Rasakalyanini Vrata – Jahresgelübde für Lebensfreude und glückliches Gedeihen
Rasakalyanini Vrata – Jahresgelübde für Lebensfreude und glückliches Gedeihen: Rasakalyanini Vrata verbindet die Bitte um Lebensfreude und glückliches Gedeihen mit einem ungewöhnlichen Jahresrhythmus: Jeden Monat wird eine andere Zutat zurückgestellt und anschließend verschenkt. Im Mittelpunkt steht Gauri, deren rechte und linke Körperseite in zwei unterschiedlichen Namensfolgen verehrt werden. Das Matsya Purana öffnet dieses Gelübde ausdrücklich Männern, verheirateten Frauen, unverheirateten Frauen und Witwen. Es führt von der eigenen Übung des Maßhaltens zur liebevollen Bewirtung anderer.
Anlass und Vorbereitung
Beginne an Shukla Tritiya im Magha und wiederhole die Feier an den folgenden hellen Tritiyas. Mit der erneuten Magha-Tritiya wird das Jahr abgeschlossen. Die häusliche Feier wird selbst ausgeführt; ein Brahmanen-Ehepaar empfängt Gastmahl und Gaben. Eine bestimmte Priesterfunktion wird für die gelübdehaltende Person nicht verlangt.
Bereite ein waschbares Gauri-Bild, Wasser, Sesam, Milch (bzw. Pflanzenmilch), Honig, Zuckerrohrsaft, Duft, Kumkum, Blüten, einen Wasserkrug, zwei Paare weißer Tücher und einen goldenen Lotus vor. Zum Bewirten eignen sich vegetarische süße Speisen. Pflanzenmilch und pflanzlicher Sirup anstelle von Milch beziehungsweise Honig sind moderne Anpassungen. Die Quelle erlaubt bei fehlender Kraft zum Vollfasten ausdrücklich Nakta, eine einzige abendliche Mahlzeit; diese Form wird hier gewählt. Für das Jahresende sind eine daumengroße goldene Gauri-Gestalt mit vier Armen, Mondsichel, Gebetskette und Wassergefäß, fünf Edelsteine, weiße Tücher und ein mit Zucker gefüllter Krug vorgesehen.
Durchführung
1. Den ersten Morgen vorbereiten
Bade mit Wasser, dem etwas Milch (bzw. Pflanzenmilch) und Sesam beigegeben sind. Reinige den Altar. Bade die Gauri-Gestalt nacheinander mit wenig Honig beziehungsweise Sirup, Zuckerrohrsaft und duftendem Wasser. Tupfe sie trocken und bringe Kumkum dar. Bei einem nicht waschbaren Bild stelle die kleinen Schalen symbolisch davor; das ist eine praktische Anpassung.
2. Die rechte Seite verehren
Wende dich zunächst der rechten Seite der Göttin zu; rechts und links werden vom Bild aus gesehen. Lege bei jeder Anrufung eine Blüte vor das Bild und richte den Blick auf die entsprechende Stelle.
| Körperstelle | Anrufung | Bedeutung |
|---|---|---|
| Füße und Knöchel | lalitāyai namaḥ |
Verehrung der Anmutigen. |
| Unterschenkel und Knie | śāntyai namaḥ |
Verehrung dem Frieden. |
| Oberschenkel | śriyai namaḥ |
Verehrung der glückverheißenden Fülle. |
| Hüfte | madālasāyai namaḥ |
Verehrung der wonnevoll Ruhenden. |
| Bauch | amalāyai namaḥ |
Verehrung der Makellosen. |
| Brust | madanavāsinyai namaḥ |
Verehrung der in Liebe Wohnenden. |
| Hals | kumudāyai namaḥ |
Verehrung Kumuda. |
| Arme und Unterarme | mādhavyai namaḥ |
Verehrung Madhavi. |
| Gesicht und Lächeln | kamalāyai namaḥ |
Verehrung der Lotusgleichen. |
| Brauen und Stirn | rudrāṇyai namaḥ |
Verehrung Rudrani. |
| Haar | śaṅkarāyai namaḥ |
Verehrung der Wohltuenden. |
| Krone | viśvavāsinyai namaḥ |
Verehrung der in der Welt Wohnenden. |
| Kopf | kāntyai namaḥ |
Verehrung der strahlenden Schönheit. |
3. Die linke Seite verehren
Folge nun der zweiten, eigenständigen Reihe. Beachte, dass einige Körperstellen wiederholt erscheinen; die beiden Reihen werden nicht zu einer einzigen verkürzt.
| Körperstelle | Anrufung | Bedeutung |
|---|---|---|
| Stirn | madanāyai namaḥ |
Verehrung der Liebe. |
| Brauen | mohanāyai namaḥ |
Verehrung der Bezaubernden. |
| Augen | candrārdhadhāriṇyai namaḥ |
Verehrung der Mondsichelträgerin. |
| Gesicht | tuṣṭyai namaḥ |
Verehrung der Zufriedenheit. |
| Hals | utkaṇṭhinyai namaḥ |
Verehrung der Sehnsuchtsvollen. |
| Brust | amṛtāyai namaḥ |
Verehrung der Unsterblichen. |
| linke Bauchseite | rambhāyai namaḥ |
Verehrung Rambha. |
| Hüfte | viśokāyai namaḥ |
Verehrung der Leidfreien. |
| Herz | manmathādhiṣṇyai namaḥ |
Verehrung der Stätte des Liebesgottes. |
| Bauch | pāṭalāyai namaḥ |
Verehrung der Rosenfarbenen. |
| Hüfte | suratavāsinyai namaḥ |
Verehrung der in Liebesfreude Wohnenden. |
| Oberschenkel | campakapriyāyai namaḥ |
Verehrung der Liebhaberin der Champaka-Blüte. |
| Knie und Unterschenkel | gauryai namaḥ |
Verehrung Gauri. |
| Knöchel | gāyatryai namaḥ |
Verehrung Gayatri. |
| Füße | dharādharāyai namaḥ |
Verehrung der Erdträgerin. |
| Kopf | viśvakāyai namaḥ |
Verehrung der, deren Körper die Welt ist. |
Verneige dich zuletzt mit:
bhavānyai namaḥ | kāminyai namaḥ | kāmadevyai namaḥ | jagatpriyāyai namaḥ |
„Verehrung Bhavani, der Liebenden, der Liebesgöttin und der von der Welt Geliebten.“
4. Das Gastpaar bewirten
Empfange das eingeladene Ehepaar freundlich, reiche Wasser und ein süßes vegetarisches Mahl. Übergib den gefüllten Wasserkrug mit weißen Tüchern und dem goldenen Lotus. Ehre beide mit Duft und Blüten. Sprich das zum Monat gehörende kurze Gebet aus der Tabelle im nächsten Schritt.
5. Die Monatsregel beginnen und als Gabe vollenden
Stelle die jeweilige Zutat während des betreffenden Monats zurück. Am Abschluss dieser Monatsregel schenke ein damit gefülltes Gefäß; lege die in der dritten Spalte genannte zusätzliche Speise darüber beziehungsweise daneben. Die Gabe wird am Abend überreicht. Beginne beim nächsten Termin die neue Monatsregel.
| Monat | Zurückgestellte Speise | zusätzliche Gabe | Gebet |
|---|---|---|---|
| Magha | Salz | weiße Laddu-Kugeln | kumudā prīyatām | – „Möge Kumudā gewogen sein.“ |
| Phalguna | Jaggery | Samyava, gefüllte süße Teigtaschen | mādhavī prīyatām | – „Möge Mādhavī gewogen sein.“ |
| Chaitra | Öl und Senf | Puri, Fladenbrot | gaurī prīyatām | – „Möge Gaurī gewogen sein.“ |
| Vaishakha | Honig | Gharika, süßes Gebäck | rambhā prīyatām | – „Möge Rambhā gewogen sein.“ |
| Jyeshtha | Panaka, ein süßes Würzgetränk | Apupa, süße Küchlein | bhadrā prīyatām | – „Möge Bhadrā gewogen sein.“ |
| Ashadha | Kreuzkümmel | Pishtapupa, Mehlküchlein | jayā prīyatām | – „Möge Jayā gewogen sein.“ |
| Shravana | Milch (bzw. Pflanzenmilch) | Mandaka, dünne Fladen | śivā prīyatām | – „Möge Śivā gewogen sein.“ |
| Bhadrapada | Joghurt (bzw. pflanzliche Joghurtalternative) | Milch (bzw. Pflanzenmilch) | umā prīyatām | – „Möge Umā gewogen sein.“ |
| Ashvina | Ghee (bzw. Pflanzenöl) | Gemüse | ratiḥ prīyatām | – „Möge Rati gewogen sein.“ |
| Kartika | Honig | Joghurt (bzw. pflanzliche Joghurtalternative) mit Reis | satī prīyatām | – „Möge Satī gewogen sein.“ |
| Margashirsha | Koriander | Indari, eine Brotart | maṅgalā prīyatām | – „Möge Maṅgalā gewogen sein.“ |
| Pausha | Zucker | Ashokavartika, süße Nudeln | ratilālasā prīyatām | – „Möge Ratilālasā gewogen sein.“ |
Das „prīyatām“ bedeutet jeweils: „Möge sie gewogen beziehungsweise erfreut sein.“ Bei ohnehin pflanzlicher Ernährung kann die entsprechende pflanzliche Alternative zurückgestellt und verschenkt werden; diese Übertragung ist modern.
6. Die Fastentage schlicht beenden
Nimm an den Ritualtagen deine einzige Mahlzeit am Abend ein. Die in der Quelle genannte Einnahme von Panchagavya wird in dieser heutigen Hausfassung durch einen Schluck reines Trinkwasser ersetzt. Diese Wasserhandlung ergänzt die gewählte Abendmahlform; sie ersetzt keine Monatsgabe.
7. Im nächsten Magha abschließen
Stelle die kleine goldene Gauri-Gestalt mit den fünf Edelsteinen und weißen Tüchern auf den Zuckerkrug. Verehre sie mit den beiden Namensfolgen und der abschließenden Verneigung aus den Schritten 2 und 3. Überreiche dazu die vorgesehenen Kleidungsstücke und Haushaltsgefäße. Die große Quellengabe umfasst außerdem ein weißes Rinderpaar mit Goldschmuck am Kopf; eine heutige Unterstützung guter Tierhaltung anstelle der Übergabe ist als Anpassung möglich. Sprich:
bhavānī prīyatām |
„Bhavani möge gewogen sein.“
Bewirte die Gäste, beende die letzte Monatsregel und bedanke dich bei der Göttin für das vollendete Jahr.
Sinn und Abschluss
Der monatliche Verzicht soll die Freude am Leben nicht auslöschen. Er unterbricht die Selbstverständlichkeit des Verbrauchens und führt am Ende zum Teilen genau dessen, was zurückgestellt wurde. Die Anrufungen Gauris verbinden Schönheit und Liebe mit Frieden, Zufriedenheit und der Befreiung von Leid.
Rezitationen in Devanagari
Die Reihenfolge entspricht den Gebeten und Anrufungen im Ablauf.
Rechte Seite
ललितायै नमः
शान्त्यै नमः
श्रियै नमः
मदालसायै नमः
अमलायै नमः
मदनवासिन्यै नमः
कुमुदायै नमः
माधव्यै नमः
कमलायै नमः
रुद्राण्यै नमः
शङ्करायै नमः
विश्ववासिन्यै नमः
कान्त्यै नमः
Linke Seite
मदनायै नमः
मोहनायै नमः
चन्द्रार्धधारिण्यै नमः
तुष्ट्यै नमः
उत्कण्ठिन्यै नमः
अमृतायै नमः
रम्भायै नमः
विशोकायै नमः
मन्मथाधिष्ण्यै नमः
पाटलायै नमः
सुरतवासिन्यै नमः
चम्पकप्रियायै नमः
गौर्यै नमः
गायत्र्यै नमः
धराधरायै नमः
विश्वकायै नमः
Verneigung
भवान्यै नमः । कामिन्यै नमः । कामदेव्यै नमः । जगत्प्रियायै नमः ।
Zwölf Monatsgebete
कुमुदा प्रीयताम् ।
माधवी प्रीयताम् ।
गौरी प्रीयताम् ।
रम्भा प्रीयताम् ।
भद्रा प्रीयताम् ।
जया प्रीयताम् ।
शिवा प्रीयताम् ।
उमा प्रीयताम् ।
रतिः प्रीयताम् ।
सती प्रीयताम् ।
मङ्गला प्रीयताम् ।
रतिलालसा प्रीयताम् ।
Jahresabschluss
भवानी प्रीयताम् ।
Quellen und Weiteres
- Matsya Purana, Kapitel beziehungsweise Verse 63.1–28: Sanskritfassung bei Wikisource.
Der Ablauf folgt der Sanskrit-Hindi-Ausgabe bei VedicPeople, Kapitel 63. Die dort belegten Anrufungen Dharādharā und Viśvakāyā schließen die zweite Körperfolge ab. Die Abendmahlform ist in 63.22 ausdrücklich zugelassen. Symbolische Waschung, Trinkwasser, pflanzliche Zutaten und gegebenenfalls Tierfürsorge statt Tierübergabe sind heutige Anpassungen.
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