Jakob Wilhelm Hauer

Aus Yogawiki

Jakob Wilhelm Hauer, 1881-1962, war deutscher Indologe und Religionswissenschaftler. Er gilt als Pionier der wissenschaftlichen Yoga Forschung und verfasste grundlegende indologische Publikationen zum Yoga. Jakob Wilhelm Hauer war aber auch völkisch-rassistisch, Gründer der "Deutschen Glaubensbewegung", Verfasser verschiedener antisemitischer und anti-anthroposophischer Schriften.

Jakob Wilhelm Hauer, Indologe, 1881-1962

. Er war mitbeteiligt an den Aktionen gegen Anthroposophie, verschiedene Yogalehrende, Astrologen und Okkultisten nach dem Flug von Rudolf Heß nach Schottland ("Astrologen-Razzia"). Ihm gelang es Jakob Wilhelm Hauer trotz seiner klaren Nazi-Vergangenheit nach dem zweiten Weltkrieg wieder zu einer gewissen Anerkennung.

Die Werke von Jakob Wilhelm Hauer erschienen auch unter den Namen Jacob Wilhelm Hauer, Wilhelm Hauer, J. Wilhelm Hauer, J.W. Wilhelm Hauer, Jakob W. Hauer.

Leben von Jakob Wilhelm Hauer

Kindheit

Jakob Wilhelm Hauer wurde geboren am 4. April 1881 in Ditzingen. Seine Eltern waren Pietisten, also evangelische Christen, die ihren Glauben sehr ernst nahmen. Jakob Wilhelm Hauer ging zunächst als Gipser in den elterlichen Betrieb.

Als Missionar in Indien

Zwischen 1900-1906 wurde Jakob Wilhelm Hauer im Basler Missionshaus zum Missionar ausgebildet. 1907-1911 wurde er Leiter einer höheren Schule (Missionsschule) in Indien. So machte er seine ersten Kontakte mit Yoga, Hinduismus und Buddhismus.

Studium der Indologie, akademische Laufbahn

Jakob Wilhelm Hauer begann 1911 in Tübingen mit dem Studium klassischer Sprachen, Sanskrit, Philosophie und Religionsgeschichte. Dann ging er nach Oxford ging, um dort sein Studium fortzusetzen. Hier wurde er kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs als Deutscher interniert. Schon 1915 wurde Jakob Wilhelm Hauer gegen einen Kriegsgefangenen ausgetauscht und kam zurück nach Deutschland.

1918 promovierte er an der Universität in Tübingen.

1921 erfolgte Jakob Wilhelm Hauers Habilitation in Indologie und Religionswissenschaften an der Universität Tübingen.

Ab 1925 war Jakob Wilhelm Hauer für 2 Jahre außerordentlicher Professor in Marburg.

1927-1945 war Jakob Wilhelm Hauer Ordinarius in Tübingen und lehrte dort Religionswissenschaften und Indologie.

Kirchliches Engagement

Jakob Wilhelm Hauer beabsichtigte, Pfarrer zu werden. Er war von 1915-1919 in der Württembergischen Kirche tätig. Er gab dann aber den Wunsch auf, Pfarrer zu werden.

Jakob Wilhelm Hauer setzte sich ein für eine Neuorientierung der evangelischen Kirche. Er kritisierte die aus seiner Sicht überholten Strukturen und die lebensfeindliche Dogmatik. So engagierte er sich in der Kriche und auch in der ökumenischen Friedensbewegung. Jakob Wilhelm Hauer vertrat dabei recht liberale bis religiös sozialistische Ansichten.

Allmählich entfernte sich Jakob Wilhelm Hauer vom Christentum. Immer mehr mündete sein Religionsverständnis in der "prophetischen Verkündigung einer neuen Religion".

Gründung des Bundes der Köngener

Im Jahre 1920 gründete Jakob Wilhelm Hauer den Bund der Köngener. Dieser verband traditionelle evangelische Jugendpflege sowie in der Jugendbewegung und Pietismus zu einem „freien Protestantismus“. Hauer leitete den Köngener Bund bis 1934. Der Köngener Bund wollte nach der Ernüchterung nach dem Ersten Weltkrieg neue Richtung und Ziel geben. Der Köngener Bund fand, von Aufbruchstimmung und jugendlicher Begeisterung getragen, zahlreiche Anhänger in Deutschland. Zu ihnen gehörten auch Hermann Hesse und Gerhard Gollwitzer.

Mit und im Bund der Köngener stand Hauer in einem „deutschvölkischen Diskurs“. Hauer pflegte einen Nonkonformismus auch durch Kleidung und Lebensstil. In dem jugendlichen Umfeld der Köngener wurde Jakob Wilhelm Hauer Respekt und Verehrung entgegengebracht. In der eher konservativen Kirche und Universität geriet er dadurch mehr und mehr in die Rolle eines Außenseiters.

Jakob Wilhelm Hauer war Herausgeber der Zeitschriften Unser Weg (1920–27), danach Die kommende Gemeinde (1928–33). Letztgenannte Zeitschrift stand Pate bei der Erweiterung des Bundes der Köngener zum Freundeskreis der kommenden Gemeinde. Hauer setzte sich dabei für asiatische Religionen wie Hinduismus und Buddhismus ein und übernahm zu diesem Zweck 1927 den Vorsitz des von Rudolf Otto gegründeten Religiösen Menschheitsbunds. Jakob Wilhelm Hauer gewann mehr und mehr die Überzeugung, dass die jüdisch-christliche Religion dem germanischen Volk übergestülpt worden sei und dass es darum gehe, wieder zu den Wurzeln zurückzukehren, die in den indischen Religionen zum Teil noch vorfindbar seien.

Jakob Wilhelm Hauer als führender Indologe und Yoga Experte seiner Zeit

Jakob Wilhelm Hauer galt als ein bekannter, vielleicht sogar führender Indologe in den 1920er und 1930er Jahren. Er stand in lebhaftem Austausch mit für östliche Kultur, Philosophie und Religion offenen Intellektuellen wie Carl Gustav Jung, Hermann Hesse, Martin Buber und Hermann Graf Keyserling und natürlich mit anderen Indologen wie Helmuth von Glasenapp und Heinrich Zimmer.

Jakob Wilhelm Hauer schrieb 1922 das Werk "Die Anfänge der Yogapraxis im alten Indien" und 1932 "Der Yoga als Heilweg", in späteren Ausgaben meist als "Der Yoga" bezeichnet.

Mit diesen Werken legte er eine Grundlage des Verständnisses von Yoga im westlichen Denken.

Bis heute wird Jakob Wilhelm Hauer als Indologe und Yoga Experte insbesondere in Amerika in hohen Ehren gehalten. Der bekannte Yoga Experte Georg Feuerstein zitiert ihn in seinem Werk "Die Yoga Tradition" an vielen Stellen.

Publikationen von Jakob Wilhelm Hauer

Publikationen[Bearbeiten]

Quellen