Prithivi Dana – ein goldenes Erdbild als Gabe der Dankbarkeit überreichen

Aus Yogawiki

Prithivi Dana – ein goldenes Erdbild als Gabe der Dankbarkeit überreichen: Das Prithivi Dana verehrt die Erde als tragende und nährende Göttin und überführt ein kostbares Abbild ihrer Gestalt in eine Schenkung. Das Bhavishya Purana beschreibt neben der großen Festzeremonie ausdrücklich eine kleinere Durchführung für Menschen, die deren Aufwand nicht tragen können: Das goldene Erdbild wird an einem schönen Platz aufgestellt und übergeben. Diese Anleitung folgt der erlaubten Kurzfassung des Prithivi Dana. Sie richtet sich an Stiftende, die ein wirkliches Goldobjekt verschenken möchten, und kann im Haus oder an einem geeigneten religiösen Versammlungsort stattfinden.

Vorbereitung

Geeignete Zeiten sind nach der Quelle Sonnen- oder Mondfinsternisse, der eigene Geburtsstern, Tagundnachtgleichen, die Sonnenwenden oder andere günstige Zeiten, zu denen Vermögen und Gebebereitschaft zusammentreffen. Eine feste Uhrzeit wird nicht angegeben. Lade einen kundigen Lehrer und brahmanische Empfänger ein; eine große Priestergruppe ist für die hier gewählte Kurzform nicht erforderlich.

Lass ein goldenes Erdbild mit Jambudvipa, den begrenzenden Bergen, einem zentralen Meru, Bäumen, den acht Welthütern, Brahma und Vishveshvara anfertigen. Die Quelle nennt 100, 50 oder mindestens fünf Pala Gold entsprechend den Möglichkeiten. Verwende Blumen, Duft, Schmucksteine und verschiedene Feldfrüchte zur Ausschmückung. Auch für die Kurzform bleibt ein wirkliches Goldobjekt vorgesehen.

Durchführung

1. Die Erde darstellen und schmücken
Stelle das Erdbild auf einen schönen, sauberen Platz. Ordne die Felderträge dazu und schmücke es mit Duft und den vorbereiteten Schmuckgaben. Erkenne in der Gestalt Prithivis die Grundlage deines eigenen Lebens.

2. Zur Übergabe bereitwerden
Bade, kleide dich sauber und hell und nimm Blumen in die gefalteten Hände. Umschreite das Erdbild ehrerbietig im Uhrzeigersinn. Die Quelle gibt für diese Pradakshina keine Wiederholungszahl vor.

3. Die nährende Erde anrufen
Sprich die sechs Gebetsverse in ihrer Reihenfolge:

namaste sarvadevānāṃ tvameva bhavanaṃ yataḥ |
dhātrī tvamasi bhūtānāmataḥ pāhi vasuṃdhare ||

Übersetzung: Verehrung dir: Du bist die Wohnstatt aller Gottheiten. Du bist die Nährerin der Lebewesen; darum beschütze mich, Vasundhara.

vasu dhārayase yasmātsarvasaukhyapradāyakam |
vasuṃdharā tato jātā tasmātpāhi bhayādalam ||

Übersetzung: Weil du den Reichtum trägst, der alle Wohlfahrt gewährt, wirst du Vasundhara genannt. Darum bewahre mich vor der Übermacht der Furcht.

caturmukho'pi no gacchedyasmādaṃtaṃ tavācale |
anaṃtāyai namastubhyaṃ pāhi saṃsārakardamāt ||

Übersetzung: Weil selbst der Viergesichtige dein Ende nicht erreicht, Unerschütterliche, verehre ich dich als die Grenzenlose. Bewahre mich vor dem Schlamm des Samsara.

tvameva lakṣmīrgoviṃde śive gaurīti saṃsthitā |
gāyatrī brahmaṇaḥ pārśve jyotsnā caṃdre ravau prabhā ||

Übersetzung: Du bist Lakshmi bei Govinda und weilst als Gauri bei Shiva, als Gayatri an Brahmas Seite, als Mondlicht im Mond und als Glanz in der Sonne.

buddhirbṛhaspatau khyātā medhā muniṣu saṃsthitā |
viśvaṃ prāpya sthitā yasmāttato viśvaṃbharā matā ||

Übersetzung: Als Urteilskraft bist du in Brihaspati bekannt, als Einsicht weilst du in den Weisen. Weil du die ganze Welt durchdringend gegenwärtig bist, wirst du Vishvambhara, Trägerin des Alls, genannt.

dhṛtiḥ kṣitiḥ kṣamā kṣoṇī pṛthivī vasudhā mahī |
etābhirmūrtibhiḥ pāhi devi saṃsārasāgarāt ||

Übersetzung: Als Standhaftigkeit, Boden, Geduld, Erdreich, Prithivi, Vasudha und Mahi beschütze mich, Göttin, durch diese Gestalten vor dem Meer des Samsara.

4. Das Erdbild verschenken
Überreiche das geschmückte Erdbild den vereinbarten Empfängern. Der Text sieht für den leitenden Lehrer die Hälfte oder ein Viertel der Gabe vor; klärt die Verteilung daher vor der Anfertigung beziehungsweise Übergabe. Behalte keinen heimlichen Anspruch auf die verschenkte Gabe.

5. Die kurze Feier beschließen
Verneige dich vor der als Göttin verehrten Erde und danke den Anwesenden. Die umfangreiche Feuerfeier, der große Pavillon und die acht zusätzlichen Krüge gehören zur aufwendigen Fassung des Kapitels; Vers 29 erlaubt für fehlende Mittel ausdrücklich die hier beschriebene schlichte Aufstellung und Gabe.

Rezitation in Devanagari

नमस्ते सर्वदेवानां त्वमेव भवनं यतः ।
धात्री त्वमसि भूतानामतः पाहि वसुंधरे ॥

वसु धारयसे यस्मात्सर्वसौख्यप्रदायकम् ।
वसुंधरा ततो जाता तस्मात्पाहि भयादलम् ॥

चतुर्मुखोऽपि नो गच्छेद्यस्मादंतं तवाचले ।
अनंतायै नमस्तुभ्यं पाहि संसारकर्दमात् ॥

त्वमेव लक्ष्मीर्गोविंदे शिवे गौरीति संस्थिता ।
गायत्री ब्रह्मणः पार्श्वे ज्योत्स्ना चंद्रे रवौ प्रभा ॥

बुद्धिर्बृहस्पतौ ख्याता मेधा मुनिषु संस्थिता ।
विश्वं प्राप्य स्थिता यस्मात्ततो विश्वंभरा मता ॥

धृतिः क्षितिः क्षमा क्षोणी पृथिवी वसुधा मही ।
एताभिर्मूर्तिभिः पाहि देवि संसारसागरात् ॥

Bedeutung und Abschluss

Die Erde wird im Gebet zugleich als Lakshmi, Gauri und Gayatri betrachtet. Nahrung, Geduld, Verstehen und Halt erscheinen als Gaben derselben mütterlichen Kraft. Als persönliche Weiterführung bietet sich ein konkreter Dienst an einem Garten, einer Anbaufläche oder einer gemeinschaftlichen Lebensgrundlage an.

Quellen und weiterführende Praxis

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