Transkription

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Transkription, von lateinisch trans, hinüber und scribere, schreiben, bedeutet das Übertragen von etwas in Schriftform. Man kann zwei Arten von Transkription unterscheiden:

  • Niederschrift von gesprochenen Texten: Jemand diktiert etwas oder hält einen Vortrag. Jemand anderes macht davon eine Transkription, also eine Niederschrift des Vortrags, typischerweise von einer Vortragsaufnahme
  • Transliteration eines Textes von einer Schrift in eine andere: Ein Text ist in einer Schrift geschrieben und wird dann in eine andere Schrift geschrieben, also transkribiert

Wenn du mehr über Transkription von Sanskrit wissen willst, dann gehe am besten gleich zum Hauptstichwort Transliteration.

Transkription als Niederschrift

Viele Bücher indischer Yoga Meister entstehen aus Transkriptionen, also Niederschriften ihrer Vorträge. So sind z.B. die meisten Bücher von Swami Venkatesananda und Swami Chidananda, auch von Swami Vivekananda entstanden. Aber auch die Bücher von Rudolf Steiner sind z.T. Transkriptionen seiner Vorträge, z.T. auch aus seinen Vortrags-Skripten entstanden. Auch einige Bücher von Sukadev Bretz, z.B. Die Yoga-Weisheit des Patanjali für Menschen von heute sowie Bhagavad Gita für Menschen von Heute sind aus Vortrags-Transkriptionen enstanden. Auch viele Wiki-Artikel hier enthalten Transkriptionen der Vorträge von Sukadev. Yoga Vidya sucht immer wieder neue Transkripteurinnen, welche Vorträge von Sukadev und anderen, die aufgenommen werden, verschriftlichen. (Wenn du mithelfen willst, schicke eine Email an informationen(at)yoga-vidya.de )

Transkription und Transliteration

Die zweite Bedeutung des Begriffs Transkription ist die Übertragung eines Textes von einer Schrift in eine andere. Z.B kann ein Text in Kyrillisch oder Griechisch geschrieben worden sein, und man möchte diesen Text in der Originalsprache lesen können, ohne Kyrillisch bzw. griechische Schrift lernen zu müssen.

Insbesondere bei den indischen Sprachen ist Transkription in diesem Sinne ein wichtiges Thema.

Theoretisch gibt es einen Unterschied zwischen Transkription und Transliteration:

  • Transkription ist die Übertragung eines Textes in eine andere Schrift mittels phonetischer Schrift. Man nimmt also keine Rücksicht auf die Schreibweise, die Buchstaben, des Originaltextes. Vielmehr schreibt man den Text so, wie es phonetisch korrekt ist. So schreiben die Inder z.B. englische Wörter auf Devanagari so wie sie gesprochen werden, und übertragen nicht die englischen Buchstaben einzeln ins Devanagari.
  • Transliteration ist die buchstabentreue Übertragung eines Textes von einer Schrift in eine andere: Jedem Schriftzeichen einer Schrift wird ein eindeutiges Schriftzeichen der anderen Schrift zugewiesen.

Bei der Umschrift von Devanagari gibt es keinen Unterschied zwischen Transkription und Transliteration. Denn Devanagari ist eine streng phonetische Schrift. So entsprechen Transkription und Transliteration sich vollständig und werden im Kontext von Sanskrit identisch verwendet.

Transkription von Sanskrit bzw. Devanagari

Beim Sanskrit gibt es verschiedene Formen der Transkription. Sanskrit hat 50 Buchstaben, das römische (und deutsche Alphabet) etwa halb so viele (deutsch 26). Sanskrit hat Laute, die es im Deutschen z.B. nicht gibt - ebenso wie es deutsche Laute gibt, die es im Sanskrit nicht gibt. So ist also die Frage, wie man die unterschiedlichen Laute/Buchstaben der Sanskritsprache in die europäische Schrift überträgt, also transkribiert. Man kann drei Grundarten der Transliteration unterscheiden:

  • IAST Transliteration, auch wissenschaftliche Transkription genannt.
  • Vereinfachte Transliteration, auch Hunter Transliteration, "Hunterian Transliteration" genannt
  • Computer-optimierte Transliterationen, welche den Devanagari Schriftzeichen eineindeutige Schriftzeichen einer Computer Tastatur zuweisen, indem sie die in europäischen Sprachen nicht vorhandenen Sanskrit Buchstaben Großbuchstaben oder Satzzeichen zuweisen, die es im Sanskrit nicht gibt.

IAST Transkription

Die IAST Transkription, auch wissenschaftliche Transkription genannt, ist der quasi-Standard für alle, die Sanskrit Texte korrekt aussprechen wollen, ohne auf Devanagari zugreifen zu wollen.

In der IAST Sanskrit Transkription werden den Devanagari Schriftzeichen eineindeutige europäische Schriftzeichen ("Römische Schrift") mit und ohne diakritische Zeichen (also Punkte und Striche über oder unter den Schriftzeichen) zugeordnet. Wer also IAST (und Sanskrit) kennt, der kann Sanskrit Wörter eindeutig korrekt aussprechen, auch wenn er das konkrete Wort vorher noch nie gesehen hat. IAST ist zum Standard geworden, insbesondere bei Indologen, die 1896 (nach anderen Aussagen auf dem Orientalistenkongress in Athen 1912) diese IAST Schrift zum Standard erhoben haben.

Vereinfachte Sanskrit transkription- Hunter Transliteration

Die vereinfachte Treanskription, auch Hunter Transliteration, "Hunterian Transliteration" genannt, wurde entwickelt in der Mitte des 19. Jahrhundert von Charles Wilkins, William Jones und William Wilson Hunter. Hier wird verzichtet auf diakritische Zeichen und in Kauf genommen, dass man Sanskrit nicht 100% korrekt aussprechen kann. Der Vorteil der Hunter Transkription ist, dass das Schriftbild ähnlich aussieht wie bei europäischen Sprachen. Die Hunter Transkription wurde 1872 von der englischen Kolonialregierung 1872 im India Council Meeting für verbindlich erklärt. Die Hunter Transkription wurde 1954 von der indischen Regierung nochmals bestätigt, leicht erweitert und modifiziert. In einer Variation werden die langen Vokale mit einem Strich über dem Vokal gekennzeichnet.

Die meisten Yoga Bücher, auch die im Yoga Vidya Verlag erschienenen, nutzen die Hunter Transkription.

Harvard-Kyoto, Velthuis, Itrans, SLP1 - Computeroptimierte Sanskrit Transkriptionen

IAST ist seit 1900 die Standard-Schrift für Sanskrit Texte. Allerdings konnten die ersten Computer IAST nicht auf dem Bildschirm darstellen und auch nicht auf der Computer Tastatur schreiben. Daher wurden von Sanskrit (und Hindi) Liebhabern und Schreibern 1990-2010 gerade in Emails und im Internet Velthuis, Harvard-Kyoto und Itrans als Alternative entwickelt und verwendet. Seit ca. 2005 können die meisten Computer IAST und Devanagari auch darstellen. Daher werden heutzutage auch im Internet und per Email Sanskrit Texte entweder in der vereinfachten Transkription geschrieben/veröffentlicht - oder eben in IAST oder Devanagari. Harvard-Kyoto, Itrans, Velthuis, SLP1 werden heute nur noch verwendet, um Sanskrit Texte schnell schreiben zu können, und dann im Internet mit einem Sanskrit Transliterations-Tool in IAST (Unicode) oder Devanagari zu transkribieren. Hier hat sich Harvard-Kyoto und Itrans als schneller schreibbar entwickelt.

Velthuis Sanskrit Transkription

Velthuis Transkription ist ein System, das 1996 entwickelt wurde von Frans Velthuis. Velthuis hat den Vorteil, dass es alle Buchstaben des Devanagari Alphabets ohne diakritische Zeichen und damit direkt am PC darstellen kann. Velthuis Transkription hat den Nachteil, dass es kaum in Gebrauch ist... De facto findet man Velthuis nur in wenigen Dokumenten, und ausschließlich im Internet, vor allem in Texten, die 1996-2005 online gestellt wurden.

Harvard Sanskrit Transkription

Harvard-Kyoto Transkription erscheint einfacher als IAST, enthält keine diakritischen Zeichen, ist auf Computer Tastatur schreibbar. Statt diakritscher Zeichen werden Groß- und Kleinbuchstaben verwendet. Harvard-Kyoto wird aber selten verwendet. Harvard-Kyoto Transkription hat den Vorteil, dass es für jemanden, der IAST oder Devanagari kennt, sehr schnell lernbar ist. Harvard-Kyoto Transkription ist in vielen Internet Seiten, die von Indologie Abteilungen großer Universitäten erstellt wurden (z.B. die ganzen Wörterbücher der Universität Köln) immer noch in Gebrauch.

Itrans Sanskrit Transkription

itrans Transkription, auch geschrieben ITRANS, hat sich heutzutage in der Internetwelt durchgesetzt. Vermutlich deshalb, weil es schon früh Itrans Software Pakete gab, mit dem die indischen Schriftarten einfach erzeugt werden können. Itrans hat sich in einer Newsgroup entwickelt. Daher findet man Itrans auch mehr in Dokumenten, die von Nichtakademikern hochgeladen werden. Für Itrans Transkriptiongab es die ersten Transliterations-Tools.


SLP1 Sanskrit Transkription

SLP1 ist eigentlich die eineindeutigste Transkription, die jedem Sanskrit Buchstaben einen eineindeutigen einzelnen Buchstaben auf der Computer Tastatur zuweist (unter Ausschöpfung von Groß- und Kleinbuchstaben sowie Q) - diese SLP1 Transkription wird aber sehr selten verwendet.

Verschiedene Transkriptionen anhand des Gayatri Mantras

Hier das Gayatri Mantra in verschiedenen Schreibweisen - so bekommst du den besten Überblick, wie die verschiedenen Umschriften, Transliterationen, aussehen:


  • Devanagari
ॐ भूर् भुवः स्वः तत् सवितुर् वरेण्यम् /
भर्गो देवस्य धीमहि धियो यो नः प्रचोदयात् //
  • IAST Wissenschaftliche Transkription mit diakritischen Zeichen (Unicode)
oṃ bhūr bhuvaḥ svaḥ tat savitur vareṇyam /
bhargo devasya dhīmahi dhiyo yo naḥ pracodayāt //
  • Velthuis
o.m bhuur bhuva.h sva.h tat savitur vare.nyam /
bhargo devasya dhiimahi dhiyo yo na.h pracodayaat //
  • Harvard-Kyoto
oM bhUr bhuvaH svaH tat savitur vareNyam / /
bhargo devasya dhImahi dhiyo yo naH pracodayAt //
  • Itrans
oM bhUr bhuvaH svaH tat savitur vareNyam
bhargo devasya dhImahi dhiyo yo naH prachodayAt //
  • In vereinfachter Umschrift, Hunter Transliteration:
om bhur bhuvah svah tat savitur varenyam /
bhargo devasya dhimahi dhiyo yo nah prachodayat //

Sanskrit Devanagari Transkription Vergleich - alle Sanskrit Buchstaben in verschiedenen Transkriptionen

Hier ein Vergleich aller Sanskrit Buchstaben in verschiedenen Transkriptionen. Vereinfachte Transkription (Hunter) ist hier außen vorgelassen

Sanskrit Vokale Transliteration

Devanāgarī IAST Harvard-Kyoto ITRANS Velthuis SLP1
a a a a a
ā A A/aa aa A
i i i i i
ī I I/ii ii I
u u u u u
ū U U/uu uu U
e e e e e
ai ai ai ai E
o o o o o
au au au au O
R RRi/R^i .r f
RR RRI/R^I .rr F
lR LLi/L^i .l x
lRR LLI/L^I .ll X
अं M M/.n/.m .m M
अः H H .h H
अँ .N ~

Konsonanten

Die Devanāgarī Konsonanten-Buchstaben enthalten in sich den -a Klang. In allen Transliteration Schemata muss das a als "a" mit aufgeführt werden..

Devanāgarī IAST Harvard-Kyoto ITRANS Velthuis SLP1
ka ka ka ka ka
kha kha kha kha Ka
ga ga ga ga ga
gha gha gha gha Ga
ṅa Ga ~Na "na Na
ca ca cha ca ca
cha cha Cha cha Ca
ja ja ja ja ja
jha jha jha jha Ja
ña Ja ~na ~na Ya
ṭa Ta Ta .ta wa
ṭha Tha Tha .tha Wa
ḍa Da Da .da qa
ḍha Dha Dha .dha Qa
ṇa Na Na .na Ra
ta ta ta ta ta
tha tha tha tha Ta
da da da da da
dha dha dha dha Da
na na na na na
pa pa pa pa pa
pha pha pha pha Pa
ba ba ba ba ba
bha bha bha bha Ba
ma ma ma ma ma
ya ya ya ya ya
ra ra ra ra ra
la la la la la
va va va/wa va va
śa za sha "sa Sa
ṣa Sa Sha .sa za
sa sa sa sa sa
ha ha ha ha ha

Irreguläre Konsontant-Verbindungen

Devanāgarī ISO 15919 Harvard-Kyoto ITRANS Velthuis SLP1
क्ष kṣa kSa kSa/kSha/xa k.sa kza
त्र tra tra tra tra tra
ज्ञ jña jJa GYa/j~na j~na jYa
श्र śra zra shra "sra Sra

Andere Konsonanten (kommen nicht im Sanskrit vor, aber in anderen indischen Sprachen)

Devanāgarī ISO 15919 ITRANS
क़ qa qa
ख़ k͟ha Kha
ग़ ġa Ga
ज़ za za
फ़ fa fa
ड़ ṛa .Da/Ra
ढ़ ṛha .Dha/Rha


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Sanskrit und Devanagari

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25.11.2016 - 27.11.2016 - Sanskrit

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Dr. phil. Oliver Hahn

Siehe auch