Rudrayamala Tantra – 108 inspirierende Verse und Mantras
Rudrayamala Tantra – 108 inspirierende Verse und Mantras führt zu einer zentralen Frage tantrischer Praxis: Wie wird aus einer äußeren Handlung ein Weg der inneren Verwandlung? Die ausgewählten Verse sprechen von Bhava, Guru, Shakti, Kundalini, Sammlung und Befreiung. Sie laden dazu ein, den Text nicht nur zu lesen, sondern eine klare Aussage in die eigene Meditation mitzunehmen.

Die 108 Stellen führen von den frühen Bhava- und Guru-Lehren bis zur inneren Verehrung in den Schlusskapiteln des Uttarakanda. Sie sind thematisch geordnet; die genaue Zuordnung steht gesammelt in der Konkordanz. Aufeinanderfolgende Verse einer Passage werden als zusammengehöriger Gedankengang gelesen. Die Auswahl ersetzt weder den Werkzusammenhang noch eine Einweihung in spezielle Ritual- oder Atemverfahren.
Einordnung und die vollständige deutsche Übersetzung aller 90 Kapitel stehen unter Rudrayamala Tantra. Zum Sanskrit siehe Rudrayamala Tantra Sanskrit IAST und Rudrayamala Tantra Sanskrit Devanagari.
108 inspirierende Verse aus dem Rudrayamala Tantra
Die Worte „ich“ und „mein“ beziehen sich in den hier ausgewählten Lehrpassagen überwiegend auf die sprechende Göttin. Aussagen über außergewöhnliche Kräfte und bestimmte Ergebnisse geben die traditionelle Lehre wieder. Für die heutige Praxis stehen Aufmerksamkeit, Unterscheidung und ein friedvoller Umgang im Vordergrund.
Bhava – die innere Haltung
1. Bhairavi sprach: Wer täglich, solange er im Körper weilt, den Faden des Karma durchschneidet, der schaut, Herr der Welt, den Lotus meiner erhabenen Füße.
2. Durch Bhava, die innere Haltung, wird alles erlangt; durch Bhava kommt die Schau der Gottheit, durch Bhava die höchste Erkenntnis. Darum stütze dich auf Bhava.
3. Es gibt nichts Höheres als Bhava, durch den man der Gnade teilhaftig wird. Aus Bhava wird Gnade empfangen; durch Gnade wird man zutiefst glücklich.
4. Das Wort der Gurus, der Paramahamsas, läutert die drei Welten. Wenn der Yogi es zur Vollendung seiner Praxis hört, erlangt er Yoga.
5. Bis Erkenntnis in ihm lebendig geworden ist, soll der Mensch, Herr des Kula, in der Nähe von Praktizierenden und heiligen Menschen bleiben.
6. Wer die Vidya übt und sich der Einsicht widmet, fällt nicht. Andernfalls dient das Leben lediglich dem Auslegen und dem Reden über den Sinn vieler Schriften.
7. Stets rein und völlig gesammelt soll er Divya-Bhava leben und jede Handlung zur Freude der Gottheit ausführen, Herr des Kula.
8. Vollziehe die von mir erklärte große Verehrung, o Gott der Götter. Die Verehrung eines in Meditation Verbundenen trägt auf Erden Frucht.
9. Auch Erkenntnis wird als dreifach bezeichnet, aus der Lebensführung der Agamas hervorgehend. Sie ist vom Wort-Brahman erfüllt; auf dem Erkenntnisweg schaut man sie.
10. Die aus Unterscheidungskraft geborene Erkenntnis offenbart Shiva-Erkenntnis. Sie ist unabhängig von den beiden Augen und frei von äußerer Einstellung.
11. Meine Verehrer lesen die von mir verkündeten Tantras. Nach dem Lesen handeln sie danach; durch dieses Handeln gelangen sie in meine Nähe.
12. Wo Genuss ist, dort ist Befreiung – wo sollte beides nicht gelingen? Wer dem Lotus meiner erhabenen Sandalen dient, gelangt zu Befreiung und Genuss.
13. Selbst in tausend Jahren gelangt man nicht ans Ende der Schriften. Es gibt viele Lehrwerke über Logik und anderes; das Leben ist kurz und die Hindernisse zählen nach Millionen.
14. Viele lesen sämtliche Schriften; selten sind die, welche Bhava verstehen. Das Lesen eines Menschen ohne Einsicht ist wie das Schauen eines Blinden in einen Spiegel.
15. Wer dieses innere Opfer vollzieht, wird unmittelbar von Brahman erfüllt. Für ihn bestehen weder Verdienst noch Schuld; er wird gewiss schon zu Lebzeiten befreit.
16. Wer an einem stillen, einsamen, schönen Ort verweilt, an dem die Frucht der Askese reift, und rezitiert, erlangt die Frucht der Befreiung zu Lebzeiten.
17. Für diejenigen, die Vollendung in den drei Welten wünschen, gibt es nichts Höheres als Bhava. Bhava ist höchste Erkenntnis, unübertreffliche Brahman-Erkenntnis.
18. Was nützt die Verheiratung von zehn Millionen Mädchen, hundertfaches Wandern in Varanasi oder eine Reise nach Kurukshetra, wenn Bhava nicht erlangt wird?
19. Was nützen Ahnenopfer in Gaya, Wanderungen zu vielen heiligen Sitzen, vielfältige Feueropfer und Rituale, wenn Bhava nicht erlangt wird?
20. Meditation wird als Vereinigung bezeichnet, Befreiung als Aufgehen des Geistes im Selbst. Allein durch die Gnade des Guru entsteht die große Zufriedenheit der Shakti.
Menschsein, Unterscheidung und beharrliche Übung

21. Tag für Tag soll man baden, verehren und die täglichen Handlungen ausführen. Man soll wie bei einem Purashcharana verfahren; durch reine Haltung gelangt man zur Vollendung.
22. Zu jeder Zeit ist Yoga zu üben, der alles Glück gewährt: ein stets junger Wunschbaum, der Verfehlungen fortnimmt.
23. Die menschliche Geburt, zur Stufe der Befreiung geworden, ist schwer zu erlangen. Unter Menschen werden die vorzüglichen Siddhis gerühmt,
24. Darum bewahre den Körper und verwirkliche beständig Erkenntnis. Das Menschsein gilt als Fülle der Erkenntnis; das höchste Selbst wird als Erkenntniswesen erkannt.
25. Durch Mantra-Japa und Yoga-Japa, welche Verfehlungen beseitigen, erlangt der Mensch die höchste Befreiung, daran besteht kein Zweifel. [Die Vorlage bietet vor mantra die Variante „mitra“.]
26. Die Welt hat den Rauschtrank der Verblendung getrunken und kennt ihr eigenes Wohl nicht. Reichtum gleicht einem Traum, Jugend einer Blüte.
27. Das Leben ist flüchtig wie ein Blitz; nur aus Unwissenheit hält jemand es für beständig. Selbst wenn ein Sterblicher hundert Jahre lebt, raubt der Schlaf die Hälfte.
28. Samsara wurzelt im Leiden; wer ihm verhaftet ist, leidet. Wer ihn aufgegeben hat, ist glücklich, daran besteht kein Zweifel.
29. Wer täglich über den Sinn des Veda nachdenkt, den Klang der Veda-Rezitation liebt, jedes Verurteilen unterlässt und frei von Gewalttätigkeit und Trägheit ist,
30. wer Gier, Verblendung, Begierde, Zorn, Überheblichkeit und Missgunst aufgegeben hat und als Mantrapraktizierender in seiner Haltung feststeht, der kann auch im Pashu-Bhava Vollendung erlangen.
31. Die ganze Welt hängt von Bemühung ab; auch die Gottheiten hängen von Bemühung ab. Der große Mantra hängt von Bemühung ab, ebenso die höchste Askese.
32. Nachdem der Verständige die Smritis, Agamas und Puranas, die vielfältigen Auslegungen des Veda und alle Lehrschriften studiert und die Wahrheit erkannt hat,
33. soll er alle Lehrschriften zurücklassen wie einer, der das Korn begehrt, das Stroh zurücklässt. Zur Erkenntnis gelangt, soll der vorzügliche Praktizierende sich auf das Wesen der inneren Haltung stützen.
34. Für diejenigen, die überall Gleichmut bewahren, ist die innere Haltung allein die Übung. Alles Bewegliche und Unbewegliche ist überall aus meinen Lotusfüßen hervorgegangen.
Guru – Licht der Erkenntnis

Die folgenden Guru-Verse sind sowohl Lobpreis als auch Beschreibung von Eigenschaften. Friedfertigkeit, Wahrhaftigkeit und Selbstbeherrschung gehören ausdrücklich zum Bild des Lehrers.
35. Diesen mit kostbarem Schmuck reich gezierten Gott der Götter verehre man stets. Nach der Ordnung des inneren Opfers bringe man ihm Lotusblüten dar.
36. Mit ungeteilter Hingabe verneige man sich zur Mehrung von Lebenszeit und Gesundheit. Dann rezitiere man das Mantra, am Anfang und am Ende mit dem Pranava versehen.
37. „Verehrung jenem erhabenen Guru, der jene Stätte gezeigt hat, welche die Gestalt eines ungeteilten Ganzen besitzt und von der Bewegliches und Unbewegliches durchdrungen sind.“ [Die Vorlage schreibt daśītaṃ für das erwartete „gezeigt“.]
38. „Verehrung jenem erhabenen Guru, der mir, blind im Dunkel der Unwissenheit, mit dem Stäbchen der Erkenntnissalbe die Augen geöffnet hat.“
39. „Ich verneige mich vor dem erhabenen Guru, dem Schatz des Erbarmens, der die Schau der Gottheit ermöglicht und alle Vollendungen gewährt.“
40. „Ich verneige mich vor dem göttlichen Guru, der stets Segen und Furchtlosigkeit gewährt, im weißen Lotus wohnt und die große Furcht vernichtet.“
41. Wer die Lotosfüße des erhabenen Gurus als Ziel der Meditation im Herzen betrachtet und danach diesen Lobgesang rezitiert, wird zum wunscherfüllenden Baum.
42. „Der Gott ist immer von Wonne erfüllt, ewige Wonne, fleckenlos, ganz aus reinem Sattva bestehend, die ewige Zeit, Herr des Kula.“
43. „Er weilt an allen heiligen Sitzen, ist makellos, höchster Hamsa, über das Höchste erhaben, stets den Veda erhebend und die Früchte wunschorientierter Handlungen gewährend.“
44. „Seine beiden Füße sind stets der Ort, an dem Geist, Shakti und Maya sich auflösen. Sein Antlitz gleicht Millionen Monden, umwoben von Girlanden herbstlichen Mondlichts.“
45. „Mit ihm eins geworden verehre ich den Guru, der mehr schenkt als gewünscht, den Herrn aller Siddhis, der über dem Hamsa-Mandala thront.“
46. „Er ist das Selbst, gestaltlos und gestaltet, von Brahmans Wesen, der Geber der großen Vidya und des großen Mantras, der höchste Herr.“
47. Wer in der Wonne der Lotosfüße der Gurus aufgeht, sieht den Herrn des Lebens, den höchsten Herrn, Sonnenherrn, Herrn der Shri, Herrn des Reichtums und Herrn der Menschen. Dieser Yogi ist frei von Krankheit und von großer Reinheit.
48. Er ist friedvoll, selbstbeherrscht, von guter Herkunft, bescheiden, von reinem Äußeren, rein in seiner Lebensführung, fest gegründet, lauter, geschickt und verständig.
49. Er lebt in einem anerkannten Lebensstand, ist in Meditation gefestigt, kennt Mantra und Tantra, vermag zu zügeln und Gnade zu schenken, beherrscht sich selbst und rezitiert mit Verständnis des Mantrasinns.
50. Er ist gesund, ohne Ich-Hochmut, frei von Entstellungen, großherzig, gelehrt, redegewandt und von Würde; stets vollzieht er die Opferordnung.
51. Er hat Purashcharana vollzogen, ist vollendet, frei von Vorteils- und Nachteilsdenken, mit allen guten Kennzeichen versehen und von bedeutenden Menschen geachtet.
52. Er hat Pranayama und die übrigen Verfahren zur Vollendung gebracht, ist wissend, schweigsam und leidenschaftslos, asketisch, wahrhaftig und stets der Meditation zugewandt.
53. Er kennt den besonderen Sinn der Agamas und folgt seinem eigenen Dharma. Seine äußeren Kennzeichen bleiben unauffällig; er ist von innerer Haltung erfüllt und schenkt Gutes.
54. Er besitzt Glück und Standhaftigkeit; ein solcher Herr wird Guru genannt. Auch der Schüler soll solche Eigenschaften entwickeln und bei einem wahren Guru Zuflucht suchen.
Shakti und Kundalini – die Göttin im eigenen Körper

Die zusammenhängenden Bilder von Aufstieg und Rückkehr gehören zur traditionellen Kundalini-Kontemplation. Sie sind als Lesemeditation zugänglich; sie ersetzen keine persönliche Anleitung zu intensiven Atem- oder Energieübungen.
55. [Dann meditiere er über die Göttin,] die mit ihrem Licht die drei Welten durchdringt, im Mandala weilt und ein großes Freudenfest ist, hell wie Millionen Blitze und kühl wie Millionen Monde.
56. Sie liegt in dreieinhalb Windungen um den Svayambhu-Linga. Diese große Göttin, tiefrot und aus Geist bestehend, lasse er aufsteigen.
57. Sie bewegt sich im Wechsel von Ein- und Ausatmen, misst zwölf Fingerbreiten, ist Yogini und Khechari, von Windgestalt, im Wurzellotus gegenwärtig.
58. Sie umfasst vier Buchstaben, von Va bis zu den beiden Sha- und Sa-Lauten, strahlt wie Abermillionen Sonnen und bezaubert das Kula.
59. Sie zieht durch das Innerste des großen subtilen Weges, schützt die drei Welten, ist Gottheit der Sprache und von Shambhus Gestalt.
60. Sie schenkt große Einsicht und steigt zum tausendblättrigen Lotus auf; auf dem großen subtilen Weg ist sie lichtvoll und von der Gestalt des Todes.
61. Sie ist Gestalt der Zeit, alle Gestalten und überall ganz Bewusstsein. Wieder und wieder meditiere man über sie, wie sie am Haupt in den Nektarozean eingeht.
62. Nachdem man sie Nektar trinken ließ, führe man sie an ihren Ort zurück. Während des Zurückführens, mitten in der Sushumna,
63. lasse man sie von Nektar durchfluten und verehre sie erneut an den Stätten. Beim Aufstieg erinnere man sich ihrer als von gewaltigem Licht erfüllt.
64. Bei der Rückkehr [betrachte man] die große Kula-Kundalini, von Nektarströmen überflutet, deren Gestalt unsterbliche Wonne ist.
65. Indem man über sie meditiert, meditiert und erneut meditiert, wird man zum Herrn aller Siddhis. An dieser Stätte vergegenwärtige man die große Göttin, in Strahlen leuchtend.
66. Auch Tvashtar weilt an meiner Seite als Herr der Göttin. Erkenne mich als höchste Shakti, von grobstofflicher und feinstofflicher Gestalt,
67. die alles offenbar macht, im Vindhya-Gebirge wohnt, Himalayas Tochter ist, vollendet und selbst die Gestalt des vollendeten Mantras;
68. die im Vedanta und im Shakti-Tantra wohnt, den Sinn des Kula-Tantra durchdringt, mitten im Rudrayamala gegenwärtig ist und Bestand begründet;
69. die Gestalt der fünf Mudras, mit dem Shakti-Yamala als Girlande, in Millionen Juwelengirlanden leuchtend, Sonne und Mond offenbarend;
70. die allen Wesen große Einsicht schenkt, die Danavas beseitigt, Erhaltung, Entstehung und Auflösung bewirkt und im Ozean des Erbarmens ruht;
71. die reich am Wohnsitz großer Verzauberung ist, Damodaras Körper durchdringt, mit Schirm, Yakschweifwedel und Juwelen versehen, den großen Dreizack in der Hand, die Höchste;
72. die Erkenntnis und Wachstum schenkt und das Geflecht der Juwelengirlande der Erkenntnis verleiht, von allem Licht erfüllt, mit unendlich vielen Millionen Gestalten;
73. die den Armen Reichtum schenkt, Lakshmi ist und Narayanas Herz erfreut. So betrachte mich stets, Shambhu, gelehrter Führer des Yoga.
Meditation, Lebensführung und Soham

74. Über jene Lotusfüße der ehrwürdigen Gurus im zweiblättrigen Lotus zwischen den Augenbrauen soll man immer wieder sanft meditieren; sie leuchten am Ort des Atems.
75. Mit Geist, Rede, Handlung und dem feinen Atem soll man sie vergegenwärtigen, alles darin aufgehen lassen und beständig meditieren, den Leib stets von Freude erfüllt.
76. Damit ist die Zeit der Yoga-Übung beschrieben. Höre nun die Verehrung: Zuerst vollende man die äußere Puja, dann vollziehe man das innere Opfer im Herzen.
77. Ohne Atemübung, Herr, ohne Übung der acht Glieder, ohne Selbstbeherrschung und Standhaftigkeit gelingt der Kula-Weg nicht.
78. Ebenso besteht die Praxis durch die Verbindung von Einatmen und Ausatmen. Ohne das Dasein der Atempause bestehen diese beiden nicht in der hier gemeinten Weise.
79. So gelingt auch der Kula-Weg, dieses große Prinzip, ohne Yoga und ohne Übung seiner acht Glieder niemals, Herr.
80. Aus Zorn entsteht Verblendung, aus Verblendung Verwirrung der Erinnerung; aus dem Verlust der Erinnerung Untergang der Einsicht, aus dem Untergang der Einsicht Vernichtung.
81. Darum festige die rechte Einsicht und meditiere im Brahma-Mandala, vom Wurzelzentrum ausgehend, über den Fußlotus des erhabenen Herrn. So wird der Praktizierende vollendet.
82. Als Zeichen der Gnade Ishvaras entsteht zuerst Frieden im Herzen. Aus diesem Frieden wird Erkenntnis geboren; durch Erkenntnis erlangt man Befreiung.
83. Von Gedanken wie „Dies ist Erkenntnis, dies ist das zu Erkennende“ bedrängt, lesen sie Tag und Nacht die Schriften, während sie sich von der höchsten Wirklichkeit abwenden.
84. Das Haupt trägt die Blumen, doch die Nase erkennt ihren Duft. Viele lesen meine Tantras; selten sind diejenigen, die Bhava verstehen.
85. Gute Lebensführung, Bescheidenheit, Wissen, Festigkeit und Yoga-Praxis: Wer dies besitzt und seine Einsicht auf den Fußlotus der erwählten Gottheit richtet, erlangt Vollendung.
86. Nachdem man sorgfältig die Essenz von Veden, Agamas und Puranas betrachtet hat, richte man den Geist im Kreis des Fußlotus der erwählten Gottheit fest aus.
87. Wer schweigsam den Geist im Lotus des inneren Feldes, in den sechs Chakras und im makellosen Yoga niederlegt, wird dem Yoga lieb.
88. Der Geist vollzieht die Handlungen; der Geist wird von Verfehlung befleckt. Wer den Geist gesammelt beherrscht, wird weder von Verfehlung noch von Verdienst befleckt.
89. Mit höchster Hingabe verehre man sorgfältig die Gottheit, den Guru, Ishvara, Shakti und den Heiligen als Gestalten des eigenen Selbst, im Grobstofflichen wie im Feinstofflichen.
90. Den Gast, die Mutter, den Siddha, den Vater und ebenso den Yogi soll man mit höchster Hingabe ehren; zur guten Vollendung verehre man das vollendete Mantra.
91. Mit ungeteiltem Geist bedenke man die von Heiligen gelehrte Yoga-Praxis, die Unterweisung im Wort des Guru, den eigenen Dharma und die Gottheit des heiligen Ortes.
92. Der vorzügliche Praktizierende meide unerlaubte geschlechtliche Verbindungen, den Umgang mit Betrügern und Täuschern sowie Geschwätz, Unwahrheit und Unheilvolles.
93. Dies ist die Lebensführung gemäß der Verpflichtung für Yogis im Vira-Bhava. Wer sie nach dem Gebot des Guru ausführt, wird auf Erden schon zu Lebzeiten befreit.
94. Zum Yogi und Kula-Angehörigen geworden, übe man Tag und Nacht Yoga und betrachte zur Vollendung des Bhava die sechs Chakras als Wohnsitze der Elemente.
95. Der Lotus innerhalb des sechsblättrigen [Chakra] ist auch für Yogis ein Gegenstand der Praxis. Wer beständig übt, dessen Yoga gelangt zur Verwirklichung.
96. Man stütze sich auf A, Brahmas Buchstaben, klanggestaltig und von großem Licht, stets im Pranava gegenwärtig, als Einatmung des Yoga.
97. Man stütze sich auf U, den Vishnu-Buchstaben, den Herrn, der den Klang durchdringt, das im Pranava gegenwärtige Sattva, als Atemhalten des Yoga.
98. Man stütze sich auf M, Shambhus Gestalt, zum Bija geworden und aus dem Mond hervorgegangen, die im Pranava wohnende Zeit, die Stätte des Aufgehens.
99. Durch die Unterscheidung der drei Buchstaben wird der Pranava entfaltet. Aus dem Pranava entsteht Hamsa; Hamsa wird zu Soham, dem Höchsten.
100. Die Soham-Erkenntnis ist große Erkenntnis, selbst für Yogis schwer zu erlangen. Wer sie unablässig vergegenwärtigt, wird selbst zum Höchsten.
101. Haṃ ist das männliche Prinzip in Atemgestalt; Saḥ ist die Natur durch den Mond. Erkenne dieses Hamsa als das, was den Sonnenkreis durchdringt.
102. Wenn in umgekehrter Folge Soham-Erkenntnis entsteht, wird man sogleich ein im Sonnenbereich befindlicher Siddha, durch den Svadha-Klang verehrt.
103. Nachdem man die Buchstaben Ha und Sa fortgelassen hat, verbinde man die übrigen Laute: Dies ist der Pranava, das große Mantra. [Dies ist die mantrische Deutung des Textes, keine gewöhnliche Wortableitung.]
Selbsterkenntnis und innere Verehrung Die letzten fünf Verse verbinden Selbsterkenntnis, die Entsprechung von Welt und Körper sowie Shiva und Shakti. Die Verse 106–107 bilden einen zusammenhängenden Satz.
104. Allein durch Selbsterkenntnis ist der Yogi vollendet, ohne Zweifel. Wer die sechs Chakras durchdringt, wird Kenner des inneren Selbst genannt.
105. Was im Weltenei besteht, besteht auch im Leib. Alles ist mit Prana verbunden; jenseits des Prana liegt das Makellose.
106. Nach der Meditation verehre man im Kreis das Höchste vom Wesen Shivas und Shaktis, von der höchsten Shakti durchdrungen, in Gestalt des selbstentstandenen Linga,
107. Wohnstätte aller endgültigen Lehren, Gesang der Veden und Vedangas, jenseits von Maya, ohne gedankliche Unterscheidung, selbstleuchtend und unbefleckt.
108. Die fünfte Göttin vergegenwärtigend, verehre man sie in Hakinis Kreis. Durch innere Verehrung an allen Stellen erlangt man Vollendung.
Vom Vers zur gelebten Haltung
Ein einfacher Rhythmus: Lies einen Vers laut, fasse ihn in einem Satz zusammen und bleibe anschließend einige Minuten still. Prüfe später, ob aus dieser Betrachtung eine konkrete freundliche oder klare Handlung entstehen kann. Das ist eine heutige Anregung zur Vertiefung, keine zusätzliche Ritualvorschrift des Sanskrittextes.
Drei Wege des Lesens: Für Bhakti eignen sich die Guru-Lobpreisungen; für Selbstbeobachtung die Verse über Zorn, Erinnerung und geistige Sammlung; für die nichtduale Betrachtung die Aussagen über Soham. Die Beschäftigung mit Yoga erhält dadurch einen inneren Bezug: Übung, Verständnis und Lebensführung nähren einander.
Behutsam mit Atemsymbolik umgehen: Die Zuordnung von A, U und M zu göttlichen Kräften gehört zur Meditation über den Pranava. Sie ist keine hier ausgearbeitete Atemhalteanleitung. Das Soham-Wort kann zunächst einfach als Gegenstand stiller Betrachtung verstanden werden: „Ich bin Das.“
Konkordanz der 108 Verse
Die erste Spalte nennt die Nummer dieser Auswahl; die zweite die Kapitel- und Versnummer des Uttarakanda. Keine Stelle ist doppelt aufgenommen.
| Auswahl | Originalstelle |
|---|---|
| 1 | 1.109 |
| 2 | 1.113 |
| 3 | 1.118 |
| 4 | 1.121 |
| 5 | 1.123 |
| 6 | 1.124 |
| 7 | 1.146 |
| 8 | 82.205 |
| 9 | 1.150 |
| 10 | 1.152 |
| 11 | 1.161 |
| 12 | 1.164 |
| 13 | 1.200 |
| 14 | 1.208 |
| 15 | 26.129 |
| 16 | 86.197 |
| 17 | 1.218 |
| 18 | 1.219 |
| 19 | 1.220 |
| 20 | 1.222 |
| 21 | 1.135 |
| 22 | 1.138 |
| 23 | 1.156 |
| 24 | 1.158 |
| 25 | 1.160 |
| 26 | 1.171 |
| 27 | 1.172 |
| 28 | 1.175 |
| 29 | 11.14 |
| 30 | 11.15 |
| 31 | 11.17 |
| 32 | 11.19 |
| 33 | 11.20 |
| 34 | 11.24 |
| 35 | 2.16 |
| 36 | 2.17 |
| 37 | 2.22 |
| 38 | 2.23 |
| 39 | 2.24 |
| 40 | 2.25 |
| 41 | 83.28 |
| 42 | 2.27 |
| 43 | 2.30 |
| 44 | 2.31 |
| 45 | 2.32 |
| 46 | 2.33 |
| 47 | 79.36 |
| 48 | 2.51 |
| 49 | 2.52 |
| 50 | 2.53 |
| 51 | 2.54 |
| 52 | 2.55 |
| 53 | 2.56 |
| 54 | 2.57 |
| 55 | 6.15 |
| 56 | 6.16 |
| 57 | 6.17 |
| 58 | 6.18 |
| 59 | 6.19 |
| 60 | 6.20 |
| 61 | 6.21 |
| 62 | 6.22 |
| 63 | 6.23 |
| 64 | 6.24 |
| 65 | 6.25 |
| 66 | 6.41 |
| 67 | 6.42 |
| 68 | 6.43 |
| 69 | 6.44 |
| 70 | 6.45 |
| 71 | 6.46 |
| 72 | 6.47 |
| 73 | 6.48 |
| 74 | 16.4 |
| 75 | 16.5 |
| 76 | 82.10 |
| 77 | 16.36 |
| 78 | 16.37 |
| 79 | 16.38 |
| 80 | 22.25 |
| 81 | 22.26 |
| 82 | 22.27 |
| 83 | 22.29 |
| 84 | 22.30 |
| 85 | 22.32 |
| 86 | 22.34 |
| 87 | 22.35 |
| 88 | 22.36 |
| 89 | 22.50 |
| 90 | 22.51 |
| 91 | 22.52 |
| 92 | 22.54 |
| 93 | 22.58 |
| 94 | 22.64 |
| 95 | 22.82 |
| 96 | 22.88 |
| 97 | 22.89 |
| 98 | 22.90 |
| 99 | 22.91 |
| 100 | 22.92 |
| 101 | 22.93 |
| 102 | 22.94 |
| 103 | 22.95 |
| 104 | 25.106 |
| 105 | 26.35 |
| 106 | 90.37 |
| 107 | 90.38 |
| 108 | 90.26 |
Mantras und Rezitationsformeln
Die folgenden Formeln sind ausdrücklich lesbare Stellen der Sanskritgrundlage. Lobpreisverse werden als Lobpreisverse bezeichnet. Verschlüsselte Anweisungen werden nicht zu neuen Vollmantras zusammengesetzt. Vollständig lesbare Formeln stehen im Wortlaut; das anschließende Stellenverzeichnis erschließt weitere Mantra-, Nyasa- und Rezitationszusammenhänge. Die Formeln werden nicht aus verschlüsselten Silbenanweisungen ergänzt. Als Bija bezeichnete Laute besitzen keine gewöhnliche deutsche Wortbedeutung.
Om – der Pranava
ॐ
oṃ
Der Pranava wird unter anderem zu Beginn der Namensreihe in 10.11 ausdrücklich gesprochen. Kapitel 22.88–91 deutet seine drei Lautanteile A, U und M im Zusammenhang von Brahma, Vishnu und Shambhu. „Om“ wird hier nicht mit einem einzelnen deutschen Wort übersetzt; es bezeichnet den heiligen Laut und einen umfassenden Gegenstand der Kontemplation.
Soham – „Ich bin Das“
सोऽहं
so'haṃ
Kapitel 22.91–99 verbindet Hamsa und Soham mit der inneren Erkenntnis. In 22.92 wird die unablässige Vergegenwärtigung von Soham als große Erkenntnis gepriesen. Für die Betrachtung ist entscheidend, dass „Das“ auf die höchste Wirklichkeit verweist. Die zusätzliche Bija-Einfassung aus 22.99 wird hier nicht zu einer selbstständig rekonstruierten Formel erweitert.
Guru-Lobpreis: Erkenntnis öffnet die Augen
अज्ञानतिमिरान्धस्य ज्ञानाञ्जनशलाकया |
चक्षुरुन्मीलितं येन तस्मै श्रीगुरवे नमः ||
ajñānatimirāndhasya jñānāñjanaśalākayā |
cakṣurunmīlitaṃ yena tasmai śrīgurave namaḥ ||
Bedeutung: „Verehrung jenem erhabenen Guru, der mir, blind im Dunkel der Unwissenheit, mit dem Stäbchen der Erkenntnissalbe die Augen geöffnet hat.“
Fundstelle: 2.23. Dieser vollständige Lobpreisvers kann als Ausdruck von Dankbarkeit gelesen werden.
Guru-Lobpreis: Erbarmen und Gotteserkenntnis
देवतायाः दर्शनस्य कारणं करुणानिधिम् |
सर्वसिद्धिप्रदातारं श्रीगुरुं प्रणमाम्यहम् ||
devatāyāḥ darśanasya kāraṇaṃ karuṇānidhim |
sarvasiddhipradātāraṃ śrīguruṃ praṇamāmyaham ||
Bedeutung: „Ich verneige mich vor dem erhabenen Guru, dem Schatz des Erbarmens, der die Schau der Gottheit ermöglicht und alle Vollendungen gewährt.“
Fundstelle: 2.24. Dieser vollständige Lobpreisvers kann als Ausdruck von Dankbarkeit gelesen werden.
Guru-Lobpreis: Segen und Furchtlosigkeit
वराभयकरं नित्यं श्वेतपद्मनिवासिनम् |
महाभयनिहन्तारं गुरुदेवं नमाम्यहम् ||
varābhayakaraṃ nityaṃ śvetapadmanivāsinam |
mahābhayanihantāraṃ gurudevaṃ namāmyaham ||
Bedeutung: „Ich verneige mich vor dem göttlichen Guru, der stets Segen und Furchtlosigkeit gewährt, im weißen Lotus wohnt und die große Furcht vernichtet.“
Fundstelle: 2.25. Dieser vollständige Lobpreisvers kann als Ausdruck von Dankbarkeit gelesen werden.
Mond-Mandala: vollständig ausgeschriebene Ritualformel
ॐ उं सोममण्डलाय षोडशकलात्मने नमः
oṃ uṃ somamaṇḍalāya ṣoḍaśakalātmane namaḥ
Bedeutung: „Om, uṃ. Verehrung dem Mond-Mandala, dessen Wesen die sechzehn Kalas sind.“ Das Bija uṃ ist eine Keimsilbe und wird nicht als gewöhnliches Wort übersetzt. Fundstelle: 47.73, erster Halbvers. Die Formel gehört zur rituellen Mandala-Verehrung, nicht zu einer hier angeleiteten Selbstpraxis.
Feuer-Mandala: vollständig ausgeschriebene Ritualformel
ॐ मं वह्निमण्डलाय दशकलात्मने नमः
oṃ maṃ vahnimaṇḍalāya daśakalātmane namaḥ
Bedeutung: „Om, maṃ. Verehrung dem Feuer-Mandala, dessen Wesen die zehn Kalas sind.“ Das Bija maṃ bleibt als Keimsilbe unübersetzt. Fundstelle: 47.74, erster Halbvers. Die traditionelle rituelle Einbettung ist zu beachten.
Verehrung des Alldurchdringenden
ॐ सर्वव्यापिने नमः
oṃ sarvavyāpine namaḥ
Bedeutung: „Om. Verehrung dem Alldurchdringenden.“ Fundstelle: 47.75, zweiter Halbvers. Die kurze vollständig lesbare Formel steht im Zusammenhang der Verehrung der inneren und universalen Wirklichkeit.
Weitere ausgeschriebene Gebete und Ritualformeln
Die folgenden Texte gehören zur überlieferten Verehrung. Sie werden als belegte Rezitationstexte lesbar gemacht; ein vollständiges Ritualverfahren wird daraus nicht abgeleitet.
Inneres Feueropfer: die Sinnentätigkeit darbringen
नाभिचैतन्यरूपाग्नौ हविषा मनसा स्रुचा |
ज्ञानप्रदीपिते नित्यमक्षवृत्तिर्जुहोम्यहम् ||
nābhicaitanyarūpāgnau haviṣā manasā srucā |
jñānapradīpite nityamakṣavṛttirjuhomyaham ||
Bedeutung: „Im Feuer in Gestalt des Nabelbewusstseins, das durch Erkenntnis entzündet ist, opfere ich beständig die Tätigkeit der Sinne, mit dem Geist als Opferlöffel und mit der Opfergabe.“
Fundstelle und Zusammenhang: 26.123. Erster ausdrücklich zitierter Opfertext. Die überlieferte Endung in „akṣavṛttir“ ist grammatisch auffällig; die Funktion als innere Homa-Formel ist eindeutig.
Inneres Feueropfer: der Weg der Sushumna
धर्माधर्मप्रदीप्ते च आत्माग्नौ मनसा स्रुचा |
सुषुम्ना वर्त्मना नित्यमक्षवृत्तिं जुहोम्यहम् ||
dharmādharmapradīpte ca ātmāgnau manasā srucā |
suṣumnā vartmanā nityamakṣavṛttiṃ juhomyaham ||
Bedeutung: „Im durch Dharma und Adharma erhellten Feuer des Selbst opfere ich mit dem Geist als Opferlöffel beständig die Tätigkeit der Sinne auf dem Weg der Sushumna.“
Fundstelle und Zusammenhang: 26.125. Zweite innere Opferformel. Die im Folgevers verlangte zusätzliche Mantra-Einfassung wird hier nicht ergänzt.
Pflanzenweihe: Brāhmaṇī
ओं ब्राह्मण्यै नमः स्वाहा ||
oṃ brāhmaṇyai namaḥ svāhā ||
Bedeutung: „Verehrung der Brahmani; Svaha.“ Die vorangestellten Om- und Bija-Laute bleiben als rituelle Laute unübersetzt.
Fundstelle und Zusammenhang: 34.28. Kurze ausgeschriebene Formel innerhalb der Weihe der fünf Vollendungsstoffe. Die Sozialbezeichnungen gehören hier zur rituellen Benennung der Pflanzenformen. Keine allgemeine Einnahmeempfehlung.
Pflanzenweihe: Kṣatriyā
ओं क्षत्रियायै नमः स्वाहा ||
oṃ kṣatriyāyai namaḥ svāhā ||
Bedeutung: „Verehrung der Kshatriya; Svaha.“ Die vorangestellten Om- und Bija-Laute bleiben als rituelle Laute unübersetzt.
Fundstelle und Zusammenhang: 34.29. Kurze ausgeschriebene Formel innerhalb der Weihe der fünf Vollendungsstoffe. Die Sozialbezeichnungen gehören hier zur rituellen Benennung der Pflanzenformen. Keine allgemeine Einnahmeempfehlung.
Pflanzenweihe: Vaiśyā
ह्रीं ह्रीं वैश्यायै नमः स्वाहा ||
hrīṃ hrīṃ vaiśyāyai namaḥ svāhā ||
Bedeutung: „Verehrung der Vaishya; Svaha.“ Die vorangestellten Om- und Bija-Laute bleiben als rituelle Laute unübersetzt.
Fundstelle und Zusammenhang: 34.30. Kurze ausgeschriebene Formel innerhalb der Weihe der fünf Vollendungsstoffe. Die Sozialbezeichnungen gehören hier zur rituellen Benennung der Pflanzenformen. Keine allgemeine Einnahmeempfehlung.
Pflanzenweihe: Śūdrā
श्रीं शूद्रायै नमः स्वाहा ||
śrīṃ śūdrāyai namaḥ svāhā ||
Bedeutung: „Verehrung der Shudra; Svaha.“ Die vorangestellten Om- und Bija-Laute bleiben als rituelle Laute unübersetzt.
Fundstelle und Zusammenhang: 34.31. Kurze ausgeschriebene Formel innerhalb der Weihe der fünf Vollendungsstoffe. Die Sozialbezeichnungen gehören hier zur rituellen Benennung der Pflanzenformen. Keine allgemeine Einnahmeempfehlung.
Pflanzenweihe: Śivadā
ओं शिवदायै नमः स्वाहा ||
oṃ śivadāyai namaḥ svāhā ||
Bedeutung: „Verehrung der Heilbringenden; Svaha.“ Die vorangestellten Om- und Bija-Laute bleiben als rituelle Laute unübersetzt.
Fundstelle und Zusammenhang: 34.32. Kurze ausgeschriebene Formel innerhalb der Weihe der fünf Vollendungsstoffe. Die Sozialbezeichnungen gehören hier zur rituellen Benennung der Pflanzenformen. Keine allgemeine Einnahmeempfehlung.
Pflanzenweihe: Śokāpahā
ओं शोकापहायै नमः स्वाहा ||
oṃ śokāpahāyai namaḥ svāhā ||
Bedeutung: „Verehrung der Kummervertreibenden; Svaha.“ Die vorangestellten Om- und Bija-Laute bleiben als rituelle Laute unübersetzt.
Fundstelle und Zusammenhang: 34.33. Kurze ausgeschriebene Formel innerhalb der Weihe der fünf Vollendungsstoffe. Die Sozialbezeichnungen gehören hier zur rituellen Benennung der Pflanzenformen. Keine allgemeine Einnahmeempfehlung.
Pflanzenweihe: Amarā
ओं ह्रीं श्रीं एं क्लीं अमरायै नमः स्वाहा ||
oṃ hrīṃ śrīṃ eṃ klīṃ amarāyai namaḥ svāhā ||
Bedeutung: „Verehrung der Unsterblichen; Svaha.“ Die vorangestellten Om- und Bija-Laute bleiben als rituelle Laute unübersetzt.
Fundstelle und Zusammenhang: 34.34. Kurze ausgeschriebene Formel innerhalb der Weihe der fünf Vollendungsstoffe. Die Sozialbezeichnungen gehören hier zur rituellen Benennung der Pflanzenformen. Keine allgemeine Einnahmeempfehlung.
Vagvadini: die Kraft der Rede
ओं एं वद वद वाग्वादिनि मम जिह्वाग्रे स्थिरीभव |
सर्वसत्त्ववशङ्करि शत्रुकण्ठत्रिशूलिनि स्वाहा ||
oṃ eṃ vada vada vāgvādini mama jihvāgre sthirībhava |
sarvasattvavaśaṅkari śatrukaṇṭhatriśūlini svāhā ||
Bedeutung: „Om, Eṃ. Sprich, sprich, Göttin der Rede; werde an meiner Zungenspitze fest! Du, die alle Wesen unter ihre Gewalt bringt, Dreizackträgerin an der Kehle des Feindes, Svaha.“
Fundstelle und Zusammenhang: 34.39. Die vollständig ausgeschriebene Formel verbindet Redevollendung mit einer feindbezogenen Machtvorstellung; ihr Inhalt wird nicht in eine unverbindliche Affirmation umgedeutet.
Kakini-Verehrung
वर्णेश्वर प्रियानन्दां काकिनीं पूजयाम्यहम् ||
varṇeśvara priyānandāṃ kākinīṃ pūjayāmyaham ||
Bedeutung: „O Herr der Buchstaben, ich verehre Kakini, die Freude des Geliebten.“
Fundstelle und Zusammenhang: 57.42. Wörtlich zitierte Verehrungsformel für die Buchstabengöttin; die Dativ- beziehungsweise Anredebeziehung des Anfangs bleibt syntaktisch knapp.
Jayanti und Kali: Lob der Göttin
जयन्ती मङ्गला काली भद्रकाली कपालिनी |
दुर्गा शिवा क्षमा धात्री स्वाहा स्वधा नमोऽस्तु ते ||
jayantī maṅgalā kālī bhadrakālī kapālinī |
durgā śivā kṣamā dhātrī svāhā svadhā namo'stu te ||
Bedeutung: „Jayanti, Mangala, Kali, Bhadrakali, Kapalini, Durga, Shiva, Kshama, Dhatri, Svaha, Svadha: Verehrung sei dir!“
Fundstelle und Zusammenhang: 64.137. Vollständiger Lobpreisvers. Die Namensfolge verbindet siegreiche, heilbringende, schützende und tragende Aspekte der Göttin.
Inneres Feueropfer: Bewusstseinslicht und Unmani
प्रकाशाकाशहस्ताभ्यामवलम्ब्योन्मनीस्रुचा |
धर्माधर्मकलास्नेहपूर्णमग्नौ जुहोम्यहम् ||
prakāśākāśahastābhyāmavalambyonmanīsrucā |
dharmādharmakalāsnehapūrṇamagnau juhomyaham ||
Bedeutung: „Mit den Händen von Licht und Raum ergreifend, mit Unmani als Opferlöffel, opfere ich ins Feuer die Fülle des Öls der Kalas von Dharma und Adharma.“
Fundstelle und Zusammenhang: 64.147. Vollständig zitierte Kontemplationsformel; das Öl bezeichnet im Bild zugleich die nährende Bindung der inneren Zustände.
Verehrung der schönen Linie
ओं सुरेखायै नमः स्वाहा ||
oṃ surekhāyai namaḥ svāhā ||
Bedeutung: „Om. Verehrung der schönen Linie; Svaha.“
Fundstelle und Zusammenhang: 66.25. Ausgeschriebene Formel beim Zeichnen des heiligen Diagramms. Die folgende, nur als Bildungsanweisung gegebene Maharekha-Formel wird nicht ergänzt.
Darbringung der Rezitation
गुह्यातिगुह्यगोप्त्री त्वं गृहाणास्मत्कृतं जपम् |
सिद्धिर्भवतु मे देवि त्वत्प्रसादात् सुरेश्वरि ||
guhyātiguhyagoptrī tvaṃ gṛhāṇāsmatkṛtaṃ japam |
siddhirbhavatu me devi tvatprasādāt sureśvari ||
Bedeutung: „Du Hüterin des Geheimsten der Geheimnisse, nimm die von uns vollzogene Rezitation an. Durch deine Gnade möge mir Vollendung zuteilwerden, Göttin, Herrin der Götter!“
Fundstelle und Zusammenhang: 66.117. Vollständiges Japa-Abschlussgebet. 82.220 enthält die verwandte Anrede „höchste Herrin“, dort jedoch mit einer beschädigten Form von „durch deine Gnade“; diese Variante wird nicht stillschweigend vereinheitlicht.
Rudra-Lob: Erkenntnis und Licht
नमो रुद्राय देवाय कोटिसूर्र्येन्दुमूर्त्तये |
सर्वाय ज्ञानदानाय नमस्ते शूलधारिणे ||
namo rudrāya devāya koṭisūrryendumūrttaye |
sarvāya jñānadānāya namaste śūladhāriṇe ||
Bedeutung: „Verehrung Rudra, dem Gott mit der Gestalt von Millionen Sonnen und Monden; Verehrung dir, dem Allwesen, dem Erkenntnisgeber und Dreizackträger.“
Fundstelle und Zusammenhang: 47.105. Erster Vers des Rudra-Gebets; die ungewöhnliche Doppelkonsonanz in „sūrrya“ bleibt entsprechend der Grundlage erhalten.
Rudra-Lob: Zeit und Veda
नमस्ते कालरुद्राय कालाय वेदरूपिणे |
वेदमार्गप्रदर्शाय शत्रुसंक्षयकारिणे ||
namaste kālarudrāya kālāya vedarūpiṇe |
vedamārgapradarśāya śatrusaṃkṣayakāriṇe ||
Bedeutung: „Verehrung Kalarudra, der Zeit in Veda-Gestalt, dem Aufzeiger des Veda-Wegs und Vernichter der Feinde.“
Fundstelle und Zusammenhang: 47.106. Vollständiger Gebetsvers in der Rudra-Verehrung.
Rudra-Lob: Shiva und Shakti
रौद्राय शक्तियुक्ताय शङ्कराय नमो नमः |
चतुर्भुजाय वेदाय महाकाशस्वरूपिणे ||
raudrāya śaktiyuktāya śaṅkarāya namo namaḥ |
caturbhujāya vedāya mahākāśasvarūpiṇe ||
Bedeutung: „Dem Zornigen, mit Shakti Verbundenen, Shankara: Verehrung, Verehrung! Dem Vierarmigen, dem Veda, der Gestalt des großen Raumes.“
Fundstelle und Zusammenhang: 47.107. Vollständiger Lobpreisvers; die folgende, mit Punkten gestörte Fortsetzung 47.108 wird nicht ergänzt.
Mantraangaben, die hier nicht als Vollformeln rekonstruiert werden
| Stelle | Angabe | Einordnung |
|---|---|---|
| 2.18–19 | Guru-Mantra mit Vagbhava, Guru-Name und „Anandanatha“ | Individuell gebundene Bildung; kein universeller Name wird eingesetzt. |
| 7.63–77 | Sechsgliedriger Nyasa mit Bija-Namen und Endsilben | Mehrteilige rituelle Konstruktionsanweisung; keine ergänzte Vollformel. |
| 8.1–3 | Verschiedene Bijas, eingefasst durch Sadashiva oder Pranava | Alternativen einer initiationsgebundenen Praxis. |
| 10.174 | Tara, Maya, Rama und „Gattin des Feuers“ | Verschlüsselte Benennung; keine stillschweigende Auflösung zur Rezitationsfolge. |
| 22.105–106 | Bildung des großen Hamsa-Mantras | Konstruktionsanweisung; von der kurzen ausdrücklich genannten Soham-Form unterschieden. |
| 47.141; 76.25; Kapitel 82 | Beschädigte Bija-Zeichen | Nicht als gesichert vollständige Formeln wiedergegeben. |
Ausgeschriebene Bija-Folgen im Kama-Chakra
Kapitel 18 verbindet die Buchstaben mit Göttinnengestalten. Die folgenden Lautfolgen sind in beiden Schriftfassungen ausdrücklich belegt. Als Bijas haben sie keine gewöhnliche wörtliche Übersetzung; die Erläuterungen nennen ihre Funktion im jeweiligen Vers. Sie sind keine ergänzten Gesamtmantras.
| Fundstelle | Devanagari | IAST | Zusammenhang |
|---|---|---|---|
| 18.45 | झं झं | jhaṃ jhaṃ | Lautfolge im Lob der als Ganga und feine Atemkraft beschriebenen Göttin; das unmittelbar folgende Wortgefüge ist beschädigt. |
| 18.47 | टिं टिं | ṭiṃ ṭiṃ | Ausdrücklich zur Rezitation genannter Laut; die Göttin wird als Vollendung spendend beschrieben. |
| 18.48 | ठं ठं | ṭhaṃ ṭhaṃ | Als eigenes Bija der großäugigen Göttin bezeichnet. |
| 18.49 | डं डां डिं डीं | ḍaṃ ḍāṃ ḍiṃ ḍīṃ | Lautgestalt Damaras, der ursprünglichen Göttin der Welten. |
| 18.50 | ढं ढां | ḍhaṃ ḍhāṃ | Bija-Wesen der im Juwelentempel stehenden Vidya. |
| 18.51 | णं णां णिं णीं | ṇaṃ ṇāṃ ṇiṃ ṇīṃ | Ausdrücklich rezitierte Folge im Lob der in der Lebenskraft und im Herzen gegenwärtigen Göttin. |
Stellenverzeichnis der Mantra- und Rezitationszusammenhänge
Die Sanskritartikel bewahren den Wortlaut einschließlich der längeren Hymnen. Das Verzeichnis unterscheidet ausgeschriebene Gebete, Lautreihen, Mantranamen und Bildungsanweisungen. Ein Verweis auf eine verschlüsselte oder beschädigte Stelle ist keine Rekonstruktion eines rezitierbaren Mantras.
| Stelle | Rezitationszusammenhang und Leseschlüssel |
|---|---|
| 2.18–25; 2.51–57 | Individuelle Guru-Mantrabildung und Guru-Lobpreis; die drei vollständig ausgeschriebenen Gebete stehen oben. |
| Kapitel 3–5; 11–21 | Prüfung von Mantras, Buchstaben und Namen in Diagrammen. Diagrammeinträge und Divinationszeichen sind keine selbstständigen Vollmantras. |
| Kapitel 6 | Kundalini-Lobpreis, danach Kumari-Unterweisung; die langen Lobtexte stehen vollständig in den Sanskritartikeln. |
| Kapitel 7–10 | Kumari-Mantrabildung, Nyasa, Lobpreis, Schutztext und Namenrezitation; die rituellen Einfassungen sind teilweise durch Bija-Namen angegeben. |
| 18.45–51 | Ausgeschriebene Lautfolgen der Buchstabengöttinnen; siehe Bija-Tabelle. |
| 22.88–106 | Pranava, Hamsa und Soham; die kurze Formel ist von der erweiterten Mantrabildung zu unterscheiden. |
| 26.122–128 | Innere Homa-Formeln; 26.128 ist syntaktisch beschädigt. Die Zählung springt von der zweiten zur vierten Opfergabe. |
| 28.65; 28.77–98 | Vaṃ, Guru- und Göttinnenverehrung sowie Bija-Lobgesang; einzelne Buchstabenketten sind textlich unsicher. |
| Kapitel 30–33 | Erschließung der Wurzellotos-Mantras, Dakini-, Bhedini- und Kundalini-Lobpreis sowie Schutztext; verschlüsselte Einfassungen bleiben im Zusammenhang. |
| 34.26–39 | Pflanzenweihe und Vagvadini-Formel; kurze vollständige Formeln stehen oben. In längeren Pflanzengebeten sind mehrere Wörter entstellt. |
| 36.171–175; Kapitel 36 insgesamt | Bija-Namen und Lautgestalten in der Kundalini-Namenlitanei; kein daraus zusammengesetzter neuer Gesamtmantra. |
| Kapitel 38–42 | Krishna-/Narasimha-Mantraerschließung, Krishna- und Rakini-Lobpreis, Schutztext, Buchstaben und Namenlitanei. |
| 45.42–51; Kapitel 44 und 46 | Buchstaben-Bijas und Lakini-Lobgesänge; der Grundmantra wird nicht allein aus der Gottheitsbenennung ergänzt. |
| 47.6–21; 47.199–206 | Verschlüsselte Rudra-, Rudrani- und Mrityunjaya-Mantrabildung. |
| 47.71–81; 47.254–257 | Pitha-, Element- und Mandala-Verehrung; ausgeschriebene Formeln wechseln mit Anweisungen zur Bildung im Dativ. |
| 47.105–108; 47.125–128; 47.233–238; 47.283–284 | Rudra- und Lakini-Gebete sowie Mrityunjaya-Anrufung. 47.108 ist durch Punkte gestört; Übergänge zwischen Gebet und Ritualanweisung sind zu beachten. |
| 47.132–196; 47.268–279 | Nyasa und Panchabrahman-Formeln. „Īśānaḥ sarvavidyānām“, „Tatpuruṣāya“, „Aghorebhyaḥ“ und „Sadyojātam“ erscheinen teils innerhalb ausdrücklicher Wort-für-Wort-Bildungsanweisungen; keine normalisierte Ersatzfassung wird eingesetzt. |
| Kapitel 48–52 | Rudra-/Mrityunjaya- und Lakini-Lobpreis, Namenlitanei sowie Mantrabedeutung. Kapitel 52 enthält stark verschlüsselte und beschädigte Wortfolgen. |
| 53.32–56; 54.8–33 | Laut- und Mantraanweisungen bei Atem-, Körper- und Pflanzenreinigung; überwiegend durch Bija-Namen bezeichnet. |
| Kapitel 56; 57.41–42; 58.18–37 | Herzlotos-Buchstaben, Kakini-Verehrung, Mantrabildung und Nyasa. Die kurze Kakini-Anrufung steht oben. |
| Kapitel 59–63 | Kakini-/Ishvara-Lobpreis, Namenrezitation, verschlüsselte Mantraerschließung und Schutztext; mehrere Hymnenpassagen sind sprachlich beschädigt. |
| 64.137–147; 64.201–208 | Göttinnenlob, Trank- und innere Opferformeln sowie verschlüsselte Mantras zu feindbezogenen Anwendungen. Vollständige Gebetsverse sind oben von diesen Bildungsanweisungen getrennt. |
| 65.8–15; 65.25 ff. | Shakini-/Shakambhari-Mantraerschließung und Verehrung; kein aus Kurzbezeichnungen ergänzter Vollmantra. |
| 66.12–18; 66.25–27; 66.54–67; 66.102; 66.111–125 | Wasser-, Sitz- und Haarknotenreinigung, Nyasa, Opfergaben, Bali, Japa-Darbringung und Shakini-Gebet. Das vollständige Abschlussgebet steht oben. |
| Kapitel 67–70 | Shakini-Lobpreis, Vokalmeditation, Namenlitanei und Schutztext; „sakalaharīṃ“ und „hasakalaharīṃ“ werden in 70.10, 70.60 und 70.62 unterschiedlich genannt. |
| 71.23–24 | Tryambaka-Mantra: der Text nennt Pranava, „tryambakaṃ yajāmahe sugandhiṃ puṣṭivardhanam“, „urvārukam iva“, „bandhanāt“, „mṛtyor mukṣīya“, „māmṛtāt“ und die Feuergemahlin in einer Bildungsanweisung. Die abweichende Form „bandhanāt“ bleibt im Sanskrit erhalten; keine standardisierte Fassung ersetzt sie. |
| 71.36–44 | Vatuka-Meditation und ausdrücklich genannte Folge „spheṃ spheṃ spheṃ“; sie ist eine Lautfolge, kein hier ergänzter Gesamtmantra. |
| Kapitel 72–74 | Kali-Lobgesang, Vani-Gesang und Prasada-Schutztext; die Lobgesänge enthalten schwierige und teils beschädigte Klang- und Wortfolgen. |
| 76.25–27; 76.41 | Beschädigter Mantrakern, daneben ausdrücklich „drīṃ hīṃ śrīṃ“; der vedische Shri-/Lakshmi-Bezug in 76.41 ist am Ende gestört. |
| Kapitel 80; 81.18–50 | Hakinis und Paranathas Mantraerschließung sowie sieben Knoten-Mantras. Die Befehlswörter stehen neben verschlüsselten Bijas; keine vervollständigte Rezitationsfolge. |
| 82.30–47; 82.69–153 | Reinigungsformeln und Seher-, Buchstaben-, Planeten-, Richtungshüter-, Shiva-Shakti-, Shakti- und Pitha-Nyasa; viele Formeln werden durch wiederholbare grammatische Bildung angegeben. |
| 82.174–179; 82.198–223 | Lebensweihe, Muschelweihe, Darbringungsformeln, weiterer Mantra, Japa-Abschluss und Bali. 82.178 und 82.209 enthalten beschädigte Bijas; 82.220 hat eine gestörte Wortform. |
| Kapitel 83–87 | Hakini-/Paranatha-Lobpreis, beide Schutztexte und die beiden Namenlitaneien. Die unterschiedlichen Formen „hsauḥ“, „hasauḥ“, „hasauṃ“ und „hsau“ bleiben unterscheidbar. |
| 89.49; 90.5–11; 90.46–51 | „drāṃ drīṃ“ bei den Mahavidyas; Element-, Preta- und Prinzipien-Bijas überwiegend als Namen oder Zuordnungen, nicht als vollständig ausgeschriebene Gesamtmantras. |
Lobgesänge und Namen als Rezitationstexte Die vollständigen Kapitel 8–10, 28, 30–33, 36, 39–42, 44, 46, 48–49, 51–52, 59–63, 67–70, 72–74, 76 und 83–87 enthalten die größeren Lobpreis-, Schutz- und Namensfolgen. Ihre deutschen Bedeutungen stehen kapitelweise unter Rudrayamala Tantra, ihre ungekürzten Lauttexte in den beiden Sanskritartikeln. Die überlieferten Bezeichnungen „hundertacht“ und „tausendacht“ sind traditionelle Titel; abweichende Zählungen und doppelte Namen werden nicht durch erfundene Namen ausgeglichen.
Siehe auch
- Rudrayamala Tantra
- Rudrayamala Tantra Sanskrit IAST
- Rudrayamala Tantra Sanskrit Devanagari
- Kularnava Tantra
- Vijnana Bhairava Tantra
- Yogini Hridaya
- Kundalini
- Guru
- Bhava
- Soham
Textgrundlage und Hinweise zur Übersetzung
Grundlage ist Rudrayamalatantra Uttarakāṇḍa, Muktabodha Indological Research Institute, M00074, Herausgeberangabe „Malaviya S.“, elektronische Veröffentlichung 2007, Revision vom 14. Juni 2007. Der elektronische Sanskrittext steht laut Herkunftsvermerk unter CC BY-NC 4.0. Die deutschen Übersetzungen, Auswahl und thematische Anordnung sind gegenüber dem Sanskrittext neu; die Zuordnung sämtlicher 108 Stellen ist oben dokumentiert.
Die Auswahl umfasst vollständige nummerierte Verse, darunter aufeinanderfolgende Teile längerer Sätze. Ergänzungen und örtliche Unsicherheiten stehen in eckigen Klammern. Die ausgeschriebenen Gebete und Ritualformeln werden direkt aus beiden Schriftfassungen der Textgrundlage wiedergegeben. Wortlautvarianten und örtliche Beschädigungen bleiben kenntlich; aus den im Stellenverzeichnis genannten Bildungsanweisungen werden keine neuen Vollmantras hergestellt. Keine Bija-Lücke wurde aus Vermutung geschlossen. Die drei Schrift- beziehungsweise Übersetzungsartikel erläutern weitere Besonderheiten der Überlieferung.
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