Vijala

Vijala (Sanskrit: विजला vijalā f.) = leer, einfach, Ostindische Malve (Corchorus aestuans, Chunchu).
Vijala bezeichnet im Sanskrit etwas, das ohne Reichtum, ohne Glanz, nackt oder leer ist; je nach Zusammenhang kann es auch die Vorstellung von Armut, Einfachheit oder äußerer Unbedecktheit tragen. Der Begriff kann also sowohl eine ganz konkrete als auch eine geistige Bedeutung haben: wenig Besitz, wenig Schmuck, wenig Ablenkung. In indischen Denkweisen ist das nicht automatisch negativ, denn gerade das Schlichte kann als besonders wahrhaftig gelten.
Im Zusammenhang mit Yoga und Spiritualität lässt sich Vijala als Hinweis auf Reduktion verstehen. Wer den Weg nach innen sucht, löst sich oft bewusst von Überfluss, von äußerer Selbstdarstellung und von Dingen, die den Geist zerstreuen. In Hinduismus und indischer Askese spielt genau diese Schlichtheit eine wichtige Rolle: Weniger Äußerlichkeit soll mehr Klarheit schaffen. So wird Armut oder Einfachheit nicht nur sozial gesehen, sondern auch als geistige Haltung, als freiwillige Entlastung von dem, was unnötig bindet.
Ein passendes Beispiel für die Praxis wäre ein Tag der bewussten Einfachheit: Du verzichtest auf Luxus, nimmst nur das Nötigste, kleidest dich schlicht, reduzierst Medien und übst Meditation in Ruhe. So erfährst du direkt, wie wenig oft genügt, um innerlich gesammelt zu sein.
„Einfach leben, erhaben denken.“ - Swami Sivananda