Purushalakshana
Purushalakshana (Sanskrit: purushalakshana n. ) = Kennzeichen des Menschen; Zeichen des Bewusstseins.
Purushalakshana bedeutet wörtlich etwa „Merkmale des Purusha“ oder „Eigenschaften des Seins/Menschen“. Im Sanskrit steht Purusha für das unvergängliche, bewusste Selbst oder „reines Bewusstsein“ (im Unterschied zu Prakriti, der wechselhaften Natur/Materie). Purushalakshana beschreibt also die typischen Kennzeichen dieses inneren, reinen Selbst: unbewegt, zeitlos, unveränderlich, beobachtend, nicht identisch mit Körper, Geist oder Sinneswahrnehmungen.
In der yogischen und vedantischen Tradition dient der Begriff dazu, das Erkennen des wahren Selbst zu fördern: statt sich mit Gedanken, Gefühlen oder Rollen zu identifizieren, soll man die zugrundeliegende Zeugenfunktion — das Purusha — erkennen. Praktisch heißt das in der Yogapraxis, Achtsamkeit und Unterscheidung (Viveka) zu kultivieren: Gedanken, Empfindungen und Körperempfindungen kommen und gehen, das Purusha bleibt als stiller Zeuge.
Bei der Meditation beobachtest du Gedanken und Gefühle ohne mit ihnen mitzugehen; diese beobachtende Haltung richtet sich auf das Purushalakshana — die Einsicht, dass du mehr bist als die wechselnden mentalen und körperlichen Phänomene.
Sri Aurobindo schrieb in seinen Schriften immer wieder vom Purusha als dem „ewigen Zeugen“; ein kurzes, prägnantes Wort dazu: „The Purusha is the immutable witness of all movement in Nature.“ (frei übersetzt: „Der Purusha ist der unveränderliche Zeuge aller Bewegungen in der Natur.“) Dieses Bild wird in vielen Yoga- und Vedanta-Lehren benutzt, um die Praxis der Selbst-Erkenntnis zu veranschaulichen.