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'''gurunam ajna''' ([[Sanskrit]]: gurūnām ājnā ''f.'') Anweisung des Meisters, denen man Folge leisten sollte
[[Datei:Ajna-sharada.jpg|mini|Gurunam Ajna]]


'''gurunam ajna''' ([[Sanskrit]]: gurūnām ājnā ''f.'') = Hingabe an den Guru, der Erkenntnis vermittelt
Gurunam Ajna ist ein zusammengesetzter Sanskrit-Ausdruck, der sich aus den beiden Teilen guru‑nam und ajna bildet und in spirituellen, insbesondere yogischen und tantrischen Kontexten verwendet wird. Wortwörtlich bedeutet
* [[guru]]‑[[nam]] „Name des [[Guru]]s“ oder allgemein „des Gurus“, wobei guru für den spirituellen Lehrer steht, der Weisheit, Führung und Übertragung spiritueller Kraft vermittelt.
* [[Ajna]] bezeichnet das [[dritte Auge]], das [[Stirnchakra]] oder das Zentrum inneren Sehens und Erkennens; es steht für [[Intuition]], direkte [[Erkenntnis]] und die Fähigkeit, hinter die Oberfläche der Erscheinungen zu schauen.
Gemeint ist oft die Idee, dass durch Hingabe an den Guru und das innere Öffnen des [[Ajna]]‑Zentrums Erkenntnis, Befreiung oder die Übertragung des Erwachens möglich wird. In vielen tantrischen und [https://www.yoga-vidya.de/ Bhakti]‑orientierten Texten und Praktiken kommt der Guru eine Vermittlerfunktion zu: Er ist Träger einer lebendigen Linie, die Lehrwissen, Initiation und spirituelle Energie weitergibt. Ajna als Sitz der Intuition symbolisiert dabei jene innere Wahrnehmung, die durch die Präsenz oder das Wirken des Gurus aktiviert wird. Praktisch kann gurunam ajna also verstanden werden als das vom Guru geöffnete oder berührte dritte Auge, als die in der Guru‑Beziehung erweckte intuitive Schau oder als das Lehren und Sehen des Gurus, das im Inneren des Schülers wirksam wird.
Im rituellen Gebrauch kann der Ausdruck unterschiedliche Nuancen tragen: er kann eine Anrufung sein, mit der man darum bittet, dass der Guru das Ajna öffne oder segne; er kann eine Beschreibung eines übertragenen Zustands sein, etwa das „Ajna des Gurus“ als Symbol für höchste Einsicht; oder er kann eine [[Praxis]] bezeichnen, bei der meditative Konzentration auf das Ajna unter Führung des Gurus erfolgt. In Linien, die besonders die Übertragung durch [[Bija Mantra]]s und Initiationen betonen, wird die Verbindung zwischen Guruwort und Ajna oft als Mittel zur direkten Erfahrung des Nicht‑Dualen beschrieben.
Historisch und kulturell ist zu beachten, dass Begriffe wie guru, ajna und ihre Kombination stark kontextabhängig sind. In verschiedenen Schulen unterscheiden sich Vorstellungen darüber, wie die Beziehung zwischen Guru und [[Schüler]] gestaltet ist, wie Initiation verstanden wird und ob die „Öffnung“ des Ajna als metaphysisches Ereignis oder als sukzessive [[Einsicht]] zu beschreiben ist. Moderne spirituelle Interpretationen betonen häufig die psychologische Seite: das Ajna als Symbol für inneres Wahrnehmen und die Rolle des Lehrers, Entwicklungsprozesse zu begleiten, Blockaden zu lösen und Vertrauen zu fördern.
=Siehe auch=
* [[Kundalini Yoga]]
* [[Spiritueller Name]]


[[Kategorie:Glossar]]
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[[Kategorie:Sanskrit]]
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Aktuelle Version vom 6. Februar 2026, 23:02 Uhr

Gurunam Ajna

gurunam ajna (Sanskrit: gurūnām ājnā f.) = Hingabe an den Guru, der Erkenntnis vermittelt

Gurunam Ajna ist ein zusammengesetzter Sanskrit-Ausdruck, der sich aus den beiden Teilen guru‑nam und ajna bildet und in spirituellen, insbesondere yogischen und tantrischen Kontexten verwendet wird. Wortwörtlich bedeutet

  • gurunam „Name des Gurus“ oder allgemein „des Gurus“, wobei guru für den spirituellen Lehrer steht, der Weisheit, Führung und Übertragung spiritueller Kraft vermittelt.
  • Ajna bezeichnet das dritte Auge, das Stirnchakra oder das Zentrum inneren Sehens und Erkennens; es steht für Intuition, direkte Erkenntnis und die Fähigkeit, hinter die Oberfläche der Erscheinungen zu schauen.

Gemeint ist oft die Idee, dass durch Hingabe an den Guru und das innere Öffnen des Ajna‑Zentrums Erkenntnis, Befreiung oder die Übertragung des Erwachens möglich wird. In vielen tantrischen und Bhakti‑orientierten Texten und Praktiken kommt der Guru eine Vermittlerfunktion zu: Er ist Träger einer lebendigen Linie, die Lehrwissen, Initiation und spirituelle Energie weitergibt. Ajna als Sitz der Intuition symbolisiert dabei jene innere Wahrnehmung, die durch die Präsenz oder das Wirken des Gurus aktiviert wird. Praktisch kann gurunam ajna also verstanden werden als das vom Guru geöffnete oder berührte dritte Auge, als die in der Guru‑Beziehung erweckte intuitive Schau oder als das Lehren und Sehen des Gurus, das im Inneren des Schülers wirksam wird.

Im rituellen Gebrauch kann der Ausdruck unterschiedliche Nuancen tragen: er kann eine Anrufung sein, mit der man darum bittet, dass der Guru das Ajna öffne oder segne; er kann eine Beschreibung eines übertragenen Zustands sein, etwa das „Ajna des Gurus“ als Symbol für höchste Einsicht; oder er kann eine Praxis bezeichnen, bei der meditative Konzentration auf das Ajna unter Führung des Gurus erfolgt. In Linien, die besonders die Übertragung durch Bija Mantras und Initiationen betonen, wird die Verbindung zwischen Guruwort und Ajna oft als Mittel zur direkten Erfahrung des Nicht‑Dualen beschrieben.

Historisch und kulturell ist zu beachten, dass Begriffe wie guru, ajna und ihre Kombination stark kontextabhängig sind. In verschiedenen Schulen unterscheiden sich Vorstellungen darüber, wie die Beziehung zwischen Guru und Schüler gestaltet ist, wie Initiation verstanden wird und ob die „Öffnung“ des Ajna als metaphysisches Ereignis oder als sukzessive Einsicht zu beschreiben ist. Moderne spirituelle Interpretationen betonen häufig die psychologische Seite: das Ajna als Symbol für inneres Wahrnehmen und die Rolle des Lehrers, Entwicklungsprozesse zu begleiten, Blockaden zu lösen und Vertrauen zu fördern.

Siehe auch