Ishvaratattva

Aus Yogawiki
ishvaratattva

ishvaratattva: (Sanskrit: īshvaratattva n.) = das Wesen, die eigentliche Natur des Herrn

Der Ausdruck „ishvaratattva“ setzt sich aus zwei Sanskrit-Wörtern zusammen: „ishvara“ und „tattva“.

  • Ishvara“ wird in indischen religiösen und philosophischen Traditionen meist als „Herr“, „Gott“, „göttliche Instanz“ oder „höhere persönliche Wirklichkeit“ verstanden; je nach Schule kann damit ein persönlicher Schöpfer- und Lenkergott, eine überpersönliche kosmische Ordnung oder die höchste Bewusstseinswirklichkeit gemeint sein.
  • Tattva“ bedeutet „Prinzip“, „Wesenheit“ oder „Grundwirklichkeit“ und bezeichnet die grundlegende Natur oder das ontologische Prinzip eines Phänomens. Zusammengesetzt bezeichnet „ishvaratattva“ also das „Prinzip des Ishvara“ bzw. die Wesensart oder Gestalt des Göttlichen.

In der Philosophie bezieht sich ishvaratattva auf die Analyse dessen, was unter Ishvara zu verstehen ist: seine Eigenschaften, Funktion und Stellung im kosmischen und spirituellen Gefüge. In dualistischen Systemen wird Ishvara oft als persönlicher Gott beschrieben, der die Welt erschafft, erhält und ordnet; in nicht-dualistischen Systemen (Advaita Vedanta) kann Ishvara als ein Aspekt der höchsten Wirklichkeit betrachtet werden, durch den die transzendente Einheit in der Erscheinung wirkt. Diskussionen über ishvaratattva klären, ob Ishvara allwissend, allgegenwärtig und allgütig ist, wie Ishvara mit Karma und Befreiung zusammenhängt und welche Rolle göttliche Gnade oder persönliches Streben im spirituellen Weg spielen.

ishvaratattva bezeichnet also das Prinzip oder die Wesensnatur des Göttlichen (Ishvara) — also die philosophische und theologische Bestimmung dessen, was „Gott“ oder die höchste lenkende Wirklichkeit ist, welche Eigenschaften diesem Prinzip zugeschrieben werden und welche Rolle es in Kosmos, Erkenntnis und spiritueller Praxis spielt.

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