Ardranandakari Tritiya Vrata – Jahresgelübde für Freude und liebevolle Verbundenheit

Aus Yogawiki

Ardranandakari Tritiya Vrata – Jahresgelübde für Freude und liebevolle Verbundenheit: Ardranandakari Tritiya Vrata bittet Parvati und Shiva um Freude, Wohlergehen und die Entlastung von Leid. In diesem Gelübde werden beide als einander zugewandtes göttliches Paar verehrt: Vom Fuß bis zur Krone begleitet jede Blütengabe eine weibliche und eine männliche Anrufung. Die Feier kehrt ein Jahr lang an beiden Tritiya-Tagen des Mondmonats wieder. Vier Gefäße mit nährenden Gaben bilden den wiederkehrenden Beitrag zur Versorgung anderer.

Anlass und Vorbereitung

Die puranische Hausfeier beginnt an einer hellen Tritiya, an der der Mond in Purvashadha, Uttarashadha, Rohini, Mrigashirsha, Hasta oder Mula steht. Bestimme den passenden Anfang mit einem örtlichen Panchanga. Danach werden beide Tritiyas jedes Monats gehalten. Das Matsya Purana schließt Männer und Frauen ein; auch unverheiratete und verwitwete Frauen werden ausdrücklich genannt. Die Verehrung erfolgt zuhause; ein Brahmane empfängt die Gaben, zur Jahresfeier gemeinsam mit seiner Frau.

Bereite ein sitzendes Bildpaar von Uma und Shiva auf einem erhöhten Sitz, weiße Kleidung, weißen Sandel, weiße Blüten, Wasser, Kusha und farbige Streupulver vor. Für jede Feier brauchst du vier kleine Gefäße, einen Wasserkrug, Speise und eine Goldgabe nach deinen Mitteln. In den ersten vier Monaten enthalten die vier Gefäße Ghee (bzw. Pflanzenöl), in den nächsten vier Saktu – geröstetes Getreidemehl –, in den letzten vier Sesam. Pflanzenöl statt Ghee ist eine moderne Anpassung. Für den Jahresabschluss werden eine goldene Paardarstellung und ein goldener Lotus, Salz, ein Jaggery-Krug, Sandel, Tuch, Zuckerrohr, Früchte und ein Bett mit Matratze, Decke und Kissen vorgesehen.

Durchführung

1. Reinigen und den Vorsatz fassen
Bade mit Wasser, dem Kusha und etwas hautverträglicher Duft beigegeben sind. Lege weiße Kleidung an und richte den Sitz des göttlichen Paares her. Beginne den Fastentag in der Form, die du tatsächlich halten kannst. Ein freier deutscher Vorsatz kann lauten: „Ich widme dieses Jahr Gauri und Shiva und übe Freude, Treue und Großzügigkeit.“

2. Das Paar von den Füßen bis zur Krone verehren
Lege jeweils eine weiße Blüte zuerst vor Parvati, dann vor Shiva und richte den Blick auf die genannte Körperstelle des Bildpaares. Sprich die beiden Anrufungen jeder Zeile vollständig. Die erste richtet sich an die Göttin, die zweite an Shiva.

Ort oder Handlung Anrufung Bedeutung
Füße vāsudevyai namaḥ |
śaṅkarāya namaḥ
Verehrung Vasudevi und dem Wohltuenden.
Unterschenkel śokavināśinyai namaḥ |
ānandāya namaḥ
Verehrung der Leidvernichterin und der Freude.
Oberschenkel rambhāyai namaḥ |
śivāya namaḥ
Verehrung Rambha und dem Gütigen.
Hüften adityai namaḥ |
śūlapāṇaye namaḥ
Verehrung Aditi und dem Dreizackträger.
Nabel mādhavyai namaḥ |
bhavāya namaḥ
Verehrung Madhavi und Bhava.
Brust ānandakāriṇyai namaḥ |
indudhāriṇe namaḥ
Verehrung der Freudebringenden und dem Mondträger.
Hals utkaṇṭhinyai namaḥ |
nīlakaṇṭhāya namaḥ
Verehrung der Sehnsuchtsvollen und dem Blauhalsigen.
Hände utpaladhāriṇyai namaḥ |
rudrāya namaḥ
Verehrung der Lotusblütenträgerin und Rudra.
Arme parirambhiṇyai namaḥ |
triśūlāya namaḥ
Verehrung der Umarmenden und dem Dreizack.
Gesicht vilāsinyai namaḥ |
vṛṣeśāya namaḥ
Verehrung der spielend Anmutigen und dem Herrn des Stiers.
Lächeln sasmeralīlāyai namaḥ |
viśvavaktrāya namaḥ
Verehrung der lächelnd Spielenden und dem mit dem Weltengesicht.
Augen madanavāsinyai namaḥ |
viśvadhāmne namaḥ
Verehrung der in Liebe Wohnenden und der Stätte des Alls.
Brauen nṛtyapriyāyai namaḥ |
tāṇḍaveśāya namaḥ
Verehrung der Tanzliebenden und dem Herrn des Tandava-Tanzes.
Stirn indrāṇyai namaḥ |
havyavāhāya namaḥ
Verehrung Indrani und dem Träger der Opfergaben.
Krone svāhāyai namaḥ |
gaṅgādharāya namaḥ
Verehrung Svaha und dem Träger der Ganga.

3. Sich vor dem Paar verneigen
Falte die Hände und verneige dich mit diesem Vers:

viśvakāyau viśvamukhau viśvapādakarau śivau |
prasannavadanau vande pārvatīparameśvarau ||

„Ich verehre Parvati und den höchsten Herrn: Die Welt ist ihr Leib, die Welt ihr Gesicht, die Welt ihre Füße und Hände. Beide sind segensreich, beide haben ein freundliches Antlitz.“

4. Die Zeichen der Verehrung zeichnen
Gestalte vor den Bildern mit den farbigen Pulvern Lotusblüten und Wasserlilien sowie Muschelhorn, Rad, Armreifen, Swastika, Elefantenhaken und Fliegenwedel. Das sind die im Kapitel genannten Formen; ein bestimmtes geometrisches Mandala wird nicht verlangt.

5. Die vier Gefäße überreichen
Stelle die vier Gefäße mit dem für den jeweiligen Viermonatsabschnitt vorgesehenen Inhalt beim Wasserkrug und der Speise bereit. Übergib sie mit der angemessenen Goldgabe an den eingeladenen Empfänger. Sprich:

gaurī me prīyatāṃ nityamaghanāśāya maṅgalā |
saubhāgyāyāstu lalitā bhavānī sarvasiddhaye ||

„Gauri möge mir beständig gewogen sein; Mangala möge Verfehlungen tilgen. Lalita sei mir zum glücklichen Gedeihen, Bhavani zu allem Gelingen.“

6. Den Abend schlicht beschließen
Das Kapitel nennt vor dem Schlafengehen zwölf verschiedene rituelle Getränke, beginnend im Margashirsha: Duftwasser, Blütenwasser, Sandelwasser, Kumkumwasser, ungekochten Joghurt, Milch, an einem Kuhhorn berührtes Wasser, Mehlwasser, Wasser mit Kushtha-Pulver, Ushira-Wasser, Gerstenmehlwasser und Sesamwasser. Für die heutige Durchführung wird durchgehend ein kleiner Schluck reines Trinkwasser verwendet. Diese ausdrücklich moderne Vereinfachung vermeidet die Einnahme von Ritualpulvern oder nicht als Lebensmittel bestimmten Pflanzenteilen. Das Kapitel nennt anschließend die Nachtruhe; eine zusätzliche nächtliche Zeremonie ist nicht erforderlich.

7. Im Jahreslauf fortfahren
Führe die Schritte an jeder hellen und dunklen Tritiya weiter. Wechsle die Gefäßfüllung nach vier und acht Monaten. Halte fest, welche Termine und Gaben vollzogen wurden, damit der Jahresabschluss die gesamte gewählte Folge umfasst.

8. Die Jahresgabe vollenden
Verehre nach einem Jahr das goldene Paar mit dem goldenen Lotus. Lege Salz, Jaggery-Krug, Sandel, Tuch, Zuckerrohr und Früchte dazu und überreiche alles zusammen mit dem ausgestatteten Bett an das eingeladene Ehepaar. Die Quelle nennt zusätzlich Sarjika, ein alkalisches Haushaltssalz; es wird als gesonderte Gebrauchsgabe behandelt, nicht als Nahrung. Sprich:

gaurī me prīyatām |

„Gauri möge mir gewogen sein.“

Bedanke dich bei den Gästen, teile eine Mahlzeit und erkläre das Gelübde für vollendet.

Sinn und Abschluss

Das Gebet verbindet persönliches Glück mit einer göttlichen Gegenwart, deren Körper die ganze Welt ist. Die regelmäßig verschenkte Nahrung macht diese weite Sicht konkret: Freude und Geborgenheit sollen auch Menschen außerhalb des eigenen Haushalts erreichen.

Rezitationen in Devanagari

Die Reihenfolge entspricht den Gebeten und Anrufungen im Ablauf.

Fünfzehn Paare von Anrufungen
वासुदेव्यै नमः । शङ्कराय नमः
शोकविनाशिन्यै नमः । आनन्दाय नमः
रम्भायै नमः । शिवाय नमः
अदित्यै नमः । शूलपाणये नमः
माधव्यै नमः । भवाय नमः
आनन्दकारिण्यै नमः । इन्दुधारिणे नमः
उत्कण्ठिन्यै नमः । नीलकण्ठाय नमः
उत्पलधारिण्यै नमः । रुद्राय नमः
परिरम्भिण्यै नमः । त्रिशूलाय नमः
विलासिन्यै नमः । वृषेशाय नमः
सस्मेरलीलायै नमः । विश्ववक्त्राय नमः
मदनवासिन्यै नमः । विश्वधाम्ने नमः
नृत्यप्रियायै नमः । ताण्डवेशाय नमः
इन्द्राण्यै नमः । हव्यवाहाय नमः
स्वाहायै नमः । गङ्गाधराय नमः

Verneigung
विश्वकायौ विश्वमुखौ विश्वपादकरौ शिवौ ।
प्रसन्नवदनौ वन्दे पार्वतीपरमेश्वरौ ॥

Gebet bei den Gaben
गौरी मे प्रीयतां नित्यमघनाशाय मङ्गला ।
सौभाग्यायास्तु ललिता भवानी सर्वसिद्धये ॥

Kurzer Jahresabschluss
गौरी मे प्रीयताम् ।

Quellen und Weiteres

Die Sanskrit-Hindi-Ausgabe bei VedicPeople, Kapitel 64, bietet die Lesart Nṛtyapriyā. Maßgeblich für die Wiederholung ist der Sanskritwortlaut „pratipakṣam“ beziehungsweise „pakṣadvitayam“: beide Mondhälften. Die einheitliche Verwendung von Trinkwasser und gegebenenfalls Pflanzenöl sind moderne Anpassungen.

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