅgailāsamanvitam |
marīcicūrṇasahitakvathikāvaṭakānvitam ||
rājikādhānyasaṃyuktaṃ methīpiṣṭaṃ sa-takrakam |
hiṅgu-jīraka-kūṣmāṇḍa-marīci-māṣa-piṣṭakaiḥ ||
sampāditaiḥ supakvaiś ca bharjitair vaṭakair yutam |
modakāpūpa-laḍḍūka-śaṣkulī-maṇḍakādibhiḥ ||
parpaṭair api saṃyuktaṃ naivedyam amṛtānvitam |
haridrā-hiṅgulavaṇasahitaṃ sūpamuttamam ||
sa-sāmudraṃ gṛhāṇedaṃ bhojanaṃ kuru sādaram ||

Übersetzung: „[Nimm an:] Milchreis mit Zucker und vielerlei gekochten Speisen; vorzüglichen Reis, geschmückt mit verschiedenen Beigerichten; verbunden mit Joghurt, Milch und Ghee, mit Gewürznelken und Kardamom; mit Pfefferpulver, gekochten Zubereitungen und kleinen Kuchen; Senfsaat und Getreide beziehungsweise Körnern, Bockshornkleezubereitung und Buttermilch; mit Asafoetida, Kreuzkümmel, Kürbis, Pfeffer und Zubereitungen aus Urdbohnenmehl; dazu gut gekochte und gebratene Küchlein; Modakas, Apūpas, Laḍḍūs, Śaṣkulīs, Maṇḍakas und auch dünne Fladen. Diese nektargleiche Speise, die vorzügliche Suppe mit Kurkuma, Asafoetida und Salz, mit Meersalz versehen – nimm sie an und speise wohlwollend.“

Hinweis: Einzelne Speisenbezeichnungen wie „kvathikā“ und „maṇḍaka“ werden nicht durch ungesicherte moderne Rezepte ersetzt. „rājikādhānya“ ist in der vorliegenden Schreibung nicht eindeutig gegliedert; die deutsche Wiedergabe hält dies offen.

Schritt 25: Trink- und Mundspülwasser

Stelle während der ersten beiden Zeilen ein eigenes Gefäß mit Trinkwasser vor Gaṇeśa. Biete mit der dritten Zeile Wasser für das Trinken nach der Mahlzeit an. Gib mit der vierten Zeile einen Löffel Wasser als symbolisches Reinigungswasser für Mund und Hände in die Auffangschale.

sutṛptikārakaṃ toyaṃ sugandhaṃ ca pibecchayā |
tvayi tṛpte jagat tṛptaṃ nityatṛpte mahātmani ||
uttarāpośanārthaṃ te dadmi toyaṃ suvāsitam |
mukhapāṇiviśuddhyarthaṃ punas toyaṃ dadāmi te ||

Übersetzung: „Trinke nach deinem Wunsch das wohlriechende Wasser, das ganz zufriedenstellt. Wenn du gesättigt bist, ist die Welt gesättigt, o ewig erfüllter großer Geist! Für das Wassertrinken nach der Mahlzeit gebe ich dir duftendes Wasser; zur Reinigung von Mund und Händen gebe ich dir erneut Wasser.“

Schritt 26: Früchte

Stelle die vorbereiteten Früchte hin.

dāḍimaṃ madhuraṃ nimbu-jambvāmra-panasādikam |
drākṣā-rambhāphalaṃ pakvaṃ karkandhūḥ khārjuraṃ phalam ||
nārikelaṃ ca nāriṅgam añjiraṃ jambiraṃ tathā |
urvārukaṃ ca deveśa phalāny etāni gṛhyatām ||

Übersetzung: „Herr der Götter, nimm diese Früchte an: Granatapfel, süße Zitrusfrucht, Jambū, Mango, Jackfrucht und andere; Trauben, reife Bananen, Jujuben und Datteln; Kokosnuss, Orange, Feige, Zitrone sowie Gurke beziehungsweise Melonenfrucht.“

Hinweis: Die genaue Art einzelner Zitrus- und Kürbisgewächse ist aus den Bezeichnungen allein nicht immer eindeutig.

Schritt 27: Reinigung und Duft nach dem Essen

Biete nochmals Wasser an. Lege anschließend wenig Sandelholz oder wohlriechendes Pulver auf den Gabeteller; bei einer geeigneten Figur kann etwas Paste an ihre Hände gegeben werden.

mukhapāṇiviśuddhyarthaṃ punas toyaṃ dadāmi te |
gṛhāṇa candanaṃ cāru karāṅgodvartanaṃ śubham ||
nānāparimaladravyair nirmitaṃ cūrṇam uttamam |
sugandhināmakaṃ puṇyaṃ gandhi cāru pragṛhyatām ||

Übersetzung: „Zur Reinigung von Mund und Händen gebe ich dir erneut Wasser. Nimm das schöne Sandelholz an, die segensreiche Einreibung für Hände und Glieder. Nimm dieses vorzügliche Pulver an, aus vielerlei Duftstoffen bereitet, heilig und wohlduftend, als schöner Duft.“

Schritt 28: Sindūra

Bringe wenig geeignetes rotes Kultpulver dar; verwende es bei einer dafür geeigneten Figur als roten Schmuckpunkt.

cāruśālūrasambhūtaṃ vaṃśasārasamudbhavam |
sīmantabhūṣaṇaṃ cūrṇaṃ lākṣārañjitam astu te ||

Übersetzung: „Möge dieses schöne Pulver, aus Śālūra und aus der Essenz des Bambus hervorgegangen, mit Lack gefärbt, dir als Schmuck des Haarscheitels dienen.“

Hinweis: Die Lesung und Stoffbezeichnung „śālūra“ ist unsicher. Die Übersetzung bewahrt den unklaren Namen; aus diesem Vers wird keine Herstellungsrezeptur abgeleitet.

Schritt 29: Tāmbūla

Lege die vorbereitete Tāmbūla-Gabe auf einen eigenen kleinen Teller.

sacandrapūgacūrṇāḍhyaṃ khādyakhādirasaṃyutam |
elālavaṅgasaṃmiśraṃ tāmbūlaṃ kesarānvitam |

Übersetzung: „[Dieses] Tāmbūla, reich an Kampfer und Arekanusspulver, mit essbarer Khadira-Zubereitung verbunden, mit Kardamom und Gewürznelken vermischt und mit Safran versehen [sei dargebracht].“

Hinweis: Der Vers ist eine nominale Gabenbeschreibung; die in eckigen Klammern erläuterte Darbringung ergänzt die deutsche Satzform, nicht den Sanskrittext.

Schritt 30: Dakṣiṇā

Lege eine Münze oder andere vorbereitete Gabe vor die Gottheit. Bestimme sie anschließend für einen religiösen oder wohltätigen Zweck.

nyūnātiriktāpūjāyāḥ sampūrṇaphalahetave |
dakṣiṇāṃ kāñcanīṃ deva sthāpayāmi tavāgrataḥ ||

Übersetzung: „Damit die Verehrung trotz dessen, was zu wenig oder zu viel getan wurde, ihre volle Frucht trägt, stelle ich, o Gott, eine goldene Dakṣiṇā vor dich.“

Hinweis: Der spätere Verwendungszweck ist eine praktische Empfehlung dieser Anleitung; die Quelle nennt hier das Niederlegen.

Schritt 31: Girlande

Lege die Blumengirlande an oder vor die Figur.

sitapītais tathā raktair jalajaiḥ kusumaiḥ śubhaiḥ |
grathitāṃ sundarāṃ mālāṃ gṛhāṇa parameśvara ||

Übersetzung: „Höchster Herr, nimm diese schöne Girlande an, geflochten aus weißen, gelben und roten, segensreichen Wasserblüten.“

Schritt 32: Einundzwanzig Dūrvā-Sprosse

Lege die vorbereiteten 21 Dūrvā-Sprosse als gemeinsame Gabe vor Gaṇeśa.

haritāḥ śvetavarṇā vā pañcatripatrasaṃyutāḥ |
dūrvāṅkurā mayā dattā ekaviṃśatisammitāḥ ||

Übersetzung: „Diese grünen oder weißlichen Dūrvā-Sprosse, mit fünf beziehungsweise drei Blättchen, habe ich dir dargebracht: einundzwanzig an der Zahl.“

Hinweis: Es wird die Gesamtgabe beschrieben; der Vers verlangt hier nicht, denselben Vers für jeden einzelnen Spross zu wiederholen.

Schritt 33: Einundzwanzig Umrundungen

Sprich den Vers und umschreite die Gottheit anschließend 21-mal im Uhrzeigersinn, sodass sie rechts von dir bleibt. Ist der Aufbau nicht umgehbar, vollziehe die Umrundungen innerlich; diese Ersatzform ist eine praktische Anpassung.

ekaviṃśatisaṅkhyākāḥ kuryāṃ deva pradakṣiṇāḥ |
pade pade te deveśa naśyantu pātakāni me ||

Übersetzung: „O Gott, ich möchte einundzwanzig Umrundungen vollziehen. Herr der Götter, mit jedem Schritt mögen meine Verfehlungen schwinden.“

Schritt 34: Abschließendes Ārati

Zeige die vorbereitete Lampe, möglichst mit fünf Dochten, vor der Mūrti. Führe sie in ruhigen Kreisen im Uhrzeigersinn vor der Gottheit und stelle sie anschließend sicher ab. Eine bestimmte Anzahl von Kreisen schreibt diese Stelle nicht vor. Rezitiere die beiden hier sicher lesbaren Anfangszeilen des Abschlussgebets.

audumbare rājate vā kāṃsye kāñcanasambhave |
pātre prakalpitān dīpān gṛhāṇa cakṣurarpakān ||

Übersetzung: „Nimm diese dem Auge dargebotenen Lichter an, angeordnet auf einem Gefäß aus Kupfer, Silber, Bronze oder Gold.“

Zur Übersetzung: Audumbara kann sowohl „aus Udumbara-Holz“ als auch „aus Kupfer“ bedeuten. In der Aufzählung neben Silber, Bronze und Gold wird hier „Kupfer“ gewählt. Diese Entscheidung folgt dem Zusammenhang; die beiden Wortbedeutungen sind bei Apte und Monier-Williams belegt (siehe Quellen).

Hinweis: Die anschließenden Zeilen der elektronischen Fassung enthalten sprachlich beschädigte Lesungen, darunter „pañcadīparddīpitām“. Sie werden hier nicht als sicher rezitierbarer Text ergänzt. Die Lichthandlung ist ausführbar; das Abschlussgebet ist gegenüber dem überlieferten Block gekürzt.

Die Pūjā beenden

Verneige dich nach dem Lichtopfer. In dem ausgewählten Gabenabschnitt endet die Quelle hier mit iti pūjāvidhiḥ. Ein besonderes Entlassungsgebet ist in diesem ausgewählten Abschnitt nicht angegeben. Als Abschluss dieser selbständigen Gabenandacht verweile still und teile danach die essbaren Gaben als Prasāda. Wer die Folge innerhalb einer umfassenderen, vermittelten Pūjā verwendet, führt deren weiteren Abschluss aus.

Abdeckung: Alle Gabenstationen von Dhyāna bis Ārati im ausgewählten Abschnitt sind erfasst. Die ungesicherten letzten Ārati-Zeilen sind ausdrücklich ausgenommen; die vorausgehenden tantrischen Nyāsas gehören nicht zum gewählten Umfang. Einige materielle Ausführungen sind als symbolische Vereinfachung gekennzeichnet.

Die innere Ausrichtung bewahren

Lass die lange Gabenfolge in Ruhe ausklingen. Wasser, Blüten, Nahrung und Licht haben die Hinwendung Schritt für Schritt getragen; die abschließende Stille gibt Raum für Dankbarkeit und Hingabe.

Quelle

Shakta Pramoda, Teil 3, Sanskritteil, Gaṇeśas ṣoḍaśopacārakrameṇa pūjāvidhiḥ, Druckseiten 505–509. Die Seitenzahlen bezeichnen die in der Textgrundlage mitgeführten Druckseiten, keine neu vergebenen Versnummern.

Wörterbuchbeleg zur Übersetzung von audumbara: Apte und Monier-Williams, Stichwort audumbara, wiedergegeben unter Kosha: audumbara.

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