Klassische indische Musik

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Klassische indische Musik entstand aus den Veden, den ältesten hinduistischen Schriften, und verzweigte sich später in karnatische und hindustanische Musik. Der Begriff "klassisch" weist auf die Tatsache hin, dass diese Kunst hauptsächlich von der gesellschaftlichen Elite gefördert und zu deren Nutzen aufgeführt wurde. Zuerst waren diese Eliten die hinduistischen Könige, welche die Tempel unterhielten und unterstützten, in denen solche Darbietungen stattfanden. Später bildete diese klassische Tradition eine Hauptquelle der höfischen Unterhaltung der muslimschen Herrscher, wobei das Prestige eines Kaisers häufig von der Qualität der Hofmusiker bestimmt wurde.

Musikensemble aus Benares, Klassische Indische Musik; Copyright

Als hochkomplexe und raffinierte Kunst beruht klassische indische Musik auf zwei Dingen – "Raag" (Hauptmelodie) und "Taal" (Rhythmusstruktur). Im Laufe der Zeit durchlief die klassische Musik einen ständigen Prozess der Improvisation und war verschiedenen Einflüssen unterworfen.

Ursprung der klassischen indischen Musik

Die klassische indische Musik hat sich über Jahrhunderte hinweg aus den komplexen Interaktionen verschiedener Kulturen und Völker entwickelt. Ihr frühestes bekanntes Beispiel kann zum Samaveda zurückverfolgt werden, der Hymnen definierte und entwickelte, die im Gebet gesungen werden sollten. Somit diente die früheste Darbietung von Musik der Anbetung, da man damals glaubte, die reinste Äußerung der Göttlichkeit sei Nadabrahman oder Om. Und es war diese göttliche Reinheit, welche die Musiker anstrebten.

Abgesehen von den Veden erfolgte die früheste Erwähnung von Musik in einer Sanskrit-Abhandlung, Natyashastra, welche die Rolle von Musik unter anderen Kunstformen definierte. Klassische indische Musik entwickelte sich allmählich durch eine Kombination aus traditioneller ritueller Musik und Volksmusik. Das 14. und 15. Jahrhundert waren die Zeiträume der größten Entwicklung, da die indische Musik jetzt mit persischer Musik in Kontakt kam, und der Enfluss der Mogule im Norden und das Ergebnis dieses Einflusses war das Auftreten der beiden wichtigsten Schulen der klassischen indischen Musik - karnatisch und hindustanisch.

Schulen klassischer indischer Musik

Darstellung einer karnatischen Tanpura-Spielerin

Die klassische indische Musik teilte sich in zwei Zweige: die hindustanische Tradition im Norden, beeinflusst durch die Musiktraditionen der Mogule und die karnatische Tradition im Süden, die vom Wesen her kulturell mehr oder weniger hinduistisch und devotional blieb. Beide Traditionen unterscheiden sich von ihren Vorfahren und voneinander. Karnatische Musik betont eher das Können der Stimme als das Können der Instrumente. Zu den Hauptthemen zählten die Anbetung von Devi, die Anbetung von Rama, Beschreibungen von Tempeln und patriotische Lieder. Sie entwickelte sich allmählich aus den alten Musiktraditionen Südindiens, auf welche die uralte tamilische Musik und der Samaveda wichtige Einflüsse hatten.

Durch die Entwicklung einer starken und vielfältigen Tradition über einigen Jahrhunderte hinweg etablierte hindustanische Musik zeitgenössische Traditionen hauptsächlich in Indien, Pakistan und Bangladesh. Sie wurde nicht nur von uralten hinduistischen Musiktraditionen, vedischer Philosophie und einheimischen indischen Klängen, sondern auch von persischen Aufführungspraktiken der Mogule beeinflusst. Die Hauptthemen der hindustanischen Musik sind Rasleela von Krishna und die Natur in ihrer ganzen Pracht. Klassische hindustanische Musik konzentriert sich hauptsächlich auf den Gesang. Die wichtigsten Gesangsformen, die mit klassischer hindustanischer Musik verbunden sind, sind Khyal, Ghazal und Thumri. Zu weiteren Stilen zählen Dhrupad, Dhamar, Tarana, Trivat, Chaiti, Kajari, Tappa, Tapkhyal, Ashtapadi und Bhajan. All diese Stile verwenden verschiedene und bestimmte Instrumente.

Die Instrumente, die in der klassischen indischen Musik eingesetzt werden, sind typisch für die Musikschule, die sie einsetzt. Zu den wichtigsten Instrumenten zählen Vina, Sitar, Mridangam, Tanpura, Sarod, Flöte, Sarangi, Shehnai, Tabla, Harmonium und Geige. Die Darbietung einer Komposition, melodisch auf einem bestimmten Raga und rhythmisch auf einem Taal basierend, beginnt damit, dass die Interpreten in einer ritualisierten Reihenfolge erscheinen: Erst die Borduninstrumente, dann der Solist, dann die Begleitinstrumente und die Schlagzeuger. Die Musiker beginnen mit dem Stimmen der Instrumente; dieser Prozess vermischt sich häufig unmerklich mit dem Anfang der Musik.

Indische Sänger

Die Göttin Saraswati mit einem klassischen indischen Instrument - der Vina

Klassische indische Musik ist hauptsächlich Gesangskunst, und es gibt viele Ragas, die sogar unbegleitet gesungen werden. Hier muss erwähnt werden, dass Miyan Tansen einer der bekanntesten Sänger aller Zeit war, der am Hof eines der größten Mogulkaisers Akbar auftrat. Weitere bedeutende Sänger waren unter anderem Roshan Ara Begum, Subbalaxmi, G.N. Balasubramaniam, Jon B. Higgins, Faiyaz Khan, Bade Ghulam Ali Khan, Kumar Gandharva, Nrayanrao Vyas, Bhimsen Joshi, Ulhas Kashalkar, Amir Khan, Rashid Khan, Gundecha Brothers, Pandit Jasraj, Girija Devi, Nazakat und Salamat Ali Khan.

Instrumentalisten der klassischen indischen Musik

Klassische Instrumentalisten sind weltweit für ihren einzigartigen und vielseitigen Darbietungsstil bekannt. Bismillah Khan ist ein berühmter Shehnai-Spieler. Als Flötenspieler berümt sind Hariprasad Chaurasia, Vijay Raghav Rao, Pannalal Ghosh, Raghunath Seth, Nityanand Haldipur und andere. Chandrakant Deshmukh, Budhadithya Mukherjee und Shahid Parvez sind bekannte Sitar-Spieler. Im Bereich Perkussionsinstrumente werden Allah Rakha, Zakir Hussein und Ravi Shankar verehrt, und viele Musiker haben mit ihrer Kunst die internationalen Bühnen erobert.

Das Interesse an klassischer indischer Musik hat heute ein stetiges Wachstum erfahren und ist auf den Bühnen der Welt zunehmend vertreten. Nachdem Fusion-Musik Jazz sowie westliche Klassik- und Popmusik beeinflusst hat, hat sie sich als Kombination aus Westen und Osten entwickelt und ist zu einem beliebten globalen Phänomen geworden.

Siehe auch

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