Abhyangasnana

Aus Yogawiki
Abhyangasnana

Abhyangasnana (Sanskrit f.) = Ölmassage, Ölreibung

Abhyangasnana setzt sich aus den Teilen abhyanga und snana zusammen und bedeutet wörtlich etwa „Ölreibung“ oder „Einölungsbad“; im praktischen Gebrauch steht Abhyanga für die ayurvedische Ganzkörpermassage mit warmem Öl, die sowohl als selbst angewandte Routine (Selbstmassage) als auch durch eine zweite Person durchgeführt werden kann. Ziel ist nicht nur die physische Pflege der Haut und Muskeln, sondern auch die Förderung des Gewebestoffwechsels, die Beruhigung des Nervensystems, die Stimulierung der Lymph- und Blutzirkulation und das Ausgleichen der Doshas; regelmäßige Anwendung gehört in der klassischen Lehre zur täglichen Lebensordnung (dinacharya) und wird als präventive Gesundheitsmaßnahme verstanden.

Die Praxis umfasst das Erwärmen eines geeigneten Pflanzenöls, das Einmassieren in kreisenden, haftenden Bewegungen entlang der Energielinien und Gelenke sowie das Verweilen für einige Minuten bis zu einer halben Stunde vor einer warmen Dusche oder einem Bad, um das Öl und die gelösten Stoffwechselprodukte auszuspülen. Je nach Konstitution (vata, pitta, kapha) und konkreten Beschwerden wählt man unterschiedliche Öle und ggf. Zusätze wie Sesamöl, Kokosöl, Mohnöl oder medizinisch versetzte Ölauszüge; sanfte, rhythmische Streichungen beruhigen vata, kühlende Öle mildern pitta, wärmere Anwendungen aktivieren kapha.

Wirkungen, die traditionell beschrieben werden, sind weichere Haut, reduzierte Muskelverspannungen, bessere Beweglichkeit der Gelenke, gesteigerte Entgiftung über Haut und Lymphe, tiefere Entspannung und klarerer Geist. Praktisch bedeutet das: Vor dem Abhyanga solltest du ausreichend Zeit einplanen, die Raumtemperatur angenehm wählen, das Öl nur so stark erhitzen, dass es warm, nicht heiß ist, und nach dem Einölen warm abduschen. Bei offenen Wunden, akuter Entzündung, Fieber oder bestimmten Herz- und Hauterkrankungen sollte Abhyanga vermieden oder mit einer vertrauten medizinischen Fachperson abgestimmt werden.

Ein kurzes Beispiel aus Erzählungen und der traditionellen Praxis: In vielen Überlieferungen wird beschrieben, wie göttliche Gestalten und Heilige nach körperlicher Anstrengung oder vor rituellen Handlungen mit Öl gesalbt wurden; eine bekannte Szene ist die Parvati, die ihren Sohn Ganesha pflegt und salbt, was im Kontext als liebevolle, reinigende und stärkende Handlung verstanden wird.

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