Brahmarpana Selbsthingabe nach der Puja
Brahmarpana Selbsthingabe nach der Puja widmet das eigene Denken, Sprechen und Handeln der höchsten Wirklichkeit. Die Formel mündet in die persönliche Hingabe an Hari und in die Erinnerung an Brahman.

Umfang der Anleitung: Vollständige Brahmarpana-Selbsthingabe in einer festgelegten Hari-Fassung mit Wassergabe; ein klar abgegrenzter Puja-Abschlussbestandteil.
Anlass, Voraussetzungen und Material
Geeignet als Selbsthingabe nach einer Vaishnava-Puja oder als hier redaktionell abgegrenzte kurze Andacht am Ende einer Tätigkeit. Benötigt werden etwas sauberes Wasser, ein kleines Gefäß und eine Auffangschale. Die vollständig ausgeschriebene Fassung richtet sich an Hari; sie enthält keine auszufüllenden Gottheitsnamen. Für eine Anwendung innerhalb einer anderen Ritualtradition ist deren eigene festgelegte Gottesansprache maßgeblich.
Abschlussgebete begegnen auch in der Großen Yoga Vidya Puja und der Krishna Puja. Das Arati ist eine weitere, eigenständige Handlung der Lichtdarbringung. Die folgende Brahmarpana-Formel widmet den Vollzug und das eigene Handeln Hari.
1. Den zurückliegenden Vollzug sammeln
Bleibe nach deiner Puja ruhig sitzen. Wenn du die Selbsthingabe als eigenständige Andacht nach einer Tätigkeit ausführst, setze dich jetzt und sammle dich kurz. Vergegenwärtige Vishnu als Hari, ohne eine neue äußere Anrufung in ein Gefäß vorzunehmen. Erinnere die gerade vollzogenen Handlungen: Vorbereitung, Konzentration, gelungenes Tun und erkennbare Unachtsamkeit. Fasse die Absicht, alles der höchsten Wirklichkeit zu widmen.
2. Wasser als Zeichen der Hingabe aufnehmen
Nimm eine kleine Menge sauberes Wasser in die hohle rechte Hand. Halte die Hand über eine Auffangschale. Wenn du beim Lesen Unterstützung brauchst, stelle den Text vor dir auf; das Wasser bleibt während des Gebets ruhig in der Hand. Diese Wassergabe folgt dem ausdrücklich beschriebenen Handwasser der allgemeinen Paddhati des Brihat Tantrasara.
3. Die vollständige Brahmarpana-Formel sprechen
Sprich die folgende ganze Formel. Lasse das Wasser beim Wort svāhā in die Schale fließen; sprich danach auch die persönliche Selbsthingabe und oṃ tat sat zu Ende. Die genaue Zuordnung des Ausgießens zu Svaha ist die praktische Festlegung dieser Anleitung.
oṃ itaḥ pūrvaṃ prāṇabuddhidehadharmādhikārato jāgratsvapnasuṣuptyavasthāsu manasā vācā hastābhyāṃ padbhyām udareṇa śiśnā yat smṛtaṃ yad uktaṃ yat kṛtaṃ tat sarvaṃ brahmārpaṇaṃ bhavatu svāhā |
māṃ madīyaṃ ca sakalaṃ haraye te samarpaye |
oṃ tat sat ||
Om. Alles, was bisher im Wirkungsbereich von Lebenskraft, Einsicht, Körper und dessen Funktionen, im Wachen, Träumen und Tiefschlaf, durch Geist, Sprache, Hände, Füße, Bauch und Zeugungsorgan erinnert, gesagt oder getan wurde: All das möge eine Darbringung an Brahman sein. Svaha. Mich und alles, was mein ist, bringe ich dir, Hari, dar. Om, das ist die Wahrheit.
4. Die Hingabe im Herzen ruhen lassen
Lege die Hände vor dem Herzen zusammen. Vergegenwärtige Hari im Herzen und neige den Kopf. Bleibe einen Moment still. Die Formel umfasst Denken, Sprechen und körperliches Handeln; nichts Wesentliches soll von der Hingabe ausgenommen sein. Auch die schöpferischen und körperlichen Kräfte werden damit in die Hingabe einbezogen.
5. Zum Alltag übergehen
Öffne die Augen und nimm die nächste Tätigkeit bewusst auf. Wenn eine begonnene äußere Puja noch ihre eigene Abschluss- und Entlassungsfolge verlangt, wird diese anschließend nach ihrer vollständigen Anleitung vollzogen. Brahmarpana ist in diesem Fall die Selbsthingabe innerhalb des Abschlusses. Als hier abgegrenzte stille Andacht endet sie mit der Verneigung. Das reine Wasser kann anschließend an eine geeignete Pflanze gegeben werden.
Vertiefung
Yoga-Vidya-Vortrag über die Einheit von Atman und Brahman. Das Video begleitet das Thema; die konkrete Ritualfolge steht vollständig in diesem Artikel.
Siehe auch
- Große Yoga Vidya Puja – Verehrungsfolge mit Abschlussgebeten.
- Krishna Puja – Vaishnava-Puja mit persönlicher Hingabe.
- Arati – Lichtdarbringung als eigener Ritualbestandteil.
- Lakshmi Sharanagati nach dem Lakshmi Tantra
- Puja
- Bhakti
- Guru
- Sankalpa
- Tantra
- Mantramahodadhi
- Brihat Tantrasara
- Tantra Ritualanleitungen Sammlung 05
Seminare
Hinduistische Rituale
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Quellen und redaktionelle Hinweise
Mantramahodadhi von Mahīdhara; verwendet wird die IAST-Projektfassung mit getrennten Erläuterungen aus dem Kommentar Naukā und der Hindi-Erklärung. 22.155–160. Die Verse 156–159 geben die Brahmarpana-Formel teilweise mit eingeschobenen Anweisungswörtern und Lautchiffren; diese sind im Gebet nicht mitzusprechen. Brihat Tantrasara von Kṛṣṇānanda Āgamavāgīśa; verwendet wird die IAST-Projektfassung, Teil 1, auf Grundlage des elektronischen Textes M00013 (Druck Calcutta 1896). Abschnittsinterne Versnummern sind lokale Nummern. Die allgemeine Paddhati, lokaler Vers 5, schreibt die Prosafolge und das Aufnehmen von Handwasser aus.
Die hier verwendete Lesefassung folgt beim Anfang prāṇabuddhidehadharmādhikārato und beim persönlichen Schluss māṃ madīyaṃ ca sakalaṃ haraye te samarpaye dem Mantramahodadhi. Die durchgehende Prosa und die Instrumentalform śiśnā sind durch die ausgeschriebene Parallelform im Brihat Tantrasara gestützt. Damit liegt eine ausdrücklich ausgewiesene Zusammenführung zweier Textzeugen vor. Die Auswahl Hari löst den sonst offenen Gottheitsplatz vollständig auf. Die kurze selbstständige Andacht und die genaue Ausgießstelle sind redaktionell; sie werden nicht als ganze Tempel-Puja ausgegeben.