Ashoka Purnima Vrata

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Ashoka Purnima Vrata – mit der Erdgöttin und Vishnu neuen Halt in Zeiten des Kummers finden ist ein einjähriges Gelübde für Menschen, die Kummer tragen und sich nach innerer Festigkeit sehnen. An zwölf Vollmondtagen wird die Erde als tragende Mutter zusammen mit Vishnu verehrt. Blätter und Blumen auf einem kleinen Erdaltar, ein Gebet um ein ruhiges Herz und eine Wassergabe an den Mond verbinden persönliche Einkehr mit dem Rhythmus der Natur. Diese Fassung folgt dem Bhavishya Purana, Uttaraparvan, Kapitel 105.

Der überlieferte Hintergrund ist die Rettung der Erde durch Varaha, Vishnus Ebergestalt: Wie die Erde aus der Tiefe emporgehoben wird, bittet der Mensch darum, in seiner Bedrängnis wieder Boden unter den Füßen zu finden. Das Gelübde beginnt am Vollmond des Monats Phalguna. Es kann am häuslichen Altar begangen werden; der Quelltext schreibt keinen besonderen Tempel und keine bestimmte Tagesuhrzeit vor. Die Mondgabe erfolgt am Abend. Für die größeren Gaben und die Bewirtung am Ende der Jahresabschnitte werden Gäste im Voraus eingeladen.

Vorbereitung und Jahresrhythmus

Bereite eine Schale mit sauberer Erde als kleinen Erdaltar, ein Bild Vishnus oder Varahas, Blätter, Blüten, Wasser mit Gießgefäß und Auffangschale sowie ein Tuch bereit. Für die Verehrung kann die Erde durch ein Bild der Göttin zusätzlich sichtbar gemacht werden. Die Schale ist eine praktische häusliche Ausführung des überlieferten Erdplatzes, keine im Purana vorgeschriebene Gefäßform.

Das Jahr hat drei Abschnitte zu jeweils vier Vollmondtagen:

  • Phalguna, Chaitra, Vaishakha und Jyeshtha: Verehrung der Erde unter dem Namen Dharani.
  • Ashadha, Shravana, Bhadrapada und Ashvina: Verehrung unter dem Namen Medini.
  • Karttika, Margashirsha, Pausha und Magha: Verehrung unter dem Namen Vasundhara.

Der Quelltext erlaubt entweder Fasten oder eine ölfreie Abendmahlzeit. Hier wird die ausdrücklich erlaubte Abendmahlzeit als Hauptfassung verwendet. Das überlieferte Essen einer kleinen Menge Erde wird in dieser heutigen Praxisfassung ausgelassen; Erde wird nur äußerlich und als Altarmaterial verwendet. Für den Körper ausschließlich hautgeeignete, saubere Heilerde verwenden, keinen Gartenboden. Ein gewöhnliches Bad ohne Erde ist eine weitere heutige Anpassung.

Durchführung

1. Den Vollmondtag bewusst beginnen
Wasche oder bade dich. Die Überlieferung nennt ein Bad mit erdhaltigem Wasser und das Auflegen von Erde auf den Kopf. Wer die äußerliche Erdhandlung verwendet, wäscht sie anschließend mit sauberem Wasser ab. Richte den Erdaltar her und stelle das Bild Vishnus daneben. Nimm dir vor, dem Kummer mit Geduld zu begegnen und die tragenden Beziehungen deines Lebens zu pflegen. Diese persönliche Besinnung ergänzt den überlieferten Ablauf; sie ist kein vorgeschriebener Sankalpa-Text.

2. Erde und ihren göttlichen Träger ehren
Bringe Blüten und Blätter dar. Wende dich Vishnu als Bhudhara, dem Träger der Erde, und der Göttin Erde zu. Nenne dabei ihre Namen; im jeweiligen Viermonatsabschnitt wird der oben genannte Erdname verwendet. Das Kapitel verlangt keine zusätzliche ausformulierte Folge von Gastgabenmantras. Ehre die Erde auch als Ashoka, die vom Kummer Freie.

3. Um Halt und innere Ruhe bitten
Sprich die drei Gebetsverse zur Erde:

yathā viśokāṃ dharaṇe kṛtavāṃstvāṃ janārdanaḥ |
tathā māṃ sarvaśokebhyo mocayāśeṣadhāriṇi ||

Übersetzung: Wie Janardana dich, o Erde, frei von Kummer gemacht hat, so befreie mich von allem Kummer, du Trägerin von allem.

yathā samastabhūtānāmādhārattvaṃ vyavasthitā |
tathā viśokaṃ kuru māṃ sakalecchāvibhūtibhiḥ ||

Übersetzung: Wie du als Grundlage aller Wesen bestehst, so mache mich frei von Kummer und schenke die Fülle dessen, wonach das Herz verlangt.

dhyānamātre yathā viṣṇoḥ svāsthyaṃ jānāsi medini |
tathā manaḥ svasthatāṃ me kuru tvaṃ bhūtadhāriṇi ||

Übersetzung: Wie du, Medini, schon durch die Betrachtung Vishnus Wohlergehen erfährst, so schenke meinem Geist Ruhe, du Trägerin der Wesen.

4. Die Mondgabe darbringen
Am Abend bringst du Chandra eine Wassergabe dar: Halte das Wasser dem Mond zugewandt und gieße es in eine Schale oder an einen sauberen geeigneten Ort. Für diese Handlung nennt das Kapitel keine besondere Rezitationsformel. Nimm danach die einfache, ölfreie Abendmahlzeit ein.

5. Jeden Viermonatsabschnitt gemeinsam vollenden
Am vierten, achten und zwölften Vollmond wird die Verehrung besonders festlich gestaltet. Der Text nennt eine nächtliche Wache, Gaben und die ehrerbietige Bewirtung von Brahmanenpaaren. Verehre Vishnu und die Erde mit Blüten und einem Tuch. Wenn ein Gewand nicht möglich ist, erlaubt die Quelle einen Faden; anstelle von Ghee werden Milch und ausdrücklich auch Wasser zugelassen. Für die hier gewählte schlichte Fassung genügt daher Wasser. Lade die Gäste ein, ehre sie und überreiche die vorbereiteten Gaben. Eine feste Zahl der Paare wird nicht genannt.

6. Den Jahresabschluss tatsächlich erfüllen
Am Ende des zwölften Monats werden eine Kuh mit Kalb und eine mit Gewand und Schmuck geehrte Darstellung der Erdgöttin einem Brahmanen übergeben. Ein Tier darf nur in eine abgesprochene, dauerhaft gute Versorgung gelangen. Wo eine wirkliche Tierübergabe nicht möglich ist, kann die heutige Praxis deren Versorgung unterstützen; diese Spende ist eine Anpassung, nicht die im Quelltext wörtlich genannte Gabe. Die Göttinnendarstellung und die übrigen Geschenke werden den Empfängern wirklich überlassen.

Räume danach den Platz. Saubere pflanzliche Gaben können kompostiert werden; Erde bleibt im Gefäß oder wird an einen geeigneten Ort zurückgebracht. Diese Hinweise zur Nachbereitung sind praktische Ergänzungen.

Gebet in Devanagari

यथा विशोकां धरणे कृतवांस्त्वां जनार्दनः ।
तथा मां सर्वशोकेभ्यो मोचयाशेषधारिणि ॥
यथा समस्तभूतानामाधारत्त्वं व्यवस्थिता ।
तथा विशोकं कुरु मां सकलेच्छाविभूतिभिः ॥
ध्यानमात्रे यथा विष्णोः स्वास्थ्यं जानासि मेदिनि ।
तथा मनः स्वस्थतां मे कुरु त्वं भूतधारिणि ॥

Den empfangenen Halt weitergeben

Eine Anregung im Geist des Bhakti Yoga: Verbinde jeden Vollmond mit einer kleinen, verlässlichen Hilfe für einen Menschen, der selbst Kummer trägt. Vielleicht genügt ein Besuch oder eine gemeinsam geteilte Mahlzeit. So wird die Bitte an die tragende Erde zur Bereitschaft, selbst mitzutragen. Eine kurze Meditation kann den Abend beschließen; sie ist eine freiwillige Ergänzung.

Quellen und verwandte Praxis