Shaivapurana

Aus Yogawiki
Shaivapurana

Shaivapurana (Sanskrit: shaivapurāna n.) = ein zur Tradition der Shaivas gerechnetes Purana

Der Sanskrit-Ausdruck Shaivapurana (auch Shiva Purana geschrieben) setzt sich aus zwei Wörtern zusammen: “Shiva” und “Purana”.

  • Shiva” bedeutet “der Gütige” oder “der Glückverheißende” und bezieht sich auf die hinduistische Gottheit Shiva, die für Zerstörung und gleichzeitig für Neuschöpfung, Askese und tiefe Meditation steht.
  • Purana” heißt wörtlich “alt” oder “uralt” und bezeichnet eine Gattung heiliger Texte, die Mythen, Legenden, Kosmologie und spirituelle Lehren enthalten. Das Shaivapurana ist also eines der 18 großen Puranas des Hinduismus und ist dem Gott Shiva gewidmet.

In diesem umfangreichen Text, der vermutlich zwischen dem 4. und 14. Jahrhundert n. Chr. zusammengestellt wurde, findest du Geschichten über Shivas Taten, seine Familie (wieParvati, Ganesha und Kartikeya) sowie philosophische und rituelle Anleitungen. Es erklärt, wie du durch Hingabe (Bhakti) an Shiva und durch bestimmte Praktiken spirituelle Erkenntnis erlangen kannst. Besonders betont wird die Vorstellung, dass Shiva nicht nur eine Gottheit ist, sondern das höchste Bewusstsein – das unveränderliche, reine Sein, das hinter aller Erscheinung liegt.

Für dich als Yogapraktikerin oder -praktiker kann das Shaivapurana eine tiefe Quelle der Inspiration sein. Yoga bedeutet ja im Kern, die Einheit von Körper, Geist und Seele mit dem Göttlichen zu erfahren. Shivas Aspekt als “Adiyogi” (der erste Yogi) und als Meister der Meditation wird hier ausführlich gefeiert. Stell dir vor, du sitzt in der Stille deiner Praxis, vielleicht in einer einfachen Haltung wie dem Schneidersitz, und spürst, wie dein Atem ruhiger wird. In diesem Moment, jenseits von Gedanken und Anspannung, berührst du genau das, was das Shaivapurana als Shivas Wesen beschreibt: die reine, unerschütterliche Gegenwart.

Ein kurzes Beispiel aus der Yogapraxis, das diesen Geist widerspiegelt: Wenn du in einer Asana wie der Berghaltung (Tadasana) stehst und dich ganz auf die Erdung und die aufrechte Wirbelsäule konzentrierst, kannst du innerlich rezitieren: “Shiva ist in mir als das stille Zeugen, das niemals wankt.” Diese Verbindung – zwischen deiner körperlichen Haltung und der inneren Hingabe an das Unveränderliche – ist eine lebendige Interpretation der Lehren des Shaivapurana. Es lädt dich ein, jede Yogastunde als eine kleine Verehrung Shivas zu sehen, bei der du durch Achtsamkeit und Ruhe deine eigene göttliche Natur entdeckst.

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