Vidveshini Yantra mit einem Ritual zur friedlichen Entflechtung
Vidveshini Yantra mit einem Ritual zur friedlichen Entflechtung verbindet das traditionelle Ritual mit einer eigenständigen spirituellen Alternative: Lakshmi Ritual für friedliche Entflechtung und gegenseitige Würde.
Der traditionelle Vidveshini-Beleg schreibt die Formel außerhalb des Namensyantras. Die Alternative verwendet zwei getrennte Plätze als Bild dafür, dass Menschen eigene Wege gehen können, ohne einander zu Feinden werden zu müssen.
Einleitung aus Yoga-Vidya-Sicht
Der Wunsch, zwei Menschen auseinanderzubringen, kann aus Eifersucht, verletztem Vertrauen oder wirklicher Sorge entstehen. Vidveshana bezeichnet traditionell das Stiften von Feindschaft. Aus der Sicht von Yoga verstärken Intrigen das Leid aller Beteiligten und schaffen neue karmische Verstrickung. Prüfe, was tatsächlich deine Aufgabe ist. Du darfst vor einer Gefahr warnen, eine Beziehung verlassen oder Grenzen ziehen. Dazu brauchst du keine Feindschaft zwischen anderen zu erzeugen.
Swami Sivananda verbindet Liebe mit dem Überwinden von Rache und übler Nachrede. Selbst wenn eine Trennung nötig ist, kann sie mit einem Wunsch nach Frieden verbunden werden. Vergebung muss nicht sofort gelingen und bedeutet keine Wiederaufnahme von Kontakt. Diese traditionellen Feindschaftsanwendungen werden bei Yoga Vidya nicht ausgeführt. Danach folgt jeweils ein Ritual für friedliche Entflechtung, Wahrhaftigkeit oder Versöhnung.
Das traditionelle Ritual
Angerufene Gottheit: Vidveshini
Vorbereitung und Umfang
Sechseckiges Cakra, zwei Namensstellen im Innern und das Mantra außerhalb. Der Text verweist auf zuvor genannte Schreibstoffe und nennt keine Wiederholungszahl.
Mantra
oṃ drāṃ vidveṣiṇi amukāmukayoḥ parasparaṃ vidveṣaṃ kuru kuru svāhā
Übersetzung und Bedeutung: Om, drāṃ. Feindschaftstifterin, stifte, stifte gegenseitige Feindschaft zwischen [der einen] und [der anderen benannten Person]. Svāhā.
Ritualabfolge
- Ordne die beiden Namen im sechseckigen Cakra an. Der Ritus richtet sich auf die Beziehung zwischen diesen beiden Menschen.
- Schreibe die vollständige Vidveshini-Formel außerhalb des Yantras. Diese Außenbeschriftung ist die ausdrückliche Anweisung des Belegs.
- Sprich die Formel vollständig. Beachte parasparam: Die Absicht gilt gegenseitiger Feindschaft, nicht lediglich der Lösung einer eigenen Bindung.
- Die Quelle bezeichnet die Anwendung als der Kubjika-Lehre zugehörig. Daraus folgt keine sichere Gleichsetzung Vidveshinis mit Kubjika.
- Eine bestimmte Japa-Zahl oder zusätzliche Puja wird nicht vorgeschrieben. Der Verweis auf frühere Stoffe bleibt ohne eigenständig eindeutige Rezeptur; diese wird hier nicht erfunden.
Vidveshini ist im Beleg eine Anrufung der Feindschaftstifterin. Die Lakshmi-Verehrung der Alternative wird nicht als deren ursprüngliche Bedeutung ausgegeben.
Spirituelle Alternative: Lakshmi Ritual für friedliche Entflechtung und gegenseitige Würde
Die folgende Andacht ist eine neu zusammengestellte Praxis im Sinne von Yoga Vidya. Dauer und Wiederholungszahlen sind Vorschläge für diese Fassung; sie ist keine festgelegte Yoga-Vidya-Liturgie.
Gottheit: Lakshmi
Vorbereitung: Dauer etwa 20 Minuten. Lakshmi-Bild, zwei Blüten, zwei kleine Tücher, ein Stück lockere Schnur und Mala. 108 Wiederholungen. Die Schnur wird an keinen Menschen gebunden.
Mantra
oṃ śrīmahālakṣmyai namaḥ
Bedeutung: Om. Verehrung der erhabenen großen Lakshmi.
Zählweise: Eine Wiederholung umfasst die ganze ausgeschriebene Formel. Die unten beschriebene Folge umfasst insgesamt 108 Wiederholungen dieses Mantras.
1. Ankommen und Sankalpa
Richte den beschriebenen Platz her, wasche die Hände und nimm eine bequeme Haltung ein. Lass fünf Atemzüge ruhig kommen und gehen. Formuliere dann den Sankalpa:
„Möge jeder seinen guten Weg finden. Möge ich lösen, was mich verstrickt, und Würde bewahren.“
2. Die Verbindung symbolisch darstellen
Lege die beiden Tücher nebeneinander und je eine Blüte darauf. Lege die Schnur lose dazwischen, ohne Knoten. Sie versinnbildlicht eine Verstrickung, nicht die tatsächliche Verfügung über einen anderen Menschen.
3. Dankbarkeit und 36 Wiederholungen
Rezitiere das Lakshmi-Mantra 36-mal. Benenne innerlich, wofür du in der Beziehung oder Situation dankbar sein kannst; wenn nichts einfällt, bleibe einfach beim Mantra.
4. Loslassen und 36 Wiederholungen
Rezitiere weitere 36-mal. Hebe danach die lose Schnur auf, rolle sie auf und lege sie zur Seite. Sage: „Ich gebe den Anspruch auf, alles zusammenhalten zu müssen.“
5. Freiraum und 36 Wiederholungen
Rezitiere die letzten 36-mal. Verschiebe die Tücher ein wenig auseinander, sodass beide einen eigenen freien Platz haben. Wünsche beiden Seiten ein würdiges Leben.
6. Die praktische Entflechtung klären
Übe drei Minuten stille Meditation. Entscheide, welche praktische Entflechtung nötig ist: ein Gespräch, eine klare Vereinbarung oder das Beenden einer eigenen Einmischung.
7. Beiden Seiten Gutes wünschen
Verneige dich und wünsche beiden Seiten einen würdigen weiteren Weg.
8. Segensabschluss
Sprich zum Abschluss einmal:
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ
Bedeutung: Om. Frieden, Frieden, Frieden. Lass den Klang ausklingen. Nimm die Füße, Hände und den Raum wahr und kehre in Ruhe in den Alltag zurück.
Räume nach dem Segensabschluss die Gegenstände auf. Die Schnur wird gewöhnlich aufbewahrt oder entsorgt; die Geste steht für deine eigene Entscheidung zum Loslassen.
Abschluss: Die Praxis ins Leben tragen
Eine Trennung kann notwendig und zugleich frei von absichtlicher Demütigung sein. Achte darauf, über abwesende Menschen wahrhaftig zu sprechen. Der Verzicht auf üble Nachrede ist eine konkrete Form von Friedensarbeit.
Quellen und Anregungen
- Traditioneller Mittelteil: Brihat Tantrasara, P3-0263–0264, Verse 42–43.
- Mantra der Alternative: Yoga Vidya Kirtanheft: Om Shri Mahalakshmyai Namaha.
- Swami Sivananda: Ahimsa, aus Bliss Divine
- Swami Sivananda: How to Develop Love
Siehe auch
- Tantra Rituale mit spirituellen Alternativen
- Mahabhairava Vidveshana mit einem Ritual für friedliche Grenzen
- Shmashanakali Vidveshana mit einem Ritual zur Lösung von Eifersucht
- Ahimsa
- Maitri
- Vergebung
Seminare
Die Hinweise betreffen allgemeine spirituelle Praxis.
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