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Wörtlich bedeutet die Verbindung also etwa „Wissen-Handlung“ oder „Handlung aufgrund von Erkenntnis“. In [[philosophisch]]en und [[religiös]]en Texten des indischen Denkens wird damit häufig das Zusammenspiel von Erkenntnis und Handlung beschrieben: nicht nur theoretisches Wissen, sondern das Wissen, das das Handeln leitet, oder Handlungen, die aus spiritueller Einsicht heraus vollzogen werden. | |||
Je nach Kontext kann jnanakarman verschiedene Nuancen tragen. In einer ethisch-praktischen Lesart betont der Ausdruck, dass richtige Taten aus klarer Erkenntnis entstehen sollten — ethische Entscheidungen beruhen demnach auf Wissen über die [[Wirklichkeit]] und die Folgen des Handelns. In einem spirituellen Kontext kann er auf Praktiken hinweisen, die sowohl Erkenntnis als Ziel als auch Grundlage der [[Praxis]] sind: Handlungen (zum Beispiel Rituale, [[Meditation]], moralische Pflichten), die darauf ausgerichtet sind, Wissen oder [[Befreiung]] zu erlangen, oder aber das Leben so zu führen, dass das gewonnene spirituelle Wissen im Alltag wirksam wird. | |||
Texttraditionen wie die [[Upanishaden]], die [https://www.yoga-vidya.de/ Bhagavadgita] und laterale Kommentarliteratur diskutieren ähnliche Themen unter Begriffen wie Wissen versus Handeln oder Handlung ohne Anhaftung. Jnanakarman lässt sich in diesen Diskussionen als Ausdruck für die idealtypische Verbindung verstehen: Weisheit darf nicht bloß abstrakt bleiben, und Handeln sollte auf Einsicht beruhen — erst durch diese Verbindung wird Handlung sinnvoll und Wissen lebendig. | |||
=Siehe auch= | |||
* [[Jnana Yoga]] | |||
* [[Yogaweg]] | |||
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Aktuelle Version vom 18. Dezember 2025, 01:32 Uhr

jnanakarman: (Sanskrit: jnanakarman n.) = Wissen, das das Handeln leitet
Der Sanskrit-Ausdruck „jnanakarman“ setzt sich aus zwei Teilen zusammen:
- „jnana“ (Wissen, Erkenntnis, geistiges Begreifen) und
- „karman“ (Handlung, Tat, das Wirken).
Wörtlich bedeutet die Verbindung also etwa „Wissen-Handlung“ oder „Handlung aufgrund von Erkenntnis“. In philosophischen und religiösen Texten des indischen Denkens wird damit häufig das Zusammenspiel von Erkenntnis und Handlung beschrieben: nicht nur theoretisches Wissen, sondern das Wissen, das das Handeln leitet, oder Handlungen, die aus spiritueller Einsicht heraus vollzogen werden.
Je nach Kontext kann jnanakarman verschiedene Nuancen tragen. In einer ethisch-praktischen Lesart betont der Ausdruck, dass richtige Taten aus klarer Erkenntnis entstehen sollten — ethische Entscheidungen beruhen demnach auf Wissen über die Wirklichkeit und die Folgen des Handelns. In einem spirituellen Kontext kann er auf Praktiken hinweisen, die sowohl Erkenntnis als Ziel als auch Grundlage der Praxis sind: Handlungen (zum Beispiel Rituale, Meditation, moralische Pflichten), die darauf ausgerichtet sind, Wissen oder Befreiung zu erlangen, oder aber das Leben so zu führen, dass das gewonnene spirituelle Wissen im Alltag wirksam wird.
Texttraditionen wie die Upanishaden, die Bhagavadgita und laterale Kommentarliteratur diskutieren ähnliche Themen unter Begriffen wie Wissen versus Handeln oder Handlung ohne Anhaftung. Jnanakarman lässt sich in diesen Diskussionen als Ausdruck für die idealtypische Verbindung verstehen: Weisheit darf nicht bloß abstrakt bleiben, und Handeln sollte auf Einsicht beruhen — erst durch diese Verbindung wird Handlung sinnvoll und Wissen lebendig.