Karmashaya

Aus Yogawiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Karmashaya (Sanskrit: कर्माशय karmāśaya m.) wörtl.: "Behälter (Ashaya) des Karma", Aufbewahrungsort des Karmas; die Ansammlung von (guten und schlechten) Werken (Karma), Anlage zu Handlungen; anderer Name für Sanchita Karma.

Karmashraya Karmashaya कर्माश्रय, कर्माशय karmāśraya, karmāśaya Aussprache

Hier kannst du hören, wie das Sanskritwort Karmashraya Karmashaya, कर्माश्रय, कर्माशय, karmāśraya, karmāśaya ausgesprochen wird:

Sukadev über Karmashaya

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Karmashaya

Karmashaya, auch genannt Karmashraya, das sind zwei Ausdrücke, für die gleiche Sache. Also, Karmashraya oder Karmashaya sind auch ein anderer Name für Sanchita Karma. Sanchita Karma – der Speicher des Karmas. Das bezieht sich auf drei Phasen des Karmas. Du erzeugst jetzt neues Karma, das ist Agami Karma. Dann wird das Ganze aufgespeichert im Karmashraya, oder man kann auch sagen, das ist das Sanchita Karma. Und dann erntest du das Karma, Prarabdha Karma. Wenn du beispielsweise irgendwo bei etwas nachlässig bist, schaffst du dir dadurch neues Karma. Du denkst zwar, „das ist ganz ok“ und du merkst erstmal eine Weile nichts - das Ganze ist aber latent im Karmashraya.

Und dann irgendwann kommt es als Prarabdha zurück, und dann musst du es vielleicht nochmals durchleben, und du musst es intensiver machen oder was auch immer. Wenn wir das jetzt umgekehrt betrachten und du irgendeine Krankheit hast, dann ist das Prarabdha Karma. Dann lebst du vielleicht besonders gesund, fastest ein paar Tage lang, praktizierst intensiv Asanas und Pranayama. Damit schaffst du ein neues Agami Karma. Und dieses Agami Karma braucht eine Weile, bis es Früchte trägt, und dann irgendwann hast du als Prarabdha Karma Gesundheit.

In diesem Sinne heißt, das Konzept von Karmashraya, Behältnis des Karmas und Sanchita Karma: habe etwas Geduld. Zum einen, sei dir bewusst, deine Handlungen haben Auswirkungen. Und je nachdem, welche Handlungen es sind, welche Motivation dahinter ist, kann die Auswirkung in die eine oder in die andere Richtung gehen.

Karmashraya, also ist der Zeitraum, den es gebraucht - zwischen dem, was du jetzt tust - bis du die Früchte erntest. Das heißt auch, dass du nicht der Rächer der Gerechtigkeit sein musst, wenn jeman nicht so positiv ist, du musst dich nicht darum kümmern – wenn du kannst, dann tue natürlich das, was nötig ist – aber Karma wird schon für das Richtige sorgen. In diesem Sinne, sei geduldig, wenn du Gutes tust. In diesem Sinne, sei geduldig, wenn andere Gutes oder nicht so Gutes tun. Die Handlungen werden ihre Früchte tragen. Karmashraya ist also das Behältnis des Karmas, der Ort, an dem das Karma aufbewahrt wird.

Siehe auch

Literatur

Seminare

22.11.2019 - 24.11.2019 - Sanskrit
Du lernst die Grundprinzipien für die korrekte Aussprache von Mantras und von häufigen Yoga Fachbegriffen, den Aufbau des Sanskrit-Alphabets und die Schriftzeichen (Devanagari). So ist dieses Woc…
Shankara Girgsdies,
24.11.2019 - 29.11.2019 - Themenwoche: Lieblingslieder aus der Shankaracharya Tradition
Singe, rezitiere, ergründe gemeinsam mit Catharina vedantische Evergreens der Mönche, zu denen Svami Sivananda gehörte, wie z.B. Pratahsmaranastotra, Trotakashtaka, Nirvanashatka, Dakshinamurtis…
Prof. Dr. Catharina Kiehnle,