Kamsa

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Kamsa (Sanskrit: कंस Kaṃsa m.) war ein tyrannischer Dämon und König von Mathura. Er heiratete die zwei Töchter von Jarasandha, dem König von Magadha. Er entthronte seinen Vater.

Krishna tötet Kamsa

Es wurde vorhergesagt, dass Devaki einen Sohn gebären und dass dieser Sohn Kamsa töten würde; also trachtete Kamsa danach, alle Kinder Devakis zu töten. Balarama, ihr siebter Sohn, wurde nach Gokula geschmuggelt; er wurde von Rohini aufgezogen. Als Krishna, der achte Sohn, geboren wurde, flohen seine Eltern mit ihm. Der Tyrann gab daher den Befehl, alle starken männlichen Kinder in einem Gemetzel umzubringen. Kamsa war ein großer Verfolger Krishnas, wurde aber schließlich selbst von Krishna getötet. Kamsa wird auch Kalankura, "Kranich" genannt. Er wird allgemein als ein Asura betrachtet und manchmal auch mit dem Asura Kalanemi identifiziert.

Sukadev über Kamsa

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Kamsa

Kamsa – der Name eines Dämonen, Kamsa – der Bruder der Devaki, letztlich Krishnas Onkel. Kamsa war ein Dämon. Ein Dämon ist in der indischen Mythologie jemand, der außergewöhnliche Fähigkeiten und Kräfte hat, diese aber für schlechte Zwecke einsetzt. Kamsa war der Sohn eines Königs und anstatt zu warten, bis der König selbst, sein Vater, alt genug war, hat Kamsa seinen eigenen Vater ins Gefängnis geworfen. Anschließend errichtete er eine Tyrannei.

Krishna und Balarama treffen ihre Eltern, Gemälde von Raja Ravi Varma

Eines seiner Geschwister war Devaki. Devaki war tugendhaft, Devaki war voller Gottesliebe. Und Devaki war verliebt in einen Mann namens Vasudeva. Und Devaki und Vasudeva wollten heiraten. Bei der Hochzeitszeremonie, bzw. bei der Wagenfahrt nach der Hochzeitszeremonie, gab es plötzlich eine Engelserscheinung und die sagte: „Oh Kamsa, das zehnte Kind von Devaki wird dich töten oder wird deiner Herrschaft ein Ende setzen.“ Dieses Wort hatte eine Doppelbedeutung. Es konnte heißen, „wird dich töten“ oder „wird deiner Herrschaft ein Ende setzen“. Kamsa, auf diese Prophezeiung hin, nahm einfach ein Schwert und wollte seine Schwester köpfen. Vasudeva, der frisch getraute Bräutigam, fiel dem Kamsa in den Arm und sagte: „Das kannst du doch nicht machen. Bitte, schone sie. Wir werden dir jedes Kind geben und du kannst die Kinder töten, aber bitte, lasse meine Frau, deine eigene Schwester leben.“

Und Kamsa ließ sich überzeugen und von da an wurde Devaki jedes Jahr schwanger und jedes Jahr kam Kamsa persönlich und tötete das Kind. Beim zehnten Kind wollte er jetzt ganz sicher sein. Er steckte Devaki und Vasudeva ins Gefängnis, er setzte seine vertrauenswürdigsten Wächter ein und – man kann sagen - vom innersten Käfig hatte nur Kamsa selbst das Schloss. Nichtsdestotrotz geschah es, dass Krishna geboren wurde. Und bei der Geburt von Krishna, also bei Krishna Jayanti, Janmashtami, fielen alle Wächter in den Schlaf.

Krishna wurde um Mitternacht geboren. Auf mysteriöse Weise öffneten sich alle Tore und so konnte Krishna gerettet werden. Das ist eine lange Geschichte, die ich vielleicht ein anderes Mal erzählen werde. Jedenfalls war vor der Geburt von Krishna Vishnu dem Vasudeva und der Devaki erschienen und er hat Vasudev gesagt: „So wie ich geboren werde, musst du mich nehmen und aus dem Gefängnis herausbringen und zu einem Hirtenstamm bringen, dort werden sie mich annehmen."

So wuchs Krishna als Ziehsohn von Nanda und Yasoda auf. Und als Krishna erwachsen wurde, verließ er den Hirtenstamm und ging zurück zum Königreich und insbesondere zur Hauptstadt. Dort traf er Kamsa und er sagte: „Kamsa, bitte tritt zurück und gib wieder deinem Vater das Königreich. Und erkenne deine Fehler, büße für deine Fehler und bitte um Vergebung.“ Kamsa wollte das nicht einsehen und versuchte, Krishna zu töten. So blieb Krishna nichts anderes übrig, als Kamsa zu töten, um Dharma, die rechtmäßige Ordnung, wieder herzustellen.

So geschah es, dass die Prophezeiung umgesetzt wurde. Kamsa ist also der Name eines Dämons, der Name von Krishnas Onkel. Kamsa steht auch dafür, wenn man ein tyrannisches Regime einrichtet, mag das kurzfristig hilfreich sein, langfristig kommt man ins Verderben, langfristig wird Unrecht einen nicht glücklich machen. Nichts, was man unrechtmäßig erworben hat, wird langfristig da sein. Sei also kein Kamsa, sei kein Dämon, sondern es gilt, nach Dharma, nach Rechtschaffenheit zu streben und nach Yama und Niyama zu leben, nach der Ethik zu leben. Dann wird sich Gott manifestieren, um einem zu helfen und einen zum Höchsten zu führen. Sei also nicht wie Kamsa. Kamsa – ein Dämon.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

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