Ashtatara Puja

Aus Yogawiki

Ashtatara Puja mit acht Blütengaben verehrt Tara in acht benannten Gestalten. Die Folge entspricht der im Brihat Tantrasara zitierten Liste des Maya-Tantra.

Kali und Shiva: göttliche Kraft und unveränderliches Bewusstsein.

Umfang: 8 ausgeschriebene Namensanrufungen mit ebenso vielen Blütengaben, stille Betrachtung und Abschluss.

Anlass und spirituelle Ausrichtung

Die acht Namen geben der Hinwendung zu Tara unterschiedliche Färbungen: kraftvolle Erscheinung, Erkenntnis, Liebe und schützende Göttlichkeit. Jede Gabe gilt einer Gestalt; am Ende wird die Zusammengehörigkeit des ganzen Kreises betrachtet.

Voraussetzungen und Material

Für Menschen, die mit Puja und Sanskritaussprache vertraut sind. Diese einfache Namensverehrung verwendet keine besonderen Bija-Mantras und setzt keine gesonderte Unterweisung in eine Körperweihe voraus.

8 Blüten oder einzelne Blütenblätter, zwei kleine Teller und ein sauberer Andachtsplatz. Ein passendes Bild ist hilfreich, aber nicht erforderlich. Plane zehn bis fünfzehn Minuten ein.

Verwandte Ritualanleitungen sind Kali Puja und Devi Puja.

1. Den Platz und die Gaben vorbereiten

Wasche die Hände. Lege 8 frische Blüten oder 8 einzelne saubere Blütenblätter auf einen kleinen Teller. Ein zweiter, leerer Teller nimmt die Gaben auf. Setze dich so, dass beide Teller gut erreichbar sind. Der Gabenteller liegt vor dem Gottheitsbild oder vor dem innerlich gewählten Mittelpunkt der Verehrung.

Die Blüten dienen dem ehrfürchtigen Darbringen. Wähle eine kleine Menge, die du ohne Eile aufnehmen und wieder ablegen kannst. Gehe die Namensfolge vor Beginn einmal lesend durch.

2. Die Verehrung innerlich eröffnen

Vergegenwärtige Tara nach deinem vertrauten Gottheitsbild. Betrachte die folgenden acht Namen als einen zu ihr gehörenden Kreis. Für diese Namensandacht genügt die ruhige Gegenwart der Namen; die in anderen Abschnitten behandelten Bija-Unterschiede werden hier nicht zusätzlich eingesetzt.

Falte die Hände und benenne dein Anliegen still in eigenen Worten. Lass den Blick dann zum leeren Gabenteller zurückkehren. Stelle dir vor, dass jede einzelne Gabe als Ausdruck deiner Hingabe empfangen wird.

3. Die Namen mit Blüten darbringen

Nimm für jede Zeile eine neue Blüte. Sprich die fett gedruckte Formel einmal vollständig und lege danach die Blüte ab. Folge der Reihenfolge von 1 bis 8; die deutsche Übersetzung dient dem Verstehen und muss nicht zusätzlich rezitiert werden.

Gabe und Ablage Vollständige Anrufung und deutsche Bedeutung
1. Blüte oṃ tārāyai namaḥ
Om. Verehrung der Tara, der Hinüberführenden.
2. Blüte oṃ ugrāyai namaḥ
Om. Verehrung der Ugra, der Gewaltigen.
3. Blüte oṃ mahogrāyai namaḥ
Om. Verehrung der Mahogra, der überaus Gewaltigen.
4. Blüte oṃ vajrāyai namaḥ
Om. Verehrung der Vajra, der Vajra-Gestalt.
5. Blüte oṃ kālyai namaḥ
Om. Verehrung der Kali.
6. Blüte oṃ sarasvatyai namaḥ
Om. Verehrung der Sarasvati.
7. Blüte oṃ kāmeśvaryai namaḥ
Om. Verehrung der Kameshvari, der Herrin des Verlangens.
8. Blüte oṃ bhadrakālyai namaḥ
Om. Verehrung der Bhadrakali, der heilvollen Kali.

Bleibe bei jeder Gabe einen kurzen Augenblick aufmerksam. Die ganze Tabelle bildet einen einzigen vollständigen Durchgang; zusätzliche Namen oder Bijas werden für diese Andacht nicht benötigt.

Yoga-Vidya-Vortrag über Mantra Chaitanya. Das Video vertieft die Haltung der Praxis; die konkrete Ritualfolge steht in dieser Anleitung.

4. In der Gegenwart der verehrten Gestalten verweilen

Lege beide Hände entspannt ab. Betrachte die dargebrachten Blüten etwa eine Minute lang und schließe dann, wenn es angenehm ist, die Augen. Nimm die Vielgestaltigkeit der Namen in eine gemeinsame Haltung der Verehrung auf. Es braucht jetzt keine weitere Rezitation.

5. Die Andacht abschließen

Falte die Hände, neige den Kopf und danke still. Beende die Andacht bewusst, bevor du dich erhebst. Lass die Blüten noch eine angemessene Zeit am Andachtsplatz liegen. Verwelkte Blüten werden später sauber aufgenommen und, wo möglich, kompostiert. Räume die Teller auf, sodass der Platz für die nächste Praxis vorbereitet ist.

Siehe auch

Quellen und redaktionelle Hinweise

Brihat Tantrasara von Krishnananda Agamavagisha, Sanskrit-IAST-Projektfassung nach dem elektronischen Text M00013 auf Grundlage des Drucks Calcutta 1896. Die Verszählung beginnt in den einzelnen Abschnitten neu. Teil 1, Tara-Abschnitt, Vers 90. Diese Liste endet mit Bhadrakali. Die abweichende Liste in Vers 50 endet mit Chamunda; die beiden Aufzählungen werden hier nicht vermischt.

Die Quelle überliefert die Namen in einem größeren Ritualzusammenhang. Die hier verwendeten Formeln Om + Name im Dativ + namah sind redaktionell gebildete schlichte Namensanrufungen. Sie werden nicht als die besonderen Bija-Mantras oder als vollständige Avarana-Puja der Quelle ausgegeben. Die Zahl der Blüten entspricht genau der ausgewählten Namensfolge. Die praktische Aufstellung, der stille Vorsatz und der Abschluss bilden einen redaktionellen Rahmen für diese eigenständige Namensverehrung.

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