Diksha mit Muschelwasser nach dem Brihat Tantrasara

Aus Yogawiki

Diksha mit Muschelwasser nach dem Brihat Tantrasara erschließt eine einzelne Ritualform aus dem Brihat Tantrasara. Diese Anleitung dient dazu, die beschriebene kurze Einweihung mit Muschelwasser und Mantraübermittlung zu vollziehen.

Die äußere Handlung und die innere Hinwendung gehören zusammen: Jede bewusst dargebrachte Gabe kann Aufmerksamkeit, Dankbarkeit und die Erinnerung an das Göttliche vertiefen. Die historischen Wirkungsangaben des Werkes bleiben als Aussagen der Überlieferung kenntlich.

Zweck und Voraussetzungen

Diese Einweihungsanleitung richtet sich an einen unterweisenden Guru und den vorbereiteten Schüler. Sie beschreibt keine Selbsteinweihung.

Gewählte Form: Diksha mit Muschelwasser. Andere Grundmantras sind eigenständige Formen; sie werden nicht zusätzlich in diese Durchführung eingefügt.

Vorbereitung und Materialien

Guru und Schüler sowie die zum hier gewählten Einweihungsverfahren gehörenden Gefäße, Wasser, Textilien, Blüten und Gaben. Die jeweilige Krug-, Muschel- oder Übertragungsform bestimmt die genaue Ausstattung.

Vorsatz: Formuliere vor Beginn bewusst die Absicht dieser Durchführung. Ein kurzer deutscher Vorsatz genügt als redaktionelle Orientierung: Du vollziehst dieses Ritual in Hingabe an die genannte Gottheit beziehungsweise zur beschriebenen Weihe. Eine traditionelle Sanskrit-Sankalpa-Formel wird nur dort rezitiert, wo sie in der eigenen Überlieferung vollständig bestimmt ist.

Durchführung

Der Guru leitet die Handlungen und überträgt den Mantra; der Schüler nimmt die bezeichnete Haltung ein, antwortet an den angegebenen Stellen und empfängt die Unterweisung. Die beiden Rollen bleiben während des gesamten Vorgangs unterschieden.

Mantra und seine Anwendung

Handlung und Bedeutung (P1-0613):
Oder eine weitere Einweihung: Man verehre eine Muschel mit ungebrochenen Reiskörnern, besprenge mit ihrem Wasser achtmal unter dem Grundmantra, lege die Hand auf den Kopf und rezitiere den Mantra achtmal ins Ohr. So heißt es: Ist jemand auch dazu nicht imstande, verehre er abja mit Reiskörnern [hier nach dem vorherigen Satz die Muschel, sonst „Lotus“], besprenge allein mit dem Grundmantra achtmal mit ihrem Wasser, lege [die Hand auf] und rezitiere achtmal ins Ohr. Dies ist das Verfahren der Unterweisung. Damit endet die verkürzte Einweihung.

Sanskrit zur Handlung:
yadvā
dīkṣāntaraṃ śaṅkhamabhyarcya sākṣataṃ
tadambunābhiṣicyāṣṭavāraṃ mūlena śirasi karaṃ nidhāyāṣṭau
vārān karṇe japet |
tathā ca tatrāpyaśaktaḥ kaściccedabjamabhyarcya sākṣatam |
tadambunābhiṣicyāṣṭavāraṃ mūlena kevalam | nidhāyāṣṭau
japetkarṇe upadeśe tvayaṃ vidhiḥ | iti saṃkṣepadīkṣā
|| 18 ||

Abschluss

Beende die im gewählten Verfahren vorgeschriebene letzte Handlung, sammle dich und verneige dich innerlich vor Guru und Gottheit. Wo der Quellentext eine besondere Übergabe, Entlassung oder Abschlussformel nennt, ist diese maßgeblich. Der kurze Moment stiller Dankbarkeit ist eine redaktionelle Praxisanregung.

Quellenwortlaut in IAST und deutscher Übersetzung

Die folgenden Belege gehören ausschließlich zur bezeichneten Ritualform oder zu ausdrücklich benannten gemeinsamen Vorhandlungen. Die Kennungen P1/P2/P3/P6 mit vierstelliger Nummer sind redaktionelle Fundstellen der vorhandenen Werkfassung, keine neu erfundenen Versnummern. Die überlieferte Originalnummer steht jeweils daneben. Sanskritanweisungen beschreiben Handlungen; sie werden nicht insgesamt als Mantra rezitiert.

P1-0613 · Originalnummer 18

yadvā
dīkṣāntaraṃ śaṅkhamabhyarcya sākṣataṃ
tadambunābhiṣicyāṣṭavāraṃ mūlena śirasi karaṃ nidhāyāṣṭau
vārān karṇe japet |
tathā ca tatrāpyaśaktaḥ kaściccedabjamabhyarcya sākṣatam |
tadambunābhiṣicyāṣṭavāraṃ mūlena kevalam | nidhāyāṣṭau
japetkarṇe upadeśe tvayaṃ vidhiḥ | iti saṃkṣepadīkṣā
|| 18 ||

Oder eine weitere Einweihung: Man verehre eine Muschel mit ungebrochenen Reiskörnern, besprenge mit ihrem Wasser achtmal unter dem Grundmantra, lege die Hand auf den Kopf und rezitiere den Mantra achtmal ins Ohr. So heißt es: Ist jemand auch dazu nicht imstande, verehre er abja mit Reiskörnern [hier nach dem vorherigen Satz die Muschel, sonst „Lotus“], besprenge allein mit dem Grundmantra achtmal mit ihrem Wasser, lege [die Hand auf] und rezitiere achtmal ins Ohr. Dies ist das Verfahren der Unterweisung. Damit endet die verkürzte Einweihung.

Sanskrit in Devanagari

Die Schriftfassung stammt aus der gesicherten Vorlage und ist aus IAST abgeleitet. Sie ist kein unabhängiger Textzeuge. Ritualgrenzen innerhalb einer Einheit wurden in beiden Schriftfassungen an derselben Einleitungsformel getrennt; der ungeteilte Beleg bleibt im Quellenarchiv erhalten.

P1-0613

यद्वा
दीक्षान्तरं शङ्खमभ्यर्च्य साक्षतं
तदम्बुनाभिषिच्याष्टवारं मूलेन शिरसि करं निधायाष्टौ
वारान् कर्णे जपेत् ।
तथा च तत्राप्यशक्तः कश्चिच्चेदब्जमभ्यर्च्य साक्षतम् ।
तदम्बुनाभिषिच्याष्टवारं मूलेन केवलम् । निधायाष्टौ
जपेत्कर्णे उपदेशे त्वयं विधिः । इति संक्षेपदीक्षा
॥ १८ ॥

Deutsche Übersetzung des Ritualabschnitts

P1-0613

Oder eine weitere Einweihung: Man verehre eine Muschel mit ungebrochenen Reiskörnern, besprenge mit ihrem Wasser achtmal unter dem Grundmantra, lege die Hand auf den Kopf und rezitiere den Mantra achtmal ins Ohr. So heißt es: Ist jemand auch dazu nicht imstande, verehre er abja mit Reiskörnern [hier nach dem vorherigen Satz die Muschel, sonst „Lotus“], besprenge allein mit dem Grundmantra achtmal mit ihrem Wasser, lege [die Hand auf] und rezitiere achtmal ins Ohr. Dies ist das Verfahren der Unterweisung. Damit endet die verkürzte Einweihung.

Verwandte Rituale

Diese bereits im Yoga-Vidya-Wiki verzeichneten Rituale vertiefen verwandte Formen der Verehrung:

Weitere Einzelanleitungen dieser Ausgabe:

Quellen und redaktionelle Einordnung

Textgrundlage ist der in dieser Ausgabe gesicherte Ritualauszug des Brihat Tantrasara von Krishnananda Agamavagisha. Sanskrit und deutsche Übersetzung wurden aus der vorhandenen Fassung übernommen und der einzelnen Ritualform zugeordnet. Die praktische Gliederung und die ausdrücklich genannten Durchführungshilfen sind redaktionelle Ergänzungen. Eine neue unabhängige Kollation sämtlicher Sanskritlesungen wurde nicht vorgenommen.

Die allgemeinen Darbringungs- und Abschlussbelege stammen aus P1-0536–0540 sowie P2-0100–0120. Sie werden nur in dem dort bezeichneten Umfang herangezogen. Besondere Mantravorschriften, Gaben, Zahlen und Rückverweise der jeweiligen Gottheit haben Vorrang.

Die Querverweise zu bereits vorhandenen Ritualseiten wurden mit der Kategorie Puja und den daraus erreichbaren Seiten abgeglichen. Tantra Rituale bietet die ergänzende Übersicht.

Die Verehrung im Alltag weitertragen

Nimm die Erinnerung an die verehrte Gegenwart mit in dein Handeln. Die Gabe einer Blüte, die Wiederholung eines Mantras und eine bewusste Verneigung können daran erinnern, auch im Umgang mit anderen aufmerksam, wahrhaftig und gütig zu sein. Diese Anregung begleitet die überlieferte Praxis; sie ist kein zusätzliches Ritual.