Krama Sadbhava

Aus Yogawiki
(Weitergeleitet von Kramasadbhava)

Krama Sadbhava (Sanskrit: Kramasadbhāva, क्रमसद्भाव) ist eine Schrift der Krama-Überlieferung, in der Kālī und die göttlichen Kräfte des Bewusstseins im Mittelpunkt stehen. Diese Seite ist eine belegte Zitat- und Fragmentausgabe: 47 vollständig zitierte Strophen und 22 Versfragmente, dazu eine Sprecherzeile und ein Kolophonfragment. Kein Kapitel und nicht das Gesamtwerk ist hier vollständig ediert.

Beim Hören begegnen Klang und Bewusstsein einander; beim Sehen erscheinen Form und Licht. Das Krama Sadbhava führt solche vertrauten Vorgänge in einen erstaunlichen religiösen Erfahrungsraum: Die Kräfte des Wahrnehmens und Handelns begegnen als Yoginīs, und selbst Bhairava bittet die Göttin um Unterweisung. Für erfahrene Yoga-Praktizierende eröffnet sich damit ein anspruchsvolles Studium von Hingabe, Erkenntnis und unmittelbarer Erfahrung. Dabei verdienen die einzelnen Textstellen genaue Aufmerksamkeit: Die hier gesicherten Ausschnitte vermitteln gewichtige Einblicke, aber kein lückenloses Bild sämtlicher Lehren des Werkes.

Weitere Seiten dieser Ausgabe: Krama Sadbhava 30 Verse für die spirituelle Praxis · Krama Sadbhava Sanskrit Devanagari

Allgemeine Darstellung Kālīs auf Śiva; ergänzende Illustration, keine historische Abbildung einer bestimmten Krama-Sadbhava-Handschrift.

Name und Bedeutung

Krama bedeutet Abfolge, Ordnung oder Überlieferungsfolge; sadbhāva das wirkliche Wesen bzw. die eigentliche Beschaffenheit. Der Titel lässt sich daher als ‚Das eigentliche Wesen des Krama‘ verstehen. ‚Krama Sadbhava‘ dient hier als gut lesbarer deutscher Artikeltitel; Kramasadbhāva ist die wissenschaftliche Sanskritschreibung.

Der Handschriftenkatalog verzeichnet Kālikākulakramasadbhāva. Eine in der Forschung zitierte Kolophonform lautet Kālikākulasadbhāva; auch Kālīkulakramasadbhāva begegnet als Bezeichnung derselben Handschrift. Der Zusatz ‚Tantra‘ kann die Gattung erläutern, gehört aber nicht zur hier belegten Kolophonform.[1][2]

Das Tantrasadbhava ist eine andere Schrift. Der gemeinsame Namensbestandteil sadbhāva begründet weder Identität noch eine Teil-Ganzes-Beziehung. Auch Kālikākulapañcaśataka, Kramadīpikā und die verschiedenen Mahānayaprakāśa-Werke sind keine in dieser Ausgabe gleichgesetzten Alternativtitel.

Überlieferung und historischer Hintergrund

Eine beschädigte, unvollständige Sanskrit-Handschrift ist unter NAK 1/76, NGMPP A 209/23 in Nepal nachgewiesen: 15 Papierblätter in Newari-Schrift. Der Katalog zeigt den Abschluss des sechsten Kapitels und anschließend eine weitere Frage Bhairavas nach der Verehrung der Auflösung. Sanderson beschreibt den erhaltenen Text als bis 7.2 reichend und hält die Abschrift wahrscheinlich für ein Werk des 17. Jahrhunderts. Das ist eine Einschätzung des Manuskriptalters, keine Datierung des Grundtextes.[1][2]

Die Kolophonform verbindet die Offenbarung mit dem Uttara-Pīṭha, dem nördlichen heiligen Sitz, und mit Śrīnātha. Wer mit diesem ehrenden Namen historisch gemeint ist, ist nicht eindeutig geklärt: Die Forschung diskutiert unter anderem Jñānanetra und Matsyendra. Eine sichere persönliche Verfasserschaft und ein genaues Entstehungsjahr lassen sich daraus nicht gewinnen.[3]

Die aufgenommenen Verse schildern Oḍḍiyāna und den Leichenplatz Karavīra als Offenbarungsraum (1.1–2ab). Eine heilige Ortsangabe im Text, eine historische Traditionszuordnung und der tatsächliche Abfassungsort sind verschiedene Fragen. Auch die Kapitelzahl des ursprünglichen Gesamtwerks bleibt mit den hier ausgewerteten Quellen offen.

Neben Handschriftenzitaten ist der Wortlaut durch ausdrücklich zugeschriebene Zitate im Mahārthamañjarīparimala Maheśvarānandas und im Tantrālokaviveka Jayarathas greifbar. Diese Zitate bewahren weitere Ausschnitte des Werkes.[4][5]

Religiöse und philosophische Einordnung

Das Werk gehört zur Kālī-orientierten, śivaitischen Krama-Überlieferung. Seine im Text sichtbare Mitte ist die höchste Göttin: Kālī steht auf Bhairava; weitere Gottheiten erscheinen ihr untergeordnet (1.18–20). Bhairava tritt zugleich als ernsthafter Schüler auf. Seine Bitte um Gnade und Unterweisung gehört zum Kern der hier erhaltenen Offenbarungsszene.

Die nichtduale Ausrichtung zeigt sich besonders an der Verbindung von Erscheinung und Bewusstsein. Die Yoginīs des Abschnitts 2.83–96 sind als Bewusstsein gegenwärtig, während Hören, Berühren, Sehen, Schmecken, Riechen, Sprechen, Greifen, Gehen, Ausscheiden, Sexualität, Denken und Erkennen entfaltet werden. Körperliches wird dabei ausdrücklich benannt. Daraus folgt weder, dass jede historische Praxis eine Allegorie sei, noch dass allgemeine heutige Vorstellungen von Kundalini Yoga die Textaussage ersetzen könnten.

Śakti, Śambhu, Mahākāla, svavimarśa und melāpa gehören zur Sprache dieser śivaitischen Überlieferung. Gemeinsamkeiten mit anderen nichtdualen Lehren können zum vergleichenden Studium anregen. Eine Gleichsetzung mit dem Advaita Vedanta oder mit heutigen Lehrsystemen wäre jedoch eine zusätzliche Deutung.

Besondere Lehren des Krama Sadbhava

Abfolge und Überschreiten der Abfolge. Q001–003 nennen die Verehrung von Hervorbringen, Erhaltung, Auflösung, Unnennbarem und Leuchten. Die ungewöhnliche Schlussbezeichnung akramakrama hält beides zusammen: geordnete Abfolge und eine Wirklichkeit, die nicht im Nacheinander aufgeht. Q005–006 verbinden diese Phasen ausdrücklich mit Erkenntnis, Mantra, Begegnung mit Mahākāla, Śakti und Śambhu.

Die Göttin als Lehrerin. Bhairava bittet um etwas, das im Herzen der Yoginīs verborgen ist und sich nicht allein durch Schlussfolgern erschließen lässt. Die Bitte 1.67cd–72ab enthält Hingabe ebenso wie die Frage nach Freiheit von äußeren rituellen Bedingungen. Sie steht in einer tantrischen Offenbarungsszene; der Text wird dadurch nicht zu einer pauschalen Absage an jede Form von Verehrung.

Begegnung im Wahrnehmen. Melāpa bedeutet Begegnung oder Zusammenkunft. Im Abschnitt 2.83–96 wird dieser Begriff in den Vollzug von Wahrnehmung und Handlung hineingeführt. Das Hören erscheint als Bewusstsein des Klangs, das Berühren als Bewusstsein der Berührung. Die wiederkehrende Formulierung lädt zum genauen Lesen jedes Zusammenhangs ein; das Ende eines Verses ist dabei mehrfach nicht das Ende des Satzes.

Jenseits vertrauter Zustände. Die Fragmente 2.47c und 3.46ab sprechen von nirānanda, wörtlich ‚ohne Freude‘, im Krama als Überschreiten selbst der Glückseligkeit gedeutet. 3.93cd nennt eine Wirklichkeit ohne festgelegtes Eigenwesen und bestimmbares Kennzeichen. Die Kürze dieser Ausschnitte verlangt Zurückhaltung: Aus ihnen allein entsteht keine vollständige Stufenlehre.

Mehr als ein festes Kālī-Schema. Jayaratha zitiert sowohl eine Sechzehnerangabe als auch eine Folge mit einer siebzehnten Kālī (Q009–010; Q014–019). Die hier erhaltenen Teile berechtigen nicht dazu, sämtliche Zwischenstufen mit Namen aus anderen Krama-Texten aufzufüllen. Die Unterschiede gehören zum Überlieferungsbefund und bleiben sichtbar.

Zum Lesen der Verse

Die folgenden Ausschnitte sind nach ihrem Zusammenhang geordnet. Buchstaben wie ab oder cd bezeichnen Teile eines Verses. Q001–Q020 stehen für Zitate, deren ursprüngliche Versnummer nicht bekannt ist. Die Quellenzuordnung steht gesammelt am Ende.

Die überlieferten Zählungen stimmen nicht überall überein; gleichlautende Nummern in getrennten Abschnitten können deshalb verschiedene Textstellen bezeichnen. Auslassungen bleiben sichtbar. Die Übersetzungen benennen Stellen, deren Bedeutung nicht sicher zu klären ist.

Allgemeine Śiva-Darstellung; im Krama Sadbhava tritt Bhairava als Fragender vor die Göttin.

Die Offenbarung der Göttin

Kapitel 1 – Offenbarung und Unterweisung

1.1 śrīmaduttaradigbhāge pīṭhaṃ pīṭhavaraṃ mahat |
oḍḍiyānābhidhānaṃ tu siddhayoginisevitam ||

Übersetzung: In der verehrungswürdigen nördlichen Himmelsgegend liegt die große heilige Stätte, die vorzüglichste aller heiligen Stätten: Oḍḍiyāna genannt, von vollendeten Meistern und Yoginīs aufgesucht.

Erläuterung: Pīṭha heißt wörtlich ‚Sitz‘ und bezeichnet hier eine heilige Stätte. Siddhas sind vollendete Meister; Yoginīs weibliche göttliche Wesen bzw. Trägerinnen tantrischer Verwirklichung. Die genaue historische Lokalisierung wird durch diesen Vers allein nicht entschieden.

1.2ab tasmin pīṭhavare ramye śmaśānaṃ karavīrakam |

Übersetzung: An dieser schönen, vorzüglichen heiligen Stätte befindet sich der Leichenplatz Karavīraka …

Erläuterung: Śmaśāna bezeichnet einen Verbrennungs- oder Leichenplatz.

1.9ab tasmin pitṛvane ghore mahābhairavasaṃkule |

Übersetzung: An jenem schreckenerregenden Leichenplatz, erfüllt von großen Bhairavas …

1.17 tasmiṃś cakre mahāghore mahāmātṛbhi saṃkule |
svavimarśadaśāntasthā tiṣṭhate parameśvarī ||

Übersetzung: In diesem überaus furchterregenden Kreis, erfüllt von den großen Muttergöttinnen, verweilt die höchste Göttin am äußersten Ende des Zustands ihrer Selbstgewahrwerdung.

Erläuterung: Svavimarśa bedeutet Gewahrsein der eigenen Wirklichkeit; daśānta kann die äußerste Grenze oder Vollendung eines Zustands bezeichnen.

1.18 kālī tu bhairavārūḍhā mahākālakalāśinī |
vyomarūpā anantākhyā aṣṭamūrtidharā śivā ||

Übersetzung: Sie ist Kālī, die auf Bhairava steht und die Kraft Mahākālas verschlingt; ihre Gestalt ist der leere Raum, sie heißt die Unendliche, trägt acht Erscheinungsformen und ist die Heilvolle.

Erläuterung: Mahākāla: ‚Große Zeit‘ bzw. die so bezeichnete Gottheit. Kalā kann Kraft, Teil oder Erscheinungsaspekt bedeuten. Welche acht Erscheinungsformen gemeint sind, erklärt dieser zitierte Vers nicht.

1.19 pañcāśadrudrakhacitā catuḥṣaṣṭisusevitā |
indro brahmā tathā viṣṇū rudra īśvara eva ca ||

Übersetzung: Sie ist mit fünfzig Rudras geschmückt und wird von vierundsechzig [Yoginīs] aufs Beste bedient. Indra, Brahmā, Viṣṇu, Rudra und Īśvara …

Erläuterung: Die Aufzählung setzt sich im nächsten Vers fort.

1.20 sadāśivo mahādevo bhairavaś caiva saptamaḥ |
pretatve saṃsthitā nityaṃ tasyā devyās tu sarvataḥ ||

Übersetzung: … Sadāśiva, der große Gott, und Bhairava als siebter sind stets ganz und gar im Zustand von Leichen für diese Göttin gegenwärtig.

Erläuterung: Mahādeva wird hier als Bezeichnung Sadāśivas verstanden. Die liegenden Götter bilden in diesem Bild den Thron der Göttin.

śrībhairava uvāca

Übersetzung: Der verehrungswürdige Bhairava sprach:

1.42cd asmin pīṭhe mahāvīrair vīravīrais tu saṃkule |

Übersetzung: An dieser heiligen Stätte, erfüllt von großen Helden und den hervorragendsten unter den Helden …

Erläuterung: Vīra bezeichnet hier göttliche oder tantrische Helden.

1.43 kimartham āgatāḥ sarve catuḥṣaṣṭir mahābalāḥ |
yoginīvīravīreśyo vīrajāḥ parameśvari ||

Übersetzung: Weshalb sind sie alle hierhergekommen, die vierundsechzig überaus mächtigen, aus den Helden hervorgegangenen Herrinnen der Helden unter den Yoginīs, o höchste Göttin …

Erläuterung: Die Beschreibung der Yoginīs setzt sich im folgenden Halbvers fort.

1.44ab tvadārādhanasaṃsaktā mahāyāgendrasotsukāḥ |

Übersetzung: … ganz deiner Verehrung hingegeben und voller Verlangen nach dem höchsten großen Opfer?

Erläuterung: Mahāyāga ist ein großer tantrischer Verehrungsritus.

1.49cd pṛcchāmi paramaṃ devi svavimarśabalena tu |

Übersetzung: Ich frage nach dem Höchsten, o Göttin, kraft meiner Selbstgewahrwerdung.

1.50 agragās tu parāḥ devyāḥ saṃhārakaraṇakṣamāḥ |
sarvās tās tu mahābhāgāḥ svecchayā viśvabhakṣikāḥ ||

Übersetzung: Die höchsten Göttinnen stehen vor uns; sie vermögen die Welt zurückzunehmen. Sie alle sind hocherhaben und verschlingen das All aus eigenem Willen.

Erläuterung: Die Göttinnen erscheinen als Kräfte des Hervorbringens und der Auflösung der Welt.

1.51 tathāpi hṛdgataṃ tāsāṃ praśnam asti mahādhiye |
guptaṃ tu paramaṃ divyaṃ kimarthaṃ suravandite ||

Übersetzung: Dennoch liegt die Frage [und ihre Antwort] in ihrem Herzen, o du von großer Einsicht. Warum bleibt das höchste göttliche [Geheimnis] verborgen, o von den Göttern Verehrte?

Erläuterung: Der Wortlaut ist an dieser Stelle unsicher; die Übersetzung gibt den erkennbaren Zusammenhang wieder.

1.53 aṣṭau pīṭhās tu ye proktāḥ sarvapīṭheṣu cottamāḥ |
tatrasthās tu imāḥ sarvā āgatās tu svabhāvataḥ ||

Übersetzung: Die acht heiligen Stätten, die als die vorzüglichsten unter allen heiligen Stätten bezeichnet wurden: Von dort sind sie alle aus ihrer eigenen Natur heraus hierhergekommen.

Erläuterung: Der Beginn bezieht sich auf eine zuvor genannte Gruppe von acht Pīṭhas; deren Namen sind in diesem Ausschnitt nicht enthalten.

1.54 aṣṭāv aṣṭaguṇā divyāḥ svabhāvadarśanotsukāḥ |
catuḥṣaṣṭir mahābhīmāḥ sarvavīreśanāyaka ||

Übersetzung: Acht mal acht sind diese göttlichen Wesen, begierig, die eigene Natur zu schauen: vierundsechzig, überaus furchterregend, o Anführer aller Herren der Helden …

Erläuterung: „Führer aller Heldenherren“ ist hier als Anrede an Rudra verstanden.

1.55ab mahāyāge tu vai rudra udyuktās tu vidhānataḥ |

Übersetzung: … die sich, o Rudra, dem großen Opfer nach der vorgeschriebenen Ordnung widmen.

1.67cd atyantamohajālena veṣṭito ’haṃ tu sundari |

Übersetzung: Ich aber bin vom Netz völliger Verblendung umfangen, o Schöne.

Erläuterung: Bhairava bittet die Göttin um Unterweisung.

1.68 mamārthe ’nugrahaṃ samyak kuru tattvena bhāmini |
vadasva paramaṃ guhyam apratarkyam aninditam ||

Übersetzung: Erweise mir wahrhaft und ganz deine Gnade, o Strahlende. Sprich das höchste Geheimnis aus, das sich nicht durch Schlussfolgern erfassen lässt und makellos ist.

Erläuterung: Apratarkya bezeichnet etwas, das sich durch Schlussfolgern allein nicht erschließen lässt.

1.69 yoginīhṛdayāvasthaṃ prakaṭaṃ kuru śaṅkari |
tithivelāvinirmuktaṃ deśakālādivarjitam ||

Übersetzung: Mache offenbar, o Śaṅkarī, was im Herzen der Yoginīs ruht: [jenes Geheimnis], das frei ist von der Bindung an Mondtag und Tagesstunde und unabhängig von Ort, Zeit und dergleichen …

Erläuterung: Śaṅkarī bedeutet „die Heilbringende“. Tithi ist ein Mondtag, velā eine Zeitspanne oder Stunde.

1.70 sthānasaṃketakair muktaṃ nakṣatraiś ca grahais tathā |
mudrāmantravinirmuktaṃ rajoraṅgādibhis tathā ||

Übersetzung: … frei von den besonderen Konventionen heiliger Orte, von Mondhäusern und Planeten, frei von rituellen Gesten und Mantras, ebenso von Farbpulvern und weiteren [Ritualmitteln] …

Erläuterung: Nakṣatras sind die Mondhäuser; mudrās rituelle Gesten. Rajoraṅga bezeichnet Farbstoffe oder Pulver für rituelle Gestaltungen.

1.71 akṣataiś ca tilair nityam agnikarmeṇa varjitam |
āhvānādivinirmuktaṃ vratacaryādikais tathā ||

Übersetzung: … stets ohne unversehrte Körner und Sesamsamen, ohne Feueropfer, frei von Anrufung und den weiteren [Ritualhandlungen], ebenso von Gelübden, vorgeschriebener Lebensführung und Ähnlichem …

Erläuterung: Akṣata sind unversehrte, rituell verwendete Körner. Bhairava fragt hier nach dem höchsten Geheimnis, das von äußeren rituellen Bedingungen frei ist.

1.72ab recakaiḥ pūrakaiś caiva kumbhakaiś ca viśeṣataḥ |

Übersetzung: … und insbesondere ohne Ausatmungen, Einatmungen und Atemanhalten [als vorgeschriebene Atemübungen].

Erläuterung: Recaka, pūraka und kumbhaka bezeichnen Ausatmung, Einatmung und Atemanhalten. Auch sie gehören hier zu den Bedingungen, von denen das erbetene Geheimnis frei sein soll.

Ergänzender heutiger Vortrag von Yoga Vidya: Kundalini - die Kosmische Kraft - YVS095. Die darin erläuterte Kundalini-Lehre wird nicht als Wortlaut des Krama Sadbhava ausgegeben.

Kapitel 2 – Jenseits der Glückseligkeit

2.47c nitye śūnye nirānande

Übersetzung: … im ewigen Leeren, jenseits der Freude …

Erläuterung: Nirānanda heißt wörtlich „ohne Freude oder Glückseligkeit“. Im Krama kann damit das Überschreiten selbst der Glückseligkeit gemeint sein.

Kapitel 3 – Überlieferung und höchste Wirklichkeit

3.29cd tena vaktreṇa vakṣyāmi vaktrāmnāyakramāgatam |

Übersetzung: Durch diesen Mund werde ich die aus der mündlichen Überlieferungsfolge empfangene [Lehre] verkünden.

Erläuterung: Vaktra heißt Mund oder Gesicht; vaktrāmnāya bezeichnet eine mündliche Überlieferung. Wer mit „diesem Mund“ gemeint ist, bleibt in dem kurzen Ausschnitt offen.

3.93cd niḥsvabhāvaṃ niraupamyaṃ nirlakṣyaṃ niḥprayojanam |

Übersetzung: … ohne festgelegtes Eigenwesen, unvergleichlich, ohne bestimmbares Kennzeichen, ohne Zweck …

Erläuterung: Niḥsvabhāva bedeutet „ohne festgelegtes Eigenwesen“, niḥprayojana „ohne Zweck oder Anliegen“. Der Ausschnitt nennt das beschriebene Wesen nicht ausdrücklich.

Kapitel 4 – Frauen im tantrischen Verehrungsritus

4.47cd brāhmaṇī pukkasī caiva dhvajinī antyajā tathā |

Übersetzung: … eine Brahmanin, eine Pukkasī, eine Dhvajinī sowie eine Antyajā …

Erläuterung: Die folgenden Verse nennen Frauen aus unterschiedlichen sozialen und beruflichen Gruppen. Manche historischen Gruppenbezeichnungen sind als Namen beibehalten.

4.48 cakriṇī ca tathā chippī śauṇikī kṣatriyī tathā |
mātaṅgī carmakārī ca dhīvarī ca mahāmate ||

Übersetzung: … eine Cakriṇī, ebenso eine Chippī, eine Śauṇikī und eine Kṣatriyī; eine Mātaṅgī, eine Lederarbeiterin und eine Fischerin, o Einsichtsvoller …

Erläuterung: Mahāmate ist die Anrede „o Einsichtsvoller“. Kṣatriyī bezeichnet eine Frau aus dem Kṣatriya-Stand.

4.49 śūdrī vaiśyī tathā veśyā dhāvakī nartakī tathā |
etās tu pūjayet tatra jātyahaṃkāravarjitaḥ ||

Übersetzung: … eine Śūdrī, eine Vaiśyī, eine Prostituierte, eine Wäscherin und eine Tänzerin. Diese soll man dort verehren, frei vom Hochmut auf die eigene soziale Herkunft.

Erläuterung: Śūdrī und Vaiśyī sind Frauen aus den entsprechenden traditionellen Ständen. Die drei Textstellen nennen zusammen sechzehn Frauen. Ihr historischer Ritualzusammenhang schließt auch Wein ein.

Kapitel 5 – Das göttliche Wissen

5.44ab sā vidyāṃ tava vakṣyāmi svavimarśabalena ca |

Übersetzung: Ich werde dir diese Vidyā kraft meiner Selbstgewahrwerdung verkünden.

Erläuterung: Vidyā kann göttliches Wissen oder eine Mantraform bezeichnen. Hier wird sie angekündigt; ihre Lautgestalt wird nicht mitgeteilt.

Göttin mit Gebetskette und Buch: ergänzende Illustration zur Rolle der göttlichen Lehrerin, keine Abbildung einer bestimmten Textstelle.

Weitere Lehren zur Göttin

Verehrung und Grenzen des Denkens

1.12 arūpe asvare garbhe ṣoḍaśānte vyavasthite |
icchārūpasvabhāvasthe bhairaveśi namo ’stu te ||

Übersetzung: O Formlose, Lautlose, o Mutterschoß, die du am Ende der Sechzehn verweilst und in deiner als Wille erscheinenden eigenen Natur ruhst: Herrin Bhairavas, Verehrung sei dir!

Erläuterung: Die Anreden gelten der Göttin. Ṣoḍaśānta bezeichnet das Ende einer Sechzehnerfolge und wird auch mit der Entfaltung der Laute verbunden. Asvara bedeutet „ohne Laut“; garbha spricht die Göttin als gebärgenden Grund an.

3.46ab dvādaśāntā nirānandā ṣoḍaśāntā manonmanī

Übersetzung: [Sie ist] das Ende der Zwölf, jenseits der Freude; das Ende der Sechzehn, Manonmanī – die über den Geist hinausführt …

Erläuterung: Manonmanī ist ein Name der Göttin. Welche Ebenen mit den Zahlen zwölf und sechzehn gemeint sind, erläutert dieser Halbvers nicht näher.

Das Geheimnis jenseits äußerer Vorgaben

Diese beiden Ausschnitte führen die Bitte um das höchste Geheimnis weiter.

1.59 nirmuktaṃ tu svabhāvena sarvapāpaiś ca varjitam |
saṃyamaniyamaiś caiva nirmuktaṃ tattvato mahat ||

Übersetzung: [Das höchste Geheimnis ist] seiner eigenen Natur nach frei und von allen Verfehlungen unberührt; auch von Zügelung und vorgeschriebenen Observanzen ist es frei – in Wahrheit erhaben.

Erläuterung: Saṃyama bedeutet hier Zügelung oder Sammlung. Beschrieben wird weiterhin das erbetene Geheimnis jenseits äußerer Bedingungen.

1.60ab vadasva paramaṃ guhyaṃ asya yad hṛdaye sthitam |

Übersetzung: Sprich das höchste Geheimnis aus, das in seinem Herzen ruht.

Erläuterung: Wessen Energie mit „dessen“ gemeint ist, bleibt in diesem Halbvers offen.

Freiheit und Klang

Zwei eigenständige Ausschnitte.

1.42 tena yaṣṭena vai samyak sarvaṃ jagad idaṃ tu yat |
naśyate paramārthena yathā vahnigataṃ tṛṇam ||

Übersetzung: Durch jenes, dem rechte Verehrung erwiesen wurde, vergeht kraft der höchsten Wirklichkeit diese gesamte Welt – wie ein Grashalm im Feuer.

Erläuterung: „Durch jenes Verehrte“ verweist auf einen vorausgehenden Zusammenhang, der in diesem Einzelvers nicht enthalten ist.

2.52 tatrasthā paramā raudrā mantrabhūmistu sā viduḥ |
rāvajñā rāvagārāvā rāvasthā rāvadā sadā ||

Übersetzung: Die dort gegenwärtige höchste Raudrā gilt als die Ebene des Mantras: Sie kennt den Klang, geht im Klang und ist lautlos [oder: selbst Klang], ruht im Klang und schenkt ihn stets.

Erläuterung: Die Verbindung von Klang und Lautlosigkeit ist sprachlich mehrdeutig; die Übersetzung bleibt an dieser Stelle vorläufig.

Heutiges Meditationsbild als Anregung zur Sammlung; keine Darstellung einer im Grundtext vorgeschriebenen Körperkarte.

Bewusstsein in Wahrnehmung und Handlung

Die folgenden vierzehn Verse bilden einen zusammenhängenden Abschnitt. Mehrfach reicht ein Satz über die Versgrenze hinaus.

2.83 kathayāmi tava snehāt militaṃ ca padaṃ yathā |
yoginyaḥ sarvabhāvās tu cid-bhāva-pada-madhyagāḥ ||

Übersetzung: Aus Zuneigung zu dir erkläre ich, wie die vereinte Wirklichkeitsstufe beschaffen ist. Die Yoginīs sind sämtliche Erscheinungen; sie befinden sich in der Mitte der Wirklichkeitsstufe des Bewusstseins.

Erläuterung: Melāpa bedeutet Begegnung oder Zusammenkunft. Die folgenden Verse entfalten diese Begegnung im Wahrnehmen und Handeln.

2.84 dvādaśa ca samāsena citsvarūpāḥ svarūpataḥ |
srotrayor ubhayor madhye parā yā citsvarūpiṇī ||

Übersetzung: Kurz gefasst sind sie zwölf, ihrer eigenen Natur nach Bewusstsein. Jene höchste [Göttin] inmitten der beiden Ohren, deren Wesen Bewusstsein ist …

2.85 melāpe militā sā vai śabdasya paramā citiḥ |
tvaggatā sarvabhūteṣu viśve’smin sacarācare ||

Übersetzung: … ist in der Begegnung vereint als das höchste Bewusstsein des Klangs. Jene, die in der Haut aller Wesen dieses Alls gegenwärtig ist, in allem Beweglichen und Unbeweglichen …

Erläuterung: Der erste Halbvers vollendet die Aussage über das Hören; der zweite eröffnet die über das Berühren.

2.86 melāpe militā sā vai sparśasya paramā citiḥ |
cakṣurmadhye sthitā yā vai candrārka-dvaya-bhāsakī ||

Übersetzung: … ist in der Begegnung vereint als das höchste Bewusstsein der Berührung. Jene, die in der Mitte des Auges ruht und das Paar von Mond und Sonne erhellt …

Erläuterung: Mond und Sonne bilden hier ein Paar. Eine Zuordnung zu bestimmten Körperstellen wird nicht genannt.

2.87 melāpe militā sā vai rūpasya paramā citiḥ |
dvātriṃśad-vīra-saṃyuktā madhye yā svādinī kalā ||

Übersetzung: … ist in der Begegnung vereint als das höchste Bewusstsein der sichtbaren Gestalt. Jene Kraft in der Mitte, die schmeckt und mit zweiunddreißig Helden verbunden ist …

Erläuterung: Die zweiunddreißig Helden lassen sich im Zusammenhang des Schmeckens als die Zähne verstehen.

2.88 melāpe militā sā vai rasasya paramā citiḥ |
kapāṭa-dvaya-bhedena pakṣāpakṣa-dvaya-ratā ||

Übersetzung: … ist in der Begegnung vereint als das höchste Bewusstsein des Geschmacks. Jene, die durch die Teilung in zwei Türen am Paar von Seite und Gegenseite Freude hat …

Erläuterung: Die zwei Türen werden im Zusammenhang des Riechens als Nasenöffnungen verstanden.

2.89 melāpe militā sā vai gandhasya paramā citiḥ |
parā svarūpā paśyantī madhyamā vaikharī tathā ||

Übersetzung: … ist in der Begegnung vereint als das höchste Bewusstsein des Geruchs. Jene, die höchste Gestalt ist, die Schauende, die Mittlere und ebenso die deutlich Artikulierende …

Erläuterung: Parā, paśyantī, madhyamā und vaikharī bezeichnen Ebenen der Sprache.

2.90 melāpe militā sā vai japyate paramā citiḥ |
phaṇirūpā pañca-mukhā sarva-grāsaika-tat-parā ||

Übersetzung: … ist in der Begegnung vereint und wird als höchstes Bewusstsein rezitiert. Jene Schlangengestaltige mit den fünf Mündern, die ganz dem Verschlingen von allem hingegeben ist …

Erläuterung: Das Rezitieren wird hier mit Bewusstsein und Sprache verbunden; ein bestimmtes Mantra wird nicht genannt.

2.91 melāpe militā yā vai ādāne paramā citiḥ |
sarvāntā ṣoḍaśāntā ca pāda-cakrasya vāhikā ||

Übersetzung: … ist in der Begegnung vereint als höchstes Bewusstsein im Ergreifen. Jene, die das Ende von allem und das Ende der Sechzehn ist und den Kreis der Füße bewegt …

Erläuterung: Ādāna bedeutet Ergreifen oder Nehmen und weist hier auf die Tätigkeit der Hände. Ṣoḍaśānta bezeichnet das Ende einer Sechzehnerfolge.

2.92 melāpe militā sā vai viharet paramā citiḥ |
apāna-vāyum āśritya dvādaśānte nirākulā ||

Übersetzung: … möge sich bewegen, in der Begegnung vereint als höchstes Bewusstsein. Jene, die sich auf den Apāna-Wind stützt, am Ende der Zwölf und unberührt von Verwirrung …

Erläuterung: Apāna ist der mit abwärtsgerichteten Körperfunktionen verbundene Lebenswind.

2.93 melāpe militā sā vai utsarge paramā citiḥ |
upasthasya tu madhyagā retovāhe sadoditā ||

Übersetzung: … ist in der Begegnung vereint als höchstes Bewusstsein im Ausscheiden. Jene, die in der Mitte des Geschlechtsorgans gegenwärtig und im Fließen des Samens stets hervorgetreten ist …

Erläuterung: Upastha bezeichnet das Geschlechtsorgan; retovāha das Fließen oder Führen des Samens.

2.94 melāpe militā sā vai ānande paramā citiḥ |
saṃkalpasya vikalpasya madhye yā cetanī kalā ||

Übersetzung: … ist in der Begegnung vereint als höchstes Bewusstsein in der Lust. Jene bewusste Kraft inmitten von Entwurf und unterscheidender Vorstellung …

Erläuterung: Ānanda ist hier auf die zuvor genannte körperliche Lust bezogen. Saṃkalpa und vikalpa bezeichnen entwerfende und unterscheidende geistige Tätigkeit.

2.95 melāpe militā sā vai manane paramā citiḥ |
pītā svasya samastasya ādyā yā bodhakī daśā ||

Übersetzung: … ist in der Begegnung vereint als höchstes Bewusstsein im Denken. Jene ursprüngliche erkennende Stufe, die vom eigenen Ganzen ‚getrunken‘ ist [Wortbeziehung unsicher] …

Erläuterung: Die Aussage über das Denken ist verständlich. Der anschließende Ausdruck des „Trinkens“ bleibt in seinem genauen Sinn offen; dieser Teil der Übersetzung ist vorläufig.

2.96 melāpe militā sā vai jñānasya paramā citiḥ |
etās tu kathitā devyaḥ melāpe yāḥ khamārgagāḥ ||

Übersetzung: … ist in der Begegnung vereint als höchstes Bewusstsein des Erkennens. Damit sind die Göttinnen beschrieben, die in der Begegnung auf dem Weg des leeren Raumes wandeln.

Erläuterung: Der Beginn schließt an die unsichere Aussage des vorherigen Verses an. Kha bedeutet Raum oder Leere und wird hier als Bewusstseinsraum verstanden.

Ergänzende heutige Yoga-Vidya-Praxis: Chakra-Energie-Meditation mit Sukadev. Die darin verwendete Chakra-Methode ist nicht als Übung aus Krama Sadbhava belegt.

Die Abfolge der Verehrung

Namen und Erscheinungsformen

Q004 gopanīyāni nāmāni corebhyo draviṇaṃ yathā |
gopanāt pālayantyeva mūrtayas tu mahārthataḥ ||

Übersetzung: Die Namen sind zu bewahren wie Vermögen vor Dieben. Durch ihr Bewahren schützen die göttlichen Gestalten tatsächlich – kraft ihres großen Sinnes, des Mahārtha.

Erläuterung: Die genaue Beziehung im zweiten Halbvers bleibt offen. Mahārthataḥ kann auch „gemäß ihrer großen Bedeutung“ heißen.

Die fünf Formen

Q005 jñānaṃ sṛṣṭiṃ vijānīyāt sthitir mantraḥ prakīrtitaḥ |
saṃhāraṃ tu mahākālamelāpaṃ paramaṃ viduḥ ||

Übersetzung: Erkenntnis soll man als Schöpfung verstehen; Erhaltung wird Mantra genannt. Als Auflösung gilt die höchste Begegnung mit Mahākāla.

Erläuterung: Mahākālamelāpa bedeutet Zusammenkunft oder Vereinigung mit Mahākāla. Mantra bezeichnet hier eine Stufe der Verehrung.

Q006 anākhyaṃ śaktirūpaṃ tu bhāsākhyaṃ śambhurūpakam |
pañcaprakāram etaddhi vijñeyaṃ tattvadarśibhiḥ ||

Übersetzung: Das Unnennbare hat die Gestalt der Śakti; das Leuchten genannte [Geschehen] hat die Gestalt Śambhus. Dies ist als fünffach von jenen zu erkennen, die die Wirklichkeit schauen.

Erläuterung: Śakti ist die göttliche Kraft; Śambhu ein Name Śivas. Die beiden Verse Q005–006 beschreiben zusammen die fünf Formen.

Hervorbringen und Verweilen

Zwei getrennt überlieferte Halbverse.

Q007 tayā vyāptam idaṃ viśvaṃ trailokyaṃ sacarācaram |

Übersetzung: Von ihr ist dieses ganze All durchdrungen, die drei Welten mit allem Beweglichen und Unbeweglichen.

Erläuterung: Die Aussage lässt sich als gegenseitige Durchdringung der Phasen des Krama verstehen.

Q008 śṛṇu me paramāṃ kālīṃ vidyāṃ sṛṣṭisvabhāvagām |

Übersetzung: Höre von mir die höchste Kālī, die Vidyā, die in der Natur des Hervorbringens gegenwärtig ist …

Erläuterung: Die göttliche Wissens- oder Mantraform wird hier angekündigt; eine rezitierbare Lautfolge wird nicht genannt.

Die Ordnung der Verehrung

Bhairava fragt; die Göttin antwortet.

Q001 teṣāṃ madhyāt krameṇaiva ādau pūjyas tu kaḥ kramaḥ |
tan me kathaya suśroṇi vistareṇa yathāvidhi ||

Übersetzung: Welche Abfolge soll unter diesen in der rechten Reihenfolge zuerst verehrt werden? Erkläre mir das ausführlich und der Vorschrift gemäß, o Schönhüftige.

Erläuterung: Bhairava fragt nach den zuvor genannten Krama-Abfolgen. Suśroṇi ist eine körperbezogene ehrende Anrede der Göttin.

Q002 purā yat kathitaṃ deva pañcavāhamahākramam |
teṣāṃ tu kramarājānāṃ sṛṣṭirūpo ’grataḥ sadā ||

Übersetzung: Was zuvor, o Gott, als großer Krama der fünf Ströme dargelegt wurde: Unter diesen Königen der Abfolgen steht stets die Gestalt der Schöpfung an erster Stelle …

Erläuterung: Pañcavāha bezeichnet die fünf Ströme. Ihre Göttinnennamen werden an dieser Stelle nicht einzeln genannt.

Q003 tatas tu sthitisaṃhāram anākhyaṃ ca tataḥ param |
bhāsākhyaṃ ca tataḥ paścāt pūjayed akramakramam ||

Übersetzung: … darauf [verehre man] Erhaltung und Auflösung, danach das Unnennbare und anschließend das Leuchten. So soll man den Krama verehren, der in seiner Abfolge über die Abfolge hinausgeht.

Erläuterung: Akramakrama verbindet „ohne Abfolge“ und „Abfolge“: Die geordnete Verehrung zielt auf eine Wirklichkeit, die nicht an das Nacheinander gebunden ist.

Kālī und Śiva in einer allgemeinen religiösen Darstellung. Die hier edierten Verse besitzen eigene, teilweise abweichende Beschreibungen.

Kālī – Hervorbringen und Auflösung

Die Sechzehnerfolge

Q009 ṣoḍaśātaḥ samāsena śṛṇuṣvekamanā hara |

Übersetzung: Höre nun gesammelt und in Kürze von den Sechzehn, o Hara …

Erläuterung: Der Ausschnitt verweist auf sechzehn zu verehrende Göttinnen, zählt ihre Namen aber nicht auf.

Q010 sā sattā līyate yasyāḥ kālī dvyaṣṭakalā smṛtā ||

Übersetzung: … jene Kālī, deren Sein sich auflöst, gilt als die mit zweimal acht Kräften.

Erläuterung: Kalā kann Teil, Kraft oder Erscheinungsaspekt bedeuten. Zweimal acht ergibt sechzehn; der vorausgehende Zusammenhang fehlt hier.

Rudrakālī

Q011 idaṃ sarvam asarvaṃ yat saṃhārāntaṃ tu nityaśaḥ |
kuṭilekṣaṇarekhāntagrastam astamitaṃ ca yat ||

Übersetzung: Was dieses ganze All und Nicht-All ist, was stets bis zur Auflösung [reicht], und was von der äußersten Linie ihres gebogenen Blickes verschlungen und untergegangen ist …

Erläuterung: Der Satzbau ist nicht durchgehend sicher. Die Beschreibung geht in den beiden folgenden Versen weiter.

Q012 tato bodharasāviṣṭā spandamānā nirākulā |
dīdhitīnāṃ sahasraṃ yad vamec ca pibate bhṛśam ||

Übersetzung: Darauf ist [jene Kraft] vom Geschmack der Erkenntnis erfüllt: Sie pulsiert, ohne Verwirrung, und speit die tausend Strahlen aus und trinkt sie heftig wieder ein.

Erläuterung: Das Trinken der Strahlen beschreibt hier die Kraft der Göttin. Der Satzanschluss bleibt teilweise unsicher.

Q013 sā kalā līyate yasyāṃ rudrakālīti sā smṛtā |

Übersetzung: Jene, in der diese Kraft sich auflöst, wird Rudrakālī genannt.

Die Macht der Auflösung

Q014 kālotthitā mahādeva sānandā nandinī śivā |
cidghanā yugmamadhyasthā akṣarā kṣaragocarā ||

Übersetzung: Aus der Zeit hervorgegangen, o Mahādeva, ist sie freuderfüllt, erfreuend und heilvoll; verdichtetes Bewusstsein, in der Mitte des Paares gegenwärtig, unvergänglich und im Vergänglichen wirksam.

Erläuterung: Yugma bedeutet ein Paar. Welche beiden Glieder hier gemeint sind, wird nicht ausdrücklich gesagt.

Q015 akulā kalayen nityā kālakālī nirākulā |
sā kalā līyate yasyāṃ sṛṣṭikālī tu sā smṛtā ||

Übersetzung: Die ewige, jenseits des Kula stehende [Göttin], Kālakālī, frei von Verwirrung, möge [es] gestalten. Jene, in der diese Kraft sich auflöst, wird Sṛṣṭikālī genannt.

Erläuterung: Der erste Halbvers ist in seiner Bedeutung unsicher. Sṛṣṭikālī im zweiten Halbvers bedeutet „Kālī des Hervorbringens“.

Q016 kramatrayāṇāṃ yac cakraṃ ghoraghorataraṃ mahat |
kālarūpaṃ marīcyādyaṃ tvāṣṭraṃ kalpāntakāntagam ||

Übersetzung: Der große Kreis der drei Abfolgen, schrecklich und noch schrecklicher, von der Gestalt der Zeit, mit Marīci beginnend, zu Tvaṣṭṛ gehörig und bis an das Ende des Weltvernichters reichend …

Erläuterung: Das Ende des Verses ist mehrdeutig; seine Übersetzung bleibt vorläufig. Marīci und Tvaṣṭṛ sind Namen.

Q017 ācaret tu mahācāracāturyeṇaiva tatra ca |
yā kalā ghoraghorogrā tasyāḥ sā turyagā śivā ||

Übersetzung: … in ihm soll man sich mit der Gewandtheit des großen Vollzugs bewegen. Jene Kraft, die schrecklich, schrecklich und wild ist: Ihre heilvolle [höhere Gestalt] geht in das Vierte ein.

Erläuterung: Die Beziehung zur vorher beschriebenen Gestalt bleibt offen. Ācāra bezeichnet die tantrische Lebens- und Praxisweise.

Q018 mahābhairavaghorasya caṇḍarūpasya sarvataḥ |
grasate yā mahākālī dvyaṣṭakā kālanāśinī ||

Übersetzung: Die sechzehnfache Mahākālī, die Vernichterin der Zeit, verschlingt von allen Seiten den schrecklichen Mahābhairava mit seiner rasenden Gestalt …

Erläuterung: Dvyaṣṭakā bedeutet „zweimal achtfach“. Wie diese Sechzehnfachheit im Einzelnen aufgebaut ist, wird hier nicht erklärt.

Q019 saptadaśī tu sā kālī viddhi sarvārthakāriṇī |

Übersetzung: … diese Kālī aber ist die siebzehnte; erkenne sie als die, die alle Ziele verwirklicht.

Erläuterung: Die Strophe nennt die sechzehnfache Mahākālī und eine siebzehnte Kālī. Ihre Beziehung bleibt ohne die vollständige Folge nur teilweise verständlich.

Frei von Bedenken

Q020 śaṅkāśūnyo bhavet sadā |

Übersetzung: … man soll stets frei von Bedenken sein.

Erläuterung: Śaṅkā umfasst Zweifel, Bedenken oder Skrupel. Welche davon im ursprünglichen Zusammenhang gemeint sind, lässt der einzelne Versfuß offen.

Ergänzende heutige Yoga-Vidya-Praxis: Anahata-Chakra-Meditation mit Sukadev. Die darin verwendete Chakra-Methode ist nicht als Übung aus Krama Sadbhava belegt.

Überlieferter Schluss

Erhaltener Teil einer Schlussformel.

śrīmaduttarapīṭhavinirgate śrīnāthapādāvatārite śrīkālikākulasadbhāve

Übersetzung: … im verehrungswürdigen Kālikākulasadbhāva, hervorgegangen aus dem erhabenen Uttara-Pīṭha und durch den ehrwürdigen Śrīnātha herabgebracht …

Ergänzende kosmische Illustration zu Hervorbringen und Auflösung; keine historische Darstellung des Krama.

Bedeutung für heutige Aspiranten

Das Krama Sadbhava kann die Aufmerksamkeit für den lebendigen Vollzug von Erkenntnis schärfen. Die spirituelle Tragweite eines Klanges liegt in diesen Textstellen im ungeteilten Geschehen seines Hörens. Die Göttin wird im Bewusstsein des Klangs vergegenwärtigt. Für einen mit Meditation vertrauten Menschen kann darin ein Zugang liegen, alltägliches Wahrnehmen mit größerer Sammlung und Verehrung zu durchdringen.

Bhairavas Bitte bewahrt zugleich eine Haltung des Lernens. Er wird im Text nicht dadurch groß, dass er keine Fragen mehr hätte. Er bekennt Verblendung und erbittet Gnade. Als heutige Lesart kann diese Szene dazu ermutigen, auch nach langer Praxis offen zu bleiben und begriffliches Wissen nicht mit abgeschlossener Verwirklichung gleichzusetzen.

Die folgenden Anregungen sind heutige Übertragungen, keine Übersetzungen zusätzlicher Verse: Beim ruhigen Hören eines alltäglichen Klanges kann die Aufmerksamkeit dem Entstehen, Gegenwärtigsein und Verklingen folgen. Dabei darf offenbleiben, ob sich das Geschehen in begrifflich saubere Phasen zerlegen lässt. Ebenso kann die ausdrückliche Ehrung der Göttin das Studium begleiten, ohne aus jeder beschreibenden Strophe eine Mantraformel zu machen. Für solche Betrachtungen schreibt diese Ausgabe weder Wiederholungszahlen noch Atemrhythmen oder rituelle Erfolgsbedingungen vor.

Weiterführendes Studium und verbleibende Textlücken

Für eine Erweiterung ist vor allem der vollständige Abgleich der Handschrift NAK 1/76, NGMPP A 209/23 mit der von Mark S. G. Dyczkowski erarbeiteten Forschungstranskription erforderlich. Diese Transkription ist bibliografisch belegt, war für die vorliegende Bearbeitung aber nicht in vollständig überprüfbarer Form zugänglich. Eine private Onlinefassung der ersten drei Kapitel wurde als Vergleichsmaterial eingesehen; ohne nachgewiesene Editionsgrundlage und bei erheblichen Lesungsabweichungen wurde sie nicht pauschal als Leittext übernommen.

Ein weiterer Ansatzpunkt sind zwei vollständige Strophenzitate und ein Halbvers bei Wenta 2015, S. 118 und 128. Sie waren in der korrigierten Autorenfassung als extrahierter Text auffindbar; die benötigten Seitenbilder konnten noch nicht abgeglichen werden. Diese Stellen sind daher nicht Teil des oben angegebenen Editionsumfangs.[6]

Die vorliegende Sammlung umfasst deshalb weder alle erhaltenen Kapitel noch jede mögliche Zitierung des Werkes. Die nicht aufgenommenen Abschnitte bleiben unediert; sie werden nicht als verloren erklärt. Auch die konkreten grammatischen Schwierigkeiten einzelner hier abgedruckter Stellen sind damit nicht endgültig gelöst. Die Kombination aus genauer Quellenangabe und offen bezeichnetem Befund soll ermöglichen, Krama Sadbhava künftig auf einer tragfähigen Grundlage weiter zu erschließen.

Ergänzende heutige Yoga-Vidya-Praxis: 3-Chakra-Energie-Meditation mit Sukadev. Die darin verwendete Chakra-Methode ist nicht als Übung aus Krama Sadbhava belegt.

Quellen der Textabschnitte

Die Verszählungen der Veröffentlichungen weichen teilweise voneinander ab. Die folgenden Nachweise ordnen die Abschnitte ihren Quellen zu. Q001–Q020 kennzeichnen Zitate ohne bekannte ursprüngliche Versnummer.

  • Kapitel 1 – Offenbarung und Unterweisung (1.1, 1.2ab, 1.9ab, 1.17, 1.18, 1.19, 1.20, 1.42cd, 1.43, 1.44ab, 1.49cd, 1.50, 1.51, 1.53, 1.54, 1.55ab, 1.67cd, 1.68, 1.69, 1.70, 1.71, 1.72ab): Sanderson 2007, S. 261, 321[2].
  • Kapitel 2 – Jenseits der Glückseligkeit (2.47c): Sanderson 2007, S. 365[2].
  • Kapitel 3 – Überlieferung und höchste Wirklichkeit (3.29cd, 3.93cd): Sanderson 2007, S. 278, 322[2].
  • Kapitel 4 – Frauen im tantrischen Verehrungsritus (4.47cd, 4.48, 4.49): Sanderson 2007, S. 282, 283[2].
  • Kapitel 5 – Das göttliche Wissen (5.44ab): Sanderson 2007, S. 330[2].
  • Verehrung und Grenzen des Denkens (1.12, 3.46ab): Wenta 2021, S. 738, 737[7].
  • Das Geheimnis jenseits äußerer Vorgaben (1.59, 1.60ab): Williams 2017, S. 126[3].
  • Freiheit und Klang (1.42, 2.52): Stephenson 2023, S. 11, 10[8].
  • Bewusstsein in Wahrnehmung und Handlung (2.83, 2.84, 2.85, 2.86, 2.87, 2.88, 2.89, 2.90, 2.91, 2.92, 2.93, 2.94, 2.95, 2.96): Stephenson 2023, S. 12[8].
  • Namen und Erscheinungsformen (Q004): Mahārthamañjarīparimala, Druck 1919, S. 88[4].
  • Die fünf Formen (Q005, Q006): Mahārthamañjarīparimala, Druck 1919, S. 97[4].
  • Hervorbringen und Verweilen (Q007, Q008): Mahārthamañjarīparimala, Druck 1919, S. 101[4].
  • Die Ordnung der Verehrung (Q001, Q002, Q003): Wenta 2018, S. 272[9].
  • Die Sechzehnerfolge (Q009, Q010): Tantrālokaviveka, Bände III und VII, Drucke 1921/1924, S. 136[5].
  • Rudrakālī (Q011, Q012, Q013): Tantrālokaviveka, Bände III und VII, Drucke 1921/1924, S. 173[5].
  • Die Macht der Auflösung (Q014, Q015, Q016, Q017, Q018, Q019): Tantrālokaviveka, Bände III und VII, Drucke 1921/1924, S. 190[5].
  • Frei von Bedenken (Q020): Tantrālokaviveka, Bände III und VII, Drucke 1921/1924, S. 107[5].
  • Überlieferter Schluss: Sanderson 2007, S. 264[2].

Siehe auch

Weitere Seiten dieser Ausgabe: Krama Sadbhava 30 Verse für die spirituelle Praxis · Krama Sadbhava Sanskrit Devanagari

Literatur und Textquellen

  • Nepalese-German Manuscript Cataloguing Project: A 209-23 Kālikākulakramasadbhāva, NAK 1/76, Inventarnummer 29277, Katalogisierung 20. Juli 2005. Katalogeintrag. Handschriftenbilder für diese Ausgabe nicht unmittelbar eingesehen.
  • Alexis Sanderson: The Śaiva Exegesis of Kashmir. In: Dominic Goodall und André Padoux (Hrsg.): Mélanges tantriques à la mémoire d’Hélène Brunner / Tantric Studies in Memory of Hélène Brunner. Collection Indologie 106. Institut français de Pondichéry / École française d’Extrême-Orient, Pondicherry 2007, S. 231–442 und Bibliografie S. 551–582. Für die Textgrundlage besonders S. 261–264, 278, 282–283, 320–322, 330, 365 und 436. Autorenfassung.
  • Benjamin Luke Williams: Abhinavagupta’s Portrait of a Guru: Revelation and Religious Authority in Kashmir. Dissertation, Harvard University 2017, besonders S. 126 Anm. 318 sowie S. 147–148. Universitätsrepositorium.
  • Maheśvarānanda: Mahārthamañjarī mit dem Kommentar Parimala. Herausgegeben von T. Gaṇapati Śāstrī. Trivandrum Sanskrit Series 66, Trivandrum 1919. Zitate zu Gāthā 37–40, S. 88, 97, 101 und 108. Digitalisat. Ergänzend MIRI-Fachtranskription M00035, Revision 2006: IAST-Text.
  • Abhinavagupta: Tantrāloka mit Jayarathas Viveka, Band 3, herausgegeben von Madhusūdana Śāstrī. Kashmir Series of Texts and Studies 30, Srinagar 1921. Zitate im Kommentar zu 4.127, 4.157–158 und 4.173, S. 136–137, 172–173 und 190. Digitalisat. Für das Viertelverszitat zu 12.24: Band VII, herausgegeben von Madhusudan Kaul Shastri, KSTS 41, Srinagar 1924, S. 107 (PDF-Seite 332). Digitalisat Band VII; der Katalog nennt irrtümlich Band 3. Titelblatt, Zuschreibung, Zitat und unmittelbarer Kommentarkontext wurden am Druckbild geprüft. Ergänzend MIRI-Fachtranskription M00092, 2006: IAST-Text.
  • Aleksandra Wenta: Between Fear and Heroism: The Tantric Path to Liberation. In: Purushottama Bilimoria und Aleksandra Wenta (Hrsg.): Emotions in Indian Thought-Systems. Routledge India, New Delhi 2015, hier S. 118 und 128 Anm. 6–7. Korrigierte Autorenfassung. Digitale Neuveröffentlichung 2020, DOI: 10.4324/9780367818609-5. Für diese Ausgabe nur als ergänzender Quellenhinweis ausgewertet; die dort neu gefundenen Sanskritzitate sind mangels Seitenbildabgleich nicht aufgenommen.
  • Aleksandra Wenta: From the Sequence of the Sun-Goddess (bhānavīkrama) to Time-Consumption (kālagrāsa): Some Notes on the Development of the Śākta Doctrine of the Twelve Kālīs. Journal of Indian Philosophy 49 (2021), S. 725–757, besonders S. 737 Anm. 50 und S. 738 Anm. 56. DOI: 10.1007/s10781-021-09488-9.
  • Jackson Barkley Stephenson: Ornament of Reality: Language Ideology in a Tantric Śākta Text. Religions 14/4 (2023), Artikel 456, 15 Seiten, hier Anm. 18 (S. 10), 34 (S. 11) und 48 (S. 12). Grundlage seiner Kramasadbhāva-Zitate: e-Text von Mark S. G. Dyczkowski. Vollständige Verlagsfassung, DOI: 10.3390/rel14040456. Die vorliegende Wiedergabe folgt dem nativen Verlags-HTML; die Seitenzahlen beziehen sich auf die Druckfassung.
  • Aleksandra Wenta: Becoming the Dancer: Dissolving the Boundaries between Ritual, Cognition, and Theatrical Performance in Non-dual Śaivism. Cracow Indological Studies 20/1 (2018), S. 259–295, besonders S. 272 Anm. 23. DOI: 10.12797/CIS.20.2018.01.10. Volltext.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Nepalese-German Manuscript Cataloguing Project: A 209-23 Kālikākulakramasadbhāva, NAK 1/76, Inventarnummer 29277, Katalogisierung 20. Juli 2005. Katalogeintrag. Handschriftenbilder für diese Ausgabe nicht unmittelbar eingesehen.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 2,7 Alexis Sanderson: The Śaiva Exegesis of Kashmir. In: Dominic Goodall und André Padoux (Hrsg.): Mélanges tantriques à la mémoire d’Hélène Brunner / Tantric Studies in Memory of Hélène Brunner. Collection Indologie 106. Institut français de Pondichéry / École française d’Extrême-Orient, Pondicherry 2007, S. 231–442 und Bibliografie S. 551–582. Für die Textgrundlage besonders S. 261–264, 278, 282–283, 320–322, 330, 365 und 436. Autorenfassung.
  3. 3,0 3,1 Benjamin Luke Williams: Abhinavagupta’s Portrait of a Guru: Revelation and Religious Authority in Kashmir. Dissertation, Harvard University 2017, besonders S. 126 Anm. 318 sowie S. 147–148. Universitätsrepositorium.
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 Maheśvarānanda: Mahārthamañjarī mit dem Kommentar Parimala. Herausgegeben von T. Gaṇapati Śāstrī. Trivandrum Sanskrit Series 66, Trivandrum 1919. Zitate zu Gāthā 37–40, S. 88, 97, 101 und 108. Digitalisat. Ergänzend MIRI-Fachtranskription M00035, Revision 2006: IAST-Text.
  5. 5,0 5,1 5,2 5,3 5,4 Abhinavagupta: Tantrāloka mit Jayarathas Viveka, Band 3, herausgegeben von Madhusūdana Śāstrī. Kashmir Series of Texts and Studies 30, Srinagar 1921. Zitate im Kommentar zu 4.127, 4.157–158 und 4.173, S. 136–137, 172–173 und 190. Digitalisat. Für das Viertelverszitat zu 12.24: Band VII, herausgegeben von Madhusudan Kaul Shastri, KSTS 41, Srinagar 1924, S. 107 (PDF-Seite 332). Digitalisat Band VII; der Katalog nennt irrtümlich Band 3. Titelblatt, Zuschreibung, Zitat und unmittelbarer Kommentarkontext wurden am Druckbild geprüft. Ergänzend MIRI-Fachtranskription M00092, 2006: IAST-Text.
  6. Aleksandra Wenta: Between Fear and Heroism: The Tantric Path to Liberation. In: Purushottama Bilimoria und Aleksandra Wenta (Hrsg.): Emotions in Indian Thought-Systems. Routledge India, New Delhi 2015, hier S. 118 und 128 Anm. 6–7. Korrigierte Autorenfassung. Digitale Neuveröffentlichung 2020, DOI: 10.4324/9780367818609-5. Für diese Ausgabe nur als ergänzender Quellenhinweis ausgewertet; die dort neu gefundenen Sanskritzitate sind mangels Seitenbildabgleich nicht aufgenommen.
  7. Aleksandra Wenta: From the Sequence of the Sun-Goddess (bhānavīkrama) to Time-Consumption (kālagrāsa): Some Notes on the Development of the Śākta Doctrine of the Twelve Kālīs. Journal of Indian Philosophy 49 (2021), S. 725–757, besonders S. 737 Anm. 50 und S. 738 Anm. 56. DOI: 10.1007/s10781-021-09488-9.
  8. 8,0 8,1 Jackson Barkley Stephenson: Ornament of Reality: Language Ideology in a Tantric Śākta Text. Religions 14/4 (2023), Artikel 456, 15 Seiten, hier Anm. 18 (S. 10), 34 (S. 11) und 48 (S. 12). Grundlage seiner Kramasadbhāva-Zitate: e-Text von Mark S. G. Dyczkowski. Vollständige Verlagsfassung, DOI: 10.3390/rel14040456. Die vorliegende Wiedergabe folgt dem nativen Verlags-HTML; die Seitenzahlen beziehen sich auf die Druckfassung.
  9. Aleksandra Wenta: Becoming the Dancer: Dissolving the Boundaries between Ritual, Cognition, and Theatrical Performance in Non-dual Śaivism. Cracow Indological Studies 20/1 (2018), S. 259–295, besonders S. 272 Anm. 23. DOI: 10.12797/CIS.20.2018.01.10. Volltext.

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