Lilajanman

Aus Yogawiki
Lilajanman

Lilajanman (Sanskrit: līlājanman n.) = eine Geburt, nicht aufgrund karmischer Wirkungen, sondern aus der Freiheit des göttlichen Spiels (lila).

Lilajanman bedeutet sinngemäß „spielerische Geburt“ oder „Geburt als göttliches Spiel“. Der Ausdruck setzt sich aus Idee von Spiel und Entstehung, Geburt oder Hervorbringung zusammen und verweist auf eine Sichtweise, in der das Leben nicht nur als ernstes Schicksal verstanden wird, sondern auch als Ausdruck einer freien, schöpferischen Kraft. In indischen Denkweisen ist das eng mit dem Gedanken verbunden, dass die Welt nicht bloß mechanisch entsteht, sondern sich wie ein Spiel des Göttlichen entfaltet.

Im Zusammenhang mit Hinduismus und Spiritualität kann Lilajanman auf die Vorstellung hinweisen, dass das Dasein Teil eines größeren kosmischen Spiels ist. Das passt gut zu der Idee, dass auch das menschliche Leben nicht allein von Pflicht, Angst oder Kontrolle bestimmt sein muss, sondern von Vertrauen, Hingabe und innerer Leichtigkeit. In Yoga und Ayurveda lässt sich das als Erinnerung lesen, nicht alles verkrampft zu wollen. Wenn du zu sehr festhältst, entsteht Spannung; wenn du mit mehr Gelassenheit lebst, wird Handlung natürlicher und freier. Gerade in Indien ist diese Haltung tief verwurzelt: Ernst und Disziplin sind wichtig, aber ebenso die Fähigkeit, das Leben mit Weite zu betrachten.

Für die Praxis heißt das: Du kannst versuchen, deine täglichen Pflichten bewusster, aber weniger verbissen zu tun. Beim Yoga etwa übst du nicht, um etwas zu erzwingen, sondern um dich zu öffnen. Ein Beispiel wäre eine sanfte Morgenpraxis mit ruhiger Atmung, bei der du jede Bewegung als Ausdruck von Leichtigkeit betrachtest, nicht als Leistung. So wird aus Übung ein inneres Spiel mit Aufmerksamkeit, statt ein Kampf gegen dich selbst.

„Das Leben ist kein Problem, das es zu lösen gilt, sondern eine Wirklichkeit, die erfahren werden will.“

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