Skambha Sukta Upanishad

Aus Yogawiki

Die Skambha Sukta Upanishad (Sanskrit: स्कम्भसूक्तोपनिषद्, Skambha-Sūkta-Upaniṣad), das Skambha-Sukta des Atharvaveda, ist der vollständige Hymnus Atharvaveda-Saṃhitā 10.7 der Śaunaka-Rezension. Seine 44 Verse fragen nach dem unsichtbaren Halt, in dem Erde, Himmel, Zeit, Götter, Opfer, Wahrheit, Leben, Tod, Sein und Nichtsein gegründet sind. Skambha bedeutet wörtlich Stütze, Pfosten oder Pfeiler. Im Hymnus wird das Wort zum Namen des allumfassenden Weltgrundes.

Der Titel „Skambha Sukta Upanishad“ ist eine moderne Einordnung in die Gruppe der nicht im Muktikā-Kanon enthaltenen Upanishaden-nahen Texte. Der alte Hymnus selbst heißt Skambha-Sūkta und gehört zur Atharvaveda-Saṃhitā; er besitzt keinen eigenen Upanishad-Kolophon. Seine Frageform, die Identifikation des Weltganzen mit einem höchsten Grund und die Begriffe brahman, puruṣa, hiraṇyagarbha und amṛta machen ihn jedoch zu einem wichtigen Vorläufer der Upanishaden.

Die Skambha Sukta Upanishad ist nicht einfach eine frühe Beschreibung des Śiva-Liṅga. Spätere Ausleger konnten den kosmischen Pfeiler mit Śiva, dem Liṅga oder der Weltachse verbinden, doch Atharvaveda 10.7 nennt Śiva nicht und entwickelt eine eigenständige spätvedische Spekulation. Skambha erscheint als Träger und zugleich als das, was alle getragenen Dinge innerlich durchdringt. Vers 38 vergleicht die Götter mit Zweigen, die rings um den Stamm eines Baumes ruhen.

Die IAST-Fassung folgt der Śaunaka-Saṃhitā nach der Ausgabe von Roth und Whitney, abgeglichen mit dem offiziellen Vedic Heritage Portal, Whitneys kritischem Kommentar und der elektronischen morphologischen Analyse des Digital Corpus of Sanskrit. Vedische Akzente werden zugunsten der Lesbarkeit ausgelassen. Jede der 44 Strophen wird unmittelbar einzeln übersetzt und vollständig Wort für Wort erläutert. Wo der Sanskrittext unsicher ist, wird dies offen vermerkt.

Skambha Sukta Upanishad – IAST, Übersetzung und Wort-für-Wort-Erläuterung

Die Verszählung entspricht Atharvaveda 10.7. Die Worterklärungen geben die in Sandhi verbundenen Formen in ihrer getrennten Gestalt wieder. Dadurch kann die sichtbare IAST-Zeile vollständig Wort für Wort nachvollzogen werden.

Vers 1 – Die Glieder der geistigen Ordnung
kasminnaṅge tapo asyādhi tiṣṭhati kasminn aṅga ṛtam asyādhy āhitam
kva vrataṃ kva śraddhāsya tiṣṭhati kasminn aṅge satyam asya pratiṣṭhitam ||1||

Übersetzung: In welchem seiner Glieder ruht die Askese? In welchem Glied ist seine kosmische Ordnung niedergelegt? Wo stehen sein Gelübde und sein Vertrauen? In welchem seiner Glieder ist die Wahrheit gegründet?

Wort-für-Wort-Erläuterung: kasmin – in welchem; aṅge – in dem Glied oder Körperteil; tapaḥ – die Askese oder innere Glut; asya – sein, dessen; adhi – auf, in, über; als Vorsilbe kontextabhängig; tiṣṭhati – steht, ruht oder befindet sich; kasmin – in welchem; aṅge – in dem Glied oder Körperteil; ṛtam – kosmische Ordnung, Wahrheit des Weltlaufs; asya – sein, dessen; adhi – auf, in, über; als Vorsilbe kontextabhängig; āhitam – niedergelegt oder eingesetzt; kva – wo, wohin; vratam – Gelübde, heilige Verpflichtung oder Ordnung; kva – wo, wohin; śraddhā – Vertrauen, gläubige Hingabe; asya – sein, dessen; tiṣṭhati – steht, ruht oder befindet sich; kasmin – in welchem; aṅge – in dem Glied oder Körperteil; satyam – Wahrheit, Wirklichkeitstreue; asya – sein, dessen; pratiṣṭhitam – gegründet, fest aufgestellt.

Vers 2 – Feuer, Wind und Mond als Glieder Skambhas
kasmād aṅgād dīpyate agnir asya kasmād aṅgāt pavate mātariśvā
kasmād aṅgād vi mimīte 'dhi candramā maha skambhasya mimāno aṅgam ||2||

Übersetzung: Aus welchem seiner Glieder flammt Agni? Aus welchem Glied weht Matarishvan? Von welchem Glied aus misst der Mond seine Bahn, während er das Glied des großen Skambha ausmisst?

Wort-für-Wort-Erläuterung: kasmāt – aus welchem; aṅgāt – aus dem Glied; dīpyate – flammt oder leuchtet; agniḥ – Agni, Feuer; asya – sein, dessen; kasmāt – aus welchem; aṅgāt – aus dem Glied; pavate – weht oder bewegt sich; mātariśvā – Matarishvan, der Wind oder die im Mutterraum wirkende Luftkraft; kasmāt – aus welchem; aṅgāt – aus dem Glied; vi – auseinander, besonders, weit; Vorsilbe; mimīte – misst aus; adhi – auf, in, über; als Vorsilbe kontextabhängig; candramāḥ – Mond; mahaḥ – groß, mächtig; skambhasya – Skambhas, des kosmischen Haltes; mimānaḥ – ausmessend; aṅgam – das Glied.

Vers 3 – Erde, Luftraum und Himmel
kasminn aṅge tiṣṭhati bhūmir asya kasminn aṅge tiṣṭhaty antarikṣam
kasminn aṅge tiṣṭhaty āhitā dyauḥ kasminn aṅge tiṣṭhaty uttaraṃ divaḥ ||3||

Übersetzung: In welchem seiner Glieder steht die Erde, in welchem Glied der Luftraum? In welchem Glied ist der Himmel niedergelegt, und in welchem Glied das, was noch über dem Himmel liegt?

Wort-für-Wort-Erläuterung: kasmin – in welchem; aṅge – in dem Glied oder Körperteil; tiṣṭhati – steht, ruht oder befindet sich; bhūmiḥ – Erde, Erdboden; asya – sein, dessen; kasmin – in welchem; aṅge – in dem Glied oder Körperteil; tiṣṭhati – steht, ruht oder befindet sich; antarikṣam – Luftraum, Zwischenraum; kasmin – in welchem; aṅge – in dem Glied oder Körperteil; tiṣṭhati – steht, ruht oder befindet sich; āhitā – niedergelegt, gegründet; dyauḥ – der Himmel; kasmin – in welchem; aṅge – in dem Glied oder Körperteil; tiṣṭhati – steht, ruht oder befindet sich; uttaram – höher, jenseits gelegen; divaḥ – über den Himmel hinaus beziehungsweise des Himmels.

Vers 4 – Das Ziel der kosmischen Bahnen
kva prepsan dīpyata ūrdhvo agniḥ kva prepsan pavate mātariśvā
yatra prepsantīr abhiyanty āvṛtaḥ skambhaṃ taṃ brūhi katamaḥ svid eva saḥ ||4||

Übersetzung: Wohin strebend flammt Agni aufwärts? Wohin strebend weht Matarishvan? Wohin strebend gelangen die kreisenden Bahnen? Sage mir: Welcher von den vielen ist eben jener Skambha?

Wort-für-Wort-Erläuterung: kva – wo, wohin; prepsan – hinzustreben oder zu erreichen suchend; dīpyate – flammt oder leuchtet; ūrdhvaḥ – aufwärts, hoch; agniḥ – Agni, Feuer; kva – wo, wohin; prepsan – hinzustreben oder zu erreichen suchend; pavate – weht oder bewegt sich; mātariśvā – Matarishvan, der Wind oder die im Mutterraum wirkende Luftkraft; yatra – wo, worin, wohin; prepsantīḥ – hinstrebend, zu erreichen suchend; abhiyanti – sie gehen hin oder erreichen; āvṛtaḥ – die Umläufe, Wendungen oder kreisenden Bahnen; skambham – Skambha, den kosmischen Halt; tam – jenen; brūhi – sage oder erkläre; katamaḥ – welcher von mehreren; svid – wohl, etwa, denn; fragende Partikel; eva – eben, gerade, wahrlich; saḥ – er, jener.

Vers 5 – Monate, Jahr und Jahreszeiten
kvārdhamāsāḥ kva yanti māsāḥ saṃvatsareṇa saha saṃvidānāḥ
yatra yanty ṛtavo yatrārtavāḥ skambhaṃ taṃ brūhi katamaḥ svid eva saḥ ||5||

Übersetzung: Wohin gehen die Halbmonate, wohin die Monate, die sich gemeinsam mit dem Jahr bewegen? Wohin gehen die Jahreszeiten und die zu ihnen gehörenden Zeitabschnitte? Sage mir: Welcher von den vielen ist eben jener Skambha?

Wort-für-Wort-Erläuterung: kva – wo, wohin; ardha – halb; māsāḥ – die Monate; kva – wo, wohin; yanti – sie gehen oder gelangen; māsāḥ – die Monate; saṃvatsareṇa – mit dem Jahr; saha – zusammen mit, gemeinsam; saṃvidānāḥ – übereinstimmend oder verbunden; yatra – wo, worin, wohin; yanti – sie gehen oder gelangen; ṛtavaḥ – die Jahreszeiten; yatra – wo, worin, wohin; ārtavāḥ – die zu den Jahreszeiten gehörenden Abschnitte; skambham – Skambha, den kosmischen Halt; tam – jenen; brūhi – sage oder erkläre; katamaḥ – welcher von mehreren; svid – wohl, etwa, denn; fragende Partikel; eva – eben, gerade, wahrlich; saḥ – er, jener.

Vers 6 – Tag, Nacht und die Wasser
kva prepsantī yuvatī virūpe ahorātre dravataḥ saṃvidāne
yatra prepsantīr abhiyanty āpaḥ skambhaṃ taṃ brūhi katamaḥ svid eva saḥ ||6||

Übersetzung: Wohin strebend eilen die beiden jungen Frauen von verschiedener Gestalt – Tag und Nacht – miteinander im Einklang? Wohin strebend gelangen die Wasser? Sage mir: Welcher von den vielen ist eben jener Skambha?

Wort-für-Wort-Erläuterung: kva – wo, wohin; prepsantī – die beiden hinstrebend; yuvatī – junge Frau, Mädchen; virūpe – die beiden verschiedengestaltigen; ahorātre – Tag und Nacht als Paar; dravataḥ – die beiden eilen; saṃvidāne – die beiden übereinstimmend; yatra – wo, worin, wohin; prepsantīḥ – hinstrebend, zu erreichen suchend; abhiyanti – sie gehen hin oder erreichen; āpaḥ – die Wasser; skambham – Skambha, den kosmischen Halt; tam – jenen; brūhi – sage oder erkläre; katamaḥ – welcher von mehreren; svid – wohl, etwa, denn; fragende Partikel; eva – eben, gerade, wahrlich; saḥ – er, jener.

Vers 7 – Der Halt aller Welten
yasmint stabdhvā prajāpatir lokānt sarvāṁ adhārayat
skambhaṃ taṃ brūhi katamaḥ svid eva saḥ ||7||

Übersetzung: In wem hat Prajapati, nachdem er sie abgestützt hatte, alle Welten getragen? Sage mir: Welcher von den vielen ist eben jener Skambha?

Wort-für-Wort-Erläuterung: yasmin – in welchem, in dem; stabdhvā – abgestützt oder festgestellt habend; prajāpatiḥ – Prajapati, der Herr der Geschöpfe; lokān – die Welten; sarvān – alle; adhārayat – trug oder erhielt; skambham – Skambha, den kosmischen Halt; tam – jenen; brūhi – sage oder erkläre; katamaḥ – welcher von mehreren; svid – wohl, etwa, denn; fragende Partikel; eva – eben, gerade, wahrlich; saḥ – er, jener.

Vers 8 – Wie weit Skambha die Schöpfung durchdringt
yat paramam avamam yac ca madhyamaṃ prajāpatiḥ sasṛje viśvarūpam
kiyatā skambhaḥ pra viveśa tatra yan na prāviśat kiyat tad babhūva ||8||

Übersetzung: Was Prajapati als das Höchste, das Niedrigste und das Mittlere in allen Gestalten erschuf: Mit wie viel von sich drang Skambha dort ein? Was er nicht durchdrang – wie groß war das?

Wort-für-Wort-Erläuterung: yat – was, welches; paramam – das Höchste; avamam – das Niedrigste; yat – was, welches; ca – und; madhyamam – das Mittlere; prajāpatiḥ – Prajapati, der Herr der Geschöpfe; sasṛje – erschuf oder brachte hervor; viśva – all, alle Gestalten umfassend; rūpam – Gestalt, Form; kiyatā – mit wie viel oder welchem Anteil; skambhaḥ – Skambha, der kosmische Halt; pra – vorwärts, hinein; verstärkende Vorsilbe; viveśa – drang ein oder durchdrang; tatra – dort, darin; yat – was, welches; na – nicht; prāviśat – drang ein; kiyat – wie viel; tat – jenes, dies; babhūva – es wurde, entstand.

Vers 9 – Vergangenheit, Zukunft und das tausendfache Glied
kiyatā skambhaḥ pra viveśa bhūtam kiyad bhaviṣyad anvāśaye 'sya
ekaṃ yad aṅgam akṛṇot sahasradhā kiyatā skambhaḥ pra viveśa tatra ||9||

Übersetzung: Mit wie viel von sich drang Skambha in das Gewordene ein? Wie viel von ihm erstreckt sich entlang des Künftigen? Als er das eine Glied tausendfach machte – mit wie viel von sich drang Skambha dort ein?

Wort-für-Wort-Erläuterung: kiyatā – mit wie viel oder welchem Anteil; skambhaḥ – Skambha, der kosmische Halt; pra – vorwärts, hinein; verstärkende Vorsilbe; viveśa – drang ein oder durchdrang; bhūtam – das Gewordene oder Vergangene; kiyat – wie viel; bhaviṣyat – das Künftige; anvāśaye – erstreckt sich daran entlang; asya – sein, dessen; ekam – eins, einzig; manche; yat – was, welches; aṅgam – das Glied; akṛṇot – machte oder schuf; sahasradhā – tausendfach; kiyatā – mit wie viel oder welchem Anteil; skambhaḥ – Skambha, der kosmische Halt; pra – vorwärts, hinein; verstärkende Vorsilbe; viveśa – drang ein oder durchdrang; tatra – dort, darin.

Vers 10 – Sein und Nichtsein in Skambha
yatra lokāṃś ca kośāṃś cāpo brahma janā viduḥ
asac ca yatra sac cānta skambhaṃ taṃ brūhi katamaḥ svid eva saḥ ||10||

Übersetzung: Wo die Menschen die Welten und ihre Behälter, die Wasser und Brahman erkennen, und worin Nichtsein und Sein enthalten sind – sage mir: Welcher von den vielen ist eben jener Skambha?

Wort-für-Wort-Erläuterung: yatra – wo, worin, wohin; lokān – die Welten; ca – und; kośān – die Behälter oder Hüllen; ca – und; apaḥ – die Wasser; brahma – Brahman, heilige Formulierung und höchster Grund; janāḥ – die Menschen; viduḥ – sie wissen oder erkennen; asat – Nichtseiendes, Nichtsein; ca – und; yatra – wo, worin, wohin; sat – sein; als Partizip: seiend, Sein; ca – und; antar – innen, innerhalb; skambham – Skambha, den kosmischen Halt; tam – jenen; brūhi – sage oder erkläre; katamaḥ – welcher von mehreren; svid – wohl, etwa, denn; fragende Partikel; eva – eben, gerade, wahrlich; saḥ – er, jener.

Vers 11 – Askese, Ordnung, Vertrauen und Brahman
yatra tapaḥ parākramya vrataṃ dhārayaty uttaram
ṛtaṃ ca yatra śraddhā cāpo brahma samāhitāḥ skambhaṃ taṃ brūhi katamaḥ svid eva saḥ ||11||

Übersetzung: Wo die Askese, mächtig voranschreitend, das höchste Gelübde trägt, und wo kosmische Ordnung, Vertrauen, Wasser und Brahman zusammengefügt sind – sage mir: Welcher von den vielen ist eben jener Skambha?

Wort-für-Wort-Erläuterung: yatra – wo, worin, wohin; tapaḥ – die Askese oder innere Glut; parākramya – mächtig vorangeschritten; vratam – Gelübde, heilige Verpflichtung oder Ordnung; dhārayati – trägt oder hält; uttaram – höher, jenseits gelegen; ṛtam – kosmische Ordnung, Wahrheit des Weltlaufs; ca – und; yatra – wo, worin, wohin; śraddhā – Vertrauen, gläubige Hingabe; ca – und; apaḥ – die Wasser; brahma – Brahman, heilige Formulierung und höchster Grund; samāhitāḥ – zusammengefügt oder gesammelt; skambham – Skambha, den kosmischen Halt; tam – jenen; brūhi – sage oder erkläre; katamaḥ – welcher von mehreren; svid – wohl, etwa, denn; fragende Partikel; eva – eben, gerade, wahrlich; saḥ – er, jener.

Vers 12 – Die kosmischen Mächte in Skambha
yasmin bhūmir antarikṣaṃ dyaur yasminn adhy āhitā
yatrāgniś candramāḥ sūryo vātas tiṣṭhanty ārpitāḥ skambhaṃ taṃ brūhi katamaḥ svid eva saḥ ||12||

Übersetzung: In wem Erde und Luftraum, in wem der Himmel niedergelegt sind, wo Agni, Mond, Sonne und Wind fest eingesetzt stehen – sage mir: Welcher von den vielen ist eben jener Skambha?

Wort-für-Wort-Erläuterung: yasmin – in welchem, in dem; bhūmiḥ – Erde, Erdboden; antarikṣam – Luftraum, Zwischenraum; dyauḥ – der Himmel; yasmin – in welchem, in dem; adhi – auf, in, über; als Vorsilbe kontextabhängig; āhitā – niedergelegt, gegründet; yatra – wo, worin, wohin; agniḥ – Agni, Feuer; candramāḥ – Mond; sūryaḥ – Sonne; vātaḥ – Wind; tiṣṭhanti – sie stehen oder ruhen; ārpitāḥ – fest eingesetzt; skambham – Skambha, den kosmischen Halt; tam – jenen; brūhi – sage oder erkläre; katamaḥ – welcher von mehreren; svid – wohl, etwa, denn; fragende Partikel; eva – eben, gerade, wahrlich; saḥ – er, jener.

Vers 13 – Die dreiunddreißig Götter
yasya trayastriṃśad devā aṅge sarve samāhitāḥ
skambhaṃ taṃ brūhi katamaḥ svid eva saḥ ||13||

Übersetzung: In wessen Glied alle dreiunddreißig Götter zusammengefügt sind – sage mir: Welcher von den vielen ist eben jener Skambha?

Wort-für-Wort-Erläuterung: yasya – dessen; trayastriṃśat – dreiunddreißig; devāḥ – die Götter; aṅge – in dem Glied oder Körperteil; sarve – alle; samāhitāḥ – zusammengefügt oder gesammelt; skambham – Skambha, den kosmischen Halt; tam – jenen; brūhi – sage oder erkläre; katamaḥ – welcher von mehreren; svid – wohl, etwa, denn; fragende Partikel; eva – eben, gerade, wahrlich; saḥ – er, jener.

Vers 14 – Seher, Veden und die Große
yatra ṛṣayaḥ prathamajā ṛcaḥ sāma yajur mahī
ekarṣir yasminn ārpitaḥ skambhaṃ taṃ brūhi katamaḥ svid eva saḥ ||14||

Übersetzung: Wo die erstgeborenen Seher, die Rigverse, Saman, Yajus und die Große [Erde] ruhen, und in wem der eine Seher eingesetzt ist – sage mir: Welcher von den vielen ist eben jener Skambha?

Wort-für-Wort-Erläuterung: yatra – wo, worin, wohin; ṛṣayaḥ – die Seher; prathama – erster, ursprünglich; jāḥ – geboren oder hervorgegangen; ṛcaḥ – die Rigverse; sāma – Saman, vedischer Gesang; yajuḥ – Yajus, Opferformel; mahī – die Große; gewöhnlich die Erde; eka – eins, einzig; manche; ṛṣiḥ – Seher, Rishi; yasmin – in welchem, in dem; ārpitaḥ – eingesetzt oder befestigt; skambham – Skambha, den kosmischen Halt; tam – jenen; brūhi – sage oder erkläre; katamaḥ – welcher von mehreren; svid – wohl, etwa, denn; fragende Partikel; eva – eben, gerade, wahrlich; saḥ – er, jener. mahī bedeutet gewöhnlich die große Erde; ihre genaue Funktion in dieser Aufzählung ist unsicher.

Vers 15 – Tod und Unsterblichkeit im Menschen
yatrāmṛtaṃ ca mṛtyuś ca puruṣe 'dhi samāhite
samudro yasya nāḍyaḥ puruṣe 'dhi samāhitāḥ skambhaṃ taṃ brūhi katamaḥ svid eva saḥ ||15||

Übersetzung: Wo Unsterblichkeit und Tod im Menschen zusammengefügt sind, und dessen Ozean und Adern im Menschen zusammengefügt sind – sage mir: Welcher von den vielen ist eben jener Skambha?

Wort-für-Wort-Erläuterung: yatra – wo, worin, wohin; amṛtam – die Unsterblichkeit; ca – und; mṛtyuḥ – der Tod; ca – und; puruṣe – im Menschen oder Purusha; adhi – auf, in, über; als Vorsilbe kontextabhängig; samāhite – die beiden zusammengefügt; samudraḥ – der Ozean; yasya – dessen; nāḍyaḥ – die Adern oder Kanäle; puruṣe – im Menschen oder Purusha; adhi – auf, in, über; als Vorsilbe kontextabhängig; samāhitāḥ – zusammengefügt oder gesammelt; skambham – Skambha, den kosmischen Halt; tam – jenen; brūhi – sage oder erkläre; katamaḥ – welcher von mehreren; svid – wohl, etwa, denn; fragende Partikel; eva – eben, gerade, wahrlich; saḥ – er, jener. Die genaue syntaktische Beziehung von samudraḥ und nāḍyaḥ ist nicht völlig sicher; die Übersetzung bewahrt deshalb beide kosmischen Körperbilder.

Vers 16 – Die Richtungen als Adern
yasya catasraḥ pradiśo nāḍyas tiṣṭhanti prathamāḥ
yajño yatra parākrāntaḥ skambhaṃ taṃ brūhi katamaḥ svid eva saḥ ||16||

Übersetzung: Dessen vier Himmelsrichtungen als erste Adern dastehen, in wem das Opfer machtvoll vorgeschritten ist – sage mir: Welcher von den vielen ist eben jener Skambha?

Wort-für-Wort-Erläuterung: yasya – dessen; catasraḥ – vier; pradiśaḥ – die Hauptrichtungen; nāḍyaḥ – die Adern oder Kanäle; tiṣṭhanti – sie stehen oder ruhen; prathamāḥ – die ersten oder vordersten; yajñaḥ – Opfer, heilige Opferhandlung; yatra – wo, worin, wohin; parākrāntaḥ – machtvoll vorgeschritten; skambham – Skambha, den kosmischen Halt; tam – jenen; brūhi – sage oder erkläre; katamaḥ – welcher von mehreren; svid – wohl, etwa, denn; fragende Partikel; eva – eben, gerade, wahrlich; saḥ – er, jener. Die überlieferte Schlussform von prathamāḥ ist textkritisch umstritten; die Übersetzung bleibt deshalb nah am Bild der Richtungen als Adern.

Vers 17 – Vom Purusha zum Skambha
ye puruṣe brahma vidus te viduḥ parameṣṭhinam
yo veda parameṣṭhinaṃ yaś ca veda prajāpatim
jyeṣṭhaṃ ye brāhmaṇaṃ vidus te skambham anusaṃviduḥ ||17||

Übersetzung: Die im Menschen Brahman erkennen, erkennen den Höchststehenden. Wer den Höchststehenden erkennt und wer Prajapati erkennt, und die das höchste Brāhmaṇa erkennen, die haben dadurch auch Skambha erkannt.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ye – welche, diejenigen die; puruṣe – im Menschen oder Purusha; brahma – Brahman, heilige Formulierung und höchster Grund; viduḥ – sie wissen oder erkennen; te – sie, jene; viduḥ – sie wissen oder erkennen; parameṣṭhinam – den Höchststehenden, Parameshthin; yaḥ – wer, welcher; veda – er weiß, erkennt; parameṣṭhinam – den Höchststehenden, Parameshthin; yaḥ – wer, welcher; ca – und; veda – er weiß, erkennt; prajāpatim – Prajapati, den Herrn der Geschöpfe; jyeṣṭham – das Höchste oder Älteste; ye – welche, diejenigen die; brāhmaṇam – das Brāhmaṇa oder den Brahmanen; viduḥ – sie wissen oder erkennen; te – sie, jene; skambham – Skambha, den kosmischen Halt; anusaṃviduḥ – sie erkannten dadurch oder vollständig.

Vers 18 – Vaishvanara, Angirases und Yatus
yasya śiro vaiśvānaraś cakṣur aṅgiraso 'bhavan
aṅgāni yasya yātavaḥ skambhaṃ taṃ brūhi katamaḥ svid eva saḥ ||18||

Übersetzung: Dessen Haupt Vaishvanara und dessen Auge die Angirases wurden, dessen Glieder die Yatus, die Zaubermächte, wurden – sage mir: Welcher von den vielen ist eben jener Skambha?

Wort-für-Wort-Erläuterung: yasya – dessen; śiraḥ – das Haupt; vaiśvānaraḥ – Vaishvanara, das Allmenschenfeuer; cakṣuḥ – Auge, Sehkraft; aṅgirasaḥ – die Angirases; abhavan – sie wurden; aṅgāni – die Glieder; yasya – dessen; yātavaḥ – die Yatus, Zauberwesen oder -mächte; skambham – Skambha, den kosmischen Halt; tam – jenen; brūhi – sage oder erkläre; katamaḥ – welcher von mehreren; svid – wohl, etwa, denn; fragende Partikel; eva – eben, gerade, wahrlich; saḥ – er, jener. yātavaḥ kann Zauberwesen, Dämonen oder magische Kräfte bezeichnen; die Stelle legt keine eindeutige Wahl fest.

Vers 19 – Mund, Zunge und Euter
yasya brahma mukham āhur jihvāṃ madhukaśām uta
virājam ūdho yasyāhuḥ skambhaṃ taṃ brūhi katamaḥ svid eva saḥ ||19||

Übersetzung: Dessen Mund, wie man sagt, Brahman ist, dessen Zunge die Honigpeitsche, und dessen Euter, wie man sagt, Viraj ist – sage mir: Welcher von den vielen ist eben jener Skambha?

Wort-für-Wort-Erläuterung: yasya – dessen; brahma – Brahman, heilige Formulierung und höchster Grund; mukham – Mund, Öffnung; āhuḥ – sie sagen oder nennen; jihvām – die Zunge; madhu – Honig, Süße; kaśām – die Peitsche; uta – und, auch, ferner; virājam – Viraj, die kosmische Weite; ūdhar – das Euter; yasya – dessen; āhuḥ – sie sagen oder nennen; skambham – Skambha, den kosmischen Halt; tam – jenen; brūhi – sage oder erkläre; katamaḥ – welcher von mehreren; svid – wohl, etwa, denn; fragende Partikel; eva – eben, gerade, wahrlich; saḥ – er, jener.

Vers 20 – Die Veden als Leib Skambhas
yasmād ṛco apātakṣan yajur yasmād apākaṣan
sāmāni yasya lomāny atharvāṅgiraso mukhaṃ skambhaṃ taṃ brūhi katamaḥ svid eva saḥ ||20||

Übersetzung: Aus wem sie die Rigverse herausschnitten und aus wem sie das Yajus herausschälten, dessen Haare die Saman-Gesänge und dessen Mund die Atharvans und Angirases sind – sage mir: Welcher von den vielen ist eben jener Skambha?

Wort-für-Wort-Erläuterung: yasmāt – aus welchem; ṛcaḥ – die Rigverse; apātakṣan – sie schnitten oder zimmerten heraus; yajuḥ – Yajus, Opferformel; yasmāt – aus welchem; apākaṣan – sie schälten oder kratzten heraus; sāmāni – die Saman-Gesänge; yasya – dessen; lomāni – die Haare; atharva – Atharvan; mit Angiras Bezeichnung der Atharvaveda-Tradition; aṅgirasaḥ – die Angirases; mukham – Mund, Öffnung; skambham – Skambha, den kosmischen Halt; tam – jenen; brūhi – sage oder erkläre; katamaḥ – welcher von mehreren; svid – wohl, etwa, denn; fragende Partikel; eva – eben, gerade, wahrlich; saḥ – er, jener.

Vers 21 – Der rätselhafte Zweig des Nichtseins
asacchākhāṃ pratiṣṭhantīṃ paramam iva janā viduḥ
uto san manyante 'vare ye te śākhām upāsate ||21||

Übersetzung: Den hervortretenden Zweig des Nichtseins erkennen die Menschen gleichsam als das Höchste. Doch die Niedrigeren, die deinen Zweig verehren, halten ihn für das Sein.

Wort-für-Wort-Erläuterung: asat – Nichtseiendes, Nichtsein; śākhām – Zweig, Ast; pratiṣṭhantīm – die hervortretende oder dastehende; paramam – das Höchste; iva – wie, gleichsam; janāḥ – die Menschen; viduḥ – sie wissen oder erkennen; uta – und, auch, ferner; u – auch, ferner; vedische Partikel; sat – sein; als Partizip: seiend, Sein; manyante – sie meinen oder halten dafür; avare – die Niedrigeren; ye – welche, diejenigen die; te – sie, jene; śākhām – Zweig, Ast; upāsate – sie verehren. Der gesamte Vers ist syntaktisch und gedanklich dunkel; die Übersetzung ist bewusst wörtlich und keine dogmatische Deutung von Sein und Nichtsein.

Vers 22 – Götter, Zeiten und Welten
yatrādityāś ca rudrāś ca vasavaś ca samāhitāḥ
bhūtaṃ ca yatra bhavyaṃ ca sarve lokāḥ pratiṣṭhitāḥ skambhaṃ taṃ brūhi katamaḥ svid eva saḥ ||22||

Übersetzung: Wo die Adityas, Rudras und Vasus zusammengefügt sind, wo das Gewordene und das Künftige und alle Welten gegründet sind – sage mir: Welcher von den vielen ist eben jener Skambha?

Wort-für-Wort-Erläuterung: yatra – wo, worin, wohin; ādityāḥ – die Adityas; ca – und; rudrāḥ – die Rudras; ca – und; vasavaḥ – die Vasus; ca – und; samāhitāḥ – zusammengefügt oder gesammelt; bhūtam – das Gewordene oder Vergangene; ca – und; yatra – wo, worin, wohin; bhavyam – das Künftige, noch Werdende; ca – und; sarve – alle; lokāḥ – die Welten; pratiṣṭhitāḥ – gegründet, fest aufgestellt; skambham – Skambha, den kosmischen Halt; tam – jenen; brūhi – sage oder erkläre; katamaḥ – welcher von mehreren; svid – wohl, etwa, denn; fragende Partikel; eva – eben, gerade, wahrlich; saḥ – er, jener.

Vers 23 – Der bewachte Schatz
yasya trayastriṃśad devā nidhiṃ rakṣanti sarvadā
nidhiṃ tam adya ko veda yaṃ devā abhirakṣatha ||23||

Übersetzung: Dessen Schatz die dreiunddreißig Götter immerdar bewachen: Wer kennt heute den Schatz, den ihr Götter beschützt?

Wort-für-Wort-Erläuterung: yasya – dessen; trayastriṃśat – dreiunddreißig; devāḥ – die Götter; nidhim – den Schatz; rakṣanti – sie bewachen; sarvadā – immer, allezeit; nidhim – den Schatz; tam – jenen; adya – heute, jetzt; kaḥ – wer; veda – er weiß, erkennt; yam – welchen; devāḥ – die Götter; abhirakṣatha – ihr beschützt oder bewacht.

Vers 24 – Die Götter, die Brahman kennen
yatra devā brahmavido brahma jyeṣṭham upāsate
yo vai tān vidyāt pratyakṣaṃ sa brahmā veditā syāt ||24||

Übersetzung: Wo die Brahman kennenden Götter das höchste Brahman verehren: Wer sie unmittelbar erkennen könnte, der wäre ein Brahmā, ein wahrer Kenner.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yatra – wo, worin, wohin; devāḥ – die Götter; brahma – Brahman, heilige Formulierung und höchster Grund; vidaḥ – kennend; brahma – Brahman, heilige Formulierung und höchster Grund; jyeṣṭham – das Höchste oder Älteste; upāsate – sie verehren; yaḥ – wer, welcher; vai – gewiss, wahrlich; tān – jene; vidyāt – er möge oder könnte erkennen; pratyakṣam – unmittelbar, vor Augen; sa – dieser, jener, er/sie/es; brahmā – ein Brahmā-Priester beziehungsweise Brahman-Kenner; veditā – ein Kenner; syāt – er wäre oder könnte sein. brahmā veditā kann einen Brahmā-Priester als Kenner oder allgemein einen Brahman-Kenner meinen.

Vers 25 – Die Großen aus dem Nichtsein
bṛhanto nāma te devā ye 'sataḥ pari jajñire
ekaṃ tad aṅgaṃ skambhasyāsad āhuḥ paro janāḥ ||25||

Übersetzung: „Die Großen“ heißen jene Götter, die aus dem Nichtsein geboren wurden. Dieses eine Glied Skambhas nennen die Menschen das jenseitige Nichtsein.

Wort-für-Wort-Erläuterung: bṛhantaḥ – die Großen oder Erhabenen; nāma – mit Namen, genannt; te – sie, jene; devāḥ – die Götter; ye – welche, diejenigen die; asataḥ – aus dem Nichtsein; pari – ringsum, aus ... hervor; jajñire – sie wurden geboren; ekam – eins, einzig; manche; tat – jenes, dies; aṅgam – das Glied; skambhasya – Skambhas, des kosmischen Haltes; asat – Nichtseiendes, Nichtsein; āhuḥ – sie sagen oder nennen; paras – jenseits, weiterhin; janāḥ – die Menschen.

Vers 26 – Das uralte Glied
yatra skambhaḥ prajanayan purāṇaṃ vyavartayat
ekaṃ tad aṅgaṃ skambhasya purāṇam anusaṃviduḥ ||26||

Übersetzung: Wo Skambha, zeugend, die uralte Welt entfaltete, erkannten sie dieses eine Glied Skambhas als das Uralte.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yatra – wo, worin, wohin; skambhaḥ – Skambha, der kosmische Halt; prajanayan – zeugend oder hervorbringend; purāṇam – das Uralte oder die uralte Welt; vyavartayat – entfaltete oder rollte aus; ekam – eins, einzig; manche; tat – jenes, dies; aṅgam – das Glied; skambhasya – Skambhas, des kosmischen Haltes; purāṇam – das Uralte oder die uralte Welt; anusaṃviduḥ – sie erkannten dadurch oder vollständig.

Vers 27 – Die Götter als Glieder
yasya trayastriṃśad devā aṅge gātrā vibhejire
tān vai trayastriṃśad devān eke brahmavido viduḥ ||27||

Übersetzung: In dessen Glied die dreiunddreißig Götter die Körperglieder unter sich aufteilten – jene dreiunddreißig Götter kennen einige Brahman-Kenner.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yasya – dessen; trayastriṃśat – dreiunddreißig; devāḥ – die Götter; aṅge – in dem Glied oder Körperteil; gātrā – die Körperglieder; vibhejire – sie teilten unter sich auf; tān – jene; vai – gewiss, wahrlich; trayastriṃśat – dreiunddreißig; devān – die Götter; eke – einige; brahma – Brahman, heilige Formulierung und höchster Grund; vidaḥ – kennend; viduḥ – sie wissen oder erkennen.

Vers 28 – Hiranyagarbha und das Gold
hiraṇyagarbham paramam anatyudyaṃ janā viduḥ
skambhas tad agre prāsiñcaddhiraṇyaṃ loke antarā ||28||

Übersetzung: Die Menschen erkennen Hiranyagarbha als das Höchste, das nicht zu überrufen oder zu überbieten ist. Am Anfang goss Skambha dieses Gold mitten in die Welt.

Wort-für-Wort-Erläuterung: hiraṇya – Gold, golden; garbham – Schoß, Keim; paramam – das Höchste; an – nicht; atyudyam – zu überrufen oder zu überbieten; janāḥ – die Menschen; viduḥ – sie wissen oder erkennen; skambhaḥ – Skambha, der kosmische Halt; tat – jenes, dies; agre – am Anfang; prāsiñcat – goss aus; hiraṇyam – das Gold; loke – in der Welt; antarā – mitten darin, im Inneren. anatyudyam ist selten und verschieden gedeutet worden; „nicht zu überrufen oder zu überbieten“ folgt der Wortbildung, „unaussprechlich“ ist eine freiere Alternative.

Vers 29 – Skambha ist in Indra gesammelt
skambhe lokāḥ skambhe tapaḥ skambhe 'dhy ṛtam āhitam
skambha tvā veda pratyakṣam indre sarvaṃ samāhitam ||29||

Übersetzung: In Skambha sind die Welten, in Skambha die Askese; in Skambha ist die kosmische Ordnung niedergelegt. O Skambha, ich erkenne dich unmittelbar: Alles ist in Indra zusammengefügt.

Wort-für-Wort-Erläuterung: skambhe – in Skambha; lokāḥ – die Welten; skambhe – in Skambha; tapaḥ – die Askese oder innere Glut; skambhe – in Skambha; adhi – auf, in, über; als Vorsilbe kontextabhängig; ṛtam – kosmische Ordnung, Wahrheit des Weltlaufs; āhitam – niedergelegt oder eingesetzt; skambha – o Skambha; tvā – dich; veda – er weiß, erkennt; pratyakṣam – unmittelbar, vor Augen; indre – in Indra; sarvam – alles; samāhitam – zusammengefügt oder gesammelt.

Vers 30 – Indra ist in Skambha gegründet
indre lokā indre tapa indre 'dhy ṛtam āhitam
indraṃ tvā veda pratyakṣaṃ skambhe sarvaṃ pratiṣṭhitam ||30||

Übersetzung: In Indra sind die Welten, in Indra die Askese; in Indra ist die kosmische Ordnung niedergelegt. O Indra, ich erkenne dich unmittelbar: Alles ist in Skambha gegründet.

Wort-für-Wort-Erläuterung: indre – in Indra; lokāḥ – die Welten; indre – in Indra; tapaḥ – die Askese oder innere Glut; indre – in Indra; adhi – auf, in, über; als Vorsilbe kontextabhängig; ṛtam – kosmische Ordnung, Wahrheit des Weltlaufs; āhitam – niedergelegt oder eingesetzt; indram – Indra; textlich wohl als Anrede gemeint; tvā – dich; veda – er weiß, erkennt; pratyakṣam – unmittelbar, vor Augen; skambhe – in Skambha; sarvam – alles; pratiṣṭhitam – gegründet, fest aufgestellt. Die Anrede beziehungsweise Akkusativform indram ist in den Handschriften unsicher; der Parallelbau mit Vers 29 spricht für die hier gewählte Anrede.

Vers 31 – Der Ungeborene und die Selbstherrschaft
nāma nāmnā johavīti purā sūryāt puroṣasaḥ
yad ajaḥ prathamaṃ saṃbabhūva sa ha tat svarājyam iyāya yasmān nānyat param asti bhūtam ||31||

Übersetzung: Name ruft laut nach Name – noch vor der Sonne, noch vor der Morgenröte. Als der Ungeborene zuerst entstand, gelangte er zu jener Selbstherrschaft, jenseits deren nichts Höheres entstanden ist.

Wort-für-Wort-Erläuterung: nāma – Name; nāmnā – mit einem Namen; johavīti – ruft laut oder wiederholt; purā – zuvor, ehe; sūryāt – vor beziehungsweise von der Sonne; purā – zuvor, ehe; uṣasaḥ – vor beziehungsweise von der Morgenröte; yat – was, welches; ajaḥ – der Ungeborene; wörtlich auch Ziegenbock; prathamam – zuerst; saṃbabhūva – entstand oder kam ins Dasein; sa – dieser, jener, er/sie/es; ha – wahrlich; vedische Bekräftigung; tat – jenes, dies; svarājyam – die Selbstherrschaft; iyāya – gelangte; yasmāt – aus welchem; na – nicht; anyat – etwas anderes; param – höher, jenseitig; asti – ist; bhūtam – das Gewordene oder Vergangene. ajaḥ bedeutet wörtlich auch „Ziegenbock“, wird hier im Schöpfungskontext jedoch als „der Ungeborene“ verstanden.

Vers 32 – Erde, Luftraum und Himmel als Leib Brahmans
yasya bhūmiḥ pramāntarikṣam utodaram
divaṃ yaś cakre mūrdhānaṃ tasmai jyeṣṭhāya brahmaṇe namaḥ ||32||

Übersetzung: Dessen Grundmaß die Erde und dessen Bauch der Luftraum ist, der den Himmel zu seinem Haupt machte – diesem höchsten Brahman sei Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yasya – dessen; bhūmiḥ – Erde, Erdboden; pramā – das Grundmaß oder die Grundlage; antarikṣam – Luftraum, Zwischenraum; uta – und, auch, ferner; udaram – der Bauch; divam – den Himmel; yaḥ – wer, welcher; cakre – machte oder schuf; mūrdhānam – zum Haupt oder Scheitel; tasmai – diesem; jyeṣṭhāya – dem Höchsten oder Ältesten; brahmaṇe – dem Brahman; namaḥ – Verehrung, Verneigung.

Vers 33 – Sonne, Mond und Feuer
yasya sūryaś cakṣuś candramāś ca punarṇavaḥ
agniṃ yaś cakra āsyaṃ tasmai jyeṣṭhāya brahmaṇe namaḥ ||33||

Übersetzung: Dessen Auge die Sonne und der sich immer erneuernde Mond sind, der Agni zu seinem Mund machte – diesem höchsten Brahman sei Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yasya – dessen; sūryaḥ – Sonne; cakṣuḥ – Auge, Sehkraft; candramāḥ – Mond; ca – und; punarṇavaḥ – der sich immer erneuernde; agnim – Agni, das Feuer; yaḥ – wer, welcher; cakre – machte oder schuf; āsyam – zum Mund; tasmai – diesem; jyeṣṭhāya – dem Höchsten oder Ältesten; brahmaṇe – dem Brahman; namaḥ – Verehrung, Verneigung.

Vers 34 – Atem und Erkenntnisrichtungen
yasya vātaḥ prāṇāpānau cakṣur aṅgiraso 'bhavan
diśo yaś cakre prajñānīs tasmai jyeṣṭhāya brahmaṇe namaḥ ||34||

Übersetzung: Dessen Ein- und Ausatmung der Wind und dessen Auge die Angirases wurden, der die Richtungen zu Erkenntnisorganen machte – diesem höchsten Brahman sei Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yasya – dessen; vātaḥ – Wind; prāṇa – Einatmung, Lebenshauch; apānau – Ein- und Ausatmung als Paar; cakṣuḥ – Auge, Sehkraft; aṅgirasaḥ – die Angirases; abhavan – sie wurden; diśaḥ – die Richtungen; yaḥ – wer, welcher; cakre – machte oder schuf; prajñānīḥ – zu Erkenntnisorganen oder erkenntnisfähigen Richtungen; textlich schwierig; tasmai – diesem; jyeṣṭhāya – dem Höchsten oder Ältesten; brahmaṇe – dem Brahman; namaḥ – Verehrung, Verneigung. prajñānīḥ ist eine schwierige Form; die Übersetzung „Erkenntnisorgane“ ist kontextbezogen und nicht völlig sicher.

Vers 35 – Skambha trägt und durchdringt das All
skambho dādhāra dyāvāpṛthivī ubhe ime skambho dādhārorv antarikṣam
skambho dādhāra pradiśaḥ ṣaḍ urvīḥ skambha idaṃ viśvaṃ bhuvanam ā viveśa ||35||

Übersetzung: Skambha trug diese beiden, Himmel und Erde; Skambha trug den weiten Luftraum. Skambha trug die sechs weiten Richtungen; Skambha durchdrang diese ganze Welt.

Wort-für-Wort-Erläuterung: skambhaḥ – Skambha, der kosmische Halt; dādhāra – trug oder hielt; dyāvāpṛthivī – Himmel und Erde; ubhe – beide; ime – diese; skambhaḥ – Skambha, der kosmische Halt; dādhāra – trug oder hielt; uru – den weiten; antarikṣam – Luftraum, Zwischenraum; skambhaḥ – Skambha, der kosmische Halt; dādhāra – trug oder hielt; pradiśaḥ – die Hauptrichtungen; ṣaḍ – sechs; urvīḥ – die weiten; skambhaḥ – Skambha, der kosmische Halt; idam – dieses; viśvam – die ganze; bhuvanam – Welt oder Daseinsraum; ā – hin, hinein, völlig; Vorsilbe; viveśa – drang ein oder durchdrang.

Vers 36 – Aus Mühe und Askese geboren
yaḥ śramāt tapaso jāto lokānt sarvānt samānaśe
somaṃ yaś cakre kevalaṃ tasmai jyeṣṭhāya brahmaṇe namaḥ ||36||

Übersetzung: Der aus Mühe und Askese geboren wurde und alle Welten vollständig erlangte, der Soma ganz zu seinem Eigenen machte – diesem höchsten Brahman sei Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yaḥ – wer, welcher; śramāt – aus Mühe; tapasaḥ – aus der Askese; jātaḥ – geboren; lokān – die Welten; sarvān – alle; samānaśe – erlangte vollständig; somam – Soma; yaḥ – wer, welcher; cakre – machte oder schuf; kevalam – ganz allein oder zu eigen; tasmai – diesem; jyeṣṭhāya – dem Höchsten oder Ältesten; brahmaṇe – dem Brahman; namaḥ – Verehrung, Verneigung.

Vers 37 – Warum Wind, Geist und Wasser nicht ruhen
kathaṃ vāto nelayati kathaṃ na ramate manaḥ
kim āpaḥ satyaṃ prepsantīr nelayanti kadācana ||37||

Übersetzung: Wie kommt es, dass der Wind niemals stillsteht? Wie kommt es, dass der Geist nicht ruht? Warum stehen die Wasser, die nach Wahrheit streben, niemals still?

Wort-für-Wort-Erläuterung: katham – wie, warum; vātaḥ – Wind; na – nicht; ilayati – steht still oder ruht; katham – wie, warum; na – nicht; ramate – ruht oder verweilt; manaḥ – Geist, Denken; kim – warum, was; āpaḥ – die Wasser; satyam – Wahrheit, Wirklichkeitstreue; prepsantīḥ – hinstrebend, zu erreichen suchend; na – nicht; ilayanti – sie stehen still; kadācana – irgendwann oder jemals.

Vers 38 – Das große Yaksha im Zentrum der Welt
mahad yakṣaṃ bhuvanasya madhye tapasi krāntaṃ salilasya pṛṣṭhe
tasmiṃ chrayante ya u ke ca devā vṛkṣasya skandhaḥ parita iva śākhāḥ ||38||

Übersetzung: Ein großes Yaksha steht inmitten der Welt, in Askese eingetreten, auf dem Rücken des Urwassers. In ihm ruhen alle Götter, die es gibt, wie die Zweige rings um den Stamm eines Baumes.

Wort-für-Wort-Erläuterung: mahat – das große; yakṣam – Yaksha, geheimnisvolle Wesen oder Wunder; bhuvanasya – der Welt; madhye – in der Mitte; tapasi – in der Askese; krāntam – eingetreten oder vorgeschritten; salilasya – des Urwassers; pṛṣṭhe – auf dem Rücken oder der Oberfläche; tasmin – in ihm; śrayante – sie ruhen oder lehnen sich an; ye – welche, diejenigen die; u – auch, ferner; vedische Partikel; ke – welche; ca – und; devāḥ – die Götter; vṛkṣasya – eines Baumes; skandhaḥ – um den Stamm; paritas – ringsherum; iva – wie, gleichsam; śākhāḥ – die Zweige. yakṣa meint hier ein ehrfurchtgebietendes, geheimnisvolles Wesen oder Wunder, nicht notwendig einen später mythologisch festgelegten Naturgeist.

Vers 39 – Die unermessliche Gabe
yasmai hastābhyāṃ pādābhyāṃ vācā śrotreṇa cakṣuṣā
yasmai devāḥ sadā baliṃ prayacchanti vimite 'mitaṃ skambhaṃ taṃ brūhi katamaḥ svid eva saḥ ||39||

Übersetzung: Ihm bringen die Götter mit beiden Händen, beiden Füßen, mit Rede, Gehör und Gesichtssinn beständig ihre Gabe dar – das Unermessliche im Ausgemessenen. Sage mir: Welcher von den vielen ist eben jener Skambha?

Wort-für-Wort-Erläuterung: yasmai – für oder zu welchem; hastābhyām – mit beiden Händen; pādābhyām – mit beiden Füßen; vācā – mit der Rede; śrotreṇa – mit dem Gehör; cakṣuṣā – mit dem Sehen; yasmai – für oder zu welchem; devāḥ – die Götter; sadā – stets, immer; balim – die Gabe oder den Tribut; prayacchanti – sie bringen dar; vimite – im Ausgemessenen; amitam – das Unermessliche; skambham – Skambha, den kosmischen Halt; tam – jenen; brūhi – sage oder erkläre; katamaḥ – welcher von mehreren; svid – wohl, etwa, denn; fragende Partikel; eva – eben, gerade, wahrlich; saḥ – er, jener. vimite 'mitam stellt das Ausgemessene und das Unermessliche paradox nebeneinander.

Vers 40 – Licht jenseits von Dunkel und Übel
apa tasya hataṃ tamo vyāvṛttaḥ sa pāpmanā
sarvāṇi tasmin jyotīṃṣi yāni trīṇi prajāpatau ||40||

Übersetzung: Von ihm ist die Dunkelheit vertrieben; er ist vom Übel geschieden. In ihm sind alle Lichter, jene drei, die in Prajapati sind.

Wort-für-Wort-Erläuterung: apa – weg, fort; tasya – von ihm, sein; hatam – vertrieben oder geschlagen; tamaḥ – die Dunkelheit; vyāvṛttaḥ – getrennt oder abgewandt; sa – dieser, jener, er/sie/es; pāpmanā – vom Übel oder der Schuld; sarvāṇi – alle; tasmin – in ihm; jyotīṃṣi – die Lichter; yāni – welche; trīṇi – drei; prajāpatau – in Prajapati.

Vers 41 – Das goldene Rohr im Wasser
yo vetasaṃ hiraṇyayaṃ tiṣṭhantaṃ salile veda
sa vai guhyaḥ prajāpatiḥ ||41||

Übersetzung: Wer das goldene Rohr kennt, das im Wasser steht, der ist wahrlich der verborgene Prajapati.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yaḥ – wer, welcher; vetasam – das Rohr oder Schilf; hiraṇyayam – das goldene; tiṣṭhantam – den dastehenden; salile – im Wasser oder Urwasser; veda – er weiß, erkennt; sa – dieser, jener, er/sie/es; vai – gewiss, wahrlich; guhyaḥ – verborgen, geheimnisvoll; prajāpatiḥ – Prajapati, der Herr der Geschöpfe. Die Handschriften schwanken am Versende; guhyaḥ prajāpatiḥ, „der verborgene Prajapati“, ist die emendierte Textlesart.

Vers 42 – Die beiden Weberinnen
tantram eke yuvatī virūpe abhyākrāmaṃ vayataḥ ṣaṇmayūkham
prānyā tantūṃs tirate dhatte anyā nāpa vṛñjāte na gamāto antam ||42||

Übersetzung: Zwei junge Frauen von verschiedener Gestalt weben, abwechselnd herantretend, das Gewebe mit sechs Pflöcken. Die eine zieht die Fäden vor, die andere legt sie ein; sie brechen nicht ab und gelangen an kein Ende.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tantram – das Gewebe oder den Webstuhl; eke – ein bestimmtes Paar beziehungsweise zwei Einzelne; yuvatī – junge Frau, Mädchen; virūpe – die beiden verschiedengestaltigen; abhyākrāmam – abwechselnd herantretend; vayataḥ – die beiden weben; ṣaṣ – sechs; mayūkham – mit Pflöcken oder Strahlen versehen; pra – vorwärts, hinein; verstärkende Vorsilbe; anyā – die andere; tantūn – die Fäden; tirate – zieht vor oder spannt aus; dhatte – legt ein oder setzt; anyā – die andere; na – nicht; apa – weg, fort; vṛñjāte – die beiden brechen ab oder trennen; na – nicht; gamātaḥ – die beiden gelangen; antam – an das Ende. Verse 42–44 fehlen in der Paippalāda-Parallele; Vers 42 besitzt eine nahe Fassung im Taittirīya Brāhmaṇa.

Vers 43 – Der männliche Weber des Weltgewebes
tayor ahaṃ parinṛtyantyor iva na vi jānāmi yatarā parastāt
pumān enad vayaty ud gṛṇatti pumān enad vi jabhārādhi nāke ||43||

Übersetzung: Bei diesen beiden, die gleichsam umeinandertanzen, erkenne ich nicht, welche von ihnen voraus ist. Ein Männliches webt dieses Gewebe und zieht es empor; ein Männliches hat es oben am Himmelsgewölbe ausgespannt.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tayoḥ – der beiden; aham – ich; parinṛtyantyoḥ – der beiden gleichsam Umeinandertanzenden; iva – wie, gleichsam; na – nicht; vi – auseinander, besonders, weit; Vorsilbe; jānāmi – ich erkenne oder unterscheide; yatarā – welche von beiden; parastāt – jenseits, voraus oder weiter oben; pumān – ein Mann oder männliches Prinzip; enat – dieses, es; vayati – webt; ud – aufwärts, empor; gṛṇatti – zieht empor oder bindet; die im Saṃhitā-Text stehende Form ist textkritisch verdächtig und fehlt in der elektronischen Wortanalyse; pumān – ein Mann oder männliches Prinzip; enat – dieses, es; vi – auseinander, besonders, weit; Vorsilbe; jabhārā – trug oder spannte aus; adhi – auf, in, über; als Vorsilbe kontextabhängig; nāke – am Himmelsgewölbe. Die zweite Vershälfte ist verderbt und mit Rigveda 10.130.2 zu vergleichen; „zieht es empor“ gibt den wahrscheinlichen Bildsinn wieder.

Vers 44 – Himmelsstützen und Weberschiffchen
ime mayūkhā upa tastabhur divaṃ sāmāni cakrus tasarāṇi vātave ||44||

Übersetzung: Diese Pflöcke haben den Himmel abgestützt; die Saman-Gesänge machten sie zu Weberschiffchen für das Weben.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ime – diese; mayūkhāḥ – die Pflöcke oder Strahlen; upa – heran, hinauf, stützend an; tastabhuḥ – sie stützten; divam – den Himmel; sāmāni – die Saman-Gesänge; cakruḥ – sie machten; tasarāṇi – zu Weberschiffchen; vātave – zum Weben. Der knappe Schluss setzt das Webbild fort; mayūkha kann Pflock oder Strahl und tasara das Weberschiffchen bezeichnen.

Datierung und Textgeschichte

Die Atharvaveda-Saṃhitā ist kein in einem einzigen Jahr entstandenes Buch. Sie sammelt ältere und jüngere Hymnenschichten, die über Jahrhunderte mündlich überliefert und redaktionell geordnet wurden. Die beiden erhaltenen Hauptrezensionen sind die Śaunaka- und die Paippalāda-Saṃhitā. Der hier wiedergegebene Text folgt Śaunaka 10.7; eine teilweise parallele, anders geordnete Fassung steht in Paippalāda 17.

Atharvaveda 10.7 gehört zu den großen spekulativen Hymnen der Bücher 8–12. Sprachliche Form, Metrik und die bereits weit entwickelte Brahman-Spekulation sprechen für eine vergleichsweise späte Schicht der vedischen Saṃhitā-Literatur. Häufig wird für diese Art von Text ein weiter Rahmen um den Beginn des ersten Jahrtausends v. Chr., ungefähr 1000–800 v. Chr., angenommen. Eine präzise Datierung des einzelnen Hymnus ist nicht möglich; der genannte Rahmen ist eine vorsichtige historische Orientierung, keine gesicherte Jahreszahl.

Die traditionelle Anukramaṇī nennt Atharvan als Seher und Skambha beziehungsweise den Ātman als Gottheit. Der Hymnus verwendet mehrere Metren; Triṣṭubh und verschiedene erweiterte Formen überwiegen, daneben stehen Anuṣṭubh, Bṛhatī und Gāyatrī-nahe Bildungen. Seine metrische Uneinheitlichkeit und die Textvarianten zeigen, dass er eine eigene Überlieferungsgeschichte besitzt.

Die Paippalāda-Fassung enthält die Śaunaka-Verse 13 sowie 42–44 nicht. Whitney hielt deshalb besonders die drei Schlussverse mit dem Webbild für einen späteren Zusatz zum Hymnus. Verse 43–44 berühren Rigveda 10.130.2, Vers 42 hat eine nahe Parallele im Taittirīya Brāhmaṇa 2.5.5.3. „Späterer Zusatz“ bedeutet dabei nicht „wertlos“: Gerade das Gewebe von Tag und Nacht schließt die kosmische Bildwelt eindrucksvoll ab. Der Artikel gibt den vollständigen kanonischen Śaunaka-Text mit allen 44 Versen wieder.

Die älteste gedruckte Standardausgabe stammt von Rudolf Roth und William Dwight Whitney aus dem Jahr 1856. Whitney hinterließ außerdem eine Übersetzung mit ausführlichem textkritischem Kommentar, die Charles Rockwell Lanman 1905 veröffentlichte. Sie ist besonders bei den dunklen Versen 16, 21, 28, 34 und 41–44 wichtig. Die vorliegende deutsche Übersetzung wurde für diesen Artikel neu formuliert und kennzeichnet Unsicherheiten, statt spätere Deutungen in den Sanskrittext zurückzuprojizieren.

Inhalt

Fragen nach dem tragenden Grund
Die ersten Verse fragen, in welchem „Glied“ Skambhas Askese, kosmische Ordnung, Gelübde, Vertrauen und Wahrheit ruhen. Danach werden Feuer, Wind, Mond, Erde, Luftraum und Himmel einbezogen. Der Text sucht keinen einzelnen Ort im Raum. Durch die Folge der Fragen zeigt er, dass jede räumliche Antwort selbst schon in Skambha enthalten wäre.

Zeit kehrt zu Skambha zurück
Halbmonate, Monate, Jahr, Jahreszeiten, Tag und Nacht bewegen sich auf Skambha zu. Der Weltgrund steht daher nicht als starre Säule neben dem Zeitlauf. Er ist der Halt, in dem zyklische Veränderung möglich wird. Dass auch die Wasser nach ihm streben, verbindet Zeit, Leben und kosmische Bewegung.

Teil und Ganzes
Verse 8–9 stellen ein radikales Rätsel: Wie viel von Skambha ist in die Welt eingegangen, und wie viel blieb außerhalb? Sogar ein einziges Glied wird tausendfach. Der Text vermeidet eine einfache Gleichung, nach der der Weltgrund entweder nur jenseitig oder nur mit der sichtbaren Welt identisch wäre. Skambha durchdringt die Formen und übersteigt jede einzelne Form.

Sein, Nichtsein und Brahman
In Skambha liegen sat und asat, Sein und Nichtsein, ebenso Wasser und Brahman. Vers 21 spricht rätselhaft vom Zweig des Nichtseins, den manche für das Höchste und andere für Sein halten. Diese bewusst paradoxe Sprache zeigt die Grenze begrifflicher Einteilung. Der Hymnus bietet kein systematisches Lehrbuch, sondern führt das Denken durch Fragen an seinen eigenen Grund.

Der kosmische Mensch
Mehrfach erscheint Skambha als Leib: Götter, Seher, Veden, Tod, Unsterblichkeit, Ozean und Adern sind seine Glieder. In Vers 17 führt die Erkenntniskette vom Brahman im Purusha über Parameshthin und Prajapati zu Skambha. Die Verse 32–34 nennen Erde, Luftraum, Himmel, Sonne, Mond, Agni, Wind und Himmelsrichtungen als Körperteile des höchsten Brahman.

Skambha und Indra
Die komplementären Verse 29–30 sammeln Skambha in Indra und Indra in Skambha. Dies ist keine logische Unachtsamkeit. Die wechselseitige Inklusion verhindert, dass eine einzelne Göttergestalt vom allumfassenden Grund getrennt wird. In vedischer Denkweise kann die angerufene Gottheit den ganzen göttlichen Zusammenhang gegenwärtig machen.

Das große Yaksha und der goldene Keim
Vers 28 verbindet Skambha mit Hiranyagarbha, dem goldenen Keim. Vers 38 nennt den Weltgrund ein großes yakṣa auf dem Rücken des Urwassers. Derselbe Ausdruck begegnet später in der Kena Upanishad, wo Brahman den Göttern als geheimnisvolles Yaksha erscheint. Alle Götter hängen an diesem Grund wie Zweige an einem Stamm.

Das Weltgewebe
Die Schlussverse wechseln vom Pfeiler- zum Webbild. Zwei verschiedenfarbige junge Frauen – im vedischen Paralleltext Tag und Nacht – weben ohne Ende an einem sechsfach befestigten Gewebe. Ein männliches Prinzip spannt es bis zum Himmel. Saman-Gesänge werden zu Weberschiffchen. Kosmos, Zeit, Ritual und heiliger Klang bilden ein einziges Gewebe.

Bedeutung

Die Skambha Sukta Upanishad ist eines der deutlichsten Bindeglieder zwischen vedischer Hymnendichtung und upanishadischer Grundfrage. Sie fragt nicht nur, welcher Gott ein bestimmtes Naturphänomen beherrscht. Sie sucht das, worin Götter, Welt, Zeit, Erkenntnis und sogar die Unterscheidung von Sein und Nichtsein gegründet sind. Damit verschiebt sich religiöses Denken von einer Vielzahl einzelner Mächte zur Frage nach ihrem gemeinsamen Grund.

Das Wort skambha bewahrt dabei ein anschauliches Bild. Ein Pfeiler trägt, ohne mit dem Getragenen identisch zu sein; ein Stamm hält Zweige zusammen; ein Webrahmen ermöglicht das Gewebe. Doch Vers 35 geht weiter: Skambha trägt nicht nur die Welt, sondern ist in die ganze Welt eingegangen. Transzendenz und Immanenz werden gleichzeitig ausgesagt.

Die Körpermetaphorik macht den Kosmos lebendig. Die dreiunddreißig Götter sind Glieder, die Veden Mund und Haare, die Richtungen Adern oder Erkenntnisorgane. Solche Entsprechungen bereiten den upanishadischen Gedanken vor, dass die Erforschung des Menschen zur Erkenntnis des Weltgrundes führen kann. Vers 17 sagt ausdrücklich, dass die Kenner des Brahman im Purusha auch Skambha erkennen.

Historisch wichtig ist außerdem der Ausdruck jyeṣṭhaṃ brahma, das älteste oder höchste Brahman. Der Hymnus steht nahe an einer Phase, in der brahman von der wirksamen heiligen Formulierung zur Bezeichnung des höchsten Wirklichkeitsgrundes wird. Die Bedeutungen liegen noch übereinander; gerade deshalb darf man den Text weder auf „Ritual“ noch auf eine erst später systematisierte Metaphysik reduzieren.

Die Skambha Sukta Upanishad besitzt keine eindeutige sektiererische Zuordnung. Skambha wird mit Prajapati, Hiranyagarbha, Brahman und Indra verbunden, aber nicht exklusiv auf eine spätere Gottheit festgelegt. Das macht den Hymnus für verschiedene Vedānta- und Yoga-Traditionen anschlussfähig, verlangt aber zugleich historische Zurückhaltung.

Bedeutung heute

Für heutige spirituelle Aspiranten kann Skambha zum Symbol einer tragenden Wirklichkeit werden, die nicht als einzelnes Objekt auffindbar ist. Körper, Atem, Zeit, Natur, Sprache und Bewusstsein erscheinen als Glieder eines Zusammenhangs. Eine solche Sicht kann Sammlung fördern und der Gewohnheit entgegenwirken, die Welt in isolierte, nur nutzbare Dinge zu zerlegen.

Der Hymnus übt das Fragen. Viele Verse enden nicht mit einer Definition, sondern mit skambhaṃ taṃ brūhi katamaḥ svid eva saḥ – „Sage mir, welcher eben jener Skambha ist.“ In Meditation kann diese Frage offen gehalten werden. Sie zielt nicht auf begriffliche Leere, sondern auf wache Untersuchung: Was trägt gegenwärtig Wahrnehmung, Atem, Denken und die Erfahrung von Zeit?

Die Bilder von Adern, Wasser und Weltgewebe können heute ökologisch gelesen werden, solange dies als Anwendung und nicht als behauptete ursprüngliche Naturwissenschaft kenntlich bleibt. Alles Leben hängt in Kreisläufen zusammen. Wer Skambha als gemeinsamen Halt betrachtet, kann daraus Ehrfurcht, Maßhalten und Verantwortung ableiten.

Der Text lädt auch zur interreligiösen und innerhinduistischen Offenheit ein. Seine höchste Wirklichkeit schließt zahlreiche Götter ein, ohne sie abzuwerten. Einheit bedeutet nicht, Unterschiede auszulöschen; die Zweige bleiben verschieden und gehören doch zu einem Stamm. Diese Verbindung von Vielfalt und Grund kann eine reife spirituelle Haltung inspirieren.

Vollständiger Devanagari-Text

Die Verszahlen stehen in Devanagari-Ziffern. Vedische Akzente werden wie in der IAST-Lesefassung nicht wiedergegeben. Die Wortgrenzen folgen der IAST-Lesefassung; deshalb sind einzelne Sandhi-Verbindungen sichtbar getrennt und gegebenenfalls mit Virāma gesetzt.

कस्मिन्नङ्गे तपो अस्याधि तिष्ठति कस्मिन्न् अङ्ग ऋतम् अस्याध्य् आहितम् ।
क्व व्रतं क्व श्रद्धास्य तिष्ठति कस्मिन्न् अङ्गे सत्यम् अस्य प्रतिष्ठितम् ॥१॥

कस्माद् अङ्गाद् दीप्यते अग्निर् अस्य कस्माद् अङ्गात् पवते मातरिश्वा ।
कस्माद् अङ्गाद् वि मिमीते ऽधि चन्द्रमा मह स्कम्भस्य मिमानो अङ्गम् ॥२॥

कस्मिन्न् अङ्गे तिष्ठति भूमिर् अस्य कस्मिन्न् अङ्गे तिष्ठत्य् अन्तरिक्षम् ।
कस्मिन्न् अङ्गे तिष्ठत्य् आहिता द्यौः कस्मिन्न् अङ्गे तिष्ठत्य् उत्तरं दिवः ॥३॥

क्व प्रेप्सन् दीप्यत ऊर्ध्वो अग्निः क्व प्रेप्सन् पवते मातरिश्वा ।
यत्र प्रेप्सन्तीर् अभियन्त्य् आवृतः स्कम्भं तं ब्रूहि कतमः स्विद् एव सः ॥४॥

क्वार्धमासाः क्व यन्ति मासाः संवत्सरेण सह संविदानाः ।
यत्र यन्त्य् ऋतवो यत्रार्तवाः स्कम्भं तं ब्रूहि कतमः स्विद् एव सः ॥५॥

क्व प्रेप्सन्ती युवती विरूपे अहोरात्रे द्रवतः संविदाने ।
यत्र प्रेप्सन्तीर् अभियन्त्य् आपः स्कम्भं तं ब्रूहि कतमः स्विद् एव सः ॥६॥

यस्मिन्त् स्तब्ध्वा प्रजापतिर् लोकान्त् सर्वां अधारयत् ।
स्कम्भं तं ब्रूहि कतमः स्विद् एव सः ॥७॥

यत् परमम् अवमम् यच् च मध्यमं प्रजापतिः ससृजे विश्वरूपम् ।
कियता स्कम्भः प्र विवेश तत्र यन् न प्राविशत् कियत् तद् बभूव ॥८॥

कियता स्कम्भः प्र विवेश भूतम् कियद् भविष्यद् अन्वाशये ऽस्य ।
एकं यद् अङ्गम् अकृणोत् सहस्रधा कियता स्कम्भः प्र विवेश तत्र ॥९॥

यत्र लोकांश् च कोशांश् चापो ब्रह्म जना विदुः ।
असच् च यत्र सच् चान्त स्कम्भं तं ब्रूहि कतमः स्विद् एव सः ॥१०॥

यत्र तपः पराक्रम्य व्रतं धारयत्य् उत्तरम् ।
ऋतं च यत्र श्रद्धा चापो ब्रह्म समाहिताः स्कम्भं तं ब्रूहि कतमः स्विद् एव सः ॥११॥

यस्मिन् भूमिर् अन्तरिक्षं द्यौर् यस्मिन्न् अध्य् आहिता ।
यत्राग्निश् चन्द्रमाः सूर्यो वातस् तिष्ठन्त्य् आर्पिताः स्कम्भं तं ब्रूहि कतमः स्विद् एव सः ॥१२॥

यस्य त्रयस्त्रिंशद् देवा अङ्गे सर्वे समाहिताः ।
स्कम्भं तं ब्रूहि कतमः स्विद् एव सः ॥१३॥

यत्र ऋषयः प्रथमजा ऋचः साम यजुर् मही ।
एकर्षिर् यस्मिन्न् आर्पितः स्कम्भं तं ब्रूहि कतमः स्विद् एव सः ॥१४॥

यत्रामृतं च मृत्युश् च पुरुषे ऽधि समाहिते ।
समुद्रो यस्य नाड्यः पुरुषे ऽधि समाहिताः स्कम्भं तं ब्रूहि कतमः स्विद् एव सः ॥१५॥

यस्य चतस्रः प्रदिशो नाड्यस् तिष्ठन्ति प्रथमाः ।
यज्ञो यत्र पराक्रान्तः स्कम्भं तं ब्रूहि कतमः स्विद् एव सः ॥१६॥

ये पुरुषे ब्रह्म विदुस् ते विदुः परमेष्ठिनम् ।
यो वेद परमेष्ठिनं यश् च वेद प्रजापतिम् ।
ज्येष्ठं ये ब्राह्मणं विदुस् ते स्कम्भम् अनुसंविदुः ॥१७॥

यस्य शिरो वैश्वानरश् चक्षुर् अङ्गिरसो ऽभवन् ।
अङ्गानि यस्य यातवः स्कम्भं तं ब्रूहि कतमः स्विद् एव सः ॥१८॥

यस्य ब्रह्म मुखम् आहुर् जिह्वां मधुकशाम् उत ।
विराजम् ऊधो यस्याहुः स्कम्भं तं ब्रूहि कतमः स्विद् एव सः ॥१९॥

यस्माद् ऋचो अपातक्षन् यजुर् यस्माद् अपाकषन् ।
सामानि यस्य लोमान्य् अथर्वाङ्गिरसो मुखं स्कम्भं तं ब्रूहि कतमः स्विद् एव सः ॥२०॥

असच्छाखां प्रतिष्ठन्तीं परमम् इव जना विदुः ।
उतो सन् मन्यन्ते ऽवरे ये ते शाखाम् उपासते ॥२१॥

यत्रादित्याश् च रुद्राश् च वसवश् च समाहिताः ।
भूतं च यत्र भव्यं च सर्वे लोकाः प्रतिष्ठिताः स्कम्भं तं ब्रूहि कतमः स्विद् एव सः ॥२२॥

यस्य त्रयस्त्रिंशद् देवा निधिं रक्षन्ति सर्वदा ।
निधिं तम् अद्य को वेद यं देवा अभिरक्षथ ॥२३॥

यत्र देवा ब्रह्मविदो ब्रह्म ज्येष्ठम् उपासते ।
यो वै तान् विद्यात् प्रत्यक्षं स ब्रह्मा वेदिता स्यात् ॥२४॥

बृहन्तो नाम ते देवा ये ऽसतः परि जज्ञिरे ।
एकं तद् अङ्गं स्कम्भस्यासद् आहुः परो जनाः ॥२५॥

यत्र स्कम्भः प्रजनयन् पुराणं व्यवर्तयत् ।
एकं तद् अङ्गं स्कम्भस्य पुराणम् अनुसंविदुः ॥२६॥

यस्य त्रयस्त्रिंशद् देवा अङ्गे गात्रा विभेजिरे ।
तान् वै त्रयस्त्रिंशद् देवान् एके ब्रह्मविदो विदुः ॥२७॥

हिरण्यगर्भम् परमम् अनत्युद्यं जना विदुः ।
स्कम्भस् तद् अग्रे प्रासिञ्चद्धिरण्यं लोके अन्तरा ॥२८॥

स्कम्भे लोकाः स्कम्भे तपः स्कम्भे ऽध्य् ऋतम् आहितम् ।
स्कम्भ त्वा वेद प्रत्यक्षम् इन्द्रे सर्वं समाहितम् ॥२९॥

इन्द्रे लोका इन्द्रे तप इन्द्रे ऽध्य् ऋतम् आहितम् ।
इन्द्रं त्वा वेद प्रत्यक्षं स्कम्भे सर्वं प्रतिष्ठितम् ॥३०॥

नाम नाम्ना जोहवीति पुरा सूर्यात् पुरोषसः ।
यद् अजः प्रथमं संबभूव स ह तत् स्वराज्यम् इयाय यस्मान् नान्यत् परम् अस्ति भूतम् ॥३१॥

यस्य भूमिः प्रमान्तरिक्षम् उतोदरम् ।
दिवं यश् चक्रे मूर्धानं तस्मै ज्येष्ठाय ब्रह्मणे नमः ॥३२॥

यस्य सूर्यश् चक्षुश् चन्द्रमाश् च पुनर्णवः ।
अग्निं यश् चक्र आस्यं तस्मै ज्येष्ठाय ब्रह्मणे नमः ॥३३॥

यस्य वातः प्राणापानौ चक्षुर् अङ्गिरसो ऽभवन् ।
दिशो यश् चक्रे प्रज्ञानीस् तस्मै ज्येष्ठाय ब्रह्मणे नमः ॥३४॥

स्कम्भो दाधार द्यावापृथिवी उभे इमे स्कम्भो दाधारोर्व् अन्तरिक्षम् ।
स्कम्भो दाधार प्रदिशः षड् उर्वीः स्कम्भ इदं विश्वं भुवनम् आ विवेश ॥३५॥

यः श्रमात् तपसो जातो लोकान्त् सर्वान्त् समानशे ।
सोमं यश् चक्रे केवलं तस्मै ज्येष्ठाय ब्रह्मणे नमः ॥३६॥

कथं वातो नेलयति कथं न रमते मनः ।
किम् आपः सत्यं प्रेप्सन्तीर् नेलयन्ति कदाचन ॥३७॥

महद् यक्षं भुवनस्य मध्ये तपसि क्रान्तं सलिलस्य पृष्ठे ।
तस्मिं छ्रयन्ते य उ के च देवा वृक्षस्य स्कन्धः परित इव शाखाः ॥३८॥

यस्मै हस्ताभ्यां पादाभ्यां वाचा श्रोत्रेण चक्षुषा ।
यस्मै देवाः सदा बलिं प्रयच्छन्ति विमिते ऽमितं स्कम्भं तं ब्रूहि कतमः स्विद् एव सः ॥३९॥

अप तस्य हतं तमो व्यावृत्तः स पाप्मना ।
सर्वाणि तस्मिन् ज्योतींषि यानि त्रीणि प्रजापतौ ॥४०॥

यो वेतसं हिरण्ययं तिष्ठन्तं सलिले वेद ।
स वै गुह्यः प्रजापतिः ॥४१॥

तन्त्रम् एके युवती विरूपे अभ्याक्रामं वयतः षण्मयूखम् ।
प्रान्या तन्तूंस् तिरते धत्ते अन्या नाप वृञ्जाते न गमातो अन्तम् ॥४२॥

तयोर् अहं परिनृत्यन्त्योर् इव न वि जानामि यतरा परस्तात् ।
पुमान् एनद् वयत्य् उद् गृणत्ति पुमान् एनद् वि जभाराधि नाके ॥४३॥

इमे मयूखा उप तस्तभुर् दिवं सामानि चक्रुस् तसराणि वातवे ॥४४॥

Vollständiger IAST-Text

kasminnaṅge tapo asyādhi tiṣṭhati kasminn aṅga ṛtam asyādhy āhitam
kva vrataṃ kva śraddhāsya tiṣṭhati kasminn aṅge satyam asya pratiṣṭhitam ||1||

kasmād aṅgād dīpyate agnir asya kasmād aṅgāt pavate mātariśvā
kasmād aṅgād vi mimīte 'dhi candramā maha skambhasya mimāno aṅgam ||2||

kasminn aṅge tiṣṭhati bhūmir asya kasminn aṅge tiṣṭhaty antarikṣam
kasminn aṅge tiṣṭhaty āhitā dyauḥ kasminn aṅge tiṣṭhaty uttaraṃ divaḥ ||3||

kva prepsan dīpyata ūrdhvo agniḥ kva prepsan pavate mātariśvā
yatra prepsantīr abhiyanty āvṛtaḥ skambhaṃ taṃ brūhi katamaḥ svid eva saḥ ||4||

kvārdhamāsāḥ kva yanti māsāḥ saṃvatsareṇa saha saṃvidānāḥ
yatra yanty ṛtavo yatrārtavāḥ skambhaṃ taṃ brūhi katamaḥ svid eva saḥ ||5||

kva prepsantī yuvatī virūpe ahorātre dravataḥ saṃvidāne
yatra prepsantīr abhiyanty āpaḥ skambhaṃ taṃ brūhi katamaḥ svid eva saḥ ||6||

yasmint stabdhvā prajāpatir lokānt sarvāṁ adhārayat
skambhaṃ taṃ brūhi katamaḥ svid eva saḥ ||7||

yat paramam avamam yac ca madhyamaṃ prajāpatiḥ sasṛje viśvarūpam
kiyatā skambhaḥ pra viveśa tatra yan na prāviśat kiyat tad babhūva ||8||

kiyatā skambhaḥ pra viveśa bhūtam kiyad bhaviṣyad anvāśaye 'sya
ekaṃ yad aṅgam akṛṇot sahasradhā kiyatā skambhaḥ pra viveśa tatra ||9||

yatra lokāṃś ca kośāṃś cāpo brahma janā viduḥ
asac ca yatra sac cānta skambhaṃ taṃ brūhi katamaḥ svid eva saḥ ||10||

yatra tapaḥ parākramya vrataṃ dhārayaty uttaram
ṛtaṃ ca yatra śraddhā cāpo brahma samāhitāḥ skambhaṃ taṃ brūhi katamaḥ svid eva saḥ ||11||

yasmin bhūmir antarikṣaṃ dyaur yasminn adhy āhitā
yatrāgniś candramāḥ sūryo vātas tiṣṭhanty ārpitāḥ skambhaṃ taṃ brūhi katamaḥ svid eva saḥ ||12||

yasya trayastriṃśad devā aṅge sarve samāhitāḥ
skambhaṃ taṃ brūhi katamaḥ svid eva saḥ ||13||

yatra ṛṣayaḥ prathamajā ṛcaḥ sāma yajur mahī
ekarṣir yasminn ārpitaḥ skambhaṃ taṃ brūhi katamaḥ svid eva saḥ ||14||

yatrāmṛtaṃ ca mṛtyuś ca puruṣe 'dhi samāhite
samudro yasya nāḍyaḥ puruṣe 'dhi samāhitāḥ skambhaṃ taṃ brūhi katamaḥ svid eva saḥ ||15||

yasya catasraḥ pradiśo nāḍyas tiṣṭhanti prathamāḥ
yajño yatra parākrāntaḥ skambhaṃ taṃ brūhi katamaḥ svid eva saḥ ||16||

ye puruṣe brahma vidus te viduḥ parameṣṭhinam
yo veda parameṣṭhinaṃ yaś ca veda prajāpatim
jyeṣṭhaṃ ye brāhmaṇaṃ vidus te skambham anusaṃviduḥ ||17||

yasya śiro vaiśvānaraś cakṣur aṅgiraso 'bhavan
aṅgāni yasya yātavaḥ skambhaṃ taṃ brūhi katamaḥ svid eva saḥ ||18||

yasya brahma mukham āhur jihvāṃ madhukaśām uta
virājam ūdho yasyāhuḥ skambhaṃ taṃ brūhi katamaḥ svid eva saḥ ||19||

yasmād ṛco apātakṣan yajur yasmād apākaṣan
sāmāni yasya lomāny atharvāṅgiraso mukhaṃ skambhaṃ taṃ brūhi katamaḥ svid eva saḥ ||20||

asacchākhāṃ pratiṣṭhantīṃ paramam iva janā viduḥ
uto san manyante 'vare ye te śākhām upāsate ||21||

yatrādityāś ca rudrāś ca vasavaś ca samāhitāḥ
bhūtaṃ ca yatra bhavyaṃ ca sarve lokāḥ pratiṣṭhitāḥ skambhaṃ taṃ brūhi katamaḥ svid eva saḥ ||22||

yasya trayastriṃśad devā nidhiṃ rakṣanti sarvadā
nidhiṃ tam adya ko veda yaṃ devā abhirakṣatha ||23||

yatra devā brahmavido brahma jyeṣṭham upāsate
yo vai tān vidyāt pratyakṣaṃ sa brahmā veditā syāt ||24||

bṛhanto nāma te devā ye 'sataḥ pari jajñire
ekaṃ tad aṅgaṃ skambhasyāsad āhuḥ paro janāḥ ||25||

yatra skambhaḥ prajanayan purāṇaṃ vyavartayat
ekaṃ tad aṅgaṃ skambhasya purāṇam anusaṃviduḥ ||26||

yasya trayastriṃśad devā aṅge gātrā vibhejire
tān vai trayastriṃśad devān eke brahmavido viduḥ ||27||

hiraṇyagarbham paramam anatyudyaṃ janā viduḥ
skambhas tad agre prāsiñcaddhiraṇyaṃ loke antarā ||28||

skambhe lokāḥ skambhe tapaḥ skambhe 'dhy ṛtam āhitam
skambha tvā veda pratyakṣam indre sarvaṃ samāhitam ||29||

indre lokā indre tapa indre 'dhy ṛtam āhitam
indraṃ tvā veda pratyakṣaṃ skambhe sarvaṃ pratiṣṭhitam ||30||

nāma nāmnā johavīti purā sūryāt puroṣasaḥ
yad ajaḥ prathamaṃ saṃbabhūva sa ha tat svarājyam iyāya yasmān nānyat param asti bhūtam ||31||

yasya bhūmiḥ pramāntarikṣam utodaram
divaṃ yaś cakre mūrdhānaṃ tasmai jyeṣṭhāya brahmaṇe namaḥ ||32||

yasya sūryaś cakṣuś candramāś ca punarṇavaḥ
agniṃ yaś cakra āsyaṃ tasmai jyeṣṭhāya brahmaṇe namaḥ ||33||

yasya vātaḥ prāṇāpānau cakṣur aṅgiraso 'bhavan
diśo yaś cakre prajñānīs tasmai jyeṣṭhāya brahmaṇe namaḥ ||34||

skambho dādhāra dyāvāpṛthivī ubhe ime skambho dādhārorv antarikṣam
skambho dādhāra pradiśaḥ ṣaḍ urvīḥ skambha idaṃ viśvaṃ bhuvanam ā viveśa ||35||

yaḥ śramāt tapaso jāto lokānt sarvānt samānaśe
somaṃ yaś cakre kevalaṃ tasmai jyeṣṭhāya brahmaṇe namaḥ ||36||

kathaṃ vāto nelayati kathaṃ na ramate manaḥ
kim āpaḥ satyaṃ prepsantīr nelayanti kadācana ||37||

mahad yakṣaṃ bhuvanasya madhye tapasi krāntaṃ salilasya pṛṣṭhe
tasmiṃ chrayante ya u ke ca devā vṛkṣasya skandhaḥ parita iva śākhāḥ ||38||

yasmai hastābhyāṃ pādābhyāṃ vācā śrotreṇa cakṣuṣā
yasmai devāḥ sadā baliṃ prayacchanti vimite 'mitaṃ skambhaṃ taṃ brūhi katamaḥ svid eva saḥ ||39||

apa tasya hataṃ tamo vyāvṛttaḥ sa pāpmanā
sarvāṇi tasmin jyotīṃṣi yāni trīṇi prajāpatau ||40||

yo vetasaṃ hiraṇyayaṃ tiṣṭhantaṃ salile veda
sa vai guhyaḥ prajāpatiḥ ||41||

tantram eke yuvatī virūpe abhyākrāmaṃ vayataḥ ṣaṇmayūkham
prānyā tantūṃs tirate dhatte anyā nāpa vṛñjāte na gamāto antam ||42||

tayor ahaṃ parinṛtyantyor iva na vi jānāmi yatarā parastāt
pumān enad vayaty ud gṛṇatti pumān enad vi jabhārādhi nāke ||43||

ime mayūkhā upa tastabhur divaṃ sāmāni cakrus tasarāṇi vātave ||44||

Vollständige deutsche Übersetzung

Vers 1: In welchem seiner Glieder ruht die Askese? In welchem Glied ist seine kosmische Ordnung niedergelegt? Wo stehen sein Gelübde und sein Vertrauen? In welchem seiner Glieder ist die Wahrheit gegründet?

Vers 2: Aus welchem seiner Glieder flammt Agni? Aus welchem Glied weht Matarishvan? Von welchem Glied aus misst der Mond seine Bahn, während er das Glied des großen Skambha ausmisst?

Vers 3: In welchem seiner Glieder steht die Erde, in welchem Glied der Luftraum? In welchem Glied ist der Himmel niedergelegt, und in welchem Glied das, was noch über dem Himmel liegt?

Vers 4: Wohin strebend flammt Agni aufwärts? Wohin strebend weht Matarishvan? Wohin strebend gelangen die kreisenden Bahnen? Sage mir: Welcher von den vielen ist eben jener Skambha?

Vers 5: Wohin gehen die Halbmonate, wohin die Monate, die sich gemeinsam mit dem Jahr bewegen? Wohin gehen die Jahreszeiten und die zu ihnen gehörenden Zeitabschnitte? Sage mir: Welcher von den vielen ist eben jener Skambha?

Vers 6: Wohin strebend eilen die beiden jungen Frauen von verschiedener Gestalt – Tag und Nacht – miteinander im Einklang? Wohin strebend gelangen die Wasser? Sage mir: Welcher von den vielen ist eben jener Skambha?

Vers 7: In wem hat Prajapati, nachdem er sie abgestützt hatte, alle Welten getragen? Sage mir: Welcher von den vielen ist eben jener Skambha?

Vers 8: Was Prajapati als das Höchste, das Niedrigste und das Mittlere in allen Gestalten erschuf: Mit wie viel von sich drang Skambha dort ein? Was er nicht durchdrang – wie groß war das?

Vers 9: Mit wie viel von sich drang Skambha in das Gewordene ein? Wie viel von ihm erstreckt sich entlang des Künftigen? Als er das eine Glied tausendfach machte – mit wie viel von sich drang Skambha dort ein?

Vers 10: Wo die Menschen die Welten und ihre Behälter, die Wasser und Brahman erkennen, und worin Nichtsein und Sein enthalten sind – sage mir: Welcher von den vielen ist eben jener Skambha?

Vers 11: Wo die Askese, mächtig voranschreitend, das höchste Gelübde trägt, und wo kosmische Ordnung, Vertrauen, Wasser und Brahman zusammengefügt sind – sage mir: Welcher von den vielen ist eben jener Skambha?

Vers 12: In wem Erde und Luftraum, in wem der Himmel niedergelegt sind, wo Agni, Mond, Sonne und Wind fest eingesetzt stehen – sage mir: Welcher von den vielen ist eben jener Skambha?

Vers 13: In wessen Glied alle dreiunddreißig Götter zusammengefügt sind – sage mir: Welcher von den vielen ist eben jener Skambha?

Vers 14: Wo die erstgeborenen Seher, die Rigverse, Saman, Yajus und die Große [Erde] ruhen, und in wem der eine Seher eingesetzt ist – sage mir: Welcher von den vielen ist eben jener Skambha?

Vers 15: Wo Unsterblichkeit und Tod im Menschen zusammengefügt sind, und dessen Ozean und Adern im Menschen zusammengefügt sind – sage mir: Welcher von den vielen ist eben jener Skambha?

Vers 16: Dessen vier Himmelsrichtungen als erste Adern dastehen, in wem das Opfer machtvoll vorgeschritten ist – sage mir: Welcher von den vielen ist eben jener Skambha?

Vers 17: Die im Menschen Brahman erkennen, erkennen den Höchststehenden. Wer den Höchststehenden erkennt und wer Prajapati erkennt, und die das höchste Brāhmaṇa erkennen, die haben dadurch auch Skambha erkannt.

Vers 18: Dessen Haupt Vaishvanara und dessen Auge die Angirases wurden, dessen Glieder die Yatus, die Zaubermächte, wurden – sage mir: Welcher von den vielen ist eben jener Skambha?

Vers 19: Dessen Mund, wie man sagt, Brahman ist, dessen Zunge die Honigpeitsche, und dessen Euter, wie man sagt, Viraj ist – sage mir: Welcher von den vielen ist eben jener Skambha?

Vers 20: Aus wem sie die Rigverse herausschnitten und aus wem sie das Yajus herausschälten, dessen Haare die Saman-Gesänge und dessen Mund die Atharvans und Angirases sind – sage mir: Welcher von den vielen ist eben jener Skambha?

Vers 21: Den hervortretenden Zweig des Nichtseins erkennen die Menschen gleichsam als das Höchste. Doch die Niedrigeren, die deinen Zweig verehren, halten ihn für das Sein.

Vers 22: Wo die Adityas, Rudras und Vasus zusammengefügt sind, wo das Gewordene und das Künftige und alle Welten gegründet sind – sage mir: Welcher von den vielen ist eben jener Skambha?

Vers 23: Dessen Schatz die dreiunddreißig Götter immerdar bewachen: Wer kennt heute den Schatz, den ihr Götter beschützt?

Vers 24: Wo die Brahman kennenden Götter das höchste Brahman verehren: Wer sie unmittelbar erkennen könnte, der wäre ein Brahmā, ein wahrer Kenner.

Vers 25: „Die Großen“ heißen jene Götter, die aus dem Nichtsein geboren wurden. Dieses eine Glied Skambhas nennen die Menschen das jenseitige Nichtsein.

Vers 26: Wo Skambha, zeugend, die uralte Welt entfaltete, erkannten sie dieses eine Glied Skambhas als das Uralte.

Vers 27: In dessen Glied die dreiunddreißig Götter die Körperglieder unter sich aufteilten – jene dreiunddreißig Götter kennen einige Brahman-Kenner.

Vers 28: Die Menschen erkennen Hiranyagarbha als das Höchste, das nicht zu überrufen oder zu überbieten ist. Am Anfang goss Skambha dieses Gold mitten in die Welt.

Vers 29: In Skambha sind die Welten, in Skambha die Askese; in Skambha ist die kosmische Ordnung niedergelegt. O Skambha, ich erkenne dich unmittelbar: Alles ist in Indra zusammengefügt.

Vers 30: In Indra sind die Welten, in Indra die Askese; in Indra ist die kosmische Ordnung niedergelegt. O Indra, ich erkenne dich unmittelbar: Alles ist in Skambha gegründet.

Vers 31: Name ruft laut nach Name – noch vor der Sonne, noch vor der Morgenröte. Als der Ungeborene zuerst entstand, gelangte er zu jener Selbstherrschaft, jenseits deren nichts Höheres entstanden ist.

Vers 32: Dessen Grundmaß die Erde und dessen Bauch der Luftraum ist, der den Himmel zu seinem Haupt machte – diesem höchsten Brahman sei Verehrung.

Vers 33: Dessen Auge die Sonne und der sich immer erneuernde Mond sind, der Agni zu seinem Mund machte – diesem höchsten Brahman sei Verehrung.

Vers 34: Dessen Ein- und Ausatmung der Wind und dessen Auge die Angirases wurden, der die Richtungen zu Erkenntnisorganen machte – diesem höchsten Brahman sei Verehrung.

Vers 35: Skambha trug diese beiden, Himmel und Erde; Skambha trug den weiten Luftraum. Skambha trug die sechs weiten Richtungen; Skambha durchdrang diese ganze Welt.

Vers 36: Der aus Mühe und Askese geboren wurde und alle Welten vollständig erlangte, der Soma ganz zu seinem Eigenen machte – diesem höchsten Brahman sei Verehrung.

Vers 37: Wie kommt es, dass der Wind niemals stillsteht? Wie kommt es, dass der Geist nicht ruht? Warum stehen die Wasser, die nach Wahrheit streben, niemals still?

Vers 38: Ein großes Yaksha steht inmitten der Welt, in Askese eingetreten, auf dem Rücken des Urwassers. In ihm ruhen alle Götter, die es gibt, wie die Zweige rings um den Stamm eines Baumes.

Vers 39: Ihm bringen die Götter mit beiden Händen, beiden Füßen, mit Rede, Gehör und Gesichtssinn beständig ihre Gabe dar – das Unermessliche im Ausgemessenen. Sage mir: Welcher von den vielen ist eben jener Skambha?

Vers 40: Von ihm ist die Dunkelheit vertrieben; er ist vom Übel geschieden. In ihm sind alle Lichter, jene drei, die in Prajapati sind.

Vers 41: Wer das goldene Rohr kennt, das im Wasser steht, der ist wahrlich der verborgene Prajapati.

Vers 42: Zwei junge Frauen von verschiedener Gestalt weben, abwechselnd herantretend, das Gewebe mit sechs Pflöcken. Die eine zieht die Fäden vor, die andere legt sie ein; sie brechen nicht ab und gelangen an kein Ende.

Vers 43: Bei diesen beiden, die gleichsam umeinandertanzen, erkenne ich nicht, welche von ihnen voraus ist. Ein Männliches webt dieses Gewebe und zieht es empor; ein Männliches hat es oben am Himmelsgewölbe ausgespannt.

Vers 44: Diese Pflöcke haben den Himmel abgestützt; die Saman-Gesänge machten sie zu Weberschiffchen für das Weben.

5 Empfehlungen aus der Skambha Sukta Upanishad für ernsthafte spirituelle Aspiranten

  • Lass eine Grundfrage offen. Nimm regelmäßig die Frage „Was trägt diese Erfahrung?“ in die Meditation. Suche nicht sofort eine sprachliche Antwort; beobachte Körper, Atem, Gedanken und den Raum, in dem sie erscheinen.
  • Erkenne Einheit ohne Gleichmacherei. Betrachte die vielen „Zweige“ deines Lebens – Beziehungen, Arbeit, Natur, Studium und Praxis – als verschieden und doch verbunden. Prüfe, ob deine Vorstellung von Einheit Verschiedenheit tragen kann.
  • Verbinde Studium und innere Erfahrung. Lerne zentrale Wörter wie skambha, ṛta, brahman, puruṣa und amṛta. Halte dabei philologische Bedeutung, spätere Tradition und eigene Meditation klar auseinander.
  • Übe Ehrfurcht gegenüber den Kreisläufen. Halbmonate, Jahreszeiten, Tag, Nacht und Wasser streben im Hymnus zum gemeinsamen Grund. Richte deine Praxis an natürlichen Rhythmen aus und gehe maßvoll mit Nahrung, Wasser, Energie und Zeit um.
  • Verwandle Sprache in tragenden Klang. Die Saman-Gesänge werden zu Werkzeugen des Weltgewebes. Nutze Mantra und Rezitation achtsam: korrekt genug, um den Text zu ehren, ruhig genug, um zuzuhören, und ohne aus Klangpraxis unbelegte Heilsversprechen abzuleiten.

Audio und Rezitation

Das Vedic Heritage Portal bietet den akzentuierten Devanagari-Text und eine traditionelle Rezitation aller 44 Verse. Für das Erlernen vedischer Akzente sollte eine qualifizierte Lehrperson oder eine verlässliche Śaunaka-Rezitation maßgeblich sein; die akzentlose Lesefassung dieses Artikels ersetzt keine mündliche Unterweisung.

Literatur und Quellen

  • Rudolf Roth und William Dwight Whitney (Hrsg.): Atharva Veda Sanhita. Berlin 1856, Atharvaveda 10.7.
  • William Dwight Whitney; hrsg. von Charles Rockwell Lanman: Atharva-Veda Saṃhitā. Translated with a Critical and Exegetical Commentary. Harvard Oriental Series 7–8, Cambridge, Mass. 1905, Band 2, S. 589–595. Digitalisat im Internet Archive.
  • Ralph T. H. Griffith: The Hymns of the Atharva-Veda. Benares 1895–1896, Buch 10, Hymnus 7. Öffentlicher Volltext.
  • Vedic Heritage Portal: Atharvaveda Śaunaka 10.7, akzentuierter Devanagari-Text und Rezitation.
  • Oliver Hellwig: Digital Corpus of Sanskrit – morphologische Analyse der Atharvaveda-Śaunaka-Saṃhitā, Datei zu AVŚ 10.7.
  • Maurice Bloomfield: The Atharvaveda. In: Grundriss der Indo-Arischen Philologie und Altertumskunde. Straßburg 1899.
  • Jan Gonda: Vedic Literature (Saṃhitās and Brāhmaṇas). Wiesbaden 1975.
  • Paul Deussen: Allgemeine Geschichte der Philosophie, Band I, Abteilung 1, mit einer Deutung des Skambha-Hymnus.

Siehe auch

Weblinks

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Sanskrit und Devanagari

06.01.2027 - 15.12.2027 Jahresgruppe Sanskrit - Lektüre der AMRITA SIDDHI 2 - online

Termine: 16x mittwochs: 06.01., 27.01., 17.02., 10.03., 31.03., 21.04., 12.05., 02.06., 23.06., 14.07., 08.09., 29.09., 20.10., 10.11., 01.12., 15.12.20…
Dr phil Oliver Hahn
09.04.2027 - 11.04.2027 Sanskrit Intensivwochenende

Du bist fasziniert vom Klang des Sanskrit und der tiefgehenden Wirkung der Wörter dieser uralten Sprache? Hast bereits Übersetzungen von Mantras oder …
Dr phil Oliver Hahn

Jnana Yoga und Philosophie

15.11.2026 - 20.11.2026 Aus der Tiefe des Herzens antworten

In diesem Praxisseminar beschreiten wir den Weg fundamentalen Gewahrseins durch intuitive Antworten aus dem Herzen. Antworten, die sich aus unserem wah…
Michael Büchel, Roswitha Breitkopf
29.11.2026 - 06.12.2026 Spirituelle Sterbebegleiter Ausbildung

Immer mehr Menschen wollen sich aktiv und offen mit Sterben und Tod beschäftigen und dabei zu einem neuen spirituellen Verständnis von Vergänglichkei…
Sukhavati Kusch