Gunasamkirtana

Aus Yogawiki
Gunasamkirtana

Gunasamkirtana (Sanskrit: Gunasamkīrtana n.) = das Besingen der göttlichen Eigenschaften, das Lobpreisen der Eigenschaften Gottes.

“Gunasamkirtana” ist ein Wort, das wie ein kleiner Schatz aus der indischen Bhakti-Tradition zu dir kommt, und es hat eine sehr kraftvolle, fast meditative Bedeutung.

Um es dir aufzuschlüsseln: “Guna” bedeutet Eigenschaft, Qualität oder Faden – im Yoga kennst du die drei Gunas (Sattva, Rajas, Tamas) als die grundlegenden Kräfte der Natur, aus denen alles besteht. “Samkirtana” bedeutet gemeinsames Singen, Preisen oder feierliches Vortragen von heiligen Namen oder Geschichten. Zusammengesetzt meint “Gunasamkirtana” also das gemeinschaftliche Singen oder Rezitieren der göttlichen Eigenschaften. Es ist eine Praxis, bei der du nicht einfach nur einen Namen aussprichst, sondern die unendlichen, wunderbaren Qualitäten des Göttlichen – wie Mitgefühl, Stärke, Weisheit, Schönheit, Liebe – durch den Klang und die Hingabe vergegenwärtigst.

Im Hinduismus, besonders in der Verehrungsform des Bhakti Yoga (dem Yoga der Hingabe), ist Gunasamkirtana eine der höchsten und direktesten Methoden, um eine Verbindung zum Göttlichen herzustellen. Du tust das nicht allein für dich, sondern oft im Kreis mit anderen. Die Idee ist, dass die Energie der Gruppe, die gemeinsam die göttlichen Qualitäten besingt, eine starke Schwingung erzeugt. Diese Schwingung reinigt dein Herz, deinen Geist und deinen Raum. Du lässt die weltlichen Gedanken und Sorgen (die mit den niederen Gunas wie Tamas und Rajas verbunden sind) los und tauchst ein in die reine Sattva-Qualität der göttlichen Gegenwart. Es ist eine Feier, ein Fest der Sinne, das dich direkt in eine tiefe, freudige Meditation führt.

In der Yogapraxis begegnet dir Gunasamkirtana oft in Form von Kirtan, dem responsorischen Singen von Mantras. Stell dir vor, du sitzt nach einer intensiven Asana-Stunde im Sitzkreis. Ein Lehrer oder eine Lehrerin beginnt, einen einfachen, aber tiefgründigen Namen zu singen, zum Beispiel “Om Namah Shivaya” (Verehrung dem Göttlichen in mir) oder einen Namen der Göttin wie “Devi”. Der Lehrer singt eine Zeile vor, und die Gruppe singt sie voller Inbrunst zurück. So geschieht es jeden Tag auch bei Yoga Vidya im Satsang.

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