Madanantaka

Aus Yogawiki
Madanantaka

Madanantaka (Sanskrit: Madanāntaka m.und adj.) = der die Leidenschaft beendet, Name für Shiva.

Madanantaka setzt sich aus zwei Sanskrit-Elementen zusammen: madana und antaka.

  • Madana ist in der klassischen indischen Literatur der Name und die Personifikation der leidenschaftlichen Liebe, des Begehrens und der sinnlichen Anziehung; er entspricht im hinduistischen Mythos oft dem Gott der Liebe, vergleichbar mit dem griechischen Eros. Der Begriff trägt deshalb die Bedeutung von Verlangen, Leidenschaft, Begehren oder erotischer Kraft.
  • Antaka bedeutet wörtlich „der Töter“ oder „der, der ein Ende setzt“, gebildet von der Wurzel ant, die „enden“ oder „beenden“ bedeutet; in zusammengesetzten Namen tritt antaka als Endung häufig mit der Bedeutung „Zerstörer von…“, „Beender von…“ oder „Derjenige, der … tötet“.

Zusammen gelesen liefert Madanantaka also die Bedeutung „der Zerstörer von Madana“ oder „derjenige, der die leidenschaftliche Liebe bezwingt/auslöscht“. In religiösem und ikonografischem Kontext wird dieser Name häufig als Ehrentitel für eine Gottheit oder einen Bodhisattva verwendet, die das leidenschaftliche Verlangen überwunden oder besiegt hat. Beispielsweise spricht die buddhistische und tantrische Symbolik manchmal von Figuren, die Begierde und illusionäre Anhaftung überwunden haben; ein solcher Titel betont ihre Macht, Verlangen zu durchschauen und zu überwinden. In hinduistischen Lesarten kann Madanantaka auf Shiva in seiner Funktion bezogen werden, als derjenige, der das Verlangen und die Verblendung zerstört, oder auf andere göttliche Figuren, die als Bezwinger der sinnlichen Verlockungen gelten.

Die Konnotation des Namens ist also ambivalent: er benennt sowohl das Problemfeld (Madana, die leidenschaftliche Begierde) als auch die souveräne Antwort darauf (antaka, derjenige, der dem ein Ende setzt). In philosophischer Hinsicht signalisiert Madanantaka eine spirituelle Autorität, die Triebkräfte transzendiert, und steht damit für Disziplin, Befreiung von Anhaftung und die Fähigkeit, Illusionen zu durchschauen und zu beenden.

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