Kulabhimana

Aus Yogawiki
kulabhimana

kulabhimana (Sanskrit: kulābhimāna n.) = Familienstolz; Bindung an die Familie, Gemeinde oder Gemeinschaft

Der Sanskrit-Ausdruck "kulabhimana" (कुलाभिमान) setzt sich aus zwei Wörtern zusammen:

  • "kula" (कुल) bedeutet "Familie", "Stamm" oder "edle Abstammung".
  • "abhimana" (अभिमान) steht für "Stolz", "Ego" oder "Identifikation".

Zusammengefasst beschreibt kulabhimana also den Stolz auf die eigene Familie oder Herkunft – sei es aufgrund von Tradition, Status oder vermeintlicher Überlegenheit.

In der Yogaphilosophie und im Advaita Vedanta gilt abhimana (Ego-Identifikation) oft als Hindernis auf dem Weg zur Befreiung (moksha). Wer sich zu stark mit seiner Familie, Kaste oder sozialen Stellung identifiziert, bindet sich an weltliche Illusionen (maya). Ein bekanntes Beispiel ist die Bhagavad Gita (2.71), wo Krishna sagt: "Wer frei von Anhaftung ist und nicht mehr stolz auf Besitz, Rang oder Abstammung, erlangt wahren Frieden."

Im Mahabharata zeigt König Duryodhana extremes kulabhimana: Sein Stolz auf die Kuru-Dynastie und sein Geburtsrecht führt zu Hass auf die Pandavas – und schließlich zum Krieg. Hier wird kulabhimana als negative Kraft dargestellt, die Blindheit und Leid verursacht.

Auch heute kann übertriebener Stolz auf Herkunft (z. B. Kasten-Denken) Spaltung verstärken. Die Yogalehre rät stattdessen zu "vasudhaiva kutumbakam" – "Die ganze Welt ist eine Familie".

Beispiel aus der Praxis: Ein Yogi hilft Bedürftigen, ohne nach ihrer Kaste zu fragen – denn im Licht der Seele (atman) sind alle gleich.

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