Hiranyashva Dana

Aus Yogawiki

Hiranyashva Dana – ein goldenes Pferd als Gabe für Klarheit und einen guten Lebensweg schenken: Das Hiranyashva Dana verehrt das Pferd als göttlichen Träger von Erkenntnis und Sonnenkraft. Ein einzelnes goldenes Pferdebild empfängt weiße Blumen und Kichererbsen und wird mit einem Gebet um Hilfe auf dem Lebensweg verschenkt. Die Anrufung erinnert an das Wiederbringen des Veda und an die sieben Pferde der Sonne in Gestalt der Versmaße. Das Hiranyashva Dana des Bhavishya Purana schließt mit einer einfachen Mahlzeit und dem Hören eines Purana-Textes ab.

Vorbereitung

Wähle einen günstigen Festtag oder einen Zeitpunkt, an dem du einen geeigneten brahmanischen Empfänger gefunden hast. Die Quelle nennt keinen bestimmten Monat und keine Uhrzeit. Die stiftende Person vollzieht die Feier selbst an einem sauberen häuslichen oder religiösen Verehrungsplatz; eine eigene Feuerzeremonie wird nicht gefordert. Die Gabe ist eine eigenständige puranische Feier mit einem einzelnen Pferdebild. Das Ashva Vrata verbindet dagegen ein Fastengelübde mit einem goldenen Wagenmodell und zwei Pferden.

Lass ein goldenes Pferd mit Zaumzeug, erhobenem Schulterbereich, kräftigen Knien und Schwanz anfertigen. Die Quelle nennt Gold von drei bis hundert Pala nach den Möglichkeiten. Die Figur wird auf einer kleinen Plattform aufgestellt. Als historische Unterlage dienen schwarzes Antilopenfell und Sesam; ein dunkles Tuch mit Sesam ist die ausdrücklich heutige tierfreie Ausführung. Bereite ein Seidentuch beziehungsweise als heutige Anpassung einen feinen Pflanzenstoff, Kumkum, weiße Blumen und Kichererbsen vor.

Plane für den Abschluss eine Mahlzeit ohne Öl und ohne alkalische Zusätze; in traditioneller Auslegung wird Kshara auch auf salzige Würzung bezogen. Eine ungesalzene, ölfreie vegetarische Mahlzeit erfüllt diese schlichte Form. Wähle außerdem einen überschaubaren Abschnitt aus einem Purana zum anschließenden Vorlesen. Ein bestimmtes Werk oder Kapitel wird nicht vorgeschrieben.

Durchführung

1. Das Pferdebild aufstellen
Bereite die Plattform mit Unterlage und Sesam vor. Stelle das goldene Pferdebild in die Mitte. Umhülle beziehungsweise schmücke es mit dem vorbereiteten Tuch und etwas Kumkum.

2. Blumen und Speise darbringen
Verehre die Gestalt mit weißen Blumen. Stelle die Kichererbsen als Speisegabe (Naivedya) dazu. Die Quelle legt keine bestimmte Zubereitung fest; wähle eine zur späteren Verwendung geeignete Form.

3. Mit Blumen in den Händen beten
Nimm zum vereinbarten Festzeitpunkt Blumen in die gefalteten Hände und sprich die vollständige Anrufung:

namaste sarvadeveśa vedāharaṇalaṃpaṭa |
vājirūpeṇa māmasmātpāhi saṃsārasāgarāt ||
tvameva saptadhā bhūtvā chaṃdorūpeṇa bhāskaram |
yasmāddhārayase lokānataḥ pāhi sanātana ||

Übersetzung: Verehrung dir, Herr aller Götter, der du dich dem Wiederbringen des Veda widmest. Beschütze mich in Pferdegestalt vor diesem Meer des Samsara. Du wirst siebenfach und trägst als Gestalt der Versmaße die Sonne; weil du so die Welten trägst, beschütze mich, Ewiger.

Die siebenfachen Versmaße werden als tragende Kraft der Sonne betrachtet. Die Bitte um Bewahrung richtet den eigenen Weg auf Erkenntnis und Ordnung aus.

4. Die Figur übergeben
Überreiche dem eingeladenen Brahmanen das geschmückte goldene Pferd mitsamt seinen Beigaben. Die Gabe soll vollständig in seine Verfügung übergehen.

5. Mit Ehrerbietung verabschieden
Vollziehe die im Text genannte Umrundung, verneige dich und verabschiede den Empfänger. Für die Umrundung nennt das Kapitel keine Wiederholungszahl.

6. Einfach essen und einer Erzählung zuhören
Nimm an diesem Tag die vorbereitete Mahlzeit ohne Öl und alkalische beziehungsweise salzige Zusätze ein. Lass nach der Mahlzeit den ausgewählten Purana-Abschnitt vorlesen und höre gesammelt zu. Dieses Hören heiliger Überlieferung gehört ausdrücklich zum Abschluss des Rituals; die Länge der Lesung wird nicht festgelegt.

Rezitation in Devanagari

नमस्ते सर्वदेवेश वेदाहरणलंपट ।
वाजिरूपेण मामस्मात्पाहि संसारसागरात् ॥
त्वमेव सप्तधा भूत्वा छंदोरूपेण भास्करम् ।
यस्माद्धारयसे लोकानतः पाहि सनातन ॥

Bedeutung und Abschluss

Das Pferd steht hier für eine Kraft, die trägt und voranführt. Die nachfolgende Lesung lässt die Bitte um Erkenntnis praktisch werden: Auf das äußere Schenken folgt aufmerksames Empfangen. Als persönliche Besinnung kann die Frage dienen, welche Einsicht aus dem gehörten Text den nächsten eigenen Schritt klärt.

Quellen und weiterführende Praxis

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