Hanuman Anjali Nyasa und Japa

Aus Yogawiki

Hanuman Anjali Nyasa und Japa verbindet Hanumans Kraft mit der Haltung des Anjali. Der Gott wird mit gefalteten Händen am Herzen betrachtet: Mut und dienende Hingabe erscheinen als zusammengehörige Eigenschaften.

Hanuman: Kraft, Vertrauen und dienende Hingabe tragen die Anjali-Betrachtung.

Umfang der Anleitung: Redaktionell abgegrenzte innere Sitzung mit dem unten vollständig ausgeschriebenen Nyasa, Dhyana und 108 Japa. Die äußeren Avaranas und weitere Nyasa-Systeme der großen Quellrituale gehören nicht zu dieser Sitzfolge.

Anlass, Voraussetzungen und Material

Für Praktizierende, die in diesen Mantra und die gewählte Nyasa-Form unterwiesen sind. Maßgeblich sind die persönliche Diksha und die Anweisungen des Guru; die Anleitung selbst verleiht keine Einweihung. Benötigt werden ein sauberer Sitz, eine Mala oder andere Zählhilfe und etwa 15 bis 25 Minuten ungestörte Zeit. Ein Bild von Hanuman ist möglich. Äußere Opfergaben sind für diese innere Sitzfolge nicht erforderlich.

Wer Hanuman mit Wasser, Blüten und Licht verehren möchte, findet dafür die Hanuman Puja. Die Rama Puja vertieft die Hinwendung zu Rama, dem Hanuman dient. Beide bilden eigenständige äußere Ritualfolgen neben dieser inneren Anjali- und Japa-Sitzung.

1. Vorbereitung und Absicht

Wasche Hände und Gesicht und sitze aufrecht und bequem. Lass den Atem frei fließen. Fasse still den Entschluss, diese Sitzung der göttlichen Gegenwart und der Sammlung zu widmen. Du kannst die Sitzung vor einer Aufgabe wählen, für die zugleich Mut und Dienstbereitschaft gebraucht werden. Vergegenwärtige eine konkrete Weise, anderen zuverlässig beizustehen.

2. Den Mantra kennenlernen

Lies die Formel zunächst mit ihrer Bedeutung. In Schritt 6 wird sie vollständig rezitiert:

namo bhagavate āñjaneyāya mahābalāya svāhā

Verehrung dem erhabenen Sohn der Anjana, dem von großer Kraft. Svaha: Ihm sei die Darbringung gewidmet.

3. Seher, Versmaß und Gottheit vergegenwärtigen

Berühre die genannte Stelle und sprich einmal die ganze Formel.

Stelle Vollständige Formel Bedeutung
Scheitel īśvarāya ṛṣaye namaḥ Verehrung Ishvara, dem Seher dieses Mantras.
Mundbereich anuṣṭupchandase namaḥ Verehrung dem Versmaß Anushtubh.
Herzraum hanumate devatāyai namaḥ Verehrung Hanuman, der Gottheit dieses Mantras.

4. Den Nyasa ausführen

Führe jede Tabellenzeile einmal aus. Eine Bija-Silbe ist ein ritueller Laut, kein gewöhnliches Sanskritwort mit einer einzigen deutschen Übersetzung. Die Wörter für Körperstellen und die Funktion der Abschlusslaute sind jeweils erläutert.

Körperweihung

Berühre die Körperstellen leicht mit den Fingerspitzen der rechten Hand. Am Herzen genügt der Brustraum. Beim Augen-Nyasa führe die Finger nacheinander vor das rechte Auge, vor das linke Auge und vor die Stirnmitte. Die beiden körperlichen Augen und das innere Auge werden gemeinsam vergegenwärtigt; die Augäpfel werden nicht gedrückt. Für die schützende Hülle berühren beide Hände bei gekreuzten Armen die gegenüberliegenden Schultern. Die abschließende Handbewegung macht die Sammlung des umgebenden Raumes anschaulich. Diese einfachen Bewegungshinweise sind die praktische Ausführung dieser Anleitung.

Handlung Vollständige Formel Bedeutung und Funktion
Herzraum āñjaneyāya hṛdayāya namaḥ Dem Sohn der Anjana. Dem Herzen: Verehrung.
Scheitel rudramūrtaye śirase svāhā Der Verkörperung Rudras. Dem Haupt: Darbringung.
Hinterer Scheitel, Shikha-Stelle vāyuputrāya śikhāyai vaṣaṭ Dem Sohn des Windgottes. Der Shikha: rituelle Bekräftigung.
Arme kreuzen, Hände auf die gegenüberliegenden Schultern agnigarbhāya kavacāya huṃ Dem, der Feuer in sich trägt. Der schützenden Hülle: Schutzbekräftigung.
Vor beide Augen und die Stirnmitte rāmadūtāya netratrayāya vauṣaṭ Dem Boten Ramas. Den drei Augen: Weihe und Bekräftigung.
Eine sanfte Handbewegung nach außen brahmāstravinivāraṇāya astrāya phaṭ Dem, der die Brahmastra-Waffe abwehrt. Der rituellen Schutzkraft: Abgrenzung.

5. Die göttliche Gestalt betrachten

Sprich einmal:

dahanataptasuvarṇasamaprabhaṃ |
bhayaharaṃ hṛdaye vihitāñjalim |
śravaṇakuṇḍalaśobhimukhāmbujaṃ |
namata vānararājam ihādbhutam ||

Verneigt euch vor dem wunderbaren Fürsten der Vanaras: Er glänzt wie im Feuer geläutertes Gold, nimmt Furcht und hält die Hände am Herzen gefaltet. Seine Ohrringe schmücken das lotushafte Gesicht.

Führe nun auch deine Handflächen vor dem Herzen zusammen. Betrachte Hanumans aufmerksame, furchtlose Gegenwart. Löse die Hände wieder, bevor du die inneren Gaben und das Japa beginnst.

Lass das Bild einen Moment lebendig werden. Stelle dir danach nacheinander fünf Gaben vor: angenehmen Duft, eine frische Blüte, duftenden Rauch, eine ruhig leuchtende Lampe und eine Schale guter vegetarischer Speise. Biete jede Gabe im Geist dar und verweile kurz. Für diese stillen Gaben wird keine zusätzliche Formel gesprochen. Die Fünferfolge ist die hier gewählte Ausarbeitung der inneren Verehrung.

6. 108 vollständige Wiederholungen

Sprich leise oder im Geist 108-mal:

namo bhagavate āñjaneyāya mahābalāya svāhā

Verehrung dem erhabenen Sohn der Anjana, dem von großer Kraft. Svaha: Ihm sei die Darbringung gewidmet.

Jede ganze Formel zählt einmal. Gehe nach jeder Wiederholung eine Zählperle weiter; die größere Meru-Perle zählt nicht mit. Lass die Aussprache ruhig und deutlich werden, ohne sie an ein Atemanhalten zu binden. Die 108 Wiederholungen sind eine redaktionell gewählte Kurzsitzung nach der allgemeinen Japa-Regel des Mantramahodadhi; besondere große Wiederholungszahlen des Gottheitenabschnitts haben einen anderen rituellen Umfang.

7. Darbringung und Abschluss

Stelle dir die Frucht der Rezitation als Gabe in der rechten Hand des Gottes vor. Sprich:

guhyātiguhyagoptā tvaṃ gṛhāṇāsmatkṛtaṃ japam |
siddhir bhavatu me deva tvatprasādāt tvayi sthitiḥ ||

Du bist der Hüter des Geheimsten. Nimm unsere Rezitation an. Durch deine Gnade möge mir Vollendung zuteilwerden: das Ruhen in dir.

Führe die Hände vor dem Herzen zusammen und neige den Kopf. Verweile still, lass die bildhafte Betrachtung in der inneren Gegenwart ruhen und öffne die Augen. Nimm eine passende Haltung aus der Sitzung in die nächste Tätigkeit mit: Aufmerksamkeit, Mitgefühl oder Sorgfalt.

Vertiefung

Yoga-Vidya-Video zu Hanuman. Das Video begleitet das Thema; die konkrete Ritualfolge steht vollständig in diesem Artikel.

Siehe auch

  • Hanuman Puja – Verehrung Hanumans mit Mantras und äußeren Gaben.
  • Rama Puja – Verehrung Ramas, dem Hanuman dient.
  • Archanam – Hintergrund zur Namensverehrung.

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Quellen und redaktionelle Hinweise

Mantramahodadhi von Mahīdhara; verwendet wird die IAST-Projektfassung mit getrennten Erläuterungen aus dem Kommentar Naukā und der Hindi-Erklärung. 13.85b–90. Der Hauptmantra wird aus der klar benannten Folge in 13.85–86 ausgeschrieben; er beginnt mit namo, ohne ergänztes Om. Vers 13.87 nennt huṃ als Bija und Svaha als Shakti. Die sechs verschiedenen Namensansprachen des Körper-Nyasa folgen 13.87–88; der Nyasa wird hier nicht durch eine einheitliche Bija-Folge ersetzt. Dhyana: 13.89. Der größere Ansatz in 13.90 nennt 10.000 Japa und 1.000 Sesam-Homa-Gaben.

Die Sitzungsform verbindet die ausgewählten Quellbestandteile mit der allgemeinen inneren Japa-Praxis in Mantramahodadhi 21.166–170, insbesondere den 108 Wiederholungen in 21.169. Das Darbringungsgebet folgt 22.152. Die Verwendung dieses Rahmens für den besonderen Mantra sowie die alltagstauglichen Berührungs- und Zählhinweise sind redaktionell. Mit den ausgeschriebenen Dativformen werden die in der Quelle genannten Nyasa-Zuordnungen ausführbar gemacht. Die Kurzsitzung beansprucht weder die vollständige äußere Puja noch eine vollständige Purashcharana.