Fischer

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Shiva, Skulptur in Rishikesh

Shiva der Fischer

Einst erläuterte Shiva Parvati die Mysterien der Veden. Sie hörte aufmerksam zu. Als so die Jahre vergingen, in denen Shiva ohne Pause alle Einzelheiten der Schriften erklärte, ließ die Aufmerksamkeit Parvatis nach. Darüber war Shiva sehr erzürnt. Er schrie: „Die Veden sind nichts für dich. Du bist nicht besser als eine gewöhnliche Fischerfrau, also sollst du auch als eine geboren werden.“


Im nächsten Moment verschwand Parvati vor Shivas Augen. Shiva machte sich sogleich Vorwürfe. „Was habe ich getan? In gedankenloser Eile habe ich jemanden fortgeschickt, deren Liebe für mich unvergleichlich war.“ Shiva versank in tiefe Trauer über das Geschehene. Der Stier Nandi, sein Reittier, machte sich große Sorgen. Er wusste, dass sein Meister jetzt keine Ruhe mehr fand, bis Parvati zurückkehren würde.

In der Zwischenzeit wurde Parvati die Tochter des Anführers eines Fischerdorfes. Ihr Vater betrachtete sie ihrer Schönheit und Lieblichkeit wegen als ein Geschenk Gottes und gab ihr den Namen Parvati. Das kleine Mädchen ging mit ihm zum Fischen, wann immer es ging. So wuchs sie heran und lernte wie man ein Boot steuert und fischt.

Die jungen Männer des Dorfes bemerkten schon sehr schnell wie intelligent und hübsch Parvati war. Insgeheim hofftejeder, dass er einmal Parvati heiraten würde.

In der Zwischenzeit versank Shiva auf dem Berg Kailash immer mehr in Apathie. „Nandi, ich kann nicht mehr länge ohne Parvati leben!“ sagte er. „Herr, warum geht ihr denn nicht hinunter und holt sie zurück?“ fragte Nandi. „Wie kann ich das tun, Nandi? Sie wird jetzt einen Fischer heiraten.“

Nandi, immer darum bemüht, Shiva zu dienen, überlegte sich dann, wie er Shiva dazu bringen könnte, ein Fischer zu werden. So nahm er die Gestalt eines riesigen Haifischs an und begab sich an die Küste, wo das kleine Fischerdorf lag. Dort begann er die Fischer zu terrorisieren. Er zerstörte ihre Boote und Netze. Es war ihnen nicht mehr möglich zu fischen.

Als der Anführer des Dorfes nicht mehr weiter wusste, versprach er jenem, der den Hai fangen würde, die Hand seiner Tochter Parvati. Viele der mutigsten jungen Männer versuchten es, aber aller versagten kläglich. Der Hai war zu stark und listig für sie.

Die verzweifelten Fischer suchten schließlich Hilfe bei Gott. Sie begannen Shiva anzurufen. Sie schmückten den Shivalinga im Tempel des Dorfes mit Blumen, machten Puja, wiederholten „Om Namah Shivaya“. Auch Parvati begann zu Shiva zu beten: „Herr, komm und rette uns. Vergiss uns nicht, jetzt, wo wir dich so dringend brauchen.“

Shiva hörte ihr Gebet, und er erschien vor dem Haus des Anführers der Fischer in Gestalt eines Fischers. „Ich bin gekommen, um den Hai zu fangen!“ „Solltest du erfolgreich sein, so wird mein Dorf für immer in deiner Schuld stehen,“ erwiderte Parvatis Vater.

Shiva nahm ein Netz in seine Hand und schwamm ins Meer hinaus. Als er das Netz auswarf, ergab sich der Hai, der ja niemand anderes als Nandi war. Shiva zog den Hai an Land. „Du bist unser Retter!“ jubelte die Menge. Parvati war ganz außer sich, über den Mut dieses Mannes. Ihr Vater nahm ihn als einen großen Fischer an und bot ihm Parvati zur Gemahlin.

Shiva, der Fischer, heiratete Parvati, die Fischerfrau. Nandi nahm wieder seine wahre Form an und trug die beiden zurück zum Kailash.

Siehe auch

Literatur

Weblinks