Madhumati Puja der acht inneren Kräfte
Madhumati Puja der acht inneren Kräfte verbindet Madhumatis Meditationsbild mit acht im Mantramahodadhi genannten Shaktis. Schlaf und Verlangen stehen dabei ebenso im Kreis der Verehrung wie Geduld, Glanz, Hören und Erinnerung.

Umfang: Ein vollständiger Dhyana, acht Blütengaben und eine stille Betrachtung.
Anlass und spirituelle Ausrichtung
Die Andacht kann zu einem achtsamen Umgang mit den eigenen Kräften anregen. Müdigkeit, Wünsche und geistige Fähigkeiten werden zunächst wahrgenommen und in die Hingabe aufgenommen. Die Quelle stellt diese Kräfte als Gottheiten dar; die persönliche Selbstbetrachtung ist eine ergänzende heutige Übung.
Voraussetzungen und Material
Für Menschen mit Puja- und Sanskritkenntnissen. Die begrenzte Andacht verwendet Dhyana und Namensgaben; der verschlüsselte Madhumati-Hauptmantra gehört nicht zu ihrem Umfang.
Acht Blüten und zwei Teller; ein Göttinnenbild ist möglich. Etwa zehn bis fünfzehn Minuten.
Verwandte Ritualanleitungen sind Devi Puja und Devi Archanam.
1. Den Altar vorbereiten
Stelle acht Blüten auf einem Teller und einen leeren Gabenteller vor deinen Sitz. Ein Göttinnenbild ist möglich, aber nicht erforderlich. Vergegenwärtige einen ruhigen Hain auf Kailasa als inneren Ort der Andacht.
2. Madhumati betrachten
Falte die Hände und sprich den Dhyana einmal.
ahilatādalanīlasarojayuk |
karayugāṃ maṇikāñcanapīṭhagām |
amaranāgavadhūgaṇasevitāṃ |
madhumatīm akhilārthakarīṃ bhaje ||
Ich verehre Madhumati, die alle Ziele verwirklicht: In ihren beiden Händen trägt sie ein Betelblatt und einen blauen Lotus; sie sitzt auf einem goldenen, mit Edelsteinen geschmückten Sitz und wird von Scharen göttlicher Frauen und Naga-Frauen verehrt.
Lass das Bild von Betelblatt, blauem Lotus und kostbarem Sitz einen Augenblick nachklingen. „Alle Ziele verwirklichend“ gibt den Lobpreis des Textes wieder.
3. Die acht Kräfte ehren
Nimm je eine Blüte, rezitiere die zugehörige Namensformel einmal und lege die Gabe auf den leeren Teller. Ordne die Blüten im Kreis, beginnend oben und weiter im Uhrzeigersinn.
| Gabe und Ablage | Vollständige Anrufung und deutsche Bedeutung |
|---|---|
| 1. Blüte | oṃ nidrāyai namaḥ Om. Verehrung Nidra, dem Schlaf. |
| 2. Blüte | oṃ chāyāyai namaḥ Om. Verehrung Chhaya, dem Schatten. |
| 3. Blüte | oṃ kṣamāyai namaḥ Om. Verehrung Kshama, der Geduld und Nachsicht. |
| 4. Blüte | oṃ tṛṣṇāyai namaḥ Om. Verehrung Trishna, dem Verlangen. |
| 5. Blüte | oṃ kāntyai namaḥ Om. Verehrung Kanti, dem Glanz. |
| 6. Blüte | oṃ āryāyai namaḥ Om. Verehrung Arya, der Edlen. |
| 7. Blüte | oṃ śrutyai namaḥ Om. Verehrung Shruti, dem Hören und der gehörten Überlieferung. |
| 8. Blüte | oṃ smṛtyai namaḥ Om. Verehrung Smriti, der Erinnerung. |
Yoga-Vidya-Vortrag „Japa – der Weg zu Gott“. Das Video vertieft die Haltung der Praxis; die konkrete Ritualfolge steht in dieser Anleitung.
4. Eine Kraft genauer wahrnehmen
Wähle still einen Namen aus der Folge, der dich heute besonders anspricht. Frage dich beispielsweise: Brauche ich Ruhe, Geduld, aufmerksames Zuhören oder Erinnerung an das Wesentliche? Diese Selbstbefragung ist eine heutige Anwendung. Sie verändert den Wortlaut der verehrten Namen nicht.
5. Zu Madhumati zurückkehren
Falte die Hände und sprich den vollständigen Dhyana noch einmal.
ahilatādalanīlasarojayuk |
karayugāṃ maṇikāñcanapīṭhagām |
amaranāgavadhūgaṇasevitāṃ |
madhumatīm akhilārthakarīṃ bhaje ||
Ich verehre Madhumati, die alle Ziele verwirklicht: In ihren beiden Händen trägt sie ein Betelblatt und einen blauen Lotus; sie sitzt auf einem goldenen, mit Edelsteinen geschmückten Sitz und wird von Scharen göttlicher Frauen und Naga-Frauen verehrt.
Neige den Kopf und bleibe eine Minute still. Lass die Blüten zunächst als Gabe liegen; räume sie später respektvoll ab.
Siehe auch
- Devi Puja
- Devi Archanam
- Durga Puja
- Durga Nityarchana Krama
- Mantramahodadhi
- Brihat Tantrasara
- Puja
- Mantra
- Japa
- Dhyana
- Bhakti
Quellen und redaktionelle Hinweise
Mantramahodadhi von Mahidhara, Sanskrit-IAST-Projektfassung mit gesondert gekennzeichneten Erläuterungen aus der Naukā. 6.71–74: Hain auf Kailasa, vollständiger Dhyana 6.72 und die acht Shaktis 6.74. Ahilata wird in der Naukā als Nagavalli, die Betelpflanze, erläutert. Die Om-Namah-Formeln setzen die acht Namen in den Dativ. Kreis auf einem Teller, Wiederholung des Dhyana und Selbstbefragung sind redaktionelle Gestaltungselemente. Die ausführliche Madhumati-Puja und historische Wirkungsanwendungen werden nicht als Teil dieser Sitzung behauptet.
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