Samaveda Indra Mantra
Samaveda Indra Mantra (Sanskrit: सामवेदेन्द्रमन्त्राः, IAST: sāmavedendramantrāḥ, m. Pl.) – zehn Verse an Indra aus dem Purvarcika des Samaveda (115–124). Die Sänger bitten um Mut, Schutz und Fülle. Mitten im Lob des mächtigen Gottes fragen sie auch, wie ein Mensch mit Reichtum umgehen würde, wenn er selbst reichlich zu geben hätte.
Indra wird als kraftvoller Held angerufen. Er empfängt Soma, überwindet Vritra und schenkt den Betenden Schutz und Fülle. Diese zehn Mantras verbinden Lobgesang mit der Bitte um göttliche Kraft. Kühe, Pferde, Opfergaben und himmlischer Glanz prägen ihre Bilder. Für unsere Praxis bei Yoga Vidya sprechen sie von Mut, Vertrauen und der Verantwortung, empfangene Kraft zum Guten einzusetzen.
Herkunft und Verwendung
Samaveda, Kauthuma-Samhita, Purvarcika 115–124, Aindra-Kanda. Die Verszahlen entsprechen der fortlaufenden Zählung des Purvarcika.
Die Versnummern 115–124 folgen der fortlaufenden Purvarcika-Zählung der Kauthuma-Samhita. Der spätere Mantra-Gesang im Yogaunterricht und die ausgearbeitete vedische Saman-Melodie sind unterschiedliche Vortragsformen.
Vollständiger Sanskrittext in IAST
oṃ tadvo gāya sute sacā puruhūtāya satvane |
śaṃ yadgave na śākine || 115 ||
yaste nūnaṃ śatakratavindra dyumnitamo madaḥ |
tena nūnaṃ made madeḥ || 116 ||
gāva upa vadāvaṭe mahi yajñasya rapsudā |
ubhā karṇā hiraṇyayā || 117 ||
aramaśvāya gāyata śrutakakṣāraṃ gave |
aramindrasya dhāmne || 118 ||
tamindraṃ vājayāmasi mahe vṛtrāya hantave |
sa vṛṣā vṛṣabho bhuvat || 119 ||
tvamindra balādadhi sahaso jāta ojasaḥ |
tvaṃ sanvṛṣanvṛṣedasi || 120 ||
yajña indramavardhayadyadbhūmiṃ vyavartayat |
cakrāṇa opaśaṃ divi || 121 ||
yadindrāhaṃ tathā tvamīśīya vasva eka it |
stotā me gosakhā syāt || 122 ||
panyaṃpanyamitsotāra ā dhāvata madyāya |
somaṃ vīrāya śūrāya || 123 ||
idaṃ vaso sutamandhaḥ pibā supūrṇamudaram |
anābhayinrarimā te || 124 ||
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||
Vollständige deutsche Übersetzung
Om.
115 Singe beim gepressten Soma dieses Lied dem viel angerufenen Helden, dass es ihn erfreue wie einen mächtigen Stier.
116 Indra, Shatakratu, Herr hundertfacher Kraft, mögest du dich jetzt an jenem Trank erfreuen, der dir die strahlendste Wonne schenkt.
117 Ihr Kühe, lasst eure Stimmen am Opfergefäß erklingen! Die beiden reichen Milchgaben schenken dem Yajna seine Fülle. Zu beiden Seiten glänzt der Schmuck des Gefäßes wie Gold.
118 Singt, um Pferde zu gewinnen; Shrutakaksha, singe, um Kühe zu gewinnen, singe, dass Indras Kraft zu uns komme.
119 Wir stärken Indra, damit er den großen Vritra erschlage. Möge er mächtig sein, ein gewaltiger Stier.
120 Indra, aus Stärke bist du geboren, aus überwältigender Macht und Lebenskraft. Du Mächtiger bist wahrhaft voller Macht.
121 Das Yajna ließ Indra wachsen, als er die Erde weit entfaltete und sich einen Diademschmuck am Himmel schuf.
122 Indra, wäre ich wie du alleiniger Herr des Reichtums, so wäre mein Sänger reich an Kühen.
123 Ihr Soma-Presser, mischt den Soma, jeden Trunk köstlich und des Lobes wert, zur Freude für den Helden, den tapferen Kämpfer.
124 Du Gütiger, dieser Soma ist gepresst. Trinke deinen Leib ganz voll! Du Furchtloser, dir haben wir ihn dargebracht.
Om. Shanti, Shanti, Shanti. Frieden, Frieden, Frieden.
Vollständiger Sanskrittext in Devanagari
ॐ तद्वो गाय सुते सचा पुरुहूताय सत्वने ।
शं यद्गवे न शाकिने ॥ ११५ ॥
यस्ते नूनं शतक्रतविन्द्र द्युम्नितमो मदः ।
तेन नूनं मदे मदेः ॥ ११६ ॥
गाव उप वदावटे महि यज्ञस्य रप्सुदा ।
उभा कर्णा हिरण्यया ॥ ११७ ॥
अरमश्वाय गायत श्रुतकक्षारं गवे ।
अरमिन्द्रस्य धाम्ने ॥ ११८ ॥
तमिन्द्रं वाजयामसि महे वृत्राय हन्तवे ।
स वृषा वृषभो भुवत् ॥ ११९ ॥
त्वमिन्द्र बलादधि सहसो जात ओजसः ।
त्वं सन्वृषन्वृषेदसि ॥ १२० ॥
यज्ञ इन्द्रमवर्धयद्यद्भूमिं व्यवर्तयत् ।
चक्राण ओपशं दिवि ॥ १२१ ॥
यदिन्द्राहं तथा त्वमीशीय वस्व एक इत् ।
स्तोता मे गोसखा स्यात् ॥ १२२ ॥
पन्यंपन्यमित्सोतार आ धावत मद्याय ।
सोमं वीराय शूराय ॥ १२३ ॥
इदं वसो सुतमन्धः पिबा सुपूर्णमुदरम् ।
अनाभयिन्ररिमा ते ॥ १२४ ॥
ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः ॥
Vertiefende Erläuterungen

Indra empfängt Kraft durch Soma und Yajna. Die Menschen rufen ihn, stärken ihn mit ihrem Lob und bitten um seinen Beistand. So entsteht eine lebendige Beziehung: Wir geben, empfangen und geben weiter. Der Wunsch des Sängers im Vers 122 ist von Großzügigkeit erfüllt. Hätte ich Indras Reichtum, würde derjenige, der mich preist, reich beschenkt.
Vers 117 führt uns zu einem geschmückten Opfergefäß und zu den beiden Milchgaben aus Kuh- und Ziegenmilch. Auch solche Einzelheiten gehören zur heiligen Welt des Yajnas. Shrutakaksha ist ein Rishi, der zum Singen aufgerufen wird. Sein Gesang bittet um Nahrung, Wohlstand und Indras Kraft.
Vritra hält in der vedischen Erzählung die Wasser zurück. Indra durchbricht diese Hemmung. Für unsere Sadhana können wir daraus Mut schöpfen: Gehe den Schritt, den du als richtig erkannt hast. Bitte um Kraft, und gebrauche sie im Geist von Ahimsa. Dem Dharma zu dienen verlangt Entschlossenheit und ein weites Herz.
Video zur Vertiefung
Die 9 Bhakti Praktiken: Wie man Hingabe entwickelt
Anregungen für die eigene Praxis

- Beginne mit einer Bitte um Kraft für eine konkrete verantwortliche Aufgabe.
- Lies die alten Bilder von Schutz und Fülle in ihrem vedischen Zusammenhang.
- Unterscheide Entschlossenheit von Feindseligkeit; richte deine Kraft auf hilfreiches Handeln.
- Gehe einen kleinen Schritt, den du bislang aus Angst aufgeschoben hast.
- Danke am Abend für erfahrene Unterstützung und beziehe andere in deinen Segenswunsch ein.
Video zur begleitenden Praxis und Auslegung
Rig Veda - älteste indische heilige Schriften - Sanskrit Wörterbuch
Abschließende Worte
Was würdest du weitergeben, wenn dir Indras Fülle zur Verfügung stünde? Mit einer kleinen Gabe kannst du schon jetzt beginnen.
Siehe auch
Quellen und Literatur
- Sukadev Bretz (Hrsg.): Veden – Offenbarungen der Rishis. Hymnen zur Rezitation, Übersetzungen, Erläuterungen. Yoga Vidya Verlag, Bad Meinberg. Abschnitt „Samaveda Indra Mantrah“.
- Hymnen aus den Veden, Rezitationssammlung, Nr. 46: „Sāmaveda Indra Mantrāḥ“.
- Samaveda, Kauthuma-Samhita, Purvarcika 115–124, Aindra-Kanda. Die Verszahlen entsprechen der fortlaufenden Zählung des Purvarcika.
- Sanskrittext zum Nachlesen: GRETIL: Samaveda, Kauthuma-Samhita.
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