Astibhatipriyam: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Yogawiki
Guido T (Diskussion | Beiträge)
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Guido T (Diskussion | Beiträge)
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 1: Zeile 1:
'''Astibhatipriyam''': ([[Sanskrit]]: astībhātīpriyam) = wörtl.: er (sie, es) ist; strahlt als Bewusstseinslicht. Der Ausdruck entspricht [[saccidananda]].
'''Astibhatipriyam''': ([[Sanskrit]]: astībhātīpriyam) = wörtl.: er (sie, es) ist; strahlt als Bewusstseinslicht. Der Ausdruck entspricht [[saccidananda]].


"Astibhatipriyam" — so ein zusammengesetzter Sanskrit-Ausdruck ist selten als feststehendes Wort zu finden; er setzt sich offenbar aus drei Teilen zusammen: "asti" (ist/existiert), "bhati" (scheint/erstrahlt/erkennt) und "priyam" (liebevoll/angenehm/gewünscht). Wörtlich könnte man ihn daher etwa interpretieren als „das, was anwesend ist und leuchtet und angenehm ist“ oder freier: „die liebenswerte Gegenwart, die offenbar wird“.
"Astibhatipriyam" — so ein zusammengesetzter Sanskrit-Ausdruck ist selten als feststehendes Wort zu finden; er setzt sich offenbar aus drei Teilen zusammen: "[[asti]]" (ist/existiert), "[[bhati]]" (scheint/erstrahlt/erkennt) und "[[priya]]m" (liebevoll/angenehm/gewünscht). Wörtlich könnte man ihn daher etwa interpretieren als „das, was anwesend ist und leuchtet und angenehm ist“ oder freier: „die liebenswerte Gegenwart, die offenbar wird“.


In einem yogischen oder spirituellen Kontext lässt sich Astibhatipriyam so lesen: die freudvolle Erkenntnis oder Erfahrung der eigenen Existenz, die innere Gegenwart, die sich offenbart und als liebenswert erlebt wird. Das passt gut zu Kernideen des Yoga und der vedantischen Selbsterkenntnis, bei denen nicht-abhängige Bewusstheit (sat) und ihre leuchtende Natur (bhati) als Grundlage der Erfahrung gelten und die Verehrung oder Liebe zu diesem Erkennen (priyam) eine natürliche Reaktion ist. Kurz: es beschreibt das Erkennen des eigenen Seins als etwas, das leuchtet und geliebt werden kann.
In einem [[yogisch]]en oder [[spirituell]]en Kontext lässt sich Astibhatipriyam so lesen: die freudvolle [[Erkenntnis]] oder Erfahrung der eigenen Existenz, die innere Gegenwart, die sich offenbart und als liebenswert erlebt wird. Das passt gut zu Kernideen des [[Yoga]] und der [[vedantisch]]en Selbsterkenntnis, bei denen nicht-abhängige Bewusstheit (sat) und ihre leuchtende Natur (bhati) als Grundlage der Erfahrung gelten und die Verehrung oder Liebe zu diesem Erkennen (priyam) eine natürliche Reaktion ist. Kurz: es beschreibt das Erkennen des eigenen Seins als etwas, das leuchtet und geliebt werden kann.


Aus der Yogapraxis: Wenn du in einer Meditation still sitzt und plötzlich ein klares Gefühl von „Ich bin“ auftaucht — nicht als Gedanke, sondern als unmittelbare, ruhige Präsenz, die angenehm und beruhigend ist — könnte man dieses Erlebnis mit Astibhatipriyam umschreiben: die liebenswerte Offenbarung des Seins. Viele Yogalehrer sprechen davon, dass solche Momente Vertrauen und tiefe Ruhe fördern, weil das Selbst als dauerhaft und freundlich erfahren wird.
Aus der Yogapraxis: Wenn du in einer [[Meditation]] still sitzt und plötzlich ein klares Gefühl von „Ich bin“ auftaucht — nicht als Gedanke, sondern als unmittelbare, ruhige Präsenz, die angenehm und beruhigend ist — könnte man dieses [[Erlebnis]] mit Astibhatipriyam umschreiben: die liebenswerte Offenbarung des Seins. Viele [https://www.yoga-vidya.de/ Yogalehrer] sprechen davon, dass solche Momente Vertrauen und tiefe Ruhe fördern, weil das Selbst als dauerhaft und freundlich erfahren wird.


Ramana Maharshi sagte in ähnlichem Sinne: „Wer sich beständig fragt ›Wer bin ich?‹, kehrt zum wahren Selbst zurück; dort ist Ruhe und Freude.“ Das entspricht der Idee, dass die erkennbare, leuchtende Präsenz des Selbst eine liebenswerte Wirklichkeit ist, wie in Astibhatipriyam angedeutet.
[[Ramana Maharshi]] sagte in ähnlichem Sinne: „Wer sich beständig fragt ›Wer bin ich?‹, kehrt zum wahren Selbst zurück; dort ist Ruhe und Freude.“ Das entspricht der Idee, dass die erkennbare, leuchtende Präsenz des Selbst eine liebenswerte Wirklichkeit ist, wie in Astibhatipriyam angedeutet.


=Siehe auch=
=Siehe auch=
* [[]]  
* [[Liebe]]  
* [[]]
* [[Bhakti Yoga]]


[[Kategorie:Glossar]]
[[Kategorie:Glossar]]
[[Kategorie:Sanskrit]]
[[Kategorie:Sanskrit]]

Version vom 11. Juni 2026, 00:33 Uhr


Astibhatipriyam: (Sanskrit: astībhātīpriyam) = wörtl.: er (sie, es) ist; strahlt als Bewusstseinslicht. Der Ausdruck entspricht saccidananda.

"Astibhatipriyam" — so ein zusammengesetzter Sanskrit-Ausdruck ist selten als feststehendes Wort zu finden; er setzt sich offenbar aus drei Teilen zusammen: "asti" (ist/existiert), "bhati" (scheint/erstrahlt/erkennt) und "priyam" (liebevoll/angenehm/gewünscht). Wörtlich könnte man ihn daher etwa interpretieren als „das, was anwesend ist und leuchtet und angenehm ist“ oder freier: „die liebenswerte Gegenwart, die offenbar wird“.

In einem yogischen oder spirituellen Kontext lässt sich Astibhatipriyam so lesen: die freudvolle Erkenntnis oder Erfahrung der eigenen Existenz, die innere Gegenwart, die sich offenbart und als liebenswert erlebt wird. Das passt gut zu Kernideen des Yoga und der vedantischen Selbsterkenntnis, bei denen nicht-abhängige Bewusstheit (sat) und ihre leuchtende Natur (bhati) als Grundlage der Erfahrung gelten und die Verehrung oder Liebe zu diesem Erkennen (priyam) eine natürliche Reaktion ist. Kurz: es beschreibt das Erkennen des eigenen Seins als etwas, das leuchtet und geliebt werden kann.

Aus der Yogapraxis: Wenn du in einer Meditation still sitzt und plötzlich ein klares Gefühl von „Ich bin“ auftaucht — nicht als Gedanke, sondern als unmittelbare, ruhige Präsenz, die angenehm und beruhigend ist — könnte man dieses Erlebnis mit Astibhatipriyam umschreiben: die liebenswerte Offenbarung des Seins. Viele Yogalehrer sprechen davon, dass solche Momente Vertrauen und tiefe Ruhe fördern, weil das Selbst als dauerhaft und freundlich erfahren wird.

Ramana Maharshi sagte in ähnlichem Sinne: „Wer sich beständig fragt ›Wer bin ich?‹, kehrt zum wahren Selbst zurück; dort ist Ruhe und Freude.“ Das entspricht der Idee, dass die erkennbare, leuchtende Präsenz des Selbst eine liebenswerte Wirklichkeit ist, wie in Astibhatipriyam angedeutet.

Siehe auch