Schwarze Göttin

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Die Schwarze Göttin hat für Menschen eine besondere Faszination. Die schwarze Göttin steht für das Geheimnisvolle, das Mysteriöse, das Faszinierende. In Indien ist besonders Kali als die Schwarze Göttin bekannt. Im Christentum gibt es die Schwarze Madonna. In heidnischen Religionen gibt es die Schwarze Göttin als eine der drei Gestalten der Göttin, neben der Weißen Göttin und der Roten Göttin. Heinz Günther Konsalik hat den Roman "Wen die schwarze Göttin ruft" geschrieben, der in Ostafrika handelt. Im Jahr 2011 erschien der Comic "Die Schwarze Göttin" im BUAP 9 Verlag als Band 9 der Froschplage Story voller mystischer und okkulter Elemente.

Kali, die schwarze Göttin Indiens

Kali, die Schwarze Göttin, tanzend auf Shiva - die wohl bekannteste Darstellung der Göttin Kali

Die wohl bekannteste Manifestation der schwarzen Göttin ist die indische Göttin Kali. Das Wort Kali selbst bedeutet "die Dunkle, die Schwarze". Kali wird dargestellt als wilde Göttin mit schwarz-blauer Haut, oft tanzend auf dem schlafenden Shiva. Die schwarze Göttin Kali hat eine Girlande aus abgeschlagenen Köpfen. Sie hat einen Rock aus abgeschlagenen Armen. Sie hat einen abgeschlagenen Kopf in der Hand. Ihre Augen sind aufgerissen, ihre Zunge ist rausgestreckt, sie hat ein Schwert in der Hand. Sie ist umgeben von Dämonen bzw. Dienern oder Dienerinnen, die tanzen in einem See von Blut und Leichenteilen. Diese Darstellung der schwarzen Göttin symbolisiert die Vergänglichkeit dieser Welt: Alles was einen Anfang hat, hat auch ein Ende. Die Göttliche Mutter ist nicht nur Wohlstand und Schönheit, symbolisiert durch Lakshmi. Sie ist nicht nur Weisheit und Kunst, symbolisiert durch Saraswati. Die göttliche Mutter ist nicht nur mütterliche Liebe, symbolisiert durch Durga. Die göttliche Mutter ist eben auch die Schwarze Göttin, Kali, mysteriös, alles weg nehmend, alles transformierend, jede äußere Sicherheit nehmend.

Video über die Schwarze Göttin

Hier ein kurzer Video Vortrag über Kali, die Schwarze Göttin:

Tanz der schwarzen Göttin

Kali, die schwarze Göttin, tanzt. Wer mittanzt, erfährt Extase, Freude, wird rausgerissen aus dem Schlaf der Halbbewusstheit. Wer nicht mittanzt, wird zertreten, geköpft.

Loslassen - eine der Lehren der Schwarzen Göttin

Loslassen, an nichts haften, das ist eine der Lehren der schwarzen Göttin Kali. Nichts bleibt, alles ist vergänglich. Verhaftung macht unglücklich. Die Schwarze Göttin hilft loszulassen. Die Schwarze Göttin hilft, aus der Gemütlichkeit auszubrechen, aus spießbürgerlicher Trägheit herauszukommen. Die Schwarze Göttin hilft aber auch, negative Emotionen umzuwandeln, schlechte Angewohnheiten loszulassen, Groll, Hass und Schuldgefühle zu überwinden. Kali, die Schwarze Göttin, hat keine Kleider an: Kali ist letztlich Nacktheit, alles loslassen, reine Hingabe.

Hingabe zur Schwarzen Göttin

Kali, die schwarze Göttin, steht auch für bedingungslose Hingabe. Kali trägt ihre Verehrer/innen durch das größte Leid, durch die größten Schwierigkeiten hindurch. Gerade in der Zeit von Bedrängnis, Krisen, emotionalem Chaos oder starken Verlusten, traumatischen Erlebnissen, kann die Hingabe an Kali Trost und Gewissheit geben.

Freundliche Darstellungen der schwarzen Göttin

Kali, die schwarze Göttin, wird manchmal auch freundlich dargestellt. Sie hat dann eine Schlange als Attribut, sie erhebt ihre Hand in Abhaya Mudra, in der Geste des Vertrauens. In dieser Darstellung zeigt Kali, dass sie im Hintergrund immer da ist.

Mythen um Kali

Es gibt im Hinduismus viele Mythen um Kali. Im Devi Mahatmyam, dem großen Epos um Devi, um die Göttin, spielt Kali eine große Rolle. Die Hindu Mythen um die schwarze Göttin Kali findest du unter dem Hauptstichwort Kali.

Kali Mantras=

Es gibt viele Kali Mantras, und Kali Kirtans, mit den die Schwarze Göttin verehrt werden kann. Das Haupt-Kali Mantra ist

Om Shri Mahakalikayai Namaha

Hier ein Kali Kirtan:

Die Schwarze Madonna

Die Schwarze Madonna, also Maria in schwarz dargestellt, spielt im Christentum, insbesondere im katholischen Christentum, eine besondere Rolle. Schwarze Madonnen haben eine besondere Faszination, berühren den Menschen tief in der Seele. Auf gewisse Weise manifestiert sich die uralte Verehrung der schwarzen Göttin in der besonderen Ehrerbietung an die schwarze Madonna im Christentum.

Die drei Göttinnen

In der Geomantie, dem mystischen Wissen um die Erde und ihre Kraftplätze, wird gerne von den drei Göttinnen gesprochen, von der weißen Göttin, der roten Göttin und der schwarzen Göttin:

  • Die weiße Göttin entspricht der Phase des zunehmenden Mondes, die rote Göttin dem Vollmond, die schwarze Göttin dem abnehmenden Mond und dem Vollmonde.
  • Die weiße Göttin entspricht im Leben der Frau dem Lebensalter des Mädchens und der Jungfrau, die rote Göttin der reifen Frau und Mutter, die schwarze Göttin der weisen Alten
  • In der griechischen Mythologie ist die weiße Göttin Artemis, die rote ist Aphrodite, die schwarze ist Serene. Eine andere Trinität ist Kore, Demeter und Hekate
  • Unter den Jahreszeiten ist die weiße Göttin der Frühling, die rote Göttin der Sommer, die schwarze Göttin der Winter
  • Unter den keltischen Göttinnen ist Banba die weiße Göttin, Eriu die rote, Folta die schwarze
  • Unter den Tugenden ist Caritas (Liebe) die weiße Göttin, Spes (Hoffnung) die rote Göttin, Fides (Glaube) die schwarze Göttin
  • In der christlichen Ikonografie entspricht die Jungfrau Maria der weißen Göttin, die Mutter Maria der roten Göttin und die Pieta (die trauernde Maria) der schwarzen Göttin.

Letztlich kann man diese drei Göttinnen überall finden. Sie entsprechen in der Hindu Mythologie auch Lakshmi, Saraswati und Kali.

Siehe auch

Sie entspricht der