Medha Dakshinamurti Manasa Puja
Medha Dakshinamurti Manasa Puja – den inneren Lehrer um klare Einsicht bitten: Die Medha Dakshinamurti Manasa Puja wendet sich an Shiva als Dakshinamurti, den schweigenden Lehrer. Wer vor einer Lernaufgabe steht oder sein spirituelles Verständnis vertiefen möchte, empfängt ihn im eigenen Herzen und schenkt ihm dort einen Sitz, Wasser, Blumen, Speise und Licht. Die zehn Verse machen die Vorstellungskraft zum Raum der Verehrung: Am Ende stehen Dank und die Bitte um Vergebung.
Diese Manasapuja gehört zur Verehrung Shivas als Guru. Das Medha Dakshinamurti Manasapuja Stotra nennt keinen besonderen Festtag und keine vorgeschriebene Uhrzeit. Es lässt sich regelmäßig oder vor dem Studium ausführen; eine ruhige Zeit am Morgen ist eine praktische Möglichkeit. Für die hier beschriebene innere Verehrung wird kein Priester benötigt. Sie kann zu Hause oder an einem stillen Ort stattfinden.
Vorbereitung
Setze dich aufrecht und bequem hin. Äußere Opfergaben werden nicht benötigt; ein Bild von Dakshinamurti kann die Sammlung unterstützen. Lasse mit einigen ruhigen Atemzügen den Alltag zurücktreten. Stelle dir Shiva als Lehrer vor, dem du mit Vertrauen begegnest. Für diese Meditation sind die im Text genannten Kostbarkeiten, Speisen und Düfte ausschließlich innere Gaben.
Durchführung
Lies oder rezitiere jeden Vers einmal. Vollziehe dabei die jeweils beschriebene Darbringung in der Vorstellung. Die deutsche Bedeutung kann vor dem Sanskrit gelesen werden, damit die Bilder während der Rezitation gegenwärtig bleiben.
1. Den Lehrer schauen und empfangen
Betrachte Dakshinamurti innerlich in seiner Lehrergestalt. Mit dem zweiten Vers biete ihm den kostbaren Sitz an; dies ist Avahana, die Einladung.
1
mudrākṣamālāmṛtapātravidyā-vyāghrājinārdhenduphaṇīndrayuktam |
dhyāyāmi yogīndra hṛtpadmabhṛṅgaṃ devaṃ sumedhāpradadakṣiṇāsyam || 1||
Ich meditiere über den nach Süden gewandten Gott, der gute Einsicht schenkt. Er trägt die heilige Handgeste, eine Gebetskette, ein Nektargefäß und das Zeichen des Wissens; Tigerfell, Halbmond und Schlangenkönig schmücken ihn. Wie eine Biene verweilt er im Herzlotus der großen Yogis.
2
suvarṇaratnāmala-vajranīlamāṇikyamuktāmaṇiyuktapīṭhe |
āvāhaye deśikacūḍamādyaṃ vijñānamudrāñcitapāṇipadmam || 2||
Auf einen Sitz aus Gold, Edelsteinen, makellosem Diamant, Saphir, Rubin und Perlen lade ich den ursprünglichen Höchsten unter den Lehrern ein. Seine lotushafte Hand zeigt die Geste der Erkenntnis.
2. Wasser, Bad und Gewänder schenken
Bringe Padya, Arghya und Achamana in der Vorstellung dar. Sieh anschließend, wie klares Wasser die Gestalt umfließt und sie neue Gewänder und die Yajnopavita trägt.
3
śrījāhnavīnirmalatoyamīśa pādyārghyadānāya samarpayiṣye |
deveśa tenācamanaṃ kuruṣva śrī dakṣiṇāmūrti gurusvarūpa || 3||
Herr, ich bringe das reine Wasser der Ganga als Fußwasser und Ehrengabe dar. Herr der Götter, vollziehe damit die Mundreinigung, Dakshinamurti, der du die Gestalt des Lehrers bist.
4
snānaṃ kuruṣvāmalagāṅgatoye suvāsitesmin śiva dakṣiṇāsya |
suvarṇatantūdbhavavastrayugmaṃ yajñopavītaṃ paridhatsva deva || 4||
Shiva, nach Süden Gewandter, bade in diesem wohlriechenden, reinen Gangawasser. Lege, o Gott, das Gewänderpaar aus Goldfäden und die heilige Schnur an.
3. Duft, Blüten und Licht darbringen
Lasse die vorgestellten Gaben deutlich werden: zuerst Duft und Blumen, dann Dhupa und die dreiflammige Lampe.
5
kastūrikācandanakuṅkumādivimiśragandhaṃ parikalpayāmi |
mandārapaṅkeruhakundajājī-sugandha puṣpāṇi gṛhāṇa deva || 5||
Ich bereite dir Duft aus Moschus, Sandelholz, Safran und weiteren Wohlgerüchen. Nimm Mandara, Lotus, Kunda und duftende Jasminblüten an, o Gott.
6
daśāṅgadhūpaṃ parikalpayāmi vartitrayeṇānvitamājyayuktam |
te darśayāmīśa suvarṇadīpaṃ śrīdakṣiṇāmūrtiguro prasīda || 6||
Ich stelle dir Räucherwerk aus zehn Bestandteilen vor. Herr, ich zeige dir eine goldene, mit Ghee gefüllte Lampe mit drei Dochten. Sei mir gnädig, Dakshinamurti, mein Lehrer.
4. Speise, Lichterverehrung und königliche Ehrung
Biete die Speisen als Naivedya an. Stelle dir dann die Nirajana mit Kampferlicht, die Pushpanjali zu Füßen des Lehrers und den schützenden Schirm vor.
7
śālyodanaṃ nirmalaśūpaśāka-bhakṣyājyayuktaṃ ca dadhiprasiktam |
kapitthasadrākṣa phalānicaiva sāpośanaṃ bhakṣaya dakṣiṇāsya || 7||
Nimm Reis, reine Hülsenfruchtsuppe, Gemüse, Gebäck und Ghee an, mit Joghurt übergossen, dazu Kapittha-Früchte, gute Trauben und Wasser, nach Süden Gewandter.
8
nīrājanaṃ nirmalapātrasaṃsthaṃ karpūrasandīpitamaccharūpam |
karomi gaurīśa tavoparīdaṃ vyomākṛte śaṅkara dakṣiṇāsya || 8||
Gauris Herr, Shankara, nach Süden Gewandter, dessen Gestalt der Raum ist: Ich schwinge vor dir dieses reine, in einem sauberen Gefäß mit Kampfer entzündete Licht.
9
puṣpāñjaliṃ pādatale vikīrṇāṃ chatrādirājopacārān gṛhāṇa |
mamāparādhān sakalān kṣamasva dayānidhe maunaguro prasīda || 9||
Nimm die zu deinen Füßen ausgestreuten Blumen und die königlichen Ehrungen mit Schirm und weiteren Diensten an. Vergib all meine Verfehlungen, Schatz des Mitgefühls. Sei mir gnädig, schweigender Lehrer.
5. Sich verneigen
Verneige dich innerlich oder neige den Kopf. Widme die folgende Verehrung dem Lehrer, dessen Gegenwart du im Herzen bewahren möchtest.
10
namonamaḥ pāpavināśanāya namonamaḥ kañjabhavārcitāya |
namonamaḥ kṛṣṇahṛdisthitāya śrīdakṣiṇāmūrtimaheśvarāya || 10||
Wieder und wieder Verehrung dem, der Verfehlungen auflöst. Wieder und wieder Verehrung dem, den der Lotusgeborene verehrt. Wieder und wieder Verehrung dem, der in Krishnas Herzen wohnt: Shri Dakshinamurti, dem großen Herrn.
Abschluss und Vertiefung
Bleibe nach dem letzten Vers einen Augenblick still. Die Puja endet mit der Verehrung Dakshinamurtis; eine zusätzliche Entlassungsformel fordert der Text nicht. Nimm als praktische Fortsetzung eine konkrete Haltung mit in das Lernen: aufmerksam zuhören, geduldig prüfen und Einsichten in das eigene Handeln aufnehmen.
Devanagari-Rezitation
Die folgende Fassung enthält sämtliche Verse der Durchführung.
मुद्राक्षमालामृतपात्रविद्या-व्याघ्राजिनार्धेन्दुफणीन्द्रयुक्तम् ।
ध्यायामि योगीन्द्र हृत्पद्मभृङ्गं देवं सुमेधाप्रददक्षिणास्यम् ॥ १॥
सुवर्णरत्नामल-वज्रनीलमाणिक्यमुक्तामणियुक्तपीठे ।
आवाहये देशिकचूडमाद्यं विज्ञानमुद्राञ्चितपाणिपद्मम् ॥ २॥
श्रीजाह्नवीनिर्मलतोयमीश पाद्यार्घ्यदानाय समर्पयिष्ये ।
देवेश तेनाचमनं कुरुष्व श्री दक्षिणामूर्ति गुरुस्वरूप ॥ ३॥
स्नानं कुरुष्वामलगाङ्गतोये सुवासितेस्मिन् शिव दक्षिणास्य ।
सुवर्णतन्तूद्भववस्त्रयुग्मं यज्ञोपवीतं परिधत्स्व देव ॥ ४॥
कस्तूरिकाचन्दनकुङ्कुमादिविमिश्रगन्धं परिकल्पयामि ।
मन्दारपङ्केरुहकुन्दजाजी-सुगन्ध पुष्पाणि गृहाण देव ॥ ५॥
दशाङ्गधूपं परिकल्पयामि वर्तित्रयेणान्वितमाज्ययुक्तम् ।
ते दर्शयामीश सुवर्णदीपं श्रीदक्षिणामूर्तिगुरो प्रसीद ॥ ६॥
शाल्योदनं निर्मलशूपशाक-भक्ष्याज्ययुक्तं च दधिप्रसिक्तम् ।
कपित्थसद्राक्ष फलानिचैव सापोशनं भक्षय दक्षिणास्य ॥ ७॥
नीराजनं निर्मलपात्रसंस्थं कर्पूरसन्दीपितमच्छरूपम् ।
करोमि गौरीश तवोपरीदं व्योमाकृते शङ्कर दक्षिणास्य ॥ ८॥
पुष्पाञ्जलिं पादतले विकीर्णां छत्रादिराजोपचारान् गृहाण ।
ममापराधान् सकलान् क्षमस्व दयानिधे मौनगुरो प्रसीद ॥ ९॥
नमोनमः पापविनाशनाय नमोनमः कञ्जभवार्चिताय ।
नमोनमः कृष्णहृदिस्थिताय श्रीदक्षिणामूर्तिमहेश्वराय ॥ १०॥
Quellen und verwandte Artikel
- Medha Dakshinamurti Manasapuja Stotra, sämtliche zehn Verse; Sanskrittext bei Sanskrit Documents.
- Deutsche Bedeutungen und praktische Erläuterungen nach dem Sanskrittext.
Siehe auch: Dakshinamurti, Manasapuja, Guru Puja, Jnana Yoga.
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