Apara prakriti

Aus Yogawiki
Apara prakriti

Apara prakriti: (Sanskrit: aparā prakriti f.) = die "niedere" Natur; d.h., die Manifestationen, welche aus der prakriti entstehen.

“Apara Prakriti” bedeutet wörtlich “die niedere oder vergängliche Natur”. Es ist ein Begriff aus der vedantischen Philosophie, der besonders im Bhagavad Gita eine zentrale Rolle spielt. Krishna erklärt dort, dass seine gesamte Schöpfung aus zwei grundlegenden “Naturen” oder Energien besteht. Die eine ist diese hier: Apara Prakriti.

Stell dir das wie die Bühne eines Theaters vor. Apara Prakriti ist alles, was du auf dieser Bühne sehen, anfassen und messen kannst. Dazu gehören die acht Grundelemente: Erde, Wasser, Feuer, Luft, Äther (Raum), aber auch dein Verstand (Manas), deine Intelligenz (Buddhi) und dein Ich-Gefühl (Ahamkara). Alles, was sich verändert, was geboren wird und stirbt, was aus Materie und feinstofflicher Struktur besteht – das ist Apara Prakriti. Dein Körper gehört dazu, deine Gedanken, deine Gefühle, deine Persönlichkeit, deine Erinnerungen und sogar die Gesetzmäßigkeiten der Natur, wie die Schwerkraft.

Im Hinduismus und im Yoga wird diese “niedere Natur” nicht als schlecht oder böse angesehen, sondern als das Feld der Erfahrung. Es ist die Welt der Gegensätze: Freude und Schmerz, Hitze und Kälte, Anspannung und Entspannung. Du lebst in dieser Welt, und deine Yoga-Praxis findet genau hier statt. Das Problem entsteht erst, wenn du vergisst, dass du mehr bist als diese Bühne und ihre Kulissen. Wenn du dich völlig mit deiner Apara Prakriti identifizierst – also mit deinem Körper, deinen Gedanken und deinem Ego – dann leidest du, weil all diese Dinge vergänglich sind.

Der Gegenbegriff ist “Para Prakriti”, die höhere, unvergängliche Natur – dein wahres Selbst, das reine Bewusstsein, das unberührt von all dem Wandel ist. Das Ziel der Spiritualität ist es, diese Unterscheidung zu erkennen.

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