Vakratunda Japa vor einem neuen Anfang
Vakratunda Japa vor einem neuen Anfang verehrt Ganesha als Vakratunda, den mit dem gebogenen Rüssel. Das Sonnenbild des Dhyana und der sechs Silben umfassende Mantra begleiten einen bewusst gefassten Beginn.

Umfang der Anleitung: Redaktionelle Dhyana- und Japa-Andacht mit 108 Wiederholungen; keine vollständige Vakratunda-Puja.
Anlass, Voraussetzungen und Material
Für Praktizierende, die in diese besondere Ganesha-Formel unterwiesen sind. Benötigt werden ein sauberer Sitz, eine Mala oder andere Zählhilfe und etwa zehn bis fünfzehn Minuten. Ein Ganesha-Bild ist hilfreich. Diese Anleitung ist eine Japa-Andacht; sie setzt keinen unausgeschriebenen Hand- oder Körper-Nyasa voraus.
Die Ganesha Puja beschreibt eine äußere Verehrung vor einem neuen Anfang. Unter Mangalacharana finden sich Gebete um einen heilvollen Beginn; Gananam Tva Ganapatim erschließt eine weitere, vedische Anrufung. Der Vakratunda-Mantra dieser Sitzung ist eine eigene Formel.
1. Den neuen Anfang benennen
Wasche die Hände, setze dich ruhig hin und lege die Zählhilfe bereit. Benenne im Geist genau eine beginnende Aufgabe. Bitte um einen klaren, aufrichtigen und beharrlichen Anfang. Es wird kein eigens erfundener Sanskrit-Sankalpa eingefügt.
2. Vakratunda betrachten
Sprich den Dhyana-Vers einmal:
udyaddineśvararuciṃ nijahastapadmaiḥ pāśāṅkuśābhayavarān dadhataṃ gajāsyam |
raktāmbaraṃ sakaladuḥkhaharaṃ gaṇeśaṃ dhyāyet prasannam akhilābharaṇābhirāmam ||
Man betrachte Ganesha, strahlend wie die aufgehende Sonne, mit Elefantengesicht und rotem Gewand. In seinen lotushaften Händen trägt er Schlinge und Ankusha und zeigt Furchtlosigkeit und Segen. Freundlich und mit allem Schmuck geschmückt nimmt er alle Bedrängnis.
Vergegenwärtige das freundliche Gesicht und die segenspendende Hand. Stelle dir im Geist eine frische Blüte vor und lege sie vor Ganesha nieder. Für diese schlichte innere Gabe wird keine weitere Formel gesprochen.
3. 108-mal den vollständigen Mantra rezitieren
Sprich leise oder im Geist:
vakratuṇḍāya huṃ
Dem mit dem gebogenen Rüssel: Huṃ, der hier zugehörige Bija- und Schutzlaut.
Die ganze Folge zählt als eine Wiederholung. Gehe bei der Mala jeweils eine Perle weiter, bis 108 Wiederholungen vollendet sind. Vor dieser besonderen Formel wird in der gewählten Quellfassung kein zusätzliches Om eingefügt. Halte den Atem frei; die beiden Wörter werden als ein zusammenhängender Mantra gesprochen.
4. Die Rezitation darbringen
Stelle dir die Frucht der Rezitation als Gabe in der rechten Hand des Gottes vor. Sprich:
guhyātiguhyagoptā tvaṃ gṛhāṇāsmatkṛtaṃ japam |
siddhir bhavatu me deva tvatprasādāt tvayi sthitiḥ ||
Du bist der Hüter des Geheimsten. Nimm unsere Rezitation an. Durch deine Gnade möge mir Vollendung zuteilwerden: das Ruhen in dir.
Verneige dich und verweile einen Moment in Dankbarkeit.
5. Den ersten Schritt tun
Beende die Sitzung und beginne mit einem klar begrenzten ersten Arbeitsschritt. Die Verknüpfung mit einem konkreten neuen Vorhaben ist die heutige Anwendung dieser Ganesha-Andacht. Sie macht die innere Ausrichtung im Handeln sichtbar.
Vertiefung
Sukadev spricht über Ganesha als Gott des Anfangs. Das Video begleitet das Thema; die konkrete Ritualfolge steht vollständig in diesem Artikel.
Siehe auch
- Ganesha Puja – Verehrung Ganeshas vor einem neuen Anfang.
- Gananam Tva Ganapatim – vedische Anrufung in der Ganesha-Verehrung.
- Mangalacharana – Gebete um einen heilvollen Beginn.
- Hanuman Anjali Nyasa und Japa
- Puja
- Bhakti
- Guru
- Sankalpa
- Tantra
- Mantramahodadhi
- Tantra Ritualanleitungen Sammlung 05
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Quellen und redaktionelle Hinweise
Mantramahodadhi von Mahīdhara; verwendet wird die IAST-Projektfassung mit getrennten Erläuterungen aus dem Kommentar Naukā und der Hindi-Erklärung. 2.1–7. Die Auflösung vakratuṇḍāya huṃ ist durch Naukā zu 2.2 belegt, das vollständige Dhyana steht in 2.6. Die Zwischenverse 2.3–5 beschreiben weitere rituelle Zuordnungen und Nyasas der großen Praxis; sie sind nicht als stillschweigend vollzogene Bestandteile dieser ausdrücklich ausgewählten Japa-Andacht gemeint. Der Haupttext nennt 600.000 Wiederholungen mit Homa für die große Purashcharana (2.7). Die hier gewählten 108 Wiederholungen folgen dem allgemeinen inneren Japa in 21.169; die Darbringung folgt 22.152. Vorbereitung, einzelne geistige Blütengabe und Verbindung mit einer neuen Aufgabe sind redaktionell.