Narasimha Jaya Japa mit dem achtsilbigen Mantra

Aus Yogawiki

Narasimha Jaya Japa mit dem achtsilbigen Mantra verbindet einen kurzen Siegesruf an Narasimha mit einem Gebet um Schutz. Der zugehörige Dhyana nennt den Gott einen Ozean des Mitgefühls. Er verbindet Vishnu-Anreden mit Shiva-Attributen und bewahrt damit eine besondere Stimme der Quelle.

Aufmerksames Japa verbindet den Verehrungsruf mit der Bitte um Schutz.

Umfang: Abgeschlossene innere Sitzung mit Dhyana, ausgeschriebenem Nyasa, 108 Japa und Darbringungsgebet.

Anlass, Voraussetzungen und Material

Für Praktizierende, die in diesen Mantra und den hier beschriebenen Nyasa unterwiesen sind. Die persönliche Diksha und die Anleitung des Guru bleiben maßgeblich. Bereite einen sauberen Sitz und eine Mala oder andere Zählhilfe vor; ein Bild der Gottheit ist möglich. Plane etwa 15 bis 25 Minuten ein.

Zur Vertiefung passen Narayana Sukta, Krishna Puja, Panchayatana Puja. Alle für die hier beschriebene Sitzung erforderlichen Schritte sind unten ausgeschrieben.

1. Vorbereitung und Ausrichtung

Wasche die Hände und setze dich aufrecht und bequem. Vergegenwärtige Narasimha, den Menschlöwen. Widme die Sitzung der Hingabe und geistigen Sammlung.

2. Handlungen des Nyasa

Sprich jede Formel einmal vollständig bei der angegebenen Handlung. Die Schlusswörter bezeichnen rituelle Akte; ihre Funktionen werden unmittelbar erläutert.

Körperweihung

Berühre die genannten Körperstellen mit den Fingerspitzen der rechten Hand; für die schützende Hülle kreuze beide Arme. Beim Augen-Nyasa führe die Finger vor die Augen und die Stirnmitte, ohne auf die Augen zu drücken. Die ruhige Handbewegung beim Astra konkretisiert hier die Vorstellung eines geschützten Übungsraumes.

Handlung Vollständige Formel Bedeutung
Herzraum hāṃ hṛdayāya namaḥ Die zugehörige Form des Raumbija ha. Dem Herzen: Verehrung.
Scheitel hīṃ śirase svāhā Die zugehörige Form des Raumbija ha. Dem Haupt: Darbringung.
Hinterer Scheitel, Shikha-Stelle hūṃ śikhāyai vaṣaṭ Die zugehörige Form des Raumbija ha. Der Shikha: Weihe und Bekräftigung.
Gekreuzte Hände auf die gegenüberliegenden Schultern haiṃ kavacāya huṃ Die zugehörige Form des Raumbija ha. Der schützenden Hülle: Schutzbekräftigung.
Vor beide Augen und die Stirnmitte hauṃ netratrayāya vauṣaṭ Die zugehörige Form des Raumbija ha. Den drei Augen: Weihe und Bekräftigung.
Eine ruhige Handbewegung nach außen haḥ astrāya phaṭ Die zugehörige Form des Raumbija ha. Der rituellen Schutzwaffe: Abgrenzung.

3. Die göttliche Gestalt betrachten

Rezitiere den folgenden Dhyana-Vers einmal und vergegenwärtige anschließend die beschriebene Gestalt still.

śrīman nṛkesarin ato jagadekabandho |
śrīnīlakaṇṭha karuṇārṇava sāmarāja |
vahnīndutīvrakaranetra pinākapāṇe |
śītāṃśuśekhara rameśvara pāhi viṣṇo ||

Glorreicher Menschlöwe, einziger Freund der Welt! Ehrwürdiger Blauhalsiger, Ozean des Mitgefühls, Herr der Sama-Gesänge! Du, dessen Augen Feuer, Mond und strahlende Sonne sind, Träger des Pinaka-Bogens! Du mit dem Mond am Haupt, Herr der Rama-Lakshmi: Beschütze mich darum, o Vishnu!

Verweile für einige natürliche Atemzüge bei dieser Gegenwart. Lege der Gottheit im Geist eine Blüte zu Füßen. Die einzelne innere Blütengabe gestaltet hier den Übergang vom Dhyana zum Japa.

4. Die vollständige Mantra-Rezitation

Rezitiere die folgende vollständige Formel 108-mal leise oder im Geist:

jaya jaya śrīnṛsiṃha

Heil, heil dir, ehrwürdiger Narasimha! Jaya ist hier ein jubelnder Verehrungsruf.

Eine ganze Formel zählt als eine Wiederholung. Bewege danach eine Perle der Mala weiter; die Meru-Perle zählt nicht mit. Atme während der Rezitation natürlich und bleibe bei der Bedeutung der Anrufung.

5. Die Rezitation darbringen

Stelle dir die Frucht deiner Rezitation als Gabe in der rechten Hand des Gottes vor. Sprich einmal:

guhyātiguhyagoptā tvaṃ gṛhāṇāsmatkṛtaṃ japam |
siddhir bhavatu me deva tvatprasādāt tvayi sthitiḥ ||

Du bist der Hüter des Geheimsten. Nimm unsere Rezitation an. Durch deine Gnade möge mir Vollendung zuteilwerden: das Ruhen in dir.

Falte die Hände vor dem Herzen, neige den Kopf und bleibe einen Augenblick still. Lass die bildhafte Betrachtung im Herzen zur Ruhe kommen. Damit ist diese Sitzung abgeschlossen.

Vertiefung

Yoga-Vidya-Vortrag „Japa – der Weg zu Gott“. Das Video ist eine thematische Ergänzung; der konkrete Ablauf richtet sich nach dieser Anleitung.

Siehe auch

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Quellen und redaktionelle Hinweise

Mantramahodadhi von Mahīdhara, Sanskrit-IAST-Projektfassung mit gesonderten Erläuterungen aus der Naukā. 14.25–29: der achtsilbige Mantra wird in 14.26 ausdrücklich als jaya jaya śrīnṛsiṃha erklärt. Der Nyasa in 14.27 verwendet das Raumbija ha mit den sechs Vokalformen und Nasal- beziehungsweise Visargaabschluss. Der Dhyana ist 14.28. Die Anreden Nilakantha, Pinakapani und Shitamshushekhara werden nicht entfernt oder durch vermeintlich passendere Vishnu-Namen ersetzt. Ausgewählt ist der Körper-Nyasa; die Gebetsübersetzung nimmt das Wort ato als „darum“ in die Schlussbitte auf.

Die Sitzung mit 108 Wiederholungen ist eine redaktionell begrenzte Praxisform. Ihr allgemeiner Japa-Rahmen folgt Mantramahodadhi 21.166–170, besonders 21.169; das Darbringungsgebet folgt 22.151–152. Die weibliche Form des Gebets ist auch im Brihat Tantrasara, allgemeine Puja-Paddhati, Vers 6, belegt. Die größere Purashcharana und die äußeren Avarana-Pujas des jeweiligen Gottheitenkapitels sind nicht Bestandteil dieser Sitzung.