Kollam

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Topografische Karte Indiens. Copyright

Kollam (Malayalam: കൊല്ലം Kollam) ist eine Hafenstadt im indischen Bundesstaat Kerala an der südlichen Westküste Indiens, die auch Malabarküste genannt wird. Der früher übliche, anglisierte Name Quilon geht auf Coulão, die portugiesische Namensform, zurück. Die Stadt zählte im Jahre 2011 ca. 350 000 Einwohner. Nördlich von Kollam erstreckt sich der Ashtamudi-See (engl.: Ashtamudi Lake), der als südliches Tor zu den Backwaters gilt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Stadt Kollam wurde im Jahre 825 durch den Chera-König Rajasekhara Varman formell neu gegründet und zur Hauptsadt der Provinz Venad gemacht, des späteren Königreichs Quilon. Hiermit begann die sogenannte Malayalam-Zeitrechnung (Kolla Varsham "Kolla-Jahr"). Zu dieser Zeit war Kollam bereits ein Zentrum des Gewürzhandels mit China. Die Ursprünge der Stadt reichen jedoch bis ins klassische Altertum zurück, als sich an dieser Stelle eine Desinganadu genannte Hafensiedlung mit Handelskontakten nach Phönizien und ins Römische Reich befand.

Im Jahre 52/53 soll hier der Apostel Thomas, einer der 12 Jünger Jesu, gelandet sein und seine Missionstätigkeit in Indien begonnen haben. Er gründete entlang der Malabarküste sieben christliche Gemeinden, darunter eine in Kollam. Er fand der Überlieferung nach im Jahre 72 in Mylapore, in der Nähe des heutigen Chennai, einen gewaltsamen Tod und wird daher als Märtyrer verehrt.

Kollam entwickelte sich über die Jahrhunderte zu einem Zentrum des Christentums in Südindien. Im Jahre 1329 rief Papst Johannes XXII. die Diözese Quilon als erstes katholisches Bistum auf indischem Boden ins Leben.

Mit dem beginnenden 16. Jahrhundert begann für Kollam eine wechselvolle Geschichte einander ablösender Kolonialmächte. Im Jahre 1502 errichteten die Portugiesen hier eine Handelsniederlassung, die zum Zentrum des Pfefferhandels wurde. Die Befestigungsanlage St. Thomas Fort (port.: Forte de São Tomé) wurde 1517/18 erbaut, in späterer Zeit aber von den Holländern wieder zerstört. Die Niederländische Ostindien-Kompanie übernahm 1661 die Macht in der Stadt. Im 18. Jahrhundert eroberte das Königreich Travancore Kollam zurück, und von 1795 bis 1947 war die Stadt ein Teil Britisch-Indiens.

Siehe auch