Saubhagya Shayana Vrata – Jahresgelübde für eheliche Geborgenheit und ein gutes Zuhause
Saubhagya Shayana Vrata – Jahresgelübde für eheliche Geborgenheit und ein gutes Zuhause: Das Saubhagya Shayana Vrata ist ein Jahresgelübde für Männer und Frauen, die um eheliche Geborgenheit und ein gutes Zuhause bitten. Die gemeinsame Schlafstatt wird dabei zum Zeichen glücklichen Zusammenlebens. Ein Jahr lang werden Gauri und Shiva an der hellen Tritiya verehrt; das Gelübde endet mit der Gabe eines ausgestatteten Bettes. Das Matsya Purana erinnert am ersten Termin an die Vermählung Satis mit Shiva. Männer und Frauen können so die Bitte um Wohlergehen und beständige Nähe mit einem konkreten Beitrag zum guten Zuhause eines anderen Paares verbinden.
Anlass und Vorbereitung
Beginne am Vormittag der hellen Tritiya im Chaitra und halte die Folge bis Phalguna. Die Verehrung geschieht zuhause vor einem Bildpaar. Ein Brahmanen-Ehepaar wird monatlich als Gast geehrt; die gelübdehaltende Person braucht nach diesem Kapitel kein Priesteramt. Lege eine Obstsorte fest, auf die du während des Gelübdes verzichtest, wie es der Text als zusätzliche Regel nennt.
Benötigt werden Wasser, Sesam, Duft, Blüten, Räucherwerk, Licht, Früchte und vegetarische Speisen. Bereite außerdem zwei goldene Fußsymbole und das Saubhagyashtaka, das Ensemble von acht glückverheißenden Dingen, vor. Für diese acht Gaben benötigst du Ghee (bzw. Pflanzenöl), Nishpava-Bohnen, Saflorblüten, Milch (bzw. Pflanzenmilch), Kreuzkümmel, Rasaraja, Salz und Koriander. Pflanzenöl und Pflanzenmilch sind heutige Alternativen; Rasaraja wird ausdrücklich symbolisch durch einen verschlossenen, beschrifteten Platzhalter vertreten. Es wird kein Quecksilber beschafft oder verwendet. Zum Jahresende kommen ein Bett mit Ausstattung und goldene Darstellungen von Uma, Maheshvara, Kuh und Stier hinzu.
Durchführung
1. Den ersten Vormittag vorbereiten
Bade mit Sesamwasser. Halte den vorgesehenen Fastentag in der für dich tragbaren Form. Wasche die Gauri-Shiva-Gestalt zunächst nach der traditionellen Vorschrift mit Panchagavya, dann mit duftendem Wasser; die heutige Hausfassung verwendet für beide Reinigungsgänge sauberes Wasser. Ein nicht waschbares Bild wird durch daneben gestellte Wasserschalen symbolisch geehrt.
2. Gauri und Shiva gemeinsam verehren
Bringe Früchte, Duft, Räucherwerk, Licht und vegetarische Speise dar. Lege anschließend zu jeder genannten Körperstelle Blüten. Bei den Paarformeln gilt der erste Name Gauri, der zweite Shiva. Die ausdrücklich als Einzelstellen bezeichneten Zeilen werden nur einmal gesprochen.
| Stelle | Anrufung | Bedeutung |
|---|---|---|
| Füße | pāṭalāyai namaḥ | śivāya namaḥ |
Verehrung der Rosenfarbenen; dem Gütigen. |
| Knöchel | jayāyai namaḥ | śivāya namaḥ |
Verehrung der Siegreichen; dem Gütigen. |
| Unterschenkel | bhavānyai namaḥ | triguṇāya rudrāya namaḥ |
Verehrung Bhavani; Rudra mit den drei Gunas. |
| Knie | vijayāyai namaḥ | bhadreśvarāya namaḥ |
Verehrung der Siegreichen; dem Herrn des Guten. |
| Oberschenkel | varadāyai namaḥ | harikeśāya namaḥ |
Verehrung der Segengeberin; dem Goldhaarigen. |
| Hüfte | īśāyai namaḥ | śaṅkarāya namaḥ |
Verehrung der Herrin; dem Wohltuenden. |
| Bauchseiten | koṭavyai namaḥ | śūline namaḥ |
Verehrung Kotavi; dem Speerträger. |
| Bauch | maṅgalāyai namaḥ | śūlapāṇaye namaḥ |
Verehrung der Glückverheißenden; dem Träger des Dreizacks. |
| Brust | īśānyai namaḥ | sarvātmane namaḥ |
Verehrung der Herrschenden; dem Selbst aller. |
| Hals | rudrāṇyai namaḥ | vedātmane namaḥ |
Verehrung Rudrani; dem Selbst der Veden. |
| Hände | anantāyai namaḥ | tripuraghnāya namaḥ |
Verehrung der Unendlichen; dem Bezwinger der drei Städte. |
| Arme | kālānalapriyāyai namaḥ | trilocanāya namaḥ |
Verehrung der Freundin des Zeitenfeuers; dem Dreiäugigen. |
| Schmuck beider | saubhāgyabhavanāya namaḥ |
Verehrung der Stätte glücklichen Gedeihens. |
| Gesicht | svāhāsvadhāyai namaḥ | īśvarāya namaḥ |
Verehrung Svaha und Svadha; dem Herrn. |
| Lippen der Göttin | aśokamadhuvāsinyai namaḥ |
Verehrung der im Nektar des Ashoka Wohnenden. |
| Lächeln | candramukhapriyāyai namaḥ | sthāṇave namaḥ |
Verehrung der Freundin des mondgleichen Gesichts; dem Beständigen. |
| Nase | asitāṅgyai namaḥ | ardhanārīśvarāya namaḥ |
Verehrung der Dunkelgliedrigen; dem halb weiblichen Herrn. |
| Brauen | lalitāyai namaḥ | ugrāya namaḥ |
Verehrung der Anmutigen; dem Gewaltigen. |
| Haar | vāsavyai namaḥ | śarvāya namaḥ |
Verehrung Vasavi; Sharva. |
| Shivas Haar, zusätzlich | śrīkaṇṭhanāthāya namaḥ |
Verehrung dem Herrn mit dem glückverheißenden Hals. |
| Kopf | bhīmograsamarūpiṇyai namaḥ | sarvātmane namaḥ |
Verehrung der, deren Gestalt dem furchtbar Gewaltigen entspricht; dem Selbst aller. |
3. Die acht Gaben widmen
Stelle die acht vorbereiteten Dinge vor das Bildpaar. Widme sie in eigenen Worten dem glücklichen Gedeihen und einer liebevollen häuslichen Gemeinschaft. Hierfür verlangt das Kapitel keinen zusätzlichen festen Sanskritvers. Der beschriftete Platzhalter für Rasaraja bleibt ein Symbol und wird nicht mit den Lebensmitteln vermischt.
4. Die Nacht auf einem einfachen Lager verbringen
Trinke einen Schluck reines Wasser und schlafe auf einem sauberen Bodenlager. Eine dünne Unterlage ist eine praktische heutige Erleichterung. Die Quelle nennt im Jahresgang wechselnde rituelle Einnahmen: in Chaitra Hornwasser, Vaishakha Kuhdung, Jyeshtha Mandara-Blüte, Ashadha Bilva-Blatt, Shravana Joghurt, Bhadrapada Kusha-Wasser, Ashvina Milch, Kartika Joghurt mit Ghee, Margashirsha Kuhurin, Pausha Ghee, Magha schwarzen Sesam und Phalguna Panchagavya. In dieser heutigen Hausfassung wird die gesamte Einnahmefolge durch Trinkwasser vertreten; Ritualblüten und tierische Ausscheidungen werden nicht verzehrt.
5. Am Folgemorgen das Paar beschenken
Bade und verrichte dein gewohntes Morgengebet. Ehre das eingeladene Paar mit Kleidung, Blüten und angemessenem Schmuck. Übergib das Saubhagyashtaka mit den beiden goldenen Fußsymbolen. Sprich das jeweilige Monatsgebet. Es bedeutet jeweils: „Möge die genannte Göttin gewogen sein.“
| Monat | Gebet |
|---|---|
| Chaitra | lalitā prīyatām | – „Möge Lalitā gewogen sein.“ |
| Vaishakha | vijayā prīyatām | – „Möge Vijayā gewogen sein.“ |
| Jyeshtha | bhadrā prīyatām | – „Möge Bhadrā gewogen sein.“ |
| Ashadha | bhavānī prīyatām | – „Möge Bhavānī gewogen sein.“ |
| Shravana | kumudā prīyatām | – „Möge Kumudā gewogen sein.“ |
| Bhadrapada | śivā prīyatām | – „Möge Śivā gewogen sein.“ |
| Ashvina | vāsudevī prīyatām | – „Möge Vāsudevī gewogen sein.“ |
| Kartika | gaurī prīyatām | – „Möge Gaurī gewogen sein.“ |
| Margashirsha | maṅgalā prīyatām | – „Möge Maṅgalā gewogen sein.“ |
| Pausha | kamalā prīyatām | – „Möge Kamalā gewogen sein.“ |
| Magha | satī prīyatām | – „Möge Satī gewogen sein.“ |
| Phalguna | umā prīyatām | – „Möge Umā gewogen sein.“ |
Bewirte die Gäste und löse anschließend dein Fasten.
6. Die monatlichen Feiern fortsetzen
Wiederhole den Ablauf jeweils an der hellen Tritiya. Das Purana nennt saisonale Blüten und erlaubt zugleich die Verfügbarkeit als Maßstab: Hibiskus, Saflor, Jasmin und Shatapatrika können verwendet werden; Karavira gilt als durchgehend verwendbare Opferblüte. Alle Blüten bleiben Darbringung und werden nicht gegessen. Halte den Verzicht auf die gewählte Obstsorte bis zum Abschluss aufrecht.
7. Die Bettgabe am Jahresende vollenden
Verehre nach der letzten Monatsfolge nochmals Uma und Maheshvara. Stelle die goldenen Darstellungen des Paares sowie von Kuh und Stier auf das vollständig ausgestattete Bett. Überreiche dieses Ensemble dem eingeladenen Ehepaar. Ehre weitere Gäste nach deinen Möglichkeiten mit Kleidung, Getreide oder nützlichen Gaben. Beende den Obstverzicht und bedanke dich für das gemeinsam vollendete Jahr.
Sinn und Abschluss
Das Ritual erinnert an die göttliche Hochzeit und mündet in eine Gabe für das Zusammenleben. „Saubhagya“ umfasst dabei mehr als äußeren Wohlstand: glückliche Verbundenheit, Schönheit, Versorgung und einen Platz, an dem Menschen zur Ruhe kommen können.
Rezitationen in Devanagari
Die Reihenfolge entspricht den Gebeten und Anrufungen im Ablauf.
Anrufungen am göttlichen Paar
पाटलायै नमः । शिवाय नमः
जयायै नमः । शिवाय नमः
भवान्यै नमः । त्रिगुणाय रुद्राय नमः
विजयायै नमः । भद्रेश्वराय नमः
वरदायै नमः । हरिकेशाय नमः
ईशायै नमः । शङ्कराय नमः
कोटव्यै नमः । शूलिने नमः
मङ्गलायै नमः । शूलपाणये नमः
ईशान्यै नमः । सर्वात्मने नमः
रुद्राण्यै नमः । वेदात्मने नमः
अनन्तायै नमः । त्रिपुरघ्नाय नमः
कालानलप्रियायै नमः । त्रिलोचनाय नमः
सौभाग्यभवनाय नमः
स्वाहास्वधायै नमः । ईश्वराय नमः
अशोकमधुवासिन्यै नमः
चन्द्रमुखप्रियायै नमः । स्थाणवे नमः
असिताङ्ग्यै नमः । अर्धनारीश्वराय नमः
ललितायै नमः । उग्राय नमः
वासव्यै नमः । शर्वाय नमः
श्रीकण्ठनाथाय नमः
भीमोग्रसमरूपिण्यै नमः । सर्वात्मने नमः
Zwölf Monatsgebete
ललिता प्रीयताम् ।
विजया प्रीयताम् ।
भद्रा प्रीयताम् ।
भवानी प्रीयताम् ।
कुमुदा प्रीयताम् ।
शिवा प्रीयताम् ।
वासुदेवी प्रीयताम् ।
गौरी प्रीयताम् ।
मङ्गला प्रीयताम् ।
कमला प्रीयताम् ।
सती प्रीयताम् ।
उमा प्रीयताम् ।
Quellen und Weiteres
- Matsya Purana, Kapitel beziehungsweise Verse 60.14–49: Sanskritfassung bei Wikisource.
Die Liste der acht Gaben folgt ausdrücklich der Ritualvorschrift 60.27–28; die einleitende Ursprungserzählung bietet eine abweichende Aufzählung. Rasaraja wird in der herangezogenen Hindi-Ausgabe als Quecksilber gedeutet und hier ausschließlich symbolisch vertreten. Wasser, pflanzliche Zutaten und symbolische Waschung sind gekennzeichnete moderne Anpassungen. Bei den Körpernamen wurde die Sanskrit-Hindi-Fassung bei VedicPeople, Kapitel 60, herangezogen.
Übersicht ausführlicher Ritualanleitungen · Vrata · Bhakti Yoga
Seminare zu Hindu-Ritualen
- 20.12.2026 - 20.12.2026 Gita Jayanti
Die Bhagavad Gita hat Geburtstag. Immer Ende November bis Mitte Dezember, abhängig von der Mondphase, wird Gita Jayanti gefeiert. Wir wollen den Geburt…- Vani Devi Beldzik
- 26.12.2026 - 02.01.2027 Indische Rituale Ausbildung
Du interessierst dich für indische Rituale? Du hast die einzigartige Gelegenheit, in dieser Rituale Ausbildung bei Yoga Vidya die kleine Puja, große P…- Sukadev Bretz, Shankari Winkelbauer