Karadaiyan Nombu

Aus Yogawiki

Karadaiyan Nombu – mit gelbem Faden um eheliche Verbundenheit bitten: Karadaiyan Nombu ist ein tamilisches Vrata, in dem Frauen um das Wohlergehen ihres Mannes und um beständige Gemeinschaft bitten. Vor Kamakshi beziehungsweise Gauri bringen sie gedämpfte Reiskuchen und ungeschmolzene Butter dar und legen einen gelben Segensfaden an. Vorbild ist Savitri, deren Beharrlichkeit ihren Gatten Satyavan aus der Gewalt Yamas zurückgewann. Die hier ausgeführte Hausform folgt der überlieferten Familienpraxis tamilischer Brahmanen.

Anlass und Vorbereitung

Karadaiyan Nombu findet beim Übergang des tamilischen Monats Masi zu Panguni statt, gewöhnlich im März. Der genaue Zeitpunkt wird aus dem örtlichen Panchangam genommen. Frauen vollziehen das Gelübde zuhause; eine ältere Frau kann die Familie anleiten. Unverheiratete Mädchen nehmen ebenfalls teil und bitten um Wohlergehen und eine gute künftige Partnerschaft.

Zum traditionellen Gelübde gehört Fasten vom Sonnenaufgang bis zur Darbringung. Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht fasten kann, beteiligt sich an der Verehrung, ohne das volle Fastengelübde zu übernehmen. Richte ein Bild von Kamakshi oder Gauri auf und bereite einen gelben Baumwollfaden für jede Teilnehmerin sowie einen weiteren für die Göttin vor. An jeden Faden wird eine kleine Blume gebunden.

Bereite süße und salzige Nombu Adai, gedämpfte Küchlein aus Reismehl und Augenbohnen, sowie frische Butter, Bananen, Kokosnuss, Betelblätter und Betelnuss vor. Für eine vegane Feier ist ein geeigneter pflanzlicher Butterersatz eine heutige Anpassung; die traditionelle Gebetszeile nennt weiterhin Butter. Die süße Adai-Variante enthält Jaggery, die salzige wird herzhaft gewürzt. Beide werden als durchgegarte Speise bereitgestellt.

Durchführung

1. Sich sammeln und die Gaben ordnen
Wasche dich, kleide dich sauber und setze dich vor das Bild der Göttin. Lege die Fäden und Gaben auf saubere Blätter oder Teller. Nimm dir vor, deine Bitte mit Wahrhaftigkeit und liebevollem Verhalten zu verbinden.

2. Savitris Beispiel erinnern
Erinnere dich an die Geschichte: Savitri wählte Satyavan trotz der Vorhersage seines frühen Todes. Als Yama sein Leben nahm, folgte sie ihm beharrlich. Durch ihre klugen Bitten und ihre Treue gewann sie Satyavan zurück. Ihre Geschichte ermutigt dazu, Liebe mit Mut und Geistesgegenwart zu leben. Für die Erzählung (Katha) schreibt diese Hausform keinen festen Wortlaut vor.

3. Der Göttin die Speise darbringen
Stelle Adai und ungeschmolzene Butter mit den übrigen Gaben vor die Göttin. Die von Sowmya Venkatachalam überlieferte tamilische Bitte lautet:

urukāta veṇṇeyum, ōr aṭaiyum nōṟṟu uṉakku nāṉ vaittēṉ |
eṉṉāḷum eṉ kaṇavar eṉai viṭṭu nīṅkāta aruḷ taruvāy |

Bedeutung: „Ungeschmolzene Butter und einen Adai habe ich dir im Gelübde dargebracht. Schenke die Gnade, dass mein Mann mich niemals verlassen möge.“

4. Den Segensfaden anlegen
Lege zuerst den für die Göttin bestimmten Faden an ihr Bild beziehungsweise ihre Figur. Anschließend legt jede verheiratete Frau ihren Faden um den Hals, bei Bedarf mit Hilfe einer anderen. Sprich dabei den überlieferten Sanskritvers:

doraṃ gṛhṇāmi subhage sahāridraṃ dharāmy aham |
bhartuḥ āyuṣyasiddhyarthaṃ suprītā bhava sarvadā ||

Übersetzung: „Glückverheißende Göttin, ich nehme den Faden und trage ihn mit Kurkuma. Zur Erfüllung des langen Lebens meines Mannes sei stets wohlgesinnt.“

Die Ausdrücke „mein Mann“ gehören zur traditionellen Formel verheirateter Frauen. Unverheiratete Teilnehmerinnen bitten in eigenen Worten um den Segen der Göttin; ihnen wird keine unpassende wörtliche Aussage auferlegt.

5. Verneigen und das Fasten beenden
Verneigt euch vor der Göttin. Esst die dargebrachten Adai als Prasad und teilt sie mit der Familie. Damit wird das Fasten beendet. Der Segensfaden wird weiter getragen; in der von Radha Ramabhadran beschriebenen Hauspraxis bleibt er angelegt, bis er sich von selbst löst oder verschleißt.

Tamilische Gebetszeilen

உருகாத வெண்ணெயும், ஓர் அடையும் நோற்று உனக்கு நான் வைத்தேன்,
எந்நாளும் என் கணவர் எனை விட்டு நீங்காத அருள் தருவாய்.

Sanskrit in Devanagari

दोरं गृह्णामि सुभगे सहारिद्रं धराम्यहम् ।
भर्तुः आयुष्यसिद्ध्यर्थं सुप्रीता भव सर्वदा ॥

Quellen

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