Advaitavedanta

Aus Yogawiki
Der Begründer des Advaitavedanta

Advaitavedanta: (Sanskrit: अद्वैतवेदान्त advaitavedānta m.) = Name eines Vedanta-Systems von Shankara

Advaitavedanta ist einer der tiefgründigsten und einflussreichsten philosophischen Begriffe des Hinduismus. Das Wort setzt sich aus drei Teilen zusammen: “Advaita” bedeutet “Nicht-Zweiheit” oder “Nicht-Dualität”, “Veda” bezieht sich auf das Wissen oder die heiligen Schriften, und “Anta” heißt “Ende” oder “Essenz”. Zusammengenommen meint Advaitavedanta also die Essenz der vedischen Lehre, die auf der Erkenntnis der Nicht-Dualität beruht. Es ist eine der Hauptschulen der vedantischen Philosophie, die vor allem durch den großen Weisen Shankara (Adi Shankaracharya) im 8. Jahrhundert systematisiert wurde. In dieser Tradition steht auch Yoga Vidya.

Im Kern lehrt der Advaitavedanta, dass es nur eine einzige, ungeteilte Wirklichkeit gibt: Brahman, das absolute, unveränderliche, reine Bewusstsein. Alles, was du als getrennte Dinge wahrnimmst – deinen Körper, deine Gedanken, andere Menschen, die Welt um dich herum –, ist letztlich nur eine Erscheinung, eine Täuschung, die im Sanskrit “Maya” genannt wird. Dein wahres Selbst, Atman, ist nichts anderes als dieses Brahman selbst. Die vermeintliche Trennung zwischen dir und dem Göttlichen, zwischen Subjekt und Objekt, zwischen Ich und Welt, ist eine Illusion. Sobald du diese Wahrheit nicht nur intellektuell verstehst, sondern in tiefer Meditation unmittelbar erfährst, bist du frei – du erkennst, dass du schon immer das warst, wonach du gesucht hast.

Diese Lehre ist radikal befreiend, denn sie nimmt dir die Angst vor Verlust, Tod oder Einsamkeit. Wenn alles eins ist, gibt es niemanden, der etwas verlieren könnte, und nichts, das wirklich getrennt von dir existiert. Im Hinduismus wird Advaitavedanta oft als der Königsweg der Erkenntnis (Jnana Yoga) bezeichnet. In der Yogapraxis begegnest du dieser Philosophie zum Beispiel in der Meditation, wenn du lernst, hinter die Gedanken und Gefühle zu schauen und das reine Gewahrsein zu erforschen, das all dem zugrunde liegt.

Ein passendes Beispiel aus der Yogapraxis: Stell dir vor, du sitzt in der Stille deiner Meditation. Dein Atem wird ruhig, Gedanken kommen und gehen wie Wolken am Himmel. Plötzlich durchschaust du, dass du nicht die Wolken bist, sondern der unendliche, klare Himmel selbst. In diesem Augenblick löst sich das Gefühl der Getrenntheit auf. Du spürst: Das Licht in mir und das Licht in allem, was ist, sind ein und dasselbe. Ein altes Advaita-Zitat, das diesen Zustand beschreibt, lautet: “Tat tvam asi” – “Das bist du.” In deiner Praxis könntest du dir immer wieder leise sagen: “Nicht ich atme, sondern das Eine atmet mich. Nicht ich bin der Suchende, sondern das Eine erkennt sich selbst in mir.”

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